Rund um den Apfel

3. September 2017

Rund um den Apfel
Dr. Gunnar Gad und
Dipl.-Ing. Andrea Haverkamp-Bergholz 

Geeste/Groß-Hesepe – Moormuseum, Geestmoor 6
Mi. 27.09.2017, 16:00 Uhr, Dauer: ca. 2 1/2 Std.
Kosten 8 Euro

Eine Veranstaltung für Kinder von 6 bis 12: Beim Siedlerhof des Moormuseums befinden sich ausgedehnte Streuobstwiesen.

„Zur Erntezeit wollen wir uns die Äpfel einmal genauer anschauen. Die Vielfalt der Apfelsorten und die Pflege der Apfelbäume werden ebenso unsere Themen sein wie vieles, das man aus Äpfeln herstellen kann. Wir werden selbst Äpfel ernten und verarbeiten.“

(Foto: Bödikers Goldrenette; Alte emsländische Apfelsorte, Foto © „Bentheimer Landschafe“)

 

Dornröschen

2. Juli 2012

Gerhard Kromschröder hat im Emsland für manche Debatten gesorgt, seit mehr als 50 Jahren und zuletzt mit dem vor Jahresfrist  erschienenen Bildband „Expeditionen ins Emsland – Ein deutscher Bilderbogen“. Den empfanden die Protagonisten des „Beiunsistallessogroßartig“-Politik um Hermann Bröring und Reinhard Winter als ungebührliche Kritik und Ex-Landrat Hermann Bröring tobte geradezu in der Mitgliederversammlung des Emsland Moormuseum eV, als Museumschef Michael Haverkamp mitteilte, über die Sommermonate eine Ausstellung mit Aufnahmen des Wahlhamburgers Kromschröder zu präsentieren; übrigens verdiente sich der seine ersten journalistischen Sporen in der damals hinten im Hause Bürobedarf Nottbeck residierenden Lingener LT-Redaktion. Anschließend, in den wilden, kritischen 60er Jahren rockte er gemeinsam mit den gleich legendären Hermann Vinke und Bernd Rosema die Papenburger Emszeitung, bevor er über das Frankfurter Satiremagazin Pardon zum STERN ging und heute längst einer der großen deutschen Dokumentarfotografen ist.

Hermann Bröring interessiert das nicht. Etwas geschönt berichtete die Meppener Tagespost anschließend über Brörings Ausbruch in der Vereinsversammlung (mehr Hintergrund…):

„Dass der Journalist Gerhard Kromschröder im Juli und August seine „Expeditionen ins Emsland“ zeigen sollte, hat vor allem den früheren Landrat Hermann Bröring verärgert, der dem Vorstand des Trägervereins für das Moormuseum neben Landrat Reinhard Winter und Geestes Bürgermeister Hans-Josef Leinweber angehört. In der Mitgliederversammlung des Vereins im Februar kritisierte Bröring die „einseitig negative Ausrichtung“ der Bilder Kromschröders, der in den 1960er-Jahren als Zeitungsredakteur in Papenburg gearbeitet hatte.

Streit um Kromschröder

In den vergangenen Jahren hatte er seine alte Wirkungsstätte fotografisch porträtiert (wir berichteten) – Bröring warf Kromschröder mit Blick auf dessen Fotos eine polemische und unfaire Darstellung des Emslandes vor, die er nicht unkommentiert im Museum präsentiert wissen wollte.“

Vor einer Machtdemonstration hatte Bröring aber letztlich wohl doch Angst. Also kann man seit gestern die  Kromschröder-Sonderausstellung mit einer Auswahl seiner Bilder im Moormuseum sehen. Allerdings ist die Präsentation –gegenüber dem Plan– zeitlich um mehr als die Hälfte gekürzt und wird schon ab September durch eine Bröring genehmere des Meppener Fotografen Stefan Schöning („Industriekultur im Emsland“) ersetzt.

