Rock am Pferdemarkt

12. September 2012

Rock am Pferdemarkt
Umsonst & draußen

mit
Ohrbooten, I Heart Sharks, Der Fall Böse, Rockstah, Cäthe, Keule, Big Balls Cowgirl, Out of Practise, Accustic Steel, Kings Casket, Alternative Rotation DJs
Lingen (Ems)  –  Pferdemarkt
Freitag/Samstag 14. / 15. Sept.  jeweils ab 18 Uhr

mehr beim Emskopp

Simone Schnase

3. Mai 2012

Die lange Zeit im Emsland tätige Journalistin Simone Schnase (Foto lks)  fährt nach Nürnberg. Für ihren Artikel „Die Emslandlager und ihre Folgen: Eine  Geschichte von 1933 bis in die Gegenwart“ wird sie dort am Freitag als zweite Preisträgerin mit dem Alternativen Medienpreis in der „Sparte Print“ ausgezeichnet.

In der Laudatio heißt es: „Eines hatte sich die bundesrepublikanische Gesellschaft jahrzehntelang fest vorgenommen: Es durfte nicht über die Verbrechen der Nazi-Zeit gesprochen werden, erst recht nicht über die eigene Beteiligung daran. Hinter diesem harmlosen Begriff, „nicht darüber sprechen“, verbarg sich häufig ein ziemlich rabiater Verdrängungsvorgang. Wehe, wer sich nicht daran hielt und trotzdem den Mund aufmachte!

Diesen Verdrängungsprozess stellt Simone Schnase für den Bereich der Emsland-Lager dar. Erschienen ist der Artikel im lokalen Städte- und Kulturmagazin „Emskopp“. Die Leserin, der Leser erfährt, Redakteure einer lokalen Tageszeitung haben aufgrund ihrer Aufklärungsbemühungen sogar ihren Job verloren. Thematisiert wird auch die Kriminalisierung ehemaliger NS-Häftlinge – in der Nachkriegszeit wohlgemerkt. Noch im Jahr 2004, als eine Hochschulschrift zum Thema präsentiert wurde, gab es feindselige Reaktionen.

Wir freuen uns, dass wir den Artikel „Die Emslandlager und ihre Folgen“ mit dem Alternativen Medienpreis in der Sparte Print auszeichnen dürfen, gibt er doch Einblick in die lokale Ausformung der sogenannten „zweiten Geschichte“ des Nationalsozialismus.“

Glückwunsch an die engagierte Simone Schnase, die  als „sisch“ inzwischen nur noch ab und zu beim Emskopp und arbeitet. Hauptberuflich ist Simone Schnase in der Bremer Redaktion der „Tageszeitung“ (taz) tätig. Daneben arbeitet sie auch für die Lingener Agentur Waehrt.

Der Alternative Medienpreis will Medienprodukte und Medienschaffende abseits des allgegenwärtigen Mainstreams aufspüren und auszeichnen. Der Preis wird jährlich an engagierte und kreative Redakteure und Redakteurinnen, Produzenten und Produzentinnen sowie Autoren und Autorinnen vergeben.  Es werden jeweils zwei Preise in den Sparten Print, Audio, Video und Web vergeben.

(Quelle 1, 2 – Foto: © waehrt.de)

Nominiert

23. April 2012

Herzlichen Glückwunsch! Darauf können Simone Schnase und der in Lingen erscheinende Emskopp stolz sein. Dieser Beitrag aus ihrer Feder über die Emslandlager wurde für den Alternativen Medienpreis nominiert. Damit ist die frischgebackene Bremer taz-Redakteurin (Foto: Im Gespräch mit Ex-Bürgermeister Hans Koschnick, SPD) der renommierten Auszeichnung  einen großen Schritt näher gekommen. Die Jury trifft ihre Auswahl in der nächsten Zeit. Die Preisverleihung ist dann am 4. Mai in Nürnberg.

Der Alternative Medienpreis wird seit 2000 medienübergreifend an Journalisten  in den Sparten Print, Audio, Video und Online verliehen. Er ist einer der ersten Journalistenpreise, die für das Medium Internet ausgeschrieben wurden.

Die ausgezeichneten Beiträge bearbeiten Themen, die -so die Auslober der Auszeichnung- „in den etablierten Medien nicht oder nur unzureichend vorkommen“. Bürgerschaftliches Engagement oder Förderung des Bürgerjournalismus sind wichtige  Kriterien.

