Heute: Antikriegstag 2019

1. September 2019

Genau um diese Uhrzeit begann am 1. September vor 80 Jahren der Zweite Weltkrieg. Nazi-Deutschland überfiel das friedliche Polen. Deutsche Bomber brachten um 4:37 Uhr 1200 schlafenden Einwohner der zentralpolnischen Kleinstadt Wielun den Tod, ein erstes terroristisches Kriegsverbrechen an der Bevölkerung einer Stadt, die militärisch keine Bedeutung hatte. Das Kriegsschiff Schleswig-Holstein griff zehn Minuten später die polnischen Soldaten auf der Danziger Westerplatte an. In den sechs Jahren danach kamen 60 Millionen Menschen zu Tode.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht heute die Hauptstadt Warschau und ganz früh das kleine Wielun, wo ihn vor einer knappen halben Stunde der Präsident der Republik Polen, Andrzej Duda, begrüßte. Steinmeier gedenkt dort gemeinsam mit polnischen Politikern des verbrecherischen Überfalls Deutschlands auf seine Nachbarn:

http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2019/08/190808-Reiseaufruf-Polen.html

Übrigens hat Wielun inzwischen vier deutsche Partnerstädte, darunter auch das westfälische Ochtrup.

Das ZDF überträgt ab 9.30 Uhr einen Fernsehgottesdienst aus der Friedenskirche in Frankfurt/Oder. Die Predigt dort hält der Ratsvorsitzende der EKD Bischof Heinrich Bedford-Strohm.

Unter dem Motto „Nie wieder Krieg!“ – ruft der DGB am Antikriegstag bundesweit zum Mitmachen auf.

In Weser-Ems sind offenbar an mehreren Orten Gedenkfeiern vorgesehen.

In Lingens Nachbarstadt Nordhorn beginnt die Gedenkveranstaltung zum Antikriegstag 2019 um 11.30 Uhr in der Kornmühle in Nordhorn, Mühlendamm 1 und hat dieses Programm: Begrüßung durch  Horst Krügler (DGB-Kreisverband Grafschaft Bentheim), Grußwort: Ingrid Thole (stellv. Bürgermeisterin der Stadt Nordhorn), Vortrag: Gerhard Naber:“Die Grafschaft Bentheim – eine militarisierte Region“, anschließend gemeinsamer Gang zum „Schwarzen Garten“, 11.30 Uhr.

In der Friedensstadt Osnabrück finden diese Veranstaltungen statt:

https://www.dgb.de/themen/++co++bfb67658-b2d6-11e9-944b-52540088cada

Die traditionelle Mahn- und Gedenkveranstaltung zum Antikriegstag an der Begräbnisstätte in Esterwegen, Friedhof Bockhorst (B 401) beginnt um 18 Uhr.  Nach der Begrüßung durch Anton Henzen (DGB-Kreisverbandsvorsitzender Nördliches Emsland) spricht der Journalist und Autor Hermann Vinke über „Zeit zum Handeln: Antikriegstag 2019 – Pathos und Parolen reichen nicht mehr“.

Weitere Veranstaltungen in Weser-Ems gibt es bereits vormittags in Wilhelmshaven und später ab 15 Uhr im ehemaligen KZ Engerhafe im Dreieck von Emden, Aurich und Norden.

„An’s Herz legen“ möchte ich den Hinweis von Anne-Dore Jakob, die viele in unserer Region aus der pax christi Bewegung kennen, einen Brief von Heinz Missalla. In dem kurz vor seinem Tod am 3. Oktober 2018 verfassten fünfseitigen Brief fordert der Theologe von den katholischen deutschen Bischöfen ein offenes und ehrliches Bekenntnis zum problematischen Verhalten der damaligen Bischöfe zu Hitlers Krieg. Die katholische Friedensbewegung pax christi und die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche unterstützen. Hier findet man den Brief im Wortlaut.

update: Und hier -seit heute früh- weitere Informationen auf telepolis!

Epilog:
Dass heute in unserer Stadt an den Furor des Krieges gedacht würde, konnte man trotz unserer  polnischen Partnerstadt Bielawa nicht erwarten, und es passiert auch nicht. Das provinzielle Nichtbeachten dieses weltgeschichtlichen Datums (hier die Lingener Veranstaltungen an diesem 1.9.)  ist eine Form der Erinnerungsarbeit, über die ich nur den Kopf schütteln kann.

