irreführend

11. Dezember 2012

Zwar mögen für Normalverdiener 5 bis 10 Euro pro Monat keine großen Einbußen bedeuten, allerdings sind solche Zusatzausgaben für einkommensschwache Haushalte eine zusätzliche Belastung. Verbraucherschützern klagen daher, dass derzeit immer mehr Banken kostenlose Girokonten abschaffen, mit denen sie einst neue Kunden gewonnen haben.

Die Deutsche Bank beispielsweise schickt zurzeit Mitteilungen an ihre Kunden, dass das Konto in ein sogenanntes „Aktivkonto“ umgestellt wird. Statt der vorigen Null-Euro soll dieses nunmehr 4,99 Euro pro Monat kosten. Neben der Hypo-Vereinsbank sollen auch zahlreiche Sparkassen ähnliche Schritte planen.

Ein ähnliches Anschreiben verschickte auch die Santander Bank. Ein aktuelles Urteil des Landgericht Mönchengladbach widerspricht jedoch der Praxis der Santander Bank.  (Az: 8 O 62/12). Die Richter entschieden, dass eine Bank einen Girovertrag nicht einseitig ohne die eindeutige Zustimmung des Bankkunden ändern kann und gab damit einer Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen gegen die Santander Bank AG statt.

Die hatte ihren Kunden in einem Brief mitgeteilt, dass das bisherige Kontomodell „Giro4Free“ in das Premium-Konto-Modell „GiroStar“ umgewandelt wird.  In den ersten 12 Monaten sollte  zwar das Konto weiterhin kostenlos bleiben, nach Ablauf des „Übergangsjahres“ würden aber Kosten in Höhe von 5,99 Euro je Monat entstehen. Seien Kunden nicht einverstanden, so könnten diese innerhalb von acht Wochen nach Erhalt des Schreibens „Widerspruch“ einlegen. Diese Praxis stieß bei den Verbraucherschützern auf Kritik: „Wenn Unternehmen ihre Verträge jederzeit automatisch zu Lasten der Verbraucher ändern dürften, würden sie mit kostenlosen Angeboten nur noch angelockt und müssten später doch zahlen“, kritisierte der Verbraucherschützer-Vorstand Gerd Billen.

Bildschirmfoto 2012-12-09 um 23.43.12Aus diesem Grund klagte der Verband gegen die beinahe automatische Kontoumstellung. und war damit erfolgreich. Das Landgericht kam in seinem Urteil zu dem Ergebnis, dass die Formulierungen in dem Santander-Anschreiben „irreführend“ seie, weil sie den Eindruck entstehen ließen, dass auch ohne die ausdrückliche Zustimmung des Kunden das Konto einseitig umgeändert werden kann.

Mindestens sei aber notwendig, dass ein entsprechender Änderungsvorbehalt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthalten sei. Ein solcher lag aber in dem konkreten Fall nicht vor. Zwar hatte die Bank formuliert, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen mit einer Änderungsfrist von acht Wochen geändert werden könne und der Kunde auf das Kündigungsrecht hingewiesen werden muss, eine Änderung der Gebühren war hiervon allerdings nicht erfasst. Allein durch Stillschweigen könne die Zustimmung eines Kunden nicht erreicht werden. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Bankkunden sollten jedenfalls die Umwandlung nicht einfach hinnehmen, sondern ihrer Bank unter Hinweis aus das M’gladbacher Urteil widersprechen. Alternativ kann vom Kündigungsrecht Gebrauch gemacht werden. Es ist zu erwarten, dass es noch einige Kreditinstitute mit Kostenlos-Konten gibt.  Hilfen bieten im Fall des Falles auch die unabhängigen Verbraucherzentralen; die nächste ist in Meppen.

(Quelle)

Gebaren

30. Januar 2012


Wir sollten uns tatsächlich mehr mit diesen Herren, ihrer Bank und deren Gebaren befassen und weniger mit den Griechen, denen wir alles, was wir produzierten, teuer verkauft haben und uns jetzt wundern, dass sie’s nicht bezahlen können. Und wir sollten anerkennen und uns freuen, dass wir regionale Banken und Sparkassen haben, die einen guten, seriösen Job machen.

Ach guck

22. August 2011

Ach guck, das hab ich genauso heute früh den klugen Nachdenkseiten entnommen und getwittert; jetzt lese ich im Blog von Felix von Leitner, Spitzname Fefe, diesen abendlichen Beitrag:

Oskar Lafontaine zur Gesamtsituation. Ich lese Interviews mit dem ja gerne, besonders aktuell, weil der sich eigentlich die ganze Zeit breit grinsend zurücklehnen und „hab ich euch doch gleich gesagt“ sagen könnte. Stattdessen macht er jetzt aber immer noch konkrete Vorschläge, was man besser machen könnte. Und es wird wieder keiner auf ihn hören, und die Lage wird weiter schlimmer werden. Money Quote:

Es ist nicht sinnvoll, dass die Europäische Zentralbank der Deutschen Bank für 1,25 Prozent Milliarden zur Verfügung stellt und die Deutsche Bank diese Milliarden dann für über zehn Prozent an Griechenland weiterreicht. Solange wir diesen Unsinn weitermachen, wird es keine Lösung der Schuldenkrise geben.“

Will jemand dem vielfach gescholtenen Oskar widersprechen? Herr Sinn vom IFO etwa? Oder die FDP?

Kategorien

16. Juli 2011

„Ich teile die Menschheit deshalb gern in drei Kategorien ein. Die erste Kategorie, das sind die normalen Menschen. Wir alle haben sicher als Jungs mal Äpfel geklaut, aber dann sind wir doch anständige Kerle geworden. Normale Menschen also, das sind vielleicht 98 Prozent. Zweite Kategorie, das sind die mit einer kriminellen Ader. Die gehören vor Gericht, und wenn sie schuldig gesprochen sind, dann gehören sie ins Gefängnis. Und die dritte Kategorie sind Investmentbanker und Fondsmanager.

Dabei ist das Wort Investmentbanker nur ein Synonym für den Typus Finanzmanager, der uns alle, fast die ganze Welt, in die Scheiße geritten hat und jetzt schon wieder dabei ist, alles wieder genauso zu machen, wie er es bis zum Jahre 2007 gemacht hat.“ …

Helmut Schmidt in DIE ZEIT von dieser Woche