#ZSMMN

17. Mai 2018

„Einer für alle, alle für einen: Nur in der Gemeinschaft kann die Titelverteidigung gelingen, ganz eng zusammen fährt die deutsche Nationalmannschaft zur WM ganz Russland. Das Motto heißt deshalb #ZSMMN.“ (DFB)

In der neuen Emslandliga für Fußballer mit und ohne Handicap geht es um Spaß und Punkte. Das inklusive Turnier gestern in Lingen war das erste seiner Art in Niedersachsen.
Die Nummer 10 des Teams Lucky Löwen vom SV Olympia Laxten (Foto) startet mit dem Ball auf der linken Seite durch, lässt zwei Gegenspieler der TuS Haren aussteigen und flankt nach innen vor das Tor, wo die Nummer 35 aus aussichtsreicher Position verpasst. Eine Szene, wie sie sich tausendfach auf Sportplätzen an jedem Wochenende abspielt. Doch sie ist nicht alltäglich. Der eine Spieler hat eine Behinderung, der andere nicht. Sie spielen gemeinsam in der neu gegründeten InduS-Emslandliga, die am Sonntag in Lingen an den Start ging. InduS steht für „Inklusion durch Sport“.

Seit Anfang der 2000er-Jahre setzt sich der Deutsche Fußballbund (DFB) mit seiner Sepp-Herberger-Stiftung dafür ein, dass Behinderte aktiv am Fußball teilnehmen können. Seit 2012 finanziert die Stiftung bundesweit in allen 21 DFB-Landesverbänden Ansprechpartner, so genannte Inklusionsbeauftragte, für Fragen des Behindertenfußballs…

[…weiter bei der HAZ, der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung]

 


Die Lucky Löwen sind eine Fußballmannschaft für Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap, die in der Jugendfußballabteilung des SV Olympia Laxten 1919 e.V. als eigene Sparte integriert ist. Dieses junge, dynamische Team wurde im Sommer 2008 ins Leben gerufen. Sie sind ein Teil der Lingener LinaS- Initative. Inzwischen besteht das Team aus ca. 35 Spieler/innen mit und ohne Behinderung. Sie werden von ca. 10 Trainer/innen und Betreuer/innen gecoacht. „Neue Spieler, Freunde, Trainer, Gönner sind immer herzlich willkommen.“

(Foto: Lucky Löwen Olympia Laxten)

geht weiter

23. Dezember 2017

In der nächsten Woche „zwischen den Jahren“ findet ab Donnerstag 17 Uhr zum x.ten Mal der traditionelle Kronsberg-Cup in Lingen in der Kiesberghalle statt. Erinnern Sie sich, dass er im vergangenen Jahr ausfiel, als Oberligist TuS  Lingen, 1910 gegründet und damit ältester Fußballverein der Region, in die Insolvenz ging? Ohnehin nach zu hohen Ausgaben von Verbindlichkeiten gebeutelt, hatte schließlich unverhofft der Zoll für die Sozialversicherung obendrauf gesetzt und vom TuS einen sechsstelligen Betrag an angeblich nicht gezahlten Abgaben gefordert – gerade als Geld genug beisammen war, um allen Gläubigern einen ordentlichen 50% Vergleich anzubieten. Von der Zollforderung ist zwar nach 15 Monaten Prüfung nur ein ausgesprochen geringer Rest übrig, teilt der Insolvenzverwalter mit, doch damals spielte die staatliche Zollverwaltung „rien ne va plus“: „Anerkennen oder wir prüfen; das kann zwei Jahre dauern!“ Aber weil man unter den Bedingungen eines Insolvenzverfahrns zwar ein Unternehmen über Jahre führen, jedoch keinen Fußball-Amateurverein organisieren kann, war im Herbst 2016 Schluss mit dem alten TuS Lingen 1910 eV.  Der TuS, hatte stets den Kronsberg-Cup ausgerichtet  und nicht selten gewonnen; doch Ende 2016 überforderte die Organisation des Cups die Weitermacher. Jetzt ist TuS-Nachfolger RB Lingen damit in der Spur (Foto) – wie ich höre, unter den Argusaugen der lokalen Konkurrenz, die allzu gern das Traditions-Hallenturnier mit 16 Teams übernehmen möchte…

Daran erinnerte ich mich, als ich just gestern Neues vom unendlichen Kampf des SV Wilhelmshaven um faire Behandlung las, der mit dem im Herbst 2016 erkämpften Urteil des Bundesgerichtshof (BGH) noch längst nicht zu Ende ist, sondern weiter geht. Denn die Wilhelmshavener haben nach ihrem Erfolg vor dem BGH ein neues Kapitel unter der Überschrift „Schadensersatz“ eingeläutet, über das sie selbst und jetzt auch die taz berichtet. Lies mal hier:

„Elf Jahre der Auseinandersetzung, ein juristischer Kampf durch alle Instanzen, eine BGH-Entscheidung – und noch immer ist kein Ende in Sicht: Der Streit zwischen dem Wilhelmshavener SV und dem Norddeutschen Fußball-Verband ist immer noch nicht beigelegt. Vor dem Bremer Landgericht hat gestern ein Gütetermin stattgefunden, bei dem es um die Klage des WSV gegen den Norddeutschen Fußball-Verband auf Wiederzulassung in die Regionalliga Nord ging.