Gründer des Preises waren das Nürnberger Alternativradio Radio Z und die Nürnberger Medienakademie e. V. Beide sind als gemeinnützig anerkannte Vereine. 2008 ist die Stiftung Journalistenakademie als Mitveranstalter hinzugekommen, Radio Z schied als Mitveranstalter aus, blieb jedoch als Unterstützer dabei. Weitere Sponsoren und Unterstützer sind die dju/ver.di, die Nürnberger Nachrichten, das Kulturreferat der Stadt Nürnberg, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Linke Medienakademie u.a..

Die Übersicht über die 2012 nominierten Projekte und Autoren findet man hier. Was in den ersten 10 Jahre mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet wurde, ist hier  als pdf-Dokument zu finden. Und ich freue mich, dass ich im letzten Herbst den jetzt nominierten Beitrag von Simone Schnase verlinken durfte. Drücken wir der Buten-Emsländerin die Daumen!

(Quelle wikipedia; Foto: © Anna Joanna Solbach, FB)

Gegen Braun

1. Februar 2012

Mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm unter dem Motto “Buntes Bündnis gegen Braun” bietet die Volkshochschule Papenburg vom 9. bis 11. Februar  die Möglichkeit, sich über die Gefahr von Rechts zu informieren, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen und sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren.

Neben einer Fahrt zur Gedenkstätte Esterwegen, Fachgesprächen zu den Themen „Mädelsache – Mädchen, Frauen und Mütter in der rechten Szene” und„Rechtsextremismus und rechte Netzwerke in Westdeutschland – unterschätzt?“ veranstaltet die VHS am 10. Februar eine Informationsbörse in der BBS Papenburg, die den Besuchern ein umfangreiches Bild über die Aktivitäten vor Ort vermitteln will. Zahlreiche Organisationen wie das Jugendzentrum, Amnesty International, Türkisch-Islamischer Kulturverein Papenburg, Deutsches Rotes Kreuz mit Migrationsberatung und viele mehr stellen hier ihre Arbeit vor. Abends spielt im Rahmen der Fachtage die Band “kleinE” (Foto lks) im Jugendzentrum Papenburg.

Für Jugendliche bieten die Theater-Fachfrauen Sigrun Schneider-Kaethner und Helga Freudenthal im CarréPunkt-Zimmer-theater den Workshop „Stark gegen Rechts“ an. Das Resultat wird anschließend öffentlich aufgeführt.

PROGRAMM “BUNTES BÜNDNIS GEGEN BRAUN” IN PAPENBURG:

Do 09.02., 14.30 UHR: Fahrt zur Gedenkstätte Esterwegen (Anmeldung erforderlich unter 04961/922317)

Do 09.02., 19.30 UHR: Fachgespräch mit dem Journalisten Andreas Speit zu seinem Werk „Mädelsache – Mädchen, Frauen und Mütter in der rechten Szene“ (Villa Dieckhaus)

Fr 10.02., 16 UHR: Informationsbörse (Forum der BBS)

Fr 10.02.. 18.30 UHR: Vortrag von Andreas Speit zum Thema „Rechtsextremismus und rechte Netzwerke in Westdeutschland – unterschätzt?“ (Forum der BBS)

Fr 10.02., 21 UHR: kleinE (JZ Papenburg) (Eintritt frei)

Sa 11.02., 11 UHR: Theaterworkshop “Stark gegen Rechts” (CarréPunkt-Zimmer-theater)

Sa 11.02., 20 UHR: Aufführung “Stark gegen Rechts” (CarréPunkt-Zimmer-theater)

INFO: 04961/922321

(gefunden im Emskopp-Blog)

Voller Länge

30. Januar 2012

Es geht ja irgendwie immer etwas rauf und runter. Auch dieser (wer will: dieses) kleine Blog  hat bessere und schlechtere Zeiten. Zurzeit beispielsweise fehlen mir die Kommentare von Frank O. und Ulrike, Buggy macht sich rar und die CDU-Schreiber haben sich zurückgenommen, weil ja jetzt nicht gewählt wird. Und ich versuche den bisweilen nicht einfachen Spagat zwischen meiner Tätigkeit bei den BürgerNahen und dem Schreiben hier (noch fühle ich mich gelenkig 😉 ).

