Bundestreffen

25. Juni 2012

Das erste Bundestreffen der Initiativen von gegen-gasbohren.de vorgestern im emsländischen Lünne war ein voller Erfolg. 25 der 30 in Deutschland aktiven Bürgerinitiativen hatten insgesamt rund 40 Vertreter geschickt (Foto). Schon die knapp zweistündige Vorstellungsrunde zeigte, welche Bandbreite von Themen und welche Menschen und Regionen durch die Fracking- Gasförderung betroffen sind.

In Lünne, Borken, Nordwalde und Drensteinfurt droht ExxonMobil mit der Erschließung „unkonventioneller Gasvorkommen“. Selbst der Konzern musste einräumen, dass mit der Gasförderung mittels Fracking große Risiken verbunden sind, die weder nicht vollständig erforscht sind noch beherrscht werden. Trotzdem soll spätestens im Herbst eine Großversuchsanlage im südlichen Niedersachsen eingerichtet werden.

Auch beim Steinhuder Meer Nahe Hannover soll nach Schiefergas gebohrt werden. Hier würde in knapp 750 Meter Tiefe gefrackt. Der bereits eingerichtete Bohrplatz liegt mitten in einem Wasserschutzgebiet. Der Abstand zur Trinkwasserschicht ist minimal.

Dass die Gasförderung bereits jetzt zu massiven Problemen führt, berichteten Vertreter aus Rotenburg und Völkersen. Dort kam es seit Jahrzehnten immer wieder zu Boden- und Grundwasser Vergiftungen durch Benzol und Quecksilber. Die Stoffe sind im Lagerstättenabwasser – einem Abfallprodukt der Gasförderung – enthalten. Lange Zeit blieben die Vorfälle unbemerkt in der Bevölkerung. Erst jetzt werden ungeeignete Rohrleitungen ausgetauscht. Aktuell laufen Untersuchungen, in wie weit Pflanzen und Nutztiere betroffen sind. Mehr als 150 Hektar sind allein in Völkersen betroffen.

Im gleichen Raum liegen auch viele Verpressbohrungen, in denen inzwischen mehrere hundert Millionen Liter Abwässer entsorgt wurden. Die Verpressbohrung Völkersen Z4 liegt dabei in einem Wasserschutzgebiet und nur wenige hundert Meter von einem Brunnen entfernt. Dort wird jährlich knapp 25 Prozent des Trinkwassers für Bremen gewonnen.

Weitere Initiativen kamen aus dem Sauerland, aus Thüringen und sogar aus Bayern. In Bayern soll unter Bayerns ältestem Naturschutzgebiet nach Gas gebohrt werden. Die Gasmengen würden gerade reichen, um München wenige Wochen zu versorgen.

So unterschiedlich die Regionen und Menschen, so ähnlich waren dann doch die Ansichten über die zu erreichenden Ziele. In der Lünner Resolution wurde festgehalten:

  • Die Erschließung und Förderung unkonventioneller Gasvorkommen ist zu verbieten.
  • Hydraulic Fracturing bei Erschließung und Förderung vom Gas ist zu verbieten
  • Die Verpressung von Abwässern ist sofort zu verbieten.
  • Das Bergrecht muss novelliert werden.
  • Der Ausbau von regenerativer Energie muss Vorrang vor fossilen Energie haben.

Das Treffen endete gemütlich am Samstagabend. Für den Herbst wird im Rahmen einer Konferenz zur Gasförderung das nächste Treffen stattfinden. Dann wahrscheinlich auch mit Vertretern weiterer Initiativen aus Europa.

(Quelle: PM der BI Schönes Lünne, (c) Foto Bundestreffen in Lünne)

Schönes Lünne 9

16. August 2011

Neues aus „Schönes Lünne“:

a) Matthias Miersch, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hat sich gegen Fracking ausgesprochen. Auf einem Ortstermin in Lünne sagte der Politiker jetzt, dass es im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages eine Anhörung zu dem Thema geben solle. Der Sozialdemokrat sprach sich zudem für eine Gesetzesänderung aus. Miersch sagte gegenüber der Ems-Vechte-Welle:

„Das, was Atomenergie bis jetzt geleistet hat können wir locker über konventionelle Energieträger ohne Fracing sicherstellen. Das Lösungsthema muss sein, zukünftig Energieeinsparung, Energieeffizienz und dann der Umstieg auf Erneuerbare Energien. Nicht: neue Abhängigkeiten, nicht: neue Risiken, die dadurch entstehen, dass wir immer tiefer immer risikoreicher die Erde ausplündern.“

Der Energiekonzern Exxon hatte in Lünne eine Fracking-Probebohrung durchgeführt. Ende des Jahres will Exxon das Ergebnis bekanntgeben und entscheiden, ob dort mit Hilfe von Fracking Gas gefördert werden soll. Bei einem Frac werden giftige Chemikalien in den Boden gepumpt. Die Interessengemeinschaft „Schönes Lünne“ wehrt sich gegen das Vorgehen des Energiekonzerns.

b) Vertreter der IG Schönes Lünne hatten vor wenigen Tagen gegenüber der Lingener Tagespost unterstrichen, dass sie jedwedes Fracking ablehnen. Markus Rolink, Sprecher der IG: „Wir sind natürlich weiterhin gegen das sogenannte Fracking, weil wir die Auffassung vertreten, dass toxische Stoffe nicht in die Erde gehören.“ (mehr…)

c)  Gemeinsam mit den Interessen-Gemeinschaften (IG) aus Nordwalde, Drensteinfurt und Borken hatten Vertreter der IG „Schönes Lünne“ in der letzten Woche insgesamt 13000 Unterschriften gegen das Fracking an die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Eva Bulling-Schröter, überreicht.

d) Hinweis 1:
Aktuelles aus der Antifracking-Initiativen findet sich auf der facebook-Seite

e) Hinweis 2. Die Interessengemeinschaft „Schönes Lünne“ veranstaltet am 22. August um 19 Uhr in der Gaststätte „Wulfekotte“ in Lünne eine Podiumsdiskussion zum Thema „Unkonventionelle Gasförderung – Fracking“. Zugesagt haben bereits die Landtagsmitglieder Heinz Rolfes (CDU), Karin Stief-Kreihe (SPD), Gabriela König (FDP) und Christian Meyer (B90/Die Grünen).