Telekom klagt

9. Juni 2017

Die Deutsche Telekom klagt gegen die Bundesnetzagentur über die Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung. Der Internet-Anbieter will klären lassen, ob und wie IP-Adressen auch bei Mobilfunk und WLAN gespeichert werden müssen. Da die Speicherpflicht ab Juli gilt, hat der Konzern ein Eilverfahren beantragt.

Die Deutsche Telekom klagt am Verwaltungsgericht Köln gegen die Bundesnetzagentur, wie Golem berichtet. Kritik des Unternehmens: Provider haben bei der Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung (VDS) durch die Auflagen der Bundesnetzagentur keine Rechtssicherheit.

Die Klage dreht sich um die Pflichten zur Speicherung von Verkehrsdaten im Telekommunikationsgesetz. Spätestens ab Juli müssen Internet-Zugangs-Anbieter IP-Adressen ihrer Nutzer*innen speichern. Bei Mobilfunk und öffentlichem WLAN erhalten Endgeräte aber keine öffentlichen IP-Adressen, sondern private Adressen mittels Netzwerkadressübersetzung auf Betreiber-Ebene, bekannt als Carrier-grade NAT.

Zur Identifizierung dieser Nutzer*innen ist eine Speicherung der öffentlichen und internen IP-Adressen nicht ausreichend, dafür wären auch weitergehende Daten über benutzte Ports und Zugriffszeiten nötig. Das aber wäre eine unverhältnismäßig große Datenbank, die hierfür eigens eingerichtet werden müsste. Diese umfassende Profilierung der Nutzer*innen interessiert die Telekom aber im Zweifel wenig. Der ehemalige Staatsbetrieb stört sich vor allem an den dadurch entstehenden Kosten, die er im zweistelligen Millionenbereich beziffert.

Mit einem Eilverfahrenmöchte die Telekom noch vor Ende der Implementierungspflicht zum Monatswechsel prüfen lassen, ob Anforderungen der VDS an Provider technisch zu hoch gegriffen sind. Eine Ausweitung der VDS auf Carrier-grade NAT und Messenger-Dienste wird immer wieder gefordert. Dabei hatte der Europäische Gerichtshof eine allgemeine und unterschiedslose Speicherverpflichtung“ verboten.


von Alexandra Hiller via Netzpolitik.org – Creative Commons BY-NC-SA 3.0.

VoIP

10. Juli 2015

TelekomUm bei der Wartung von Verteilern und Hausanschlüssen zu sparen, möchte die Telekom bis 2018 ihr gesamtes Telefonnetz auf Voice over IP, kurz VoIP, umstellen. Dazu verkauft sie nicht nur an Neukunden keine Analoganschlüsse mehr, sondern wendet sich auch direkt an Bestandskonten, um sie zum Wechseln aufzufordern. Die Betreffzeile solcher Briefe zeigt das große Interesse, was die Telekom an der Vereinheitlichung ihrer Netze hat: „Ihr Handeln ist erforderlich – sonst müssen wir ihren jetzigen Anschluss leider kündigen.“ (Quelle: FAZ Online vom 09.07.2015).

Laut Verbraucherzentrale berichten viele Kunden nach der Umstellung von beträchtlichen Qualitätsverlusten der Telefonate sowie von Gesprächsabbrüchen. Auch kommt es im Zuge der Umstellung immer wieder zu Ausfällen der VoIP-Telefonie, Heise berichtete. Das Zwischenergebnis einer Umfrage der Verbraucherzentralen bestätigt, dass es eine Vielzahl von Ausfällen gibt. Die Umfrage läuft noch bis heute.

Ein weiterer Nachteil ist, dass bei einem Stromausfall kein Telefonat mehr möglich ist. Im Alltag mag das ärgerlich, aber erträglich sein, im Notfall kann das Fehlen eines funktionierenden Festnetzanschlusses ein großes Risiko sein. Auch Hausnotrufsysteme von pflegebedürftigen Menschen sind betroffen.

 

(Quelle: netzpolitik.org)

bezahlt

13. Juni 2015

„Jede Firma, die im Internet agiert, erlebt diese Erpressungsversuche. Bei uns, der Deutschen Telekom, ist der Letzte, glaube ich, vier Wochen her. Wir haben übrigens bezahlt. Wir hatten keine andere Möglichkeit.“ Das sagt Bernd Eßer, „Head of Cyber Defense“ bei der Deutschen Telekom.

Außerdem:

„In Deutschland ist jetzt nach meiner Schätzung jeder Dritte Privatcomputer infiziert. Ende des Jahres könnte es, wenn ich nicht falsche liege, jeder Zweite sein.“

Die digitale Attacke auf den Bundestag ist also nur das jüngste Beispiel eines groß angelegten Cyber-Kriegs. Dabei geht es den Drahtziehern vor allem um die Möglichkeit, Systeme lahmzulegen. Kleinkriminalität, Wirtschaftsspionage und militärische Operationen im Netz sind oft kaum zu unterscheiden. Ein Marktplatz aus lauter Grauzonen, der immer professioneller wird.

Tom Schimmeck hat den aktuellen Sachstand im „Krieg der Hacker“-Beitrag für den Deutschlandfunk hier zusammengefasst. [Lesebefehl!]

Flatrate

22. April 2013

Neues aus der wundersamen Welt der Telekommunikation. Netzpolitk.org informiert:

Heute hat die Deutsche Telekom offiziell die Gerüchte bestätigt, dass [schon ab 2.] Mai die Flatrates in den kommenden Verträgen abgeschafft wird. Wir hatten bereits die Information, dass die Deutsche Telekom in Verhandlungen mit anderen Marktteilnehmern steht, um nicht alleine diesen Schritt zu gehen. Wir haben aus einer verlässlichen Quelle die Information erhalten, dass Vodafone demnächst denselben Schritt gehen wird.

Auch das hatten wir schon länger vermutet. Vodafone hat vor einiger Zeit den DSL-Anbieter Arcor aufgekauft und spielte bereits zwischen den Zeilen mit diesem Gedanken. Wir wetten: Vodafone wird einer der nächsten größeren Anbieter sein, der der Deutschen Telekom bei diesem Schritt folgen wird, Deutschland wieder mit Drossel-Verträgen zurück in die 90er Jahre zu bringen. Wer kommt als nächstes?!

Die Netzneutralität ist in Deutschland noch nie so stark in Gefahr gewesen. Die Bundesregierung muss jetzt handeln und ein Echtes Netz sichern.

Übrigens: Unsere lokalen Probleme im Emsland und in Lingen liegen also künftig wohl nur unwesentlich unter der gedrosselten Geschwindigkeit von 384 Kbit/s… 😉 !

Allerdings sind sie ein großes Stück hausgemacht. Denn wer voll erschlossene Grundstücke für Häuslebauer teuer [für Investoren nicht ganz so teuer] anbietet, darf im Jahr 2013 nicht nur Strom hin und Abwasser abtransportieren; ein DSL-Anschluss gehört natürlich dazu, liebe GEG.

Bildschirmfoto 2013-04-22 um 22.11.36

(Grafik: netzpolitik.org)