Geht’s noch ?! – Teil 2

10. Februar 2014

ParkhügelpolizeiSamstagmorgen arbeiteten sich rund 20 Lingenerinnen und Lingener durch den verwahrlosten Parkhügel an der kleinen Poststraße. Mit dabei war auch die lokale Polizei. O-Ton: „Was machen Sie denn hier?“ Mitmacher Marc. R. (Name dem Blogbetreiber bekannt) schrieb mir anschließend:

„Alles gut gelaufen.
 
Eine MMS konnte ich nicht schicken, weil ich Gartenarbeit gemacht hab. Und meine Harke hatte keinen Empfang.
 
Natürlich waren wir auf dem Hügel. Der Schulte müßte eigentlich Horst mit Vornamen heißen.
 
Aber, was mich richtig ärgert, war die Pressemitteilung der “Liberalen Fraktion” heute:  „Wir begrüßen…” Am Arsch die Räuber (Das sollte der Titel für deinen Blogbeitrag sein, Robert – nicht zitierfähig!)
 
Und dass zweimal die Polizei da war. Wer hat die bestellt? 
 
Wütend
Marc R.“
 
Nun Marc, es war eine gute Aktion, die da von engagierten Lingenern binnen Wochenfrist und trotz verwaltungsspezifischer verkehrssicherungspflichtiger Bedenkenträgerei verwirklicht wurde. Also ein großes Danke an alle, die mitgemacht haben. Auch an „Horst“ Schulte, den Chef des Bauhofs und seine Mitarbeiter.
 
Bitte behandeln Sie, liebe Leser, diesen Blogbeitrag im Übrigen vertraulich. Immerhin enthält er neben arbeitsrechtlich zu schützenden privaten Daten auch ebensolche Informationen, die „nicht zitierfähig“ sind. Ungeachtet dessen nehme ich ganz stark an, dass die Liberale Fraktion des Lingener Stadtrats nach ihrem Schmücken-wir-uns-mal-frech-mit-fremden-Federn-Pressecoup in der LT Samstagmorgen vollständig mit Harke und Spaten dabei war – einer mit Harke, die andere mit Spaten.
Alles weitere lesen Sie hier.
 
parkhuegelaktion

(Foto: Aufräumaktion am Lingener Parkhügel, 08.02.2014 © Ems-Vechte-Welle; Polizeifoto: FB)

O-Ton

11. Oktober 2013

Gestern Abend gab es für 30 Neonazis in der Gastwirtschaft einer rechtsaffinen Wirtin in Groß Berßen ein öffentlich heftig kritisiertes Rechtsrockkonzert. Gleich nebenan demonstrierten friedlich mehr als 100 Gegner. Und dann kam der CDU-Bürgermeister und sagte es von einer „zu großen“ Gegendemonstration für das kleine Groß Berßen. Der O-Ton ist heute früh  auf der Ems-Vechte-Welle (UKW 95,6 südliches Emsland; 95,2 nördliches Emsland; 99,8 Grafschaft Bentheim oder online) zu hören. Man darf gespannt sein, ob Dummheit oder fehlender Durchblick für die Aussage entscheidend waren. In jedem Falkl dürfte es eng werden für den Bürgermeister, der das gesagt hat – oder Reinhard Kurlemann?

Hier die Twitterdiskussion von gestern Abend. Auszugsweise.

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Entwicklung

28. Mai 2013

Ein aktueller Dialog auf twitter:

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angesprochen

22. Mai 2013

Die allgemeine Hysterie feiert weiter fröhliche Urstände: Seit heute morgen informiert uns die Ems-Vechte-Welle über dieses dramatische Geschehen:

Kindergruppe von unbekannten Radfahrern angesprochen

22.05.2013 09:36 Uhr

Papenburg – Am Freitagabend wurde eine Kindergruppe von bislang unbekannten Radfahrer angesprochen. Gegen 19.00 Uhr sprachen die vier Radfahrer die Kinder am Buswartehäuschen Waldstraße/ EckeHeuweg an. Die Radfahrer waren offensichtlich angetrunken, die Kinder liefen daraufhin weg. Beschrieben werden die vier Unbekannten als dunkel gekleidet. Sie entfernten sich anschließend in unbekannte Richtung. Zeugen, die Hinweise zu dem Vorfall geben können, werden gebeten sich zu melden.

