Sorry, Groß-Hesepe!

16. August 2020

Bereits im Juli verbreiteten sich im Internet und seinen zahlreichen Verschwörerblasen Sharepics mit dem Inhalt, die Doktorarbeit von Dr. Drosten sei angeblich „nicht auffindbar“. Die Intention dahinter natürlich: Die international extrem hohe Reputation des Corona-Experten zu diffamieren und zu unterstellen, die Doktorarbeit sei gefälscht, existiere gar nicht oder dergleichen.

Die Logik dahinter, erklärt die Website von Volksverpetzer.de, ist so: Hast du Drostens Doktorarbeit mal gesehen? Nein (wer denn schon?)? Dann könnte es sein, dass es sie gar nicht gibt und das alles nur ein großer Schwindel ist!!? Wir glauben lieber diesem Typen auf Youtube, der Unsinn erzählt, der uns aber in den Kram passt.

„Na gut. Wer jetzt einfach einem solchen Sharepic glaubt, dass es keine Doktorarbeit von Drosten geben kann, wenn man nicht mal danach gesucht hat, der glaubt schließlich auch, dass die Pandemie-Maßnahmen, die dafür gedacht waren, die Ausbreitung von Corona zu verlangsamen, nicht nötig gewesen sind, weil sie die Ausbreitung von Corona zu verlangsamt haben.

Aber seien wir mal nicht so. Kann man Drostens Doktorarbeit denn finden? Schauen wir erstmal nach.

Wo hat Dr. Drosten studiert? An der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, das findet man auch in seinem Lebenslauf. Wenn man jetzt im OPAC der Universität Frankfurt einfach mal nach Drosten sucht, findet man da: „Etablierung von Hochdurchsatz-PCR-Testsystemen für HIV-1 und HBV zur Blutspendertestung“ (Quelle).“

So weit, so klar. Doch dann noch das für jede/n Emsländer/in wirklich Wesentliche, der Kern der Dinge und ihr zentraler Mittelpunkt: der Dissertation-Ritterschlag für eine emsländische Mittelstadt mit oberzentralen Teilfunktionen auf dem Titelblatt:  „vorgelegt von Christian Drosten aus Lingen„.

Sorry, Groß-Hesepe!

Quelle/Foto: Volksverpetzer

vgl

9. Juli 2011

„Was Althusmann in seiner Doktorarbiet gemacht hat – und viele weitere Beispiele ließen sich ergänzen – hat mit Wissen und Erfahrung (beim Dissertanten: Leseerfahrung) aber nichts zu tun: Seine Dissertation ist mehrheitlich eine Text-Collage oder ein Text-Kompilat. Man könnte einem x-beliebigen Bundesbürger einen Stapel wissenschaftlicher Literatur zum Thema von Althusmanns Doktorarbeit überreichen und ihm folgende Grundregeln mitgeben:

Erstens: Lies die Texte mehr oder weniger genau durch, markiere markante, Dir wissenschaftlich erscheinende Sätze mit einem Textmarker.
Zweitens: Lege ein Inhaltsverzeichnis an – nach den Begriffen, die besonders häufig vorgekommen sind. Ordne dann die markierten Sätze nach diesen Begriffen und nummeriere sie durch.
Drittens: Schreibe Deine Doktorarbeit: Wenn Du wortwörtlich abschreibst, zitiere mit Anführungszeichen.
Viertens: Wenn Du fast wortwörtlich abschreibst, also maximal ein paar Wörter veränderst, dann zitiere ohne Anführungszeichen, aber mit „vgl.“.
Fünftens: Verwende weitere Tricks nach Absprache.“

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vgl. und weiterführend DIE ZEIT hier

No comment II

22. Februar 2011

 

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