Corbach schließt

24. September 2014

Frucht-Haus Corbach in der Elisabethstraße – das letzte Obstgeschäft im Lingener Stadtzentrum schließt nach fast 50 Jahren. Traurig.

Corbach

Döner scharf

20. Juni 2012

Beim Auktionshändler ebay wird seit gestern für 15.000 DM € „der Bestand“ eines lokalen Dönerladens angeboten. Der Originaltext:

„Hallo
Die im Herzen von Lingen gelegene, kleine-schicke Pizzeria steht hier zum Verkauf. Nur Aufgrund von Mitarbeitermangel wird sie abgegeben. Die Pizzeria besteht seit 25 Jahren in dieser Stadt. Jeder Einwohner der Stadt kennt und liebt diese Pizzeria. Das Inventar wird hier Verkauft und die Pizzeria muss anschließend zur Miete übernommen werden. Der Preis für das Inventar ist VB. Die Miete beträgt Monatlich Kalt: 950. Da ich nur am Wochenende mich in Linge befinde werden weitere Fotos auf anfrage geschickt Besichtigung ist jederzeit vor telefonischer Anmeldung geschehen.“

Dies lässt mich hoffen. Im Istanbul hat sich nämlich gerade ein besonderer Beitrag gegen das Zusammenleben in unserer Stadt zugetragen. Unter jüngst aufgehängter Koransure unter Glas fragte doch am Pfingstwochenende der Mann hinter dem Thresen den Kunden davor, ob er „schwul“ sei. Als Kunde Sven bejahte, hörte er sinngemäß:  „An Schwule verkauf ich nichts. Raus.“ Döner scharf mit Diskriminierung, über die ich noch andernorts sprechen möchte.

Jetzt am Wochenende gab es in der facebook-Gruppe „Du weißt du kommst aus LINGEN/EMS wenn“ eine empörte Diskussion (die ich allerdings nicht mehr auf der facebook-Seite finde; ist sie etwa gelöscht?) und nun also wird „der Bestand“ des Istanbul in der Eliabethstraße meistbietend verkauft. Auch an Schwule?

Quälend

18. Mai 2012

Quälende Langsamkeit titelt Niklas Tewes seinen jüngsten Blogbeitrag (Aufmacherfoto oben). Er schreibt darin über die gemeinsame Sitzung von Planungsausschuss und Verkehrsausschusses vorgestern im Lingener Rathaus und seine Enttäuschung über die Langsamkeit demokratischer Prozesse. Ich kenne das Bohren dicker Bretter und war in der Sitzung nicht sonderlich überrascht. Tatsächlich ist auch weniger die Ausschussarbeit das Problem. Es ist einmal mehr die Stadtverwaltung, die nur das umsetzt, wozu sie Lust und Laune hat. Im Winter Nullneunnullzehn saß ich im Ristorante da Sandro an der Bernd-Rosemeyer-Straße, als draußen vor dem Fenster Baudezernent, Oberbürgermeister und ein weiterer Mitarbeiter der Stadtverwaltung eine halbe Stunde lang hin und hergingen und prüften, wo man auf der Straßenseite des Bahnhofsvorplatzes notwendige Kurzzeitparkplätze anlegen könnte. Ich habe mich gefragt, ob es dafür dieser Runde bedarf. Doch es kam schlimmer: Seither ist nämlich nichts passiert. Die Defizite rund um den Bahnhof sind ungelöst und dies trotz Millionen, die dort verbaut wurden. Offen gefragt: Ob die drei damals Hin- und Her-Schreitenden zu selten den Lingener Bahnhof nutzen und daher keinen erkennbaren mentalen Zugang zu den Problemen von Bahnreisenden haben?

Nun können Mitglieder eines kommunalen Ausschusses notwendige Baumaßnahmen nicht persönlich mit dem Spaten in Angriff nehmen. Vielmehr muss stattdessen die Stadtverwaltung die Aufträge des Rates und seiner Ausschüsse realisieren. Und wenn sie nichts macht, kann ein Ausschussmitglied erinnern, nachfragen, mahnen und Pressemitteilungen (oder gar einen Blog) schreiben. Ein kommunales Gremium gleicht damit mehr dem Aufsichtsrat eines Wirtschaftsunternehmens als dessen agierendem  Vorstand. Der Unterschied: Es gibt im Rat Fraktionen und politische Mehrheiten. Vorgestern beispielsweise war die Diskussion eine völlige Wiederholung der Ausschussberatung vom 2. Dezember 2009. Trotzdem begann die Diskussion  über den immer noch greifbar unausgewogenen, schon damals  im Ausschuss zurückgewiesenen Vorschlag der Verwaltung mit einer zustimmenden CDU-Erklärung. CDU-Mitglied Werner Hartke (Darme) zeigte sich von den greifbaren Mängeln des Vorschlag  unbeeindruckt und lobte im Namen der Christdemokraten den Plan ausdrücklich als gute Lösung. Seine Fraktion unterstütze ihn. Sie stimmte dann in der Folge auch den zweieinhalb neuen Halteplätzen zwischen ZOB-Zu-/Abfahrt und Zebrastreifen zu, obwohl der Leiter des Straßenbauamts Klaus Haberland davor gewarnt hatte, (solche) Parkplätze direkt vor einem Zebrastreifen einzurichten.

