Ostern kommt. Jetzt.

6. April 2020

Ostern kommt und da schenken wir unseren Lieben meist ein wenig Zeit und mehr. Auch wenn Wolfgang Schnieders für den Türrahmen seines feinen Antiquitäten-Geschäftes direkt gegenüber meines Anwaltskontors den Weihnachtsflyer wieder herausgehängt hat, habe ich hier einige Tipps, wie wir in Lingen gemeinsam etwas für unseren lokalen Einzelhandel tun können. Jetzt.

Denn nach Corona und wegen Corona wird es für viele schwer – vor allem für kleine, lokale Händler und Gastronomen, die ihre Geschäfte schließen mussten. Jetzt versuchen sie händeringend sich über Wasser zu halten. Für manche stellt sich die Frage: Wie lange kann ich -trotz der Hilfen vonBund und Land all das finanziell überhaupt noch stemmen? Und: wird es meinen Laden nach der Krise noch geben?

Weil ich natürlich will, dass am Ende der Corona-Krise meine Lingener Lieblingsläden stark und propper bereit sind, habe ich 10 Tipps für die werte Leserschaft: So könnt Ihr lokale Händler jetzt unterstützen. Und -ganz am Ende dieses Blogbeitrages- gibt es eine Überraschung.
Den Rest des Beitrags lesen »

Helft dem lokalen Einzelhandel…

und den anderen Selbständigen, die wegen der Corona-Schließungen jetzt vor Ort Eure Hilfe brauchen. Die Süddeutsche schreibt dazu:

  • In Corona-Zeiten wird nicht nur gehamstert – viele versuchen auch, Rücksicht zu nehmen und sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Hilfreich kann es zum Beispiel sein, sein Buch online im heimischen Buchhandel zu bestellen. Oder kleine Läden mit dem Kauf von Gutscheinen zu unterstützen.

Wie in diesen Tagen verantwortungsvoll mit Dienstleistern, Verkäufern, Anbietern umgehen? Die Unklarheiten, die sich dabei ergeben, haben unterschiedliche Ebenen. Die eine lautet: Wie kann man die Menschen, die in Supermärkten oder beim Paketdienst trotz allem immer noch arbeiten müssen, vor dem Virus schützen und ihnen das Leben erleichtern? Und die andere: Was kann jeder einzelne Verbraucher tun, um die Geschäftsleute zu unterstützen, die gerade um ihre Existenz kämpfen?

Was der Verband deshalb von den Kommunen fordert, nämlich für später geplante Aufträge vorzuziehen, könnte er sich auch als UntBiotexerstützung von normalen Kunden vorstellen, sagt Ulrich: „Wenn man sich etwas ohnehin anschaffen wollte, warum nicht schon jetzt?“ Die SZ hat mehrere von den Corona-Folgen betroffene Menschen gefragt, wie Verbraucher ihnen gerade helfen können. Lest mal und kauft nicht nur in den großen Supermärkten oder bei US-Versandkonzernen sondern telefonisch oder Online bei Holzberg, Benner, Blanke Buch & Kunst, Antiquitäten-Schnieders, Antiquitäten Gels, Kathy’s Wohnart, Nottbeck und Biotex, geht in die Große Straße mit Vom Fass und der Woll- und Wäschetruhe, die bald schließen will. Kauft bei Unverpackt, und ordert bei Böckmann, Uschi Thünemann, Neuhaus und Hellmann hier und Hellmann da.

Denkt bei Schuhen an Albers, Hilbers und Tendenza, an den Spiele-Max und Sports-World und Appelhans, einen der letzten Zeitschriften- und Lottoläden im Zentrum. (Sorry an alle anderen Lingener Einzelhändler, die ich hier nicht nenne!). Schreibt E-Mails an die Kaufleute oder ruft an, falls die Betriebe keinen Webshop haben. Alle sind so sie erreichbar, bringen die Ware oder nutzen „Lingen liefert„. Oder kauft Gutscheine. Das hilft unseren Lingener Betrieben!

Telefoniert gern auch mit den Gastwirten, bei denen Ihr sonst einkehrt, und fragt, ob sie Essen, Bier und Getränke zu Euch nach Hause liefern oder ihr es abholen könnt! Und bestellt. Es hilft.

