Muttersprache

1. Februar 2015

Bei uns im Emsland, wird das noch länger dauern. Viel länger, glaube ich. Denn es fehlt leider und überhaupt an Internetkreativität und -kultur, von Diskussionsbereitschaft ganz zu schweigen. Ich muss nicht an die Deichkönigin erinnern, deren, den Spiegel vorhaltende Beiträge bisweilen auf blankes Entsetzen stieß. Und heute finde ich einen Blogbeitrag von Martin Pittenauer [@map]. Ihm fehlt noch ganz etwas anderes. Ein Auszug:

„Kürzlich hielt Barack Obama seine jährliche “State of the Union”-Rede. Eine Art Bestandsaufnahme und Ankündigung anstehender Gesetzesinitiativen. Im Rahmen dessen traf er sich – nicht zum ersten Mal – mit Youtuber_innen. Dieses mal durften GloZell GreenBethany Mota und Hank Green ihre Sets im weißen Haus aufbauen und Fragen stellen.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Die YouTube Stars fragen nach Drohnenkrieg und Ferguson und ringen dem Politiker die eine oder andere Stirnrunzel ab…“

„..ich möchte, dass YouTube in Deutschland vielfältiger wird, auch aus purem Eigennutz. Ich möchte die deutschen Mike RugnettasZe FranksGloZell Greens oder Hannah Harts sehen. Mehr Vielfalt! Dazu muss YouTube als Medium ernst genommen und nicht nur als der Ort, “wo die jungen Leute Unsinn machen” beschrieben werden. Das ist ein Henne-Ei Problem. Die deutschsprachige Community ist historisch dominiert von Jugendangeboten, wird deshalb exotisiert und dann nicht als ernstzunehmende Plattform für andere Formate wahrgenommen. Wenn überhaupt, dann finden sich dort nur Gesprächsformate, deren Bildinformation eher redundant ist. Podcasts mit Bewegtbild. Aber Video kann soviel mehr. Und das möchte ich auch in meiner Muttersprache erleben können.

Hank Green ist 34. Ze Frank ist 42. GloZell Green ist 52. Ich möchte auch hier ein derartiges Spektrum an verschiedenen Persönlichkeiten. Auch damit ich nie wieder von den “jungen Leuten auf YouTube” lesen muss.“ [mehr…]

Nun, ich lese und sehe oft und gern Dinge „von den jungen Leuten auf YouTube”.  Aber Lebenserfahrung plus Muttersprache plus Internetvideo – das wär’s in der Tat. Also frage ich mich, welche/r Ältere so ein inhaltliches Projekt bei uns im Nordwesten könnte/n. Denkt die verehrte Leserschaft mal drüber nach und hat sie gar einen Personalvorschlag?

Lookentor

13. Dezember 2012

Freunde, das ist so richtig zum alltäglichen Emsland-Ärgern. Ich hab Euch so lange geschont. Doch jetzt schimpft bitte inbrünstig über das neue „Machwerk“ der Deichkönigin. 😉

Pausenbild 10

17. August 2012

(Eierhandel in Münnigbüren; © dendroaspsis2008 via flickr. Diesen  Blogeintrag widme ich zu gleichen Teilen der Deichkönigin, dem Fotojournalisten Gerhard Kromschröder (Hamburg) und dem amtierenden Landrat Reinhard Winter (Meppen))

Vergriffen

31. Januar 2012

Solche „Image“-Filmchen müssen sein, meint wohl die Emslandtouristik: Bunte, anheimelnde Bilder, schöne, vorzugsweise junge Menschen, blitzsaubere Landschaft, zumeist aus der Totalen, alles sekundenweise geschnitten und über allem fließt dramatische Musik – vor allem aber keine Worte, weil sie vielleicht stören könnten. Es wird auch wieder niemand erfahren, wie teuer dieses Produkt war, wer die Produktionsfirma k+s aus Essen weshalb ausgesucht und hat und (inhaltlich) wo beispielsweise die vielen Maisäcker und Mastställe geblieben sind. Husch – da waren sie verschwunden. So wird das Emsland so beliebig präsentiert wie der Niederrhein, MeckPomm, Dithmarschen, Unterelbe, Jadebusen oder irgendein anderer flacher Landstrich sich ebenfalls „imagemäßig“ darstellen lassen könnte und das lokale Publikum applaudiert höflich. Die Kritik bleibt genauso rund: „Fußball fehlt“. Mal sehen, was die Lokalpresse wieder zusammenjubelt. Woanders wird das beliebige filmische Produkt kaum jemanden interessieren.