Ich bin zwar kein Kirchgänger, aber es interessiert mich schon, ob und inwieweit das Gedenken an den 1. September 1939 und der Antikriegstag 2019 Eingang in die zahlreichen Sonntagspredigten in unserer Region gefunden haben.


Foto: Wielun am 1. September 1939 Public domain

 

Spielberichtsbogen

23. Juni 2012

War schön gestern Abend. Thomas Pertz twitterte gleich über den bebenden Lingener Markt, als ein bayerischer Fußballspieler ein schönes strammes 1:0 schoss. Nachhaltig-kreativer berichten Matthias in der Weide, seine Freunde und Fans über die „UEFA EURO 2012“. Mithilfe des „analogen Spielberichtsbogens“ (Foto). Seit 2005 bloggt Matthias in der Weide aus Münster über Fußball,  vorzugsweise  über den FC Schalke 04. Und jetzt eben über die Fußball-EM. Analog, also mit vielen anderen Fans.

Matthias in der Weide  bloggte nach dem Spiel gestern Abend über das griechisch-deutsche Kräftemessen in Danzig: „Ein schönes Match, kurzzeitig spannend, mit verdientem Sieger. Bela Rethy (diverse accents bitte selbst einfügen) sagte nach dem Spiel: „Es war wohl ein Sieg des gestalterischen Fußballs gegen das zerstörerische Element.“ Dem schließe ich mich an. Deutschland zieht mit einem 4:2 über Griechenland in das EM-Halbfinale ein.“ Also: Donnerstag geht’s weiter.

Jede/r kann dann bei Schalkefan.de mitmachen. Wie, erfährt man hier! [Klick!]

 So jedenfalls sahen es gestern die „Analogblogger“ um Matthias in der Weide (einfach auf das Foto klicken):

Schädlich

15. Dezember 2010

Klimaschädlich sei die Fliegerei, so der Kommentar des BUND. Der stellvertretende Bremer Landesgeschäftsführer des BUND, Reinhard Wietschorke sagte, satt dessen „sollte man sich lieber Gedanken machen, ob man das Bahnangebot verbessert“.  Es dürfte einer der wenigen Kommentare sein, die positiv für die Pläne des irischen Billigfliegers Ryanair (Logo re.) ausfallen, ab Beginn des Sommerflugplans 2011 rund ein Drittel seiner Flüge ab Bremen zu starten. Der nahe gelegene Flughafen verliert so rund ein Sechstel aller Passagiere – 2009 warten es insgesamt immerhin 2,4 Millionen.

Ryanair wird ab Bremen pro Woche 58 Flüge weniger  durchführen. Die Fluggesellschaft fliegt künftig acht Städte nicht mehr an, nämlich Alghero, Berlin, Danzig, Kaunas, Liverpool, Memmingen, Mailand und Trapani an. Ähnliche Streichungen gibt es bei den Flughäfen Weeze (Niederrhein), Berlin (Schönefeld) und Frankfurt-Hahn.  In Weeze verzichten die Iren auf  13 Verbindungen (84 Flüge/Woche), in Berlin auf 122 Flüge pro Woche  und in Frankfurt-Hahn auf 34 Verbindungen, was 414 Flügen die Woche entspricht. In der Summe soll Deutschland damit ein Fluggastaufkommen von rund drei Millionen Fluggästen im Jahr entgehen, schreibt der Berliner Tagesspiegel.

Ryanair begründete ihren Schritt mit der ab dem 1. Januar geltenden Ticketsteuer. Durch die von CDU und FDP eingeführte Abgabe werden Kuzstreckenflüge je Richtung um acht Euro teurer. „Das wird den Standort Deutschland massiv schädigen“, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary. „Wir bedauern die Einführung dieser Steuer zutiefst.“   Billigflieger  fühlen sich besonders stark von der Abgabe getroffen, da die acht Euro, die pro Passagier je Start auf den Ticketpreis aufgeschlagen werden, bei niedrigen Ticketpreisen von im Schnitt 29 Euro sehr stark ins Gewicht fallen.

Auch die Bremer Touristik fürchtet Einbußen. Bremen-Touristik-Chef Peter Siemering bezeichnete die Entwicklung als „keine gute Nachricht“. Sie kosteten die Bremer Übernachtungsbetriebe voraussichtlich 30.000 Übernachtungen im Jahr – ein Minus von rund 3 Prozent. „Das tut weh und das können wir nicht so einfach kompensieren“, sagte Siemering.