Gestern also wurde vor knapp 100 Gästen im Moormuseum Groß Hesepe die Kromschröder-Ausstellung eröffnet. Natürlich ohne Hermann Bröring und Reinhard Winter und ohne die Granden der politischen und gesellschaftlichen Regionalliga. Begrüßen durfte der Geester Bürgermeister Hans-Josef Leinweber als  stellv. Vorsitzender des Trägervereins, der Verfasser des Vorworts in Kromschröders Emsland-Bildband Gerhard Henschel, in Meppen aufgewachsen, las Spöttisches aus seiner Emsland-Biografie „Jugendroman“ und dann sprach Theo Mönch-Tegeder, „der Verlagsleiter des Osnabrücker Kirchenboten“ (Zitat Leinweber) und auch mal bei der Emszeitung, wie er verriet. Erst hielt Mönch-Tegeder eine Eloge über die fotografische „Liebeserklärung“ Kromschröders an das Emsland, wurde dann zunehmend kritischer und sprach schließlich den Satz, wonach das Emsland vor 60 Jahren aus einem seit Jahrhunderten währenden Dornröschenschlaf erwacht sei. Und genau diese Aussage beschäftigt mich seither mehr als der Rest der zweigespaltenen Rede. Das Dornröschen-Zitat ist nämlich bestens bekannt. Der Osnabrücker Bischof Wilhelm Berning soll es 1936 anlässlich eines Besuchs der NS-Emslandlager gesprochen haben. Es sei ihm, sagt die offizielle Geschichtsschreibung, „in den Mund gelegt“ worden:

„Lange lag das Emsland im Dornröschenschlaf, bis der Prinz kam und es weckte; dieser Prinz ist unser Führer Adolf Hitler.“ 

Mönch-Tegeder lege ich nichts in den Mund, weil er vom Dornröschen ja gesprochen hat und Berning-Kenner ist, also genau weiß, wie die emsländische Dornröschen-Metapher einzuordnen ist. Eigentlich bleibt ihm nur, dass er das Dornröschen-Zitat genauso ironisch gemeint hat wie seine -sorry:- geradezu geile These, dass Schützenvereine im Emsland in Wahrheit eine Art regionale „Make love not war“-Hippiebewegung seien, schließlich seien Blumen in den Läufen getragener Holzgewehre, was man auf den Kromschröderschen Aufnahmen auch erkennen könne. Mit Dornröschen und den Schützenhippievereinen hätte Mönch-Tegeder das fotografische Augenzwinkern Kromschröders getoppt! Oder?

Tja, ich weiß nicht, ob ich richtig liege, aber meine Leserschar sollte sich allemal die feine Sonderausstellung im Emsland Moormuseum ansehen. Kromschröder lohnt und das Moormuseum selbst  sowieso (Öffnungszeiten Moormuseum täglich außer Mo von 10 – 18 Uhr bis 31.10., Sonderausstellung Gerhard Kromschröder leider nur bis 19. August).

Museumstag

14. Mai 2011

„Wer entscheidet heute, an was wir uns morgen erinnern werden?“ fragt seit 1992 die UNESCO in ihrem Programm „Memory of the World“ – „Gedächtnis der Menschheit“. Der 34. Internationale Museumstag greift 2011 diese Frage auf. Zahlreiche  Museen in der Region beteiligen sich am heutigen Sonntag (15. Mai) mit Aktionen zum Motto „Museen, unser Gedächtnis!“ zu beteiligen. Der vom Internationalen Museumsrat (ICOM) jährlich im Mai ausgerufene Tag will auf die Bedeutung und Vielfalt der Museen weltweit aufmerksam machen.

Die niederländischen und die Grafschafter Museen sowie auch die Museen in Lingen beteiligen sich leider nicht, wenn ich dies richtig hier und die Internetseiten aus den Niederlanden ausgewertet habe. Enttäuschend ist auch die Beteiligung von lediglich neun Museen im benachbarten Münsterland.

In Osnabrück hingegen öffnen mustergültig  alle sieben Museen – das wiedereröffnete Kulturgeschichtliche Museum/Felix-Nußbaum-Haus (!), das Museum am Schölerberg – Natur und Umwelt, die Kunsthalle Dominikanerkirche, das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, das Museum Industriekultur und das Diözesanmuseum – ihre Türen bei freiem (!) Eintritt und bieten Themenführungen vor und hinter den Kulissen, Aktionen für Kinder, neue Präsentationen und den traditionellen Handwerkermarkt des Museum Industriekultur.