Ok – Sie merken: Der Streifen hinterlässt bei mir keine bleibenden Eindrücke. Aber dieser folgende, ganz aktuelle dpa-Artikel ist authentisch und ist so, wie er die aktuelle Entwicklung eines alten Blogthemas weiterzeichnet, ganz ohne dramatische Konservenmusik spannend:

„Um die YouTube-Filmreihe «Deprimierendes Emsland» der «Deichkoenigin» gab es 2011 Aufregung. Auch der Bildband «Expeditionen ins Emsland» des Fotografen Gerhard Kromschröder sorgt in der Region für Diskussionsstoff. Die zwei Künstler haben sich angefreundet.

Es sind nicht alles Postkartenmotive, die der Journalist und Fotograf Gerhard Kromschröder für seinen Bildband «Expeditionen ins Emsland» ausgewählt hat: Maisfelder, Schützenfeste, Straßenschilder, Atomkraftwerk. 50 Jahre nach seinen Schwarz-Weiß-Fotografien, die er 2005 im Band «Emsland Schwarz-Weiß» veröffentlichte, hat der 70-Jährige die Region erneut erkundet. In den 60er Jahren war er Lokalredakteur in Lingen und Papenburg, später berichtete er für den «Stern» aus Ägypten oder dem Irak.

Für sein neues Buch hat er hat Treckerfahrer und Jagdreiter abgelichtet, Landschaften, Radkappenweitwurf und Hünengräber. Die Motive sind ihm bei teils wochenlangen Streifzügen meist zufällig vor die Linse gekommen, berichtet er. Wie die Fronleichnamsprozession, die an einer «Pizzeria Roma» vorbeizieht.

Tipps zu aktuellen Veranstaltungen hat Kromschröder auch von der «Deichkoenigin» erhalten, einer Hobbyfilmemacherin, die vor drei Jahren ins Emsland gezogen ist und mit kurzen Filmen aus der Region im Internet für Diskussionen sorgt. 2010 hatte sie seine Ausstellung besucht. Die beiden kamen ins Gespräch, trafen sich regelmäßig und hielten Kontakt.

Sie kennt die meisten der Orte, an denen Kromschröder war. «Wir haben zum Teil ähnliche Motive gefunden, weil wir von außen kommen und auf die Gegend schauen. Da fallen einem solche Sujets ins Auge», sagt der Journalist. Im Buch …

Fortsetzung hier 

(Übrigens: Die Erstauflage von Kromschröders Emsland-Expeditionen-Buch ist längst vergriffen. Die zweite Auflage kommt im Februar)

(Foto: © Carmen Jaspersen; Januar 2012 – Gerhard Kromschröder mit Deichkönigin)

Bescheuert

27. Dezember 2011

Mit einem bezahlten Auftragsfilm auf dem Spartensender n-tv präsentiert die Emslandtouristik (Logo re.) unsere Region. Der GZSZ-Schauspieler Norman Kalle (geboren in Bremen, ausgebildet in Hamburg und zuletzt im Hessischen) führt in diesem Bezahlfernsehfilm durch die touristischen Höhepunkte „seines“ Landkreises. Heute um 11.30 Uhr wiederholt n-tv den Halbstundenfilm. Das Emsland ist darin wirklich überzeugend getroffen: Mais, Massentierhaltung, Gülle, Biogasanlagen, Emsverschlickung kommen nicht vor, aber Moormuseum, Gasthaus Backers, Berentzen, das Gestüt Tebbel, Clemenswerth und die Meyerwerft. Alles ist gut und wunderschön? Und es wird noch durch ein Preisausschreiben getoppt mit dieser Preisfrage:

„Möchten Sie das Emsland selbst erkunden? Dann beantworten Sie folgende Frage:

Welcher Fluss fließt durch das Emsland?

A) Oder
B) Ems

Gewinnen Sie mit Emsland Touristik eine sechstägige Rundtour durch die Region zwischen Münster und Bremen. Genießen Sie vom Rad aus das spannende Wechselspiel von unberührter Natur, Kultur und Geschichte. Es erwarten Sie und Ihre Begleitperson fünf Übernachtungen mit Frühstück. Lassen Sie sich auf der klassischen Radroute durch das Emsland verzaubern.