Grundlage des ebenso flammenden wie sinnfreien Fahndungsappells ist eine Pressemitteilung der Polizeiinspektion Emsland-Grafschaft Bentheim. Seit ich durchs südliche Emsland fahrend die Meldung auf UKW 95,6 gehört habe, frage ich mich, ob da vielleicht einige Zeitgenossen zu heiß gebadet haben.

Einschränkung

12. Februar 2013

250px-Bundesagentur_für_Arbeit-Logo.svgSchon die voran gestellte Phrase über „neue Öffnungszeiten“ ist eine Frechheit. Das Arbeitsamt, das seit ein paar Jahren Agentur für Arbeit heißt, kündigt nämlich heute an, künftig deutlich länger geschlossen zu haben. Die Ems-Vechte-Welle hat dazu diese amtliche Presseerklärung veröffentlicht.

„Die Arbeitsagentur hat demnächst neue Öffnungszeiten. Ab 1. März wollen die Geschäftsstellen in Lingen, Meppen, Papenburg und Sögel ihre Öffnungszeiten vereinheitlichen. Die Geschäftsstellen haben dann wie folgt geöffnet:

Montag, Dienstag, Mittwoch: 8:00 – 13:00 Uhr
Donnerstag: 8:00 – 18:00 Uhr
Freitag: 8:00 – 12:00 Uhr

Vereinbarte Termine für Beratungsgespräche sind von den neuen Öffnungszeiten nicht betroffen.“

Worin die Änderung besteht, teilt die Presseerklärung nicht mit. Also habe ich nachgesucht und im Internet für die Niederlassung der Behörde in Lingen diese bisherigen Öffnungszeiten gefunden:

Mo 08:00 – 16:00 Uhr
Di 08:00 – 16:00 Uhr
Mi 08:00 – 12:00 Uhr
Do 08:00 – 18:00 Uhr
Fr 08:00 – 12:00 Uhr

Es entfallen also demnächst die nachmittäglichen Öffnungszeiten am Montag und Dienstag. In der Summe ist das Arbeitsamt in Lingen daher künftig nur noch 29 Stunden für das allgemeine Publikum offen. Bisher waren es 34 Stunden. Also ein Öffnungszeiten-Minus von 15%. Oder prägnanter: Die Woche hat 168 Stunden, geöffnet ist das Arbeitsamt für das allgemeine Publikum nur an 17% dieser Stunden.

logo-stadt-lingen-emsMit einer ähnlichen Einschränkung öffentlicher Dienstleistung wartete kürzlich auch die Stadtverwaltung Lingen (Ems) auf. Dort geht es seit längerem erst um 9 Uhr los und es entfiel jetzt der geöffnete Mittwochnachmittag; allerdings ist dann immerhin noch das Bürgerbüro geöffnet.

Der neue Trend in der öffentlichen Verwaltung ist also, die vor 20 Jahren erreichten längeren Öffnungszeiten deutlich einzuschränken. Keine gute Entwicklung.

Schönes Lünne 13

14. Dezember 2012

Lünner_ErklärungDer Bundestag hat gestern Nachmittag den Antrag DIE LINKE: Verbot des Fracking in Deutschland (hier zu findenund den Antrag 17/11555 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (hierMoratorium für die Fracking-Technologie in Deutschland abgelehnt. Der Grünen-Antrag will ein Moratorium von mindestens zwei Jahren für den Einsatz der Fracking-Technologie, um die Risiken der Technologie zu analysieren. Der Einsatz giftiger Chemikalien sollte mit dem Antrag zum Schutz des Trinkwassers komplett verboten werden.

Bei der namentlichen Abstimmung stimmte auch der Lingener Bundestagsabgeordnete Hermann Kues (CDU) gegen beide Anträge, also auch gegen das Moratorium, das Bündnis’90/Die Grünen forderten. Sein Nein zur Nachdenkpause verkündete er anschließend aber in einer wohl formulierten Presseerklärung -laut Ems-Vechte-Welle– als das gefühlte Gegenteil:

„Bei der Förderung unkonventionellen Erdgases mittels Fracking müsse Sicherheit höchste Priorität haben. Das sagte der CDU-Bundestagsbageordnete Dr. Hermann Kues gestern nach der Debatte im Bundestag. Dort wurde über einen Antrag der Grünen debattiert, darin fordert die Partei einen kompletten Stopp des Fracking-Verfahrens. Kues warnte aber vor einer generellen Ablehnung. Die Grenzen beim Fracking müssten aber eng gesteckt sein, so Kues weiter. Die CDU-Bundestagsfraktion will Anfang des kommenden Jahres einen eigenen Entwurf in den Bundestag einbringen. Der sieht unter anderem eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine verpflichtende Öffentlichkeitsbeteiligung vor.“

Ach, wie schön! Aber man erkennt doch: Kues ist gegen das Moratorium, nur soll das dem Wahlvolk eben nicht so auffallen und daher gibt er sich bedenkenreich gedankenschwanger und deutet an, die CDU wolle es im nächsten Jahr vielleicht auch….

