We’re asking you to come together as a global community to address the current #COVID19 crisis. One World: #TogetherAtHome is a moment of unity to support @WHO — the organization at the center of the pandemic response. Find out how to tune in on April 18: http://glblctzn.me/OneWorldTAH

Am 18. April um 21:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnt die Vorberichterstattung über das Streaming-Festival auf zahlreichen Plattformen, darunter YouTube, Facebook, Instagram und Twitter.

Die Premiere des Events „One World Together At Home“ läuft dann in der Nacht des 19. April 2020 zwischen 2:00 Uhr und 4:00 Uhr live auf den TV-Sendern NBC, CBS, ABC und BBC sowie als Live-Stream auf YouTube und Twitter – und ist hinterher als digitaler Stream online verfügbar. Den Auftakt der Sondersendung „One World – Together At Home“ bildet am Samstagabend ein sechsstündiger Livestream (ab 20.00 Uhr MEZ) mit Auftritten zahlreicher Prominenter. Im Anschluss daran startet um 02.00 Uhr eine zweistündige Show, bei der auch Musiker wie The Rolling Stones, Paul McCartney, Pharrell Williams, Elton John, Taylor Swift und Stevie Wonder auftreten.

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Global Citizen is a social action platform for a global generation that aims to solve the world’s biggest challenges. On our platform, you can learn about issues, take action on what matters most, and join a community committed to social change. We believe we can end extreme poverty because of the collective actions of Global Citizens across the world.

„bis nach Ostern“

4. April 2020

MaiLab auf Youtube. Sachlich und klar. Sie spricht über die wissenschaftlichen Fakten. Die Antworten sind einleuchtend, aber auch absolut ernüchternd. Ansehen, damit die Leserschaft weiß, was da noch kommt und was „bis nach Ostern“ in Wahrheit bedeutet!

und alles läuft!

4. April 2020

Ihr kennt doch den flotten Werbespruch der Lingener Firma Getränke Essmann:“…und alles läuft“. Gerade aber läuft gar nichts mehr. Auch bei einem der größten Getränkegroßhändler der Republik mit dem Stammsitz in Schepsdorf. Hunderte Fässer mit frisch gebrautem Gerstensaft stehen dort auf dem Hof; doch Essmann bringt sie nicht unter die Leute. Wohin denn auch?

Wegen der Corona-Krise sind Stadtfeste, Fußballspiele und Veranstaltungen verboten. Außerdem sind alle Kneipen dicht. Deswegen werden vor allem Fässer nicht mehr verkauft. Neben dem Absatzeinbruch gibt es ein zusätzliches, immer größer werdendes Problem: Das Bier ist schon gebraut, lagert in den Fässern und nur das Haltbarkeitsdatum läuft –  ab. Nächste Woche bei feinstem Frühlingswetter und 20° Celsius und mehr.

Daher meine Frage an die Biertrinker in der Runde. Was tun mit dem leckeren Fassbier? Hat Markus Quadt eine Idee? Mit 50 l Fassbier zuhause ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Für die besten Vorschlag, nehme ich an, gibt’s Freibier in Schepsdorf!


Foto: Bierfässer von elevate / via  CC0 Öffentliche Domäne

 

völlig überzogen

2. April 2020

Im Landkreis Emsland dürfen wegen der Corona-Pandemie schon seit Wochen keine Touristen mehr übernachten. Doch jetzt versucht der Landkreis, das Aufenthaltsverbot auch auf jegliche Nutzung von Zweitwohnungen auszuweiten. Untersagt hat er per Allgemeinverfügung jede  Nutzung einer Nebenwohnung (sog. Zweitwohnung) ebenso wie die Nutzung von Wohnwagen, Wohnmobilen und Mobilheimen sowie ähnliche zum Wohnen oder Übernachten gedachte Räumlichkeiten. Ausgenommen vom Verbot sind nur Nutzungen aus zwingenden (!) beruflichen sowie aus ehe-, sorge- und betreuungsrechtlichen Gründen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Bewohner von Zweitwohnungen sollen also weg.