  • Drei Museen des Landkreises Emsland veranstalten einige kleinere Aktionen. Das Archäologiemuseum an der Koppelschleuse in Meppen ab 15 Uhr eine öffentliche Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Tiger, Panda & Co. – Flora und Fauna des Waldes“ an.  Im Anschluss an die Führung wird vor dem Museum wie in der Steinzeit Feuer entfacht. Dort dürfen sich Kinder Stockbrot backen. Der Eintritt ist an diesem Sonntag ermäßigt: Familien zahlen 7 Euro, Erwachsene 4 Euro und Kinder ab 6 Jahren 1,50 Euro.
  • Schloss Clemenswerth in Sögel veranstaltet um 15 Uhr ebenfalls eine Führung zum Thema, wie die Geschichte des Schlosses und seines Erbauers Clemens August bis heute bewahrt, ausgestellt und vermittelt wird. Die Führung ist im regulären Museumseintritt von 5 Euro für Erwachsene, 2,50 Euro für Kinder und 12 Euro für Familien inbegriffen. Die Teilnehmerzahl ist allerdings auf magere 25 Personen begrenzt und man sollte sich auch unter der Telefonnummer 05952/932325 anmelden.
  • Fünf Themenführungen a 45 Minuten stehen Emsland-Moormuseum in Groß Hesepe auf dem Programm. Um 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr stehen die zahlreichen Objekte der Sammlung  im Mittelpunkt. Zudem gibt es „eine kleine Überraschung“ für die  Besucher. Die  Teilnahme an den kostenlosen Führungen ist nur in Verbindung mit einer (kostenpflichten) Eintrittskarte möglich.

Schwierigkeiten sich auch nur an einen Tag zu erinnern, dürfte Sonntagabend wohl die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Johanna Wanka haben. Peinlich! Ihr überzogen wirkendes Tagesprogramm ist offenbar vor allem der ministeriellen PR-Arbeit bzw. den regionalen Zeitungen geschuldet aber nicht dem ehrlichen Interesse an erfolgreicher, interessanter Museumsarbeit:
Um 11 Uhr eröffnet sie nämlich in Emden im Rahmen eines Festaktes in der Johannes a Lasco-Bibliothek (1) den Internationalen Museumstag für Niedersachsen. Anschließend besucht die Ministerin die Kunsthalle Emden (2) und das Ostfriesische Landesmuseum (3). Dann fährt die CDU-Politikerin nach Oldenburg in das Stadtmuseum / Horst Janssen-Museum (4) und das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (5). Weitere Stationen der Ministerin werden das Industriemuseum Lohne (6) und das Tuchmachermuseum Bramsche (7) sein. Da fragt man sich, warum sie so übertreiben muss und erinnert sich an japanische Reiseprogramme aus dem 20. Jahrhundert: „Europa in 96 Stunden.“ London-Paris-München-Venedig-und-tschüss  Und man empfiehlt ihr ein herzliches „Weniger ist mehr!.“

Senf

27. Juli 2010

Während in unserem Städtchen der Wahlkampf für den Posten der  Oberbürgermeisterin  erkennbar seinem ersten heftigen Höhepunkt zutreibt – dem Ende der Sommerferien- , suche ich am Arbeitstag nach meinem Sommerurlaub nach Ausgleich.  Zwangsläufig lande  ich dabei auf der Webseite der kleinen und feinen  Haselünner Senfmanufaktur und finde – zwanglos im Anschluss an Christine Adams Tortenseite– überzeugende inhaltliche Alternativen, was man angesichts bevor stehender Wahlkampf- und Politikeinsätze sonst noch machen könnte und möchte, nämlich hier vorbei schauen:

Freitag/Samstag, 30.-31. Jul. 2010 (meine 1. Senflisten-Ergänzung)
Weinlaube
Lingen (Ems)

Sonntag, 8. Aug. 2010
Kunst + Handwerkermarkt
Stift Börstel

Samstag, 14. Aug. 2010 (meine 2. Senflisten-Ergänzung)
Altstadt-Wirtefest
Lingen (Ems)

Samstag/Sonntag 28. + 29. Aug. 2010
Leinenmarkt Hof Schale
Hopsten

Freitag – Sonntag 10.-12. Sep. 2010
15. Korn + Hansemarkt
Haselünne

Samstag/Sonntag, 18. + 19.Sep. 2010
Kartoffelmarkt
Bersenbrück

Sonntag, 26. Sep. 2010
Apfelfest
Clusorth-Bramhar

Sonntag, 03. Okt. 2010
Markt der Genüsse – Herbst am Siedlerhof
Emsland Moormuseum, Groß Hesepe

Sonntag, 10. Okt. 2010
Kartoffelmarkt
Wesuwe