Diese Hoffnung hat die Kammer unter dem Vorsitzenden Richter Ingo Behrens gestern vorerst zerstört: Die Kammer sehe, so der Richter, „erhebliche Probleme für die Klägerseite“. Eine „Naturalrestitution“, also das Wiederherstellen des ursprünglichen Zustands, sei schadensrechtlich kaum möglich. Die Klägerseite müsste beweisen, dass sie ohne den auf Betreiben der Fifa vom NFV verfügten Zwangsabstieg nicht abgestiegen wäre. Und das sei im Prinzip nicht möglich.

Der Anwalt des WSV Harald Naraschewski hält das für „Quatsch. Schlicht und einfach Quatsch“. Er ist der Meinung: „Wenn Sie in der Winterpause einer Mannschaft sagen, ihr steigt zwangsweise ab, dann führt das zu einer Wettbewerbsverzerrung.“ Die Spieler seien demotiviert gewesen, der NFV habe diesen Zustand erst herbeigeführt. Das führe zu einer Beweislast­umkehr: Vielmehr müsse jetzt die Beklagte, also der Verband, beweisen, dass der WSV sowieso abgestiegen wäre.

Hintergrund des seit Jahren andauernden Rechtsstreits ist die Verpflichtung des italienisch-argentinischen Spielers Sergio Sagarzazu in der Saison 2006/2007….

[weiter bei der taz]“

Kicker, Kult und Co.

22. Mai 2013

DJK_Siegerurkunde_1932Kicker, Kult und Co.

Osnabrück – Diözesanmuseum am Dom

Noch bis 03.11.2013 
jeweils dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr

„50 Jahre Bundesliga – doch was war zuvor? Dieser Frage nähert sich das Diözesanmuseum Osnabrück für das Gebiet des Bistums Osnabrück in der gestern eröffneten Ausstellung „Kicker, Kult und Co.„.

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts gab es eine heute kaum mehr vorstellbare Vielfalt der Fußballanbieter: Neben dem DFB und seinen Gliederungen sowie der katholischen Deutschen Jugendkraft (DJK) waren dies das evangelische Eichenkreuz, die Arbeiter-Sportbewegung und die jüdischen Sportvereine. Eine Vielfalt, die mit der Gleichschaltung des Sports durch die Nationalsozialisten ein jähes Ende fand. Die Sonderausstellung beleuchtet diese facettenreiche weltanschaulich-religiös geprägte Fußballlandschaft mit besonderem Blick auf die DJK.

Die von der DFB-Kulturstiftung Theo Zwanziger unterstützte Ausstellung wurde am 7. Mai in Anwesenheit von Weihbischof Theodor Kettmann, dem Mannschaftskapitän des VfL Osnabrück Paul Thomik, und DFB-Ehren-Vizepräsident Karl Schmidt eröffnet. Der frühere Nationalspieler Schmidt, der zwischen 1955 und 1957 neun Mal unter Sepp Herberger für die Nationalmannschaft auflief, erinnerte an die großen Zeiten des VfL Osnabrück und seines damaligen Nationalspielers Hans Haferkamp. „Wer hat schon noch persönliche Erinnerungen an diese Zeit und weiß, wie der Fußball damals gespielt wurde, lange vor Bundesliga und Champions League?“, so Schmidt. „Die Fußballfans in Osnabrück und Umgebung können jetzt ihre Fußball- und Lokalgeschichte neu entdecken.“

Auch die frühe Geschichte des VfL Osnabrück und seiner vier Vorläufervereine ist Teil der Ausstellung. Daran mitgewirkt hat die Initiative VfL-Museum, die derzeit keine regelmäßig geöffneten Präsentationsräume, jedoch eine sehenswerte Sammlung zusammengetragen hat. Auch die Osnabrücker Fans haben mitgewirkt.