Mein Kollege Marc Riße (BN, Foto lks) kritisierte, dass der Busbahnhof Abends nicht benötigt werde und leer stehe. Er fragte auch, weshalb nun zwei getrennte Taxistände angelegt werden sollten. Ich beanstandete u.a., dass Taxis nur in Richtung Burgstraße aufgestellt werden sollten, es aber zahlreiche Fahrgäste gebe, die in die entgegengesetzte Richtung wollten, dass der Parkplatz neben der Tanzgalerie zu klein und deshalb besonders an Wochenenden rund um den Bahnhof ein heilloses Verkehrschaos herrsche. Darüber soll nun die Verwaltung nachdenken und Vorschläge machen. Immerhin setzte der Ausschuss einen Zeitrahmen bis September gesetzt. Das ist nach Verwaltungsmaßstäben geradezu atemberaubend schnell, weshalb einige Verwaltungsleuten auch mit ihren Augen rollten. Marc Riße und ich haben am Ende den schlechten Verwaltungsplan abgelehnt. Dasselbe machte die SPD; weshalb die Grünen zustimmten, habe ich nicht verstanden, vielleicht nur weil auch eine bequeme Auffahrt für Radfahrer gegenüber der Marienstraße auf den Radweg entstehen soll.

Für Niklas Tewes sind die Schritte unzureichend, was ich verstehen kann. Ihn quält die Langsamkeit kommunalpolitischen Handelns. Dies betrifft auch das abendliche Durcheinander im Vergnügungsbezirk Schlachter-, Sturm und Elisabethstraße und den gefährlichen Palacio-Ausgang  direkt vor die Haube vorbeifahrender Kfz auf der Elisabethstraße; Niklas Tewes hatte diese Zustände nachdrücklich kritisiert. Marc Riße und ich haben dem engagierten Mann am Mittwoch versprochen, auf eine zügige Beschlussfassung zu drängen, damit nicht auch hier alles wieder auf die lange Bank geschoben wird. Denn Tewes‘ Kritik hat ebenso Hand und Fuß wie seine Sorge, dass etwas passiert. Liest Du hier!

(Foto Münsteraner Hafen © Niklas Tewes;  Foto Marc Riße : © BN/Stadt Lingen (Ems))

Sicherheitspöller

15. Mai 2012

Im Tweetaccount Lingen_Fehler schreibt ein aufmerksamer Zeitgenosse, dem Lingen offenbar am Herzen liegt; denn immer wieder twittert er mit den  obligatorischen 140 Zeichen- bisweilen mit einem unterstützenden Foto- über kleine und große Probleme unseres Städtchens. Inzwischen mehr als 1000 mal, auch am 5. November 2010. Sein Sicherheitspöller-Tweet  damals benannte das Problem: Wer das Palacio über den Hinterausgang zur Elisabethstraße verlässt, läuft direkt vor die Autos, die dort Richtung Konrad-Adenauer-Ring fahren: „Kracht bald!“

Doch erst jetzt bewegt sich etwas, nachdem Blogger  Niklas Tewes die gefährliche Verkehrssituation in der Elisabethstraße am Rückeingang des Palacio erneut aufgriff (dabei Ratsmitglied Fabian Rode -CDU- kritisierte, der sich nicht mehr meldete) und in diesem kleinen Blog noch etwas mehr über unser Vergnügungsdreieck zwischen Sturmstraße, Elisabethstraße und Schlachterstraße zu lesen war. Niklas Tewes berichtet inzwischen in seinem Blog über die Resonanz auf seine Kritik. Eine lesenswerte Zusammenfassung:

„Zunächst möchte ich mich bei meinen Lesern bedanken: Durch Eure Mithilfe hat sich mein Blogpost zur Verkehrs-Situation im Bereich Schlachterstraße/Elisabethstraße binnen kürzester Zeit verbreitet und über eintausend Leser gefunden. Danke!
Dies zeigt mir, dass ich offenbar eine Thematik angesprochen habe, die viele Bürger bewegt. Ich möchte im Folgenden Eure Meinungen und Lösungsansätze zusammentragen:
Fabian Rode (Mitglied im Stadtrat)…“

Fortsetzung bei Niklas Tewes

Jetzt muss eigentlich nur das passieren, was vorgeschlagen ist. Bevor etwas passiert.

Bevor

7. Mai 2012

Niklas Tewes hat recht (zu seinem Blogpost bitte den Link oder die Grafik anklicken). Aber über den sehr problematischen rückwärtigen Palaciozugang hinaus, geht es in dem Quartier nächtens oft drunter und drüber. Vorgestern Nacht beispielsweise herrschte im Lingener Vergnügungsviertel an Schlachter- und Elisabethstraße einmal mehr ein völliges Chaos. Ich erinnerte mich, dass der Bereich vor gar nicht langer Zeit nächtens gesperrt war. Die Anwohner hatten sich wegen des Lärms der abfahrenden Autos beschwert. Es wurden an drei Stellen Pfeiler in die Erde gegraben, die sie dann selbst abends um 21 Uhr herauszogen. Als aber Bernd Frerich, einer der Initiatoren, wegzog, schlief die Selbsthilfe ein.

