Erinnerung an Fukushima

10. März 2015

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Schweigekreis

Lingen (Ems) –  Historisches Rathaus, MarktplatzMittwoch, 11. März – 18.00 – 18.30 Uhr

Heute vor vier Jahren begann um 14:47 Uhr (Ortszeit) mit dem Tōhoku-Erdbeben die Nuklearkatastrophe von Fukushima (Japan). Die Unfallserie lief gleichzeitig in vier von sechs Reaktorblöcken ab. In Block 1 bis 3 kam es zu Kernschmelzen.

Aus diesem Anlass findet auf dem Lingener Marktplatz ein Schweigekreis statt. Organisator Gerd Otten (Elternverein Restrisiko Emsland eV): „Wir wollen der Opfer von Fukushima gedenken und daran erinnern, dass in Lingen ein Atomkraftwerk noch nicht abgeschaltet ist.“

EU

30. März 2011

Wie passt es eigentlich zusammen, wenn das Bundesministerium für Verbraucherschutz der Bevölkerung versichert, dass es alle nur denkbaren Maßnahmen ergreift, um den deutschen Verbraucher vor den Folgen des GAUs in Fukushima zu schützen und gleichzeitig eine EU-Richtlinie durchsetzt, in der die Strahlenschutzgrenzwerte für Lebensmittelimporte aus Japan dramatisch erhöht wurden?

Einmal mehr zeigt sich, dass die Interessen der Wirtschaft die EU-Politik bestimmen und der Verbraucherschutz gar keinen Stellenwert hat, wenn er Wirtschaftsinteressen im Wege steht. Von Jens Berger (auf NachDenkSeiten.de)
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Nachtrag vom Do 31.03.2011:
Zur Erhöhung der Grenzwerte durch die EU sagte Gerd Otten, Sprecher des Elternvereins Restrisiko Emsland e.V. am Donnerstag: „Der Elternverein hat immer darauf hingewiesen, dass  jede zusätzliche Strahlenbelastung für den menschlichen Körper schädlich sein kann. Daher haben wir immer empfohlen, das Lebensmittel für Erwachsene nicht höher als mit 50 Becquerel je Kg Lebensmittel und für Kinder nicht über 10 Becquerel je kg Lebensmittel liegen sollte. Diese Empfehlungen gibt z. B. auch der Strahlenbiologe Prof. Edmund Lengfelder vom von „Otto-Hug-Strahleninstitut“ in München und viele andere Wissenschaftler.
Der Wert von 600 Becquerel und nun 1250 wurde und ist aus handelspolitischen Gründen gewählt und stellt keinen Schutz für die Menschen dar. „

Zunahme

28. März 2011

Die Atomkatastrophe in Fukushima beschäftigt und beunruhigt die Region weiter und dies aus ganz unterschiedlichen Gründen:

Noch einmal mehr Teilnehmer fanden sich am Montagabend bei der wöchentlichen Mahnwache auf dem Lingener Marktplatz ein. Nach knapp 150 Teilnehmern vor zwei Wochen und mehr als 180 vor Wochenfrist folgten diesmal 220 Demonstranten dem Aufruf des „Elternverein Restrisiko Emsland eV“ .

Auf Reden wurde verzichtet. Die Teilnehmer sangen zum Abschluss gemeinsam das Protestlied der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung ‚We shall overcome‘. Der Elternverein, sagte sein Sprecher Gerd Otten am Rande der Veranstaltung, wolle die montäglichen Mahnwachen zunächst bis zur  Karwoche (Mo, 18.o4.) fortsetzen und ruft zur Teilnahme auf.

Beim VW-Werk in Emden sorgt man sich um Produktionsprobleme; denn Spezialteile wie Navigationsgeräte oder elektronische Abstandswarner werden in Japan produziert. Man befürchte jetzt Lieferengpässe und müsse „von Woche zu Woche schauen“, so ein VW-Sprecher zu Radio Bremen. Noch produziert VW Volkswagen täglich mehr als 1.100 Passat in Emden.

