Foto-Beweis

11. Juli 2017

Ich berichte ja meist, schreibt Kollege Udo Vetter hier in seinem Blog, von den unerfreulichen Dingen, die Mandanten widerfahren, wenn die Polizei ihre Wohnung durchsucht.

Es geht auch anders.

Zum Beispiel in einem aktuellen Fall. Es war noch recht früh, als Beamte bei meinem Mandanten an der Türe klopften. So früh, dass die Ehefrau meines Mandanten noch im Schlafzimmer ruhte. Das wiederum führte bei den Beamten zu erhöhter Rücksichtnahme.

Die Polizisten erlaubten meinem Mandanten, dass er mit dem Handy leise ins Schlafzimmer geht und einen Schnappschuss vom Raum macht. Wenn auf dem Bild kein Computer zu sehen sei, erklärten sie, könne auf die Durchsuchung des Schlafzimmers verzichtet werden.

Das Foto bewies offensichtlich: keine Desktop-Computer im Schlafzimmer. Die Polizisten haben den Raum dann auch tatsächlich nicht betreten. Die Ehefrau kriegte von der Durchsuchung nichts mit. Ich bin echt auf die Akteneinsicht gespannt, weil ich wissen will, wie sich dieses Vorgehen im Einsatzbericht niedergeschlagen hat. Ich gehe allerdings davon aus, es bleibt schlicht unerwähnt.

Rehkitz

12. November 2013

Bildschirmfoto 2013-11-11 um 23.37.40Ach wie schön, wird sich mancher gedacht haben, weil er diese schaurigen Bilder von zerhackten Rehkitzen vor Augen hatte, die auf unseren Äckern und Wiesen in Mäh- und andere Maschinen geraten. Endlich gibt es Abhilfe, wird er sich gedacht haben. Mit blinzelnd-unkritischen Augen meldete die „Lingener Tagespost“ nämlich Schutz für die bedrohten Rehkitze auf emsländischen Ländereien und jubelte gleich über  „technikbegeisterte junge Leute“, die das zusammenbauend in die drohnende Hand nahmen.  So problemlos, wie die LT das sieht, ist es aber ganz und gar nicht, diese  Drohne als Allheilmittel zwischen Photovoltaik und den gefährdeten kleinen Rehlein. Deshalb wird andernorts längst weitergedacht. Markus Beckedahl gab heute in Netzpolitik.org etwa diesen Tipp:

„In der ARTE-Mediathek findet sich die nächsten Tage noch eine 53 Minuten lange Dokumentation über “Drohnen – Von der Waffe zur Überwachung”.

Drohnen veränderten als fliegende Roboter die Kriegsführung, indem sie es ermöglichten, aus großer Distanz vom Einsatzort entfernt zu sehen und zu töten. Werden Drohnen bald bemannte Flugzeuge ersetzen und Science Fiction zu Realität werden lassen? Wissenschaftler, Ingenieure und Piloten antworten.

Hier kann man die Dokumentation sehen: (mehr…)

Also, die treuen Rehkitzaugen der technikbegeisterten jungen Leute verschleiern ein Problem. Dem „fliegenden Auge“ entgeht eben nichts – Keine unaufgeräumte Werkstatt in Kluse [wo [„auch ein ferngesteuertes Fluggerät mit Kamera zum Einsatz“ kam] und auch nicht Ihr blanker Hintern auf der Luftmatratze im Garten oder auf dem Balkon (und das ist eher noch das geringere Problem)…

unterstellen

16. September 2011

Zum Wochenende noch diese kleine Anekdote:

Im Reisebus von Amsterdam nach Frankfurt.

Der Bus wird in der Nähe von Frankfurt von einem Polizisten angehalten, der standardmäßig alle Taschen auf Drogen untersucht. Ein etwas mürrischer Fahrgast möchte den Beamten so schnell wie möglich wieder loswerden.

Fahrgast (während sein Geldbeutel auf Marihuana untersucht wird):
“Aber das Geld lassen Sie schön drin!”

Polizist: “Wollen Sie mir unterstellen, Sie zu beklauen?”

Fahrgast: “Wollen Sie mir unterstellen, Drogen zu schmuggeln?”

(Über die Berechtigung der Durchsuchung möchte ich bei dieser Gelegenheit nicht nachdenken…)

Quelle