LAGeSo

29. November 2015

Schlecky Silberstein informiert:

„Weihnachten steht vor der Tür. Oh Gott, haben wir das gerade wirklich gesagt? Egal. Wir können auch sagen: Der Winter steht vor der Tür. Und das bedeutet für viele Menschen Arsch abfrieren vorm Lageso oder sonst wo. Gleichzeitig schicken uns Unternehmen ihre Videos und winken mit lecker Pinkepinke, wenn wir Euch die Clips zeigen. Da ist in der Regel viel Gülle mit dabei und wir sind gut beraten einmal mehr abzulehnen als zuzusagen. Damit ist die Kohle natürlich auch weg.

Hier der Deal an Euch: Wir nehmen den ganzen Dezember über alle Advertorials an und leiten die Kohle zu 100 Prozent an Moabit-hilft. Die Freunde leisten gute Arbeit, lassen kaum Kohle in der Verwaltung versickern und sind straff organisiert, was die Verbesserung der bitteren Zustände vorm LAGeSo angeht. In jeder Artikel-Headline steht Helpvertorial, dann dürfte es auch zu keinen Missverständnissen kommen. Wir halten Euch über die Einnahmen auf dem Laufenden. Deal or no deal?

Heute bedanken wir uns also bei EDEKA für die tolle Unterstützung. Hier geht’s zum spannenden Kampagnen-Portal mit Gewinnspiel.

Was, fragt der Westniedersache, ist LAGeSo? LAGeSo ist das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales und eines dieser trägen deutschen Bürokratiezentren, die mit der Bearbeitung der Flüchtlingsanträge nicht klar kommen. Kurz: LAGeSo ist der Inbegriff behördlicher Unfähigkeit. Moabit-hilft hält ehrenamtlich dagegen.

Danke an Schlecky Silberstein!

Aldi, Edeka & Co.

18. Juli 2015

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gut, dass wir ihn haben

2. März 2015

BunkerWasserturm

Es gibt Gerüchte, dass der Spitzbunker neben den Emslandhallen doch nicht abgerissen wird, wenn dort ein >3000qm Supermarkt von Edeka entsteht, den bekanntlich niemand braucht. Zum Mahnmal Spitzbunker lese ich in der Facebookgruppe diesen Kommentar des im ostfriesischen Weener lebenden Lingeners Lutz Richter:

Um es so klar zu sagen, der Bunker ist hässlich und fügt sich nicht ins Gesamtbild der Stadt ein. Aber muss er das? Ist es sinnvoll, dass ein Mahnmal hübsch unauffällig und zweckmäßig ist? Würde ein nett Gestalten nicht die Greuel und das Leid des Krieges verniedlichen?

Als ich als Kind mit meinen Eltern über die Südbrücke gefahren bin, war dieser Bunker der Anlass, dass meine Eltern mir erklärten, was ein Bunker ist und -viel wichtiger- was denn Krieg war. Der Bunker weckte in mir das Interesse für Geschichte, unsere Geschichte, aber später auch für Politik. Damit hat der Bunker seine Funktion als Mahnmal erfüllt.

Herr van Lengerich: Krieg ist nie schön und die Erinnerung an die Nazizeit schmerzhaft oder zumindest unangenehm. Aber sie ist notwendig, heute wo überall auf der Welt wieder Stellvertreterkriege geführt und Menschen wegen ihrer Religion, Überzeugung oder Hautfarbe ermordet werden – so sehr wie in den letzten Jahrzehnten nicht.

So wie der Bunker früher der Bevölkerung diente, um den Bombenhagel der Alliierten zu entkommen, dient er heute der Bevölkerung, und vor allen den Nachkriegsgenerationen, um erinnert zu werden. Erinnert daran, dass es nie wieder einen Grund geben darf, Bunker zu bauen, weder hier noch irgendwo sonst.

So wie mir wird es vielen Kindern ergangen sein. Ich habe mich mit dem Thema auseinander gesetzt und es hat meine Werte, meine Moralvorstellungen geprägt. Wäre dieses auch so gekommen, würde es dieses oder auch andere Mahnmale nicht mehr geben? Niemand würde es wagen, auf den Baracken von Auschwitz ein Einkaufcenter zu bauen. Warum dieser Bunker? Er ist der letzte wirkliche Stachel im Fleisch der Stadt.

Es ist gut, dass wir ihn haben.

[Foto: „Zwei Gebäude, die zu Lingen gehören“ – Photo by © Pamo mit Steffi Ko und Patrick Möller]

Update: Hier ein Beitrag von ev1.tv:

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