Mit der Forderung von Bündnis’90/Die Grünen im Kreistag des Landkreises Friesland, das Kernkraftwerk Unterweser (KKW) in Kleinensiel dauerhaft stillzulegen, werden sich in einer gemeinsamen Sitzung Umweltausschuss und Bauausschuss des Kreistags befassen – nach einem Bericht der NWZ allerdings erst am Mittwoch, 6. April. Am vergangenen Montag (21.03.) hatte der Kreistag in Jever nämlich  mehrheitlich beschlossen, über den Entschließungsantrag zunächst in den Fachausschüssen des Kreistags zu diskutieren und da geht es um Umwelt und Bauen. Die Verfahrensweise ist ebenso schlicht wie die Begründung für das Vorgehen. Landrat Sven Ambrosy (SPD) hatte gesagt, dass keine Dringlichkeit vorliege…

Mahnwache

21. März 2011

Bei der zweiten. vom Elternverein Restrisiko Emsland eV organisierten AKW-Mahnwache  habe ich heute um 18.15 Uhr 185 Personen gezählt, also mehr als vor einer Woche. Bundesweit wurden gleichzeitig Mahnwachen in 726 Orten durchgeführt mit 142.000 Teilnehmern. In Fukushima ist es weiterhin dramatisch, wie Sie wissen.  Ein Grund, dass am kommenden Montag die dritte Mahnwache stattfindet. Um 18 Uhr auf dem Marktplatz vor dem historischen Rathaus.

(Screenshot: Lingener Marktplatz, 21.3.2011, 18.29 Uhr)

 

Ausbaufähig

14. März 2011


Das ist sicherlich noch ausbaufähig. Knapp 150 Lingenerinnen und Lingener nahmen heute Abend vor dem historischen Rathaus des AKW-Standortes an dem Schweigekreis teil, zu dem der „Elternverein Restrisiko Emsland eV“ angesichts der Atomkatastrophe in Japan kurzfristig aufgerufen hatte. Der Vorsitzende der Selbsthilfeorganisation Gerd Otten (Langen) sagte, er persönlich habe es nicht für möglich gehalten, 25 Jahre nach Tschernobyl noch einmal bei einer Mahnwache zum Thema Atomenergie auf dem Lingener Marktplatz stehen zu müssen. Er rief dazu auf, sich am kommenden Montag zur selben Zeit wieder vor dem historischen Rathaus zu versammeln.
Vielleicht hat dann ja OB Dieter Krone Zeit und es finden sich auch einige betroffene CDU/FDP-Kommunalpolitiker ein und nicht nur wie heute Ratsvertreter von Bündnis’90/Die Grünen, Die BürgerNahen und der SPD…

 

Nachtrag vom 15.3.: “ In vielen deutschen Städten hat es seit dem Wochenende Proteste gegen Atomkraft gegeben. Allein am Montag haben nach Veranstalterangaben mehr als 110.000 Menschen den Ausstieg aus der Atomenergie gefordert. Insgesamt seien an rund 450 Orten Mahnwachen abgehalten worden, sagte Jochen Stay, Sprecher der Kampagne „ausgestrahlt„, am Abend in Hamburg. Stay und seine Mitstreiter hatten seit Samstag im Internet zu den Protestaktionen aufgerufen. Sei seien selbst von der Resonanz überrascht worden, sagte Stay. „Das ist Protest 2.0.“  (Quelle)

Arrogant

14. März 2011

„Einen Tsunami in Lingen wird man, so glaube ich, nicht erleben“, sagt der Sprecher der RWE Power AG Manfred Lang in einem Gespräch mit der „NOZLingener Tagespost. Diese Aussage zur Sicherheit des AKW Emsland ist dumm und arrogant gleichermaßen. Sie offenbart, dass der Mann nichts verstanden hat.

Ein guter Journalist übrigens hätte gut daran getan nachzufragen, was denn mit dem „nicht vergleichbaren Reaktor“ bei einem terroristischen Anschlag ist. Beispielsweise mit einem nicht ganz so kleinen Flugzeug…

Zur Erinnerung:
Der Elternverein Restrisiko Emsland eV ruft angesichts der dramatischen Ereignisse in Japan zur Teilnahme an einem Schweigekreis auf dem Marktplatz auf. Montagabend, 14.3.2011, 18.00 – bis 18.30 Uhr, vor dem historischen Rathaus in Lingen (Ems).

Restrisiko

13. März 2011

Mich erreicht ein Aufruf des „Elternverein Restrisiko Emsland eV“. Der Selbsthilfeverein wurde vor 25 Jahren gegründet – direkt nach dem Super-GAU von Tschernobyl, als die lokale CDU die Werte der radioaktiven Verseuchung den Lingenern verschweigen ließ und die Anträge der SPD, die Werte offen zu legen, hinter verschlossenen Türen im Verwaltungsausschuss der Stadt Lingen (Ems) mit CDU-Mehrheit abgelehnt wurden. Der Elternverein Restrisiko Emsland eV  schaffte daraufhin eigene Messinstrumente an und informierte. Es gibt ihn bis heute.

Nach 25 Jahren  ruft der Elternverein angesichts der dramatischen Ereignisse in Japan zu einem Schweigekreis auf dem Marktplatz auf. Montagabend, 14.3.2011, 18.00 – bis 18.30 Uhr, vor dem historischen Rathaus in Lingen (Ems).