Doch was ist eigentlich mit der Ems-Vechte-Welle los? Sie hatte ja bis zum Sommer ein ordentliches journalistisches Niveau erreicht, war kritisch und innovativ. Man konnte sich das Durchdentag-Magazin anhören – soweit der Empfang reichte, es war richtig gut. Und jetzt? Marco Schnitker ist weg zu ev1.tv und Simone Schnase hört man nicht mehr, weil sie Emskopp beglückt. Aber so eine Meldung wie diese in voller Länge in den 14.30Uhr-Nachrichten aus dem Emsland und der Grafschaft geht gar nicht:

Twist – Am Dienstagabend sind zwei Personen bei einem Unfall schwer verletzt worden. Gegen 18.55 Uhr befuhr eine 40-jährige Frau die Straße Hebelermeer in Richtung Ortsmitte und hielt das Fahrzeug auf der Fahrbahn an, um einen 9-jährigen Jungen aus dem Fahrzeug aussteigen zu lassen. Die Autofahrerin ließ das Fahrlicht an und ging zur Beifahrerseite um dem Jungen beim Aussteigen zu helfen. Da sich in diesem Augenblick aus Richtung Ortsmitte ein Fahrzeug näherte, wartete die Frau mit dem Jungen auf der Fahrbahn. Das Auto erfasste die Frau und den Jungen und prallte in das stehende Auto. Die 40-jährige Frau und der 9-jährige Junge wurden beide schwer verletzt und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Wie die 21-jährige Fahrerin des zweiten Wagens später zu Protokoll gab, war sie von den Scheinwerfern des stehenden Autos geblendet worden.Sie erlitt einen Schock und wurde ebenfalls ins Krankenhaus gebracht.

Wie gesagt in voller Länge. Ich hab’s wirklich gehört. Es folgten dann noch drei weitere Originalpressemitteilungen der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim – fast vollständig   1:1 übernommen. Das ist leider seit Wochen so, das Niveau der evw-Meldungen. Wir erfahren viel über den Unfall hier und den Einbruch da. Das ist schnell, aber genauso schlecht gemacht. Inga Grabert, Mario Köhne & Co.: Ihr könnt doch Radio und müsst nicht nur die Presseerklärungen der Polizei vorlesen. Das Stadtblatt Lingen, auch eine permanente Enttäuschung, bringt zumindest noch Pressemitteilungen jenseits von Polizei und Zoll. Also, Ihr Ems-Vechte-Welle-Leute – strengt Euch bitte mehr an und werdet wieder besser. Ein Tipp: Fragt doch mal nach, was hinter den Meldungen steckt.  Sonst kann man ja gleich Radio Antenne …

Derweil -wer hätte das gedacht?!- mausert sich unsere Lokalzeitung ein wenig. Es gibt inzwischen die LT auf facebook und Thomas Pertz twittert sogar. Zugleich wird der überregionale Teil der NOZ unter dem neuen Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke flotter, hintergründiger, gründlicher.

ps Bliebe nur noch etwas über ev1.tv zu schreiben. Aber dafür ist es mir noch zu früh. Obwohl, dieser Klemmhumor á la Opa Anton geht mir schon reichlich auf den Wecker. Lacht da eigentlich wirklich jemand? Den würde ich gern kennen lernen.

Bielefelder Transport

11. Dezember 2011

„Heute ist der 70. Jahrestag der Deportation der Juden aus dem Emsland, der Grafschaft Bentheim, dem Osnabrücker und dem Bielefelder Raum. Am 11. Dezember 1941 wurden auch aus dem jüdischen Bethaus in Freren die letzten Juden der Stadt deportiert. Über Osnabrück gelangten sie nach Bielefeld, von wo am 13.12. der Zug nach Riga abfuhr.  in tiefer Nacht traf er am 15.12.1941 auf dem  Rangierbahnhof Skirotawa bei Riga ein.

Anlässlich des Jahrestages wurde heute im jüdischen Bethaus in Freren die Ausstellung “hope lives when people remember” eröffnet. Sie thematisiert das Schicksal der letzten sechs Frerener Juden, die vor 70 Jahren in das Ghetto Riga verschleppt wurden. Die Deportierten, an deren Schicksal erinnert wird, bekommen hier wieder ihre Namen: Emma Schwarz, Simon Schwarz, Martin Manne, Erika Manne, Samuel Manne und Siegfried Meyberg.

Gezeigt werden Bilder und Texte des Lingener Künstlers Mudde van Duren. Sie thematisieren die Biografien von deportierten jüdischen Menschen, von denen van Duren in zahlreichen Gesprächen mit Überlebenden der Shoa erfahren hat und setzen sich bildhaft mit dem Geschehen in der NS-Zeit auseinander. Seine Kunst illustriert keine Zeitgeschichte, sondern verweist durch Bilder und Lyrik auf die Schicksale der Menschen.