Ich glaube, man muss die Idee wieder aufgreifen. Bloß sollten die Sperrpfosten oder -poller automatisch ausfahren, Anlieger, Not- und Rettungsdienste bekommen Geräte, die die Zufahrt ermöglichen. Solche Systeme gibt es längst. Beispielsweise im benachbarten Enschede. Dort haben sie sich bewährt. Mit Marc Riße (BN-Ratsmitglied und Vorsitzendem des Verkehrsausschusses) habe ich vereinbart, dass er sich des Problems annimmt. Die Kritik von Niklas Tewes wird ihm helfen und ich nehme an, er wird auch mehr Erfolg haben als  meine mündliche Anfrage  direkt nach der Eröffnung des Palacio.

Stadtbild I

3. Mai 2011

Werberummel ohne Ende. Lingen(Ems) im 21. Jahrhundert.

Fällt Ihnen auch auf, mit welch atemberaubenden Geschwindigkeit die Lingener Innenstadt und auch sonst viele Lingener Straßen mit zusätzlicher (und völlig überflüssiger) Werbung zugemüllt und zugestellt werden? An den Ausfallstraßen werden immer noch Großwerbeanlagen platziert.  Nahezu jeder Laden hat inzwischen diese völlig überflüssigen, quer zur Fassade angebrachten Transparente, immer mehr stellen „Stopper“ auf Fußweg und Straße, präsentieren  Stoff- und Papierwerbung vor der Tür  und jetzt werden auch die Schaufenster zugeklebt.

Rechts das neueste Beispiel:  Elisabethstraße 9.  Direkt gegenüber ist der Haupteingang des Rathaus. So heimelig zugeklebt präsentiert sich Lingen im Zentrum.

Vor einer Woche in der Nachbarstadt Nordhorn habe ich wieder einmal  festgestellt, wie wohltuend die dortige zurückhaltende Werbung wirkt. Jedem Lingener  empfehle ich , sich die Nordhorner Straßen anzusehen. Man erkennt, es geht auch anders, als sich dem dynamischen Lassemamachen zu unterwerfen.  Hier, in unserem „Städtchen“ (Süddeutsche Zeitung) ist das anders – unter der Verantwortung des Oldenburger Stadtbaurats und seines völligen Desinteresses an städtischer Gestaltung.

Ja, werter Herr L., Sie schaffen es mit ihrer schnoddrigen Gleichgültigkeit wirklich, das Lingener Stadtbild und damit die Stadtgestaltung als unsere erlebbare Umgebung bis auf weiteres zu ruinieren, in nur acht Jahren Amtszeit – gut zwei Jahre davon kommen leider noch.

(Foto: (C) Lingen_Fehler via twitter.com)

Konsequent

28. Januar 2011

Nicht um die Haushaltslage der Stadt Lingen aufzubessern, sondern um der „wilden Parkerei“ in den verkehrsberuhigten Zonen Herr zu werden, wird die Stadt ab sofort „mehr und strenger kontrollieren“. Im Bereich rund ums Rathaus. Das meldet die LT am Donnerstag. Gehandelt wird nach 10 Jahren, weil es da die Verwaltungsfreunde sehen. Das Notwendige  erklärten am Mittwoch erster Stadtrat Dr. Ralf Büring, Katrin Möllenkamp, Fachbereichsleiterin Bürgerservice, Recht und Ordnung und Erhard Süß, Fachdienstleiter Recht und Ordnung, in einem Pressegespräch (natürlich mit der LT).

Hier fotografiert (© RobertsBlog CC) die Ekel-Bereiche hinter dem Rathaus (Sturmstraße), wo unsere Stadtverwaltung gar nichts macht. Die Müllhaufen in der Sturmstraße, nächtens häufig bevölkert von langschwänzigen, pelzartigen Tieren, sind  ganzwöchig seit dem Mai 2010 an Ort und Stelle  zu bestaunen. Das ist Lingens Entree zur Hochschule. Wiederholte Beschwerden beim Ordnungsamt, dann  im Planungs- und Bauausschuss und im Rat -durch mich und die Kollegin Brigitte Brüggmann- interessieren die desinteressierten (vulgo: unwilligen)  Mitarbeiter der Stadtverwaltung nicht. Wenn die Autofahrer jetzt erleben, was es heißt, mehr und strenger zu kontrollieren, fällt vielleicht noch ein Knöllchen für die gastronomischen Müllentsorger ab. Sonst, liebe Freunde im Rathaus, werde ich tatsächlich am Ende dieses Monats den Müllhaufen vor Eure Diensttür schieben. Wer von meinen Lesern will, darf dabei helfen. Wisst Ihr, neun Monat vergebliche Anfragen, Appelle und Ankündigungen reichen mir. Jetzt kommt der Müll eben zu Euch. Null Toleranz heißt das für mich. Konsequent.