Warum das Ganze? Lest in der Süddeutschen nach, warum…

 

Organisationsgrad

20. April 2017

„Immer weniger Einzelhandelsunternehmen halten sich an Tarifvereinbarungen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beginnt deshalb eine Kampagne für die Allgemeinverbindlichkeit der Tarife. (…) Ob sich Verdi mit der Forderung nach einer Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge durchsetzen kann, ist fraglich. Angesichts des niedrigen Organisationsgrads der Beschäftigten im Handel sieht die Gewerkschaft die beste Möglichkeit, die Arbeits- und Lohnbedingungen in der Branche zu verbessern, nicht in Arbeitskämpfen in den von Tarifflucht betroffenen Betrieben, sondern in der Intervention des Staats.

Dabei zeigen gerade die vergangenen Auseinandersetzungen im Handel, dass vor allem Arbeitskämpfe Beschäftigte dazu veranlassen, sich zu organisieren, um ihre Interessen durchzusetzen. Als beispielsweise die Arbeitgeber im Einzelhandel 2013 versuchten, mit der Kündigung des Manteltarifvertrags eine Schlechterstellung der Beschäftigten zu erreichen, kam es zu einem insgesamt sieben Monate andauernden Arbeitskampf, an dem sich Hunderttausende beteiligten.

In fast 1 000 Einzelhandelsbetrieben kam es zu Arbeitsniederlegungen, bevor eine Einigung erzielt wurde. Der Gewerkschaft gelang es dabei zudem, Beschäftigte in Bereichen zu organisieren, in denen sie zuvor nur über wenig Einfluss verfügt hattte. Fast 30 000 Neumitglieder konnte Verdi im Lauf des Konflikts im Einzelhandel für sich gewinnen und damit erstmals seit der Gründung am Jahresende einen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Den Kampf der Kampagne vorzuziehen, wäre angesichts dieser Geschehnisse alles andere als abwegig gewesen.“

Quelle: Artikel von Stefan Dietl, gelesen in: JungleWorld vom 13.04.2017

Die gestrige Pressemitteilung von Textilkaufmann Andreas Huesmann im Wortlaut.

Bildschirmfoto 2014-11-20 um 00.31.49

Liebe Lingenerinnen und Lingener,

hiermit möchten ich Sie darüber informieren, dass ich zum Ende dieses Jahres die Geschäfte Huesmann Herrenmode, Kivelingstraße 4, Trendstore, Große Straße 22 und Intersport, Kivelingstraße 10, schließen werde.

Aufgrund der Marktlage, der Geschäftsentwicklung im Textil-Einzelhandel insgesamt, der Flächenexpansion einhergehend mit Frequenzrückgang, auch bedingt durch den immer stärker werdenden Online-Handel, wird es meines Erachtens zu Flächenreduzierungen kommen. Um diesem nachfolgenden Prozess entgegen zu wirken und um uns neu und marktgerecht aufzustellen, habe ich mich dazu entschieden, die Anzahl der Geschäfte sowie die Flächen insgesamt deutlich zu reduzieren. Diese Maßnahme wurde im Übrigen mit meinen Söhnen Christopher und Alexander, die sich beide in Textil- und betriebswirtschaftlicher Ausbildung befinden, abgestimmt. Zudem verstehen und respektieren beide meine Entscheidung.

Das Huesmann Damenmodehaus, Große Straße 14 – 16 wird zum Frühjahr 2015 nach erfolgtem Umbau als Damen- und Herrenmodehaus neu eröffnet. Wir konzentrieren uns dort auf unsere Stärken im mittleren bis gehobenen Genre und werden Ihnen ein schönes, ansprechendes Markensortiment anbieten. Der Camel Active Store bleibt bis auf kleine Veränderungen bestehen. Die anderen im Eigentum befindlichen Verkaufsflächen werde ich zur Vermietung anbieten und mich intensiv darum bemühen, diese in eine ordentliche marktgerechte Vermietung zu überführen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeitern bedanken. Insbesondere den langjährigen Mitarbeitern gebührt meine Anerkennung und mein Dank. Ihre Loyalität gegenüber dem Betrieb sowie ihre hohe Kundenakzeptanz war das, was Huesmann Mode jahrelang auszeichnete und wird auch das sein, was wir Ihnen in Zukunft, wenn auch verkleinert aber dennoch kompetent, anbieten möchten.

Abschließend bedanke ich mich bei allen Kunden für Ihre Verbundenheit gegenüber dem Betrieb sowie gegenüber unseren Mitarbeitern für Ihre langjährige Treue und bitte Sie gleichzeitig um Verständnis für meine Entscheidung.

Lingen , den 19.11.2014

Andreas Huesmann“

 

Mehr