Während sich Kues hier im Wahlkreis, in dem in Lünne gefrackt werden soll (Foto: Protest in Lünne), als Fracking-Skeptiker gab (beispielsweise hier), bleibt er in Berlin seit über zwei Jahren untätig – wenn man von diesen Presseerklärungsfloskeln („am Rande…gesprochen„) absieht. Die Anträge der Opposition hat er jedenfalls gestern abgelehnt, ohne dass er bzw. schwarz-gelb eigene Vorschläge gemacht hätte. Kues muss sich  nun fragen lassen, wie ernst es ihm mit seiner zur Schau getragenen Skepsis an der Fracking-Technologie ist.

Dabei geht es auch anders. Denn zwei Abgeordnete der CDU, darunter Dr. Patrick Sensburg aus dem Hochsauerlandkreis, haben gestern für den Antrag der Grünen gestimmt. Oliver Krischer, energiepolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte die andere CDU-Abgeordnete: „In ihren Wahlkreisen geben die Abgeordneten die Fracking-Kritiker, in Berlin blockieren sie seit zwei Jahren alles, um die Fracking-Technologie zu regulieren.“ Ich glaube, er kennt Herrn Kues, dessen Presseerklärung schon entsprechenden Erfolg gehabt hat: Die Ems-Vechte-Welle hat sie schlicht übernommen. Die IG Schönes Lünne wird da hoffentlich genauer hinsehen.

Übrigens:
Während gestern mit Hermann Kues im Bundestag das Nachdenken über „Fracking“ abgelehnt wurden, könnte es heute im Bundesrat das Ja dazu geben. Dort steht nämlich ein Antrag aus Nordrhein-Westfalen zur Abstimmung, der die Einführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) bei der Erschließung von unkonventionellem Erdgas vorsieht. Gestern Abend warb NRW-Umweltminister Joannes Remmel (Grüne) bei seinen Länderkollegen für den Antrag. Mal sehen, was in der Länderkammer passiert und wie dort das noch schwarz-gelbe Niedersachsen stimmt.

Drüber

24. Oktober 2012

Der NDR schreibt mehr als die lokale Medienöffentlichkeit über das jüngste Unglück des Schepsdorfer Problembetriebs Hagedorn, bei dem es nach 15 Jahren Ruhe öknomisch wie ökologisch in diesem Jahr drunter und drüber geht. Der NDR weiß:

„Die Bewohner des Lingener Stadtteils Schepsdorf sollen vorsichtig sein: Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten sollen sie nicht essen und auch nicht an Tiere verfüttern. Außerdem sollten sie Hautkontakt mit dem Ruß vermeiden, der sich als schmierige, schwarze Schicht am Montag auf Häuser, Autos und Gärten der Gegend im Landkreis Emsland gelegt hat. Die Partikel waren aus einer Anlage des Chemiefabrikanten Hagedorn in Lingen ausgestoßen worden.

Der Grund für den Zwischenfall war nach Unternehmensangaben eine fehlerhafte Einstellung an einer Dampferzeugungsanlage. Ein Mitarbeiter hatte routinemäßig das Kesselhaus angefahren. Weil aber das Verhältnis von Brennstoff und Luft falsch war, entwickelte sich ungewöhnlich starker Ruß. Und nicht nur das: Wie am Dienstag bekannt wurde, sind noch weitere Stoffe ausgetreten, die möglicherweise giftig sind. Experten haben deshalb weitere Bodenproben entnommen. Ergebnisse werden Ende der Woche erwartet.
Spielplätze vorsorglich gesperrt
….! weiter beim NDR

Die LT schreibt verharmlosend über eine „Ruß-Panne“ und man muss schon ganz genau hinhören, was Erster Stadftrat Ralf Büring der Ems-Vechte-Welle über „erste Ergebnisse“ der Schadstoffanalyse erklärt. Danach sind „PAK“ gefunden worden „vom Gutachter der Firma Hagedorn“. Peh-Ahh-Kah – nun, was so flott über die Lippen gleitet, sind polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe und was diese an Schadstoffpotential haben, liest man hier. Nachgefragt hat die Ems-Vechte-Welle übrigens nicht weiter, aber sie hat sich artig bedankt…

Es ist gleichermaßen seltsam wie bekannt, wie sehr sich das offizielle Lingen -seien es Verwaltung oder Medien- mit denen gemein mnacht, die es zu kontrollieren gilt. Einmal mehr jetzt Hagedorn.