Übrigens: Heute vor 80 Jahren  wurde die Bremer Brücke eröffnet – das Fußballstadion in Osnabrück. Der erste Spatenstich war am 21. November 1931 erfolgt. Auf einem Wiesengelände an der Brücke der Eisenbahnlinie nach Bremen – ‚Bremer Brücke‘ – entstand in 18 Monaten ein Stadion mit 9.000 Stehplätzen. [mehr…]

[mehr…]

(Bild: © Diözesanmuseum. Die abgebildete Eintrittskarte stammt aus dem
Niedersächsischen Landesarchiv – Staatsarchiv Osnabrück)

Eigene Belange

27. Mai 2011

Der VfL Osnabrück ist in dieser Woche nicht nur trostlos abgestiegen. Es wird gerade auch reichlich gegen ihn und seine Macher ermittelt. Wegen der Prügelszenen am Rande des verlorenen Relegationsspiels zwischen dem VfL Osnabrück und Dynamo Dresden hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. „Der Kontrollausschuss hat beide Vereine angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Sie sollen die Vorfälle aus ihrer Sicht schildern“, erklärte DFB-Mann Michael Morsch am Donnerstag.

Bereits während der Partie hatten Dynamo-Anhänger auf der Tribüne Fahnen angezündet und Feuerwerkskörper abgebrannt. Nach dem 3 : 1-Sieg der Gäste stürmten Hunderte Dresdner Fans auf das Spielfeld. Dabei kam es zu Tritten und Schlägen gegen Polizeibeamte, Ordner und Fotografen. Im Stadion wurden Kameras, Werbebanden und Sitzschalen zerstört. Gleichzeitig sollen Osnabrücker Fans versucht haben, die eigene VfL-Geschäftsstelle zu stürmen.

Das taten dann am Donnerstagmorgen auch die regionalen Zoll- und Steuerfahnder: Bei einer Durchsuchung beschlagnahmten sie umfangreiche Unterlagen in der VfL-Geschäftsstelle. Zeitgleich durchsuchten die  Fahnder Vorverkaufsstellen und die Wohnungen von 18 aktuellen und ehemaligen VfL-Spielern  und stellten Geschäfts- und Gehaltsabrechnungen sicher. „Bei dem Ermittlungsverfahren geht es um den Verdacht der Steuerhinterziehung durch Verantwortliche des Vereins und eine Vermarktungsgesellschaft“, sagte Staatsanwältin Wibke Warnking. „Die Verfahren richten sich nicht gegen die Spieler, sondern gegen den Verein beziehungsweise gegen neun Verantwortliche.“

Bei einer Betriebsprüfung für die  Jahre 2006 bis 2009 waren laut Staatsanwaltschaft Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Im Detail beanstandete  der verantwortliche Betriebsprüfer des Finanzamtes, es gebe für rund 20 Freundschaftsspiele über den Zeitraum von vier Jahren keine Nachweise über die zugeflossenen Einnahmen. Auch die  Einnahmen aus Spielen der zweiten Mannschaft des VfL tauchten nicht in den Geschäftsbüchern auf. Die  Erlöse aus Fanartikelverkäufen sollen ebenfalls nicht vollständig versteuert worden sein, weil man, so Verantwortliche des Vereins auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, Trikots (Foto lks.) und andere Fanartikel „zu eigenen sportlichen Belangen“ genutzt, dies aber möglicherweise nicht ausreichend dokumentiert habe.

Außerdem geht es um eine 200.000-Euro-Zahlung an einen Gütersloher Spielervermittler. Der Betrag rühre, hieß es auf der  Pressekonferenz, aus einer Vereinbarung aus dem Jahr 2003. Damals hatten die Osnabrücker „billig“ Spieler von dem Berater verpflichtet. Für den Fall eines Aufstiegs wurde allerdings eine Nachschlagzahlung vereinbart. 2007 stiegen die Niedersachsen dann in die Zweite Bundesliga auf und damit erhielt der VfL die Rechnung des Spielerberaters über 200.000 Euro plus Umsatzsteuer. Der VfL zahlte. Das Problem laut VfL Vizepräsident Gert Lehker: „Wir konnten dazu keinen Vertrag mehr vorlegen.“ Das Finanzamt glaubt daher, es sei eine verdeckte Gehaltszahlung.

Zuletzt ging es um „Gehaltsvorauszahlungen“ in Höhe von 22.000€, mit denen man einen finanziell „klammen“ Spieler unterstützt habe. Der Spieler habe kurze Zeit später den Verein verlassen und den vorgestreckten Betrag bis heute nicht beglichen. Folglich musste die Summe in den Geschäftsbüchern abgeschrieben werden. Daraus habe sich für den Betriebsprüfer  der Verdacht einer Schwarzgeldzahlung ergeben.

Mal sehen, was wird. Ich wette jedenfalls drauf, dass der DFB noch in diesem Quartal seine Ermittlungen abgeschlossen hat und beide Vereine zahlen. Die anderen Ermittlungen werden deutlich länger dauern und mit einer tatsächlichen Verständigung enden.