Initiiert wurde die Ausstellung von der Geschichtswerkstatt „Samuel Manne“ und dem Kulturkreis impulse Freren. Sie ist bis zum 31. Januar 2012 im jüdischen Bethaus Freren in der Grulandstraße zu sehen.“ (aus dem emskopp)

Von den über 1000 Menschen, die in dem so genannten 1. Bielefelder Transport nach Riga deportiert wurden,  haben nur wenige überlebt. Alle Lingener Juden kamen ums Leben.  Nur Ruth (Foster-)Heilbronn (Foto re.) kam davon. Ermordet wurden Marianne Grünberg und Gerda Grünberg, Bendix Grünberg. Wilhelm Heilbronn, der Vater von Ruth, wurde am 18. Mai 1942 in Riga vor den Augen von  Frau und Tochter erschossen. Caroline Heilbronn, die Mutter von Ruth, wurde am 28. Juli 1944 im Wald von Bikernieki als Opfer der sog. Aktion Dünamünde erschossen.

Der Rat unserer Stadt verlieh 1993 Ruth Foster-Heilbronn und dem  15-jährig mit einem Kindertransport 1938 nach England  gelangten Bernard Grünberg (Foto lks, © NOZ)  die Ehrenbürgerschaft der Stadt Lingen (Ems). Ruth Foster-Heilbronn lebt heute hochbetagt in London, der 88-jährige Bernard Grünberg nahe Birmingham. Er besucht regelmäßig die Stadt Lingen. 

nur bei uns

25. November 2011

Über den neuen Bildband  “Expeditionen ins Emsland” von Gerhard Kromschröder habe ich  bereits berichtet. Zuletzt gestern und heute gibt es schon wieder Neues. Der Emskopp schreibt gerade:

„Seit gestern steht eine Besprechung des Buches sowie eine Fotostrecke bei ZEIT ONLINE, und nicht nur die sind lesens- und anschauenswert, sondern auch die zahlreichen Kommentare, die in Teilen an die Reaktionen auf die Filmchen der Deichkönigin erinnern.

Auch eine weitere Reaktion erinnert daran. Heute erreichte die ZEIT-Redakteurin Tina Groll nämlich eine Mail von Udo Mäsker, Sprecher des Landkreises Emsland“, und die veröffentlicht gerade der Emskopp in seinem Blog und sie darf meiner verehrten Leserschaft nicht vorenthalten werden:

Sehr geehrte Frau Groll,

mit Interesse haben wir Ihren Artikel im Onlineauftritt der Zeit zum Bildband “Expeditionen ins Emsland” gelesen – der allerdings leider eine sehr einseitige, verzerrte Sichtweise vertritt und (wie die Bildauswahl von Herrn Kromschröder) längst überholte Klischees bedient. Das Emsland ist heute tatsächlich ein moderner Wirtschafts- und Lebensstandort mit einer sehr hohen Lebensqualität (einige Eindrücke sowie grundlegende Fakten finden Sie bei Interesse unter http://www.emsland.info). Eine Vielzahl starker Unternehmen ist hier ansässig, auch die Arbeitslosigkeit von unter 3 Prozent ist kein Zufall. Zahlreiche Stärken – von Familienfreundlichkeit und Bildung über das Freizeitangebot bis hin zum Klimaschutz – möchte ich an dieser Stelle gar nicht weiter thematisieren. Im Übrigen leben heute 313.000 Menschen im Emsland und damit fast 75.000 mehr als noch 1980 – es haben sich also offenbar nicht wenige Menschen in diesen Landstrich verliebt und sind hier heimisch geworden. Zudem hat der Landkreis sehr wohl “Karriere als Touristen-Gegend gemacht”, seine touristischen Wachstumszahlen suchen ihresgleichen: In den letzten zwanzig Jahren sind die entsprechenden Kennzahlen um fast 150 Prozent gestiegen und liegen damit weit über dem Landesschnitt. 1,8 Millionen Übernachtungen pro Jahr sprechen eine deutliche Sprache.

Wir möchten Sie daher herzlich willkommen heißen, sich persönlich ein Bild vom Landkreis Emsland zu machen. Denn die Wahrheit liegt weder in einem einseitigen Bildband, noch in irgendwelchen “Treckerfurchen” – sondern nur bei uns vor Ort im Emsland. Vielleicht nutzen Sie die Chance, sich mit unserem offenbar nach wie vor verkannten Landstrich etwas genauer auseinander zu setzen!

Mit freundlichen Grüßen aus Meppen,

Udo Mäsker

Tja, er springt sehr kurz, der Herr Pressesprecher.

Heute geht übrigens der neue Emskopp in Druck. Er erscheint in der kommenden Woche und enthält  ein Interview mit Gerhard Kromschröder.

(Quelle: Emskopp)