Und dann dürfen wir im 849. Jahr Schepsdorfs noch wetten, wann wir endlich den erlösenden Satz hören, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung der Bevölkerung bestanden hat.

Relegation

9. Juni 2012

Es fährt kein Biener Fan-Bus nach Flensburg-Weiche. Die Mannschaft ist gestern bereits gefahren. Heute folgt ev1.tv  und twittert schon von unterwegs (s.u.). Und die Ems-Vechte-Welle (95,6) hat angekündigt, laufend in ihrem Programm zu informieren. Die Aussichten für unseren SV Holthausen-Biene sind schlecht, sich im Relegationsspiel gegen ETSV Flensburg-Weiche („Wir spielen heute für ganz Flensburg!“) doch noch für die Regionalliga zu qualifizieren; denn das Hinspiel am Biener Busch haben die Lingener 1:3 verloren. Das Rückspiel beginnt heute um 15 Uhr im Flensburger Manfred-Werner-Stadion. Drücken wir den Kickern aus dem Lingener Norden die Daumen. Beim Fußball ist alles möglich.

Voller Länge

30. Januar 2012

Es geht ja irgendwie immer etwas rauf und runter. Auch dieser (wer will: dieses) kleine Blog  hat bessere und schlechtere Zeiten. Zurzeit beispielsweise fehlen mir die Kommentare von Frank O. und Ulrike, Buggy macht sich rar und die CDU-Schreiber haben sich zurückgenommen, weil ja jetzt nicht gewählt wird. Und ich versuche den bisweilen nicht einfachen Spagat zwischen meiner Tätigkeit bei den BürgerNahen und dem Schreiben hier (noch fühle ich mich gelenkig 😉 ).

Doch was ist eigentlich mit der Ems-Vechte-Welle los? Sie hatte ja bis zum Sommer ein ordentliches journalistisches Niveau erreicht, war kritisch und innovativ. Man konnte sich das Durchdentag-Magazin anhören – soweit der Empfang reichte, es war richtig gut. Und jetzt? Marco Schnitker ist weg zu ev1.tv und Simone Schnase hört man nicht mehr, weil sie Emskopp beglückt. Aber so eine Meldung wie diese in voller Länge in den 14.30Uhr-Nachrichten aus dem Emsland und der Grafschaft geht gar nicht:

Twist – Am Dienstagabend sind zwei Personen bei einem Unfall schwer verletzt worden. Gegen 18.55 Uhr befuhr eine 40-jährige Frau die Straße Hebelermeer in Richtung Ortsmitte und hielt das Fahrzeug auf der Fahrbahn an, um einen 9-jährigen Jungen aus dem Fahrzeug aussteigen zu lassen. Die Autofahrerin ließ das Fahrlicht an und ging zur Beifahrerseite um dem Jungen beim Aussteigen zu helfen. Da sich in diesem Augenblick aus Richtung Ortsmitte ein Fahrzeug näherte, wartete die Frau mit dem Jungen auf der Fahrbahn. Das Auto erfasste die Frau und den Jungen und prallte in das stehende Auto. Die 40-jährige Frau und der 9-jährige Junge wurden beide schwer verletzt und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Wie die 21-jährige Fahrerin des zweiten Wagens später zu Protokoll gab, war sie von den Scheinwerfern des stehenden Autos geblendet worden.Sie erlitt einen Schock und wurde ebenfalls ins Krankenhaus gebracht.