Rufen Sie an!

Tel.: 01379 300 103* …“

De Frage  ist doch richtig bescheuert ! Oder? Stark an Schweinebauer Uwe in „Bauer sucht Frau“ erinnernd hat ähnliche Qualität die Aussage, wo das Emsland liege: „zwischen Münster und Bremen“. Dann noch „das spannende Wechselspiel von unberührter Natur, Kultur und Geschichte“, das jeder Reisekatalogbeschreibung spottet. Merke: Es kommt darauf an, den Besuchern nicht unsere Region sondern nur die Illusion einer schönen Region zu präsentieren. Der Touristikverband Emsland e.V. hat übrigens rund 120 Mitglieder, darunter neben dem Landkreis Emsland alle 19 Städte und Gemeinden des Kreises sowie 10 lokale Verkehrsvereine. Da fällt mir ein, dass  der wenig kontrolliert werkelnde und wirkende Verein im Sommer unverzüglich seine Mitfinanzierung des Emsland-Reisetagebuchs der Ems-Vechte-Welle beendete, nachdem bekannt geworden war, dass dort die geschmähte Deichkoenigin  mitstrickte; sie hatte ihren kleinen Video-Spiegel zu sehr vor’s Gesicht mancher Einheimischen gehalten. Der Finanzierungsstopp hatte aber natürlich überhaupt nichts mit der Deichkoenigin zu tun!

Grummelnd  und beiläufig frage ich zum n-tv-Filmchen

a) Wie teuer war und ist denn der Spaß für die Emsland-Touristik und/oder den Landkreis?

und

b) Wer hat’s bezahlt?

Wissen Sie die Lösungen? Ich nicht, denke mir aber: Die Antwort auf  a) wird niemand erfahren und die Antwort auf b) lautet vermutlich Der Steuerzahler*. Also: Alles ist wieder emslandgut!

*ps  Ein Hinweis Anrufe unter 01379… kosten aus dem Festnetz 50 Cent, von Mobilanschlüssen evtl. teurer

nur bei uns

25. November 2011

Über den neuen Bildband  “Expeditionen ins Emsland” von Gerhard Kromschröder habe ich  bereits berichtet. Zuletzt gestern und heute gibt es schon wieder Neues. Der Emskopp schreibt gerade:

„Seit gestern steht eine Besprechung des Buches sowie eine Fotostrecke bei ZEIT ONLINE, und nicht nur die sind lesens- und anschauenswert, sondern auch die zahlreichen Kommentare, die in Teilen an die Reaktionen auf die Filmchen der Deichkönigin erinnern.

Auch eine weitere Reaktion erinnert daran. Heute erreichte die ZEIT-Redakteurin Tina Groll nämlich eine Mail von Udo Mäsker, Sprecher des Landkreises Emsland“, und die veröffentlicht gerade der Emskopp in seinem Blog und sie darf meiner verehrten Leserschaft nicht vorenthalten werden:

Sehr geehrte Frau Groll,

mit Interesse haben wir Ihren Artikel im Onlineauftritt der Zeit zum Bildband “Expeditionen ins Emsland” gelesen – der allerdings leider eine sehr einseitige, verzerrte Sichtweise vertritt und (wie die Bildauswahl von Herrn Kromschröder) längst überholte Klischees bedient. Das Emsland ist heute tatsächlich ein moderner Wirtschafts- und Lebensstandort mit einer sehr hohen Lebensqualität (einige Eindrücke sowie grundlegende Fakten finden Sie bei Interesse unter http://www.emsland.info). Eine Vielzahl starker Unternehmen ist hier ansässig, auch die Arbeitslosigkeit von unter 3 Prozent ist kein Zufall. Zahlreiche Stärken – von Familienfreundlichkeit und Bildung über das Freizeitangebot bis hin zum Klimaschutz – möchte ich an dieser Stelle gar nicht weiter thematisieren. Im Übrigen leben heute 313.000 Menschen im Emsland und damit fast 75.000 mehr als noch 1980 – es haben sich also offenbar nicht wenige Menschen in diesen Landstrich verliebt und sind hier heimisch geworden. Zudem hat der Landkreis sehr wohl “Karriere als Touristen-Gegend gemacht”, seine touristischen Wachstumszahlen suchen ihresgleichen: In den letzten zwanzig Jahren sind die entsprechenden Kennzahlen um fast 150 Prozent gestiegen und liegen damit weit über dem Landesschnitt. 1,8 Millionen Übernachtungen pro Jahr sprechen eine deutliche Sprache.

