Fassade

20. August 2010

Ok, also zum Sommerthema Street View von google, ein paar Zeilen – auf vielfachen Wunsch sozusagen. Die liberale Lingener FDP hat gerade im Lingener Stadtrat angefragt, ob durch eine städtische Satzung etwas gegen Street View von google unternommen werden kann (so wie hier) oder jedenfalls die Lingener dadurch erfahren, wenn google street viewed….Ach ja, also Leute bitte überzeugt mich, aber bisher hab ich keine großen Probleme mit Streetview in unserem Land, wo überwacht wird  „auf Server komm raus“ (derFreitag).

Ich fühle mich dann doch eher der Analyse verbunden, die Dennis Knake in seinem Blog so zusammenfasst:

„Wenn ich als Bürger schon nicht verhindern kann…

  • dass in meinem neuen Reisepass Fingerabdrücke und per Funk lesbare RFID-Chips installiert werden,
  • dass meine Kontobewegungen überwacht werden,
  • dass mein Kommunikationsverhalten registriert werden soll,
  • dass ich in vielen Städten auf Schritt und Tritt von unzähligen Überwachungskameras gefilmt werde,
  • dass ich auf Flughäfen in Zukunft durch einen Nacktscanner spazieren muss,
  • dass Mautbrücken automatisch alle Autokennzeichen erfassen,

…. dann will ich wenigstens einen riesen Aufriss machen, wenn jemand es wagt, meine Hausfassade zu fotografieren.“

Die wirklichen Probleme sind ganz woanders. Übrigens veröffentlicht gerade die NOZ-Lokalzeitung (in ihrem neu gestalteten Internetauftritt, der unübersichtlich ist und Ladehemmungen zeigt)  eine ihrer Vier-Personen-Umfragen. „„Ich möchte nicht, dass die Welt mir dabei zusehen kann, wenn ich mich im Garten aufhalte. Jeder möchte seine Privatsphäre“, wird der Lingener Andreas M. zitiert. Dass google street view genau dies nicht ermöglicht, hätte man ihm sagen sollen. Es reicht schon, wenn Polizeifunktionär Rainer Wendt  es nicht verstanden hat.