Wie gesagt in voller Länge. Ich hab’s wirklich gehört. Es folgten dann noch drei weitere Originalpressemitteilungen der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim – fast vollständig   1:1 übernommen. Das ist leider seit Wochen so, das Niveau der evw-Meldungen. Wir erfahren viel über den Unfall hier und den Einbruch da. Das ist schnell, aber genauso schlecht gemacht. Inga Grabert, Mario Köhne & Co.: Ihr könnt doch Radio und müsst nicht nur die Presseerklärungen der Polizei vorlesen. Das Stadtblatt Lingen, auch eine permanente Enttäuschung, bringt zumindest noch Pressemitteilungen jenseits von Polizei und Zoll. Also, Ihr Ems-Vechte-Welle-Leute – strengt Euch bitte mehr an und werdet wieder besser. Ein Tipp: Fragt doch mal nach, was hinter den Meldungen steckt.  Sonst kann man ja gleich Radio Antenne …

Derweil -wer hätte das gedacht?!- mausert sich unsere Lokalzeitung ein wenig. Es gibt inzwischen die LT auf facebook und Thomas Pertz twittert sogar. Zugleich wird der überregionale Teil der NOZ unter dem neuen Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke flotter, hintergründiger, gründlicher.

ps Bliebe nur noch etwas über ev1.tv zu schreiben. Aber dafür ist es mir noch zu früh. Obwohl, dieser Klemmhumor á la Opa Anton geht mir schon reichlich auf den Wecker. Lacht da eigentlich wirklich jemand? Den würde ich gern kennen lernen.

Bescheuert

27. Dezember 2011

Mit einem bezahlten Auftragsfilm auf dem Spartensender n-tv präsentiert die Emslandtouristik (Logo re.) unsere Region. Der GZSZ-Schauspieler Norman Kalle (geboren in Bremen, ausgebildet in Hamburg und zuletzt im Hessischen) führt in diesem Bezahlfernsehfilm durch die touristischen Höhepunkte „seines“ Landkreises. Heute um 11.30 Uhr wiederholt n-tv den Halbstundenfilm. Das Emsland ist darin wirklich überzeugend getroffen: Mais, Massentierhaltung, Gülle, Biogasanlagen, Emsverschlickung kommen nicht vor, aber Moormuseum, Gasthaus Backers, Berentzen, das Gestüt Tebbel, Clemenswerth und die Meyerwerft. Alles ist gut und wunderschön? Und es wird noch durch ein Preisausschreiben getoppt mit dieser Preisfrage:

„Möchten Sie das Emsland selbst erkunden? Dann beantworten Sie folgende Frage:

Welcher Fluss fließt durch das Emsland?

A) Oder
B) Ems

Gewinnen Sie mit Emsland Touristik eine sechstägige Rundtour durch die Region zwischen Münster und Bremen. Genießen Sie vom Rad aus das spannende Wechselspiel von unberührter Natur, Kultur und Geschichte. Es erwarten Sie und Ihre Begleitperson fünf Übernachtungen mit Frühstück. Lassen Sie sich auf der klassischen Radroute durch das Emsland verzaubern.

Rufen Sie an!

Tel.: 01379 300 103* …“

De Frage  ist doch richtig bescheuert ! Oder? Stark an Schweinebauer Uwe in „Bauer sucht Frau“ erinnernd hat ähnliche Qualität die Aussage, wo das Emsland liege: „zwischen Münster und Bremen“. Dann noch „das spannende Wechselspiel von unberührter Natur, Kultur und Geschichte“, das jeder Reisekatalogbeschreibung spottet. Merke: Es kommt darauf an, den Besuchern nicht unsere Region sondern nur die Illusion einer schönen Region zu präsentieren. Der Touristikverband Emsland e.V. hat übrigens rund 120 Mitglieder, darunter neben dem Landkreis Emsland alle 19 Städte und Gemeinden des Kreises sowie 10 lokale Verkehrsvereine. Da fällt mir ein, dass  der wenig kontrolliert werkelnde und wirkende Verein im Sommer unverzüglich seine Mitfinanzierung des Emsland-Reisetagebuchs der Ems-Vechte-Welle beendete, nachdem bekannt geworden war, dass dort die geschmähte Deichkoenigin  mitstrickte; sie hatte ihren kleinen Video-Spiegel zu sehr vor’s Gesicht mancher Einheimischen gehalten. Der Finanzierungsstopp hatte aber natürlich überhaupt nichts mit der Deichkoenigin zu tun!

Grummelnd  und beiläufig frage ich zum n-tv-Filmchen

a) Wie teuer war und ist denn der Spaß für die Emsland-Touristik und/oder den Landkreis?

und

b) Wer hat’s bezahlt?

Wissen Sie die Lösungen? Ich nicht, denke mir aber: Die Antwort auf  a) wird niemand erfahren und die Antwort auf b) lautet vermutlich Der Steuerzahler*. Also: Alles ist wieder emslandgut!

*ps  Ein Hinweis Anrufe unter 01379… kosten aus dem Festnetz 50 Cent, von Mobilanschlüssen evtl. teurer