Wir möchten Sie daher herzlich willkommen heißen, sich persönlich ein Bild vom Landkreis Emsland zu machen. Denn die Wahrheit liegt weder in einem einseitigen Bildband, noch in irgendwelchen “Treckerfurchen” – sondern nur bei uns vor Ort im Emsland. Vielleicht nutzen Sie die Chance, sich mit unserem offenbar nach wie vor verkannten Landstrich etwas genauer auseinander zu setzen!

Mit freundlichen Grüßen aus Meppen,

Udo Mäsker

Tja, er springt sehr kurz, der Herr Pressesprecher.

Heute geht übrigens der neue Emskopp in Druck. Er erscheint in der kommenden Woche und enthält  ein Interview mit Gerhard Kromschröder.

(Quelle: Emskopp)

Deichkoenigin

12. August 2011

Der Mitschnitt des Deichkoenigin-Beitrags bei DAS! (10. August). Besonders fein ist die Abschlussbemerkung von Ingo Appelt. Wohin zieht er, wenn ihm sein Arzt sagt, er hätte noch drei Monate zu leben? Na, raten Sie mal.

Deichkönigin

12. Juli 2011

Sie erinnern sich?

Inzwischen ist ein Schützenbruder persönlich zur Deichkönigin marschiert und hat von ihr verlangt, das Video vom 8. Mai bei youtube zu löschen; das zeigte ihn mit einer Handvoll alkoholfreudiger Schützenbrüder beim Schützenfest in Wesuwe – sozusagen auf dem Weg vom Taxi zur Tränke.

Es komme so schlecht, meint der junge Mann, wenn das sein Chef sehe. Als der Aufforderung nicht entsprochen wird, beschwert man sich bei youtube und das Video wird gelöscht. Ein Vorgang, den man lächerlich nennen könnte, wenn er nicht bloß Zensur wäre.

Wesuwes Schützenbrüder sind wirklich deprimierend.  Und erst Youtube!

Blasen (Emsland/1)

19. Juni 2011


Deichkoenigin“ lebt im emsländischen Meppen, wo sich eine Fußballmannschaft in das Goldene Buch der Stadt eintragen kann, weil sie von der 5. in die 4. Liga aufgestiegen ist. Seit einem Jahr veröffentlicht die 40-jährige bei „YouTube“ kurze Videofilme unter dem Titel „Deprimierendes Emsland“. Ihre Videos geben Einblicke in unseren Landstrich und seine Menschen – mit einem Humor, der offenbar nicht allen gefällt, wie der NDR, Welt-online und die NOZ zu berichten wissen.

Mir schon! Jede andere Aussage hätte Sie ja auch verwundert. Zum Beispiel:

Eine statische Kamera fängt die Szene mit der Frau bei der Landesmeisterschaft im Jagdhornblasen in Sögel ein. Sie steht am Mikrofon und sagt: „Der Kreisbläserobmann lässt bitten, dass alle Zuschauer den abgesperrten Bereich verlassen, weil sonst der Blick auf das gemeinsame Blasen nicht gegeben ist.“

Für die „Deichkoenigin“ sind solche Ereignisse „skurril und lustig“. „Man steht in einer Situation, wo man sich fragt, warum keiner merkt, dass es da so lustig ist.“ Über das anzügliche „gemeinsame Blasen“ hätten nur sie und ihre Begleiter lachen können, sagt sie. (Quelle)

Klar: Jetzt werden beim Landkreis in Meppen die Lippen wieder humorfrei aufeinander gedrückt. Die Pressesprecherin der Behörde, Anja Rohde, kommentiert die Spots beflissen, sie wolle deren Inhalt nicht kommentieren: „Das Interesse der Internetnutzer an den Filmchen ist mit etwa 300 bis 1.500 Klicks relativ gering.“ Dagegen fänden andere Filme wie das Ausdocken eines Schiffs der Meyer-Werft mit 6.752 Aufrufen oder die Fuchsjagd in Sögel mit 1.115 Klicks weit mehr Zuspruch.

Abgesehen davon, dass sich das gerade rasant verschiebt: Es wäre optimal, wenn auch Frau Rohdes Aussage unmittelbar Aufnahme in die Video-Reihe von „Deichkoenigin“ fände. Ich jedenfalls freue mich nach 26 Spots schon auf den 27.! Denn Deichkoenigin macht weiter mit ihrem „Blick eines Großstadtmenschen auf die Uniformität der Menschen in einem Landstrich, in dem es über 200 Schützenvereine gebe. „Jeder Mann im Emsland trägt ein Karo-Hemd“, sagt sie in einer Mischung aus Belustigung und Empörung. Wichtig sei für sie vor allem eines: Sie wolle weiter im Geheimen filmen, ohne ihre Identität preiszugeben. Schließlich wolle sie „nicht auf einem Schützenfest stehen und auf die Fresse kriegen“.“ (NOZ)

Da hat Deichkoenigin offenbar diese provil-ierte 😉 Reaktion einer 23-jährigen Dumpfbacke aus dem Herzen des Landkreises im Blick:

Ob Deichkoenigin ihn etwa hier gefilmt hat? Bevor ich diese Frage kläre, muss ich erst mal in meinem Kleiderschrank nachgucken, wie sehr er mit Karo-Hemden kontaminiert ist…

Bilder

26. August 2010

Kanzlerin Angela Merkel hat heute das heimatliche Atomkraftwerk besucht und dort die Konzernchefs Jürgen Großmann (RWE) und Johannes Teyssen (E.ON) getroffen. Trotz strömenden Regens demonstrierten mehrere Hundert Atomkraftgegner  vor dem Kraftwerksgelände gegen eine Laufzeitverlängerung der Atommeiler. Atomkraft sei keine Brückentechnologie für die erneuerbaren Energien, sagte auf einer kleinen Kundgebung der Sprecher der Initiative Campact, Christoph Bautz. Er warf der Bundesregierung «Klientelpolitik» zugunsten der Atomindustrie vor.  Bautz kritisierte, dass Merkel eine Liste mit 160 000 Unterschriften für den Appell «Atomkraft abschalten» in Lingen nicht entgegennehmen wollte.

Mit der Botschaft Atomkraft ist ein Irrweg, Frau Merkel! hatten zuvor in den frühen Morgenstunden Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace gegen den PRO-Atomkurs der Bundesregierung protestiert. Die Umweltschützer projizierten den Spruch an den Kühlturm des Atomkraftwerkes. Auch Greenpeace  fordert die Bundesregierung auf, die Atomkraftwerke nicht länger laufen zu lassen.

Eine am Dienstag von Greenpeace vorgestellte Studie des Wuppertal Instituts belegt:  Erdgaskraftwerke sind die einzige Brückentechnologie, die gebraucht wird, um gefahrlos ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien zu gelangen. Atomkraft ist als Brücke hingegen nicht geeignet, da die Reaktoren kaum regelbar sind und die natürlichen Schwankungen bei der Stromerzeugung aus Wind und Sonne nicht ausgleichen können. Eine hocheffiziente Gasbrücke würde zudem den Import von Gas künftig stark reduzieren. Das Potential dieses Energieträgers besichtigte Merkel gleich neben dem AKW Emsland . Dort besuchte  sie ein von RWE betriebenes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk.

Anschließend fuhr sie zur Fa „Emsflower“ der niederländischen Gartenbau-Unternehmerfamilie Kuipers aus de Lutte, die nahe des Schüttorfer Kreuzes ein -zig Fußballplätze großes Gewächshausareal betreiben, das seit einem halben Jahr mittels eines modernen Naturholzkraftwerks mit Wärme und Energie versorgt wird.

Damit von Merkels  Besuch auch die richtigen Bilder in den Medien zu finden sind, ist der Kanzlerhubschrauber derweil ein paar Kilometer abseits geparkt. Es sollen wohl keine Bilder für die Medien entstehen, auf denen Frau Merkel in den energieaufwändigen Helikopter steigt, also fährt sie um ein paar Ecken hinter die Büsche der Gemeinde Emsbüren und besteigt ihr Luftgefährt dort.

Nachtrag: Hier die Alternative zum Sommermärchen 2011. Das Youtubevideo von Deichkönigin:

(Foto oben: AKW Lingen, Greenpeace-Aktion am 26. August @Fred Doll, Greenpeace)