Der Grund in einer in weiten Teilen schwadronierenden Begründung:

Das Gesundheitssystem des Landkreises Emsland würde überfordert, wenn es für eine unbekannte möglichweise ständig wechselnde Anzahl eine Ne- benwohnung nutzende Personen Kapazitäten vorhalten müsste.

Personen, die sich derzeit in ihrem Zweitwohnsitz im Landkreis Emsland befinden, fordert der Landkreis mit Landrat Marc-Andre Burgdorf (CDU) an der Spitze knallhart auf, „spätestens bis einschließlich, 03.04.2020″ die Rückreise anzutreten“. Hej Leute, Ihr werdet rausgeworfen. Also bitte, Herr Landrat!

  • Derzeit ist gar nicht festzustellen, dass das Nutzungsverbot von Zweitwohnungen und Mobilheimen zur Verhinderung der Virusverbreitung erforderlich ist; denn entgegen der Behauptung des Landkreises drängt es sich keinesfalls auf, dass das emsländische Gesundheitssystem mit seinen acht Krankenhäusern und Hunderten Ärzten wegen einer erhöhten Ansteckungsgefahr durch Zweitwohnungsnutzer kollabiert. Das unterscheidet unseren 300.000-plus-Landkreis von einer kleinen ostfriesischen Insel. Auch trägt die weitere Behauptung nicht, dass es hier ein „hoch beanspruchtes Gesundheitssystem vor Ort“ gibt. Das nämlich gibt es in diesen Tagen überall in Deutschland.
  • Noch ein weiterer Punkt: Ich stelle mir vor, dass ältere Menschen hier deshalb Zweitwohnungen haben und nutzen, um dem Stress, dem Lärm, Dreck und der Enge an ihrem Hauptwohnort zB in einer Ruhrgebietsgroßstadt aus dem Wege zu gehen. Sie haben sich hierhin zurückgezogen und warten das Abklingen der Corona-Pandemie ab. Warum, bitte schön, sollen sie jetzt zurück in ihre Großstädte fahren, die allesamt in Deutschland Hotspots des COVID-19-Virus sind? Das ist keine gute, vor allem keine solidarische Idee sondern etwas, was die „ausgewiesenen“ Zweitwohnungsnutzer bloß einem unnötigen Risiko aussetzt.
  • Und schließlich: Man stelle sich mal vor, wenn die großen Städte und Ballungszentren ähnlich allgemeinverfügten und dann von dort alle Zweitwohnungsnutzer aus dem Emsland ins Emsland zurückkämen. Was dann? Wer will das? Das bundesdeutsche Melderecht zum Anknüpfungspunkt für Gesundheitspolitik zu machen, scheint mir reichlich daneben.

Die neue Allgemeinverfügung Nr. 10 des Landkreises Emsland ist also höchstens gut gemeint, aber auf jeden Fall schlecht gemacht und vor allem völlig unverhältnismäßig. Man kann zwar das Motiv verstehen, nämlich die medizinischen Kapazitäten nicht zu schwächen. Ein Zusammenhang zwischen einem funktionierenden Gesundheitssystem und der Nutzung von Zweitwohnungen etc. ist aber weder in der Allgemeinverfügung selbst noch in der Presseerklärung des Landrats dazu aufgezeigt. Es gibt ihn auch gar nicht. Betroffene sollten sich wehren und darauf hinweisen, dass das Emsland nicht mit Wangerooge oder Juist gleichzusetzen ist.

Der Kreisverwaltung sei derweil ins Stammbuch geschrieben: Gerade in schwierigen Zeiten der Krise muss sich eine Verwaltung an Recht, Gesetz und vor allem die Grundrechte halten. Dazu zählen die Freizügigkeit und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Das jetzige Projekt tut dies nicht. Daher muss es um des Rechtsstaats willen sofort beendet werden. Die Allgemeinverfügung Nr. 10 gehört daher in den Papierkorb. Geschreddert. 


Update vom 2. April:

Am heutigen Donnerstag hat der Landkreis seine frisch gestrickte Allgemeinverfügung Nr. 10 ein kleines Bisschen korrigiert: Student*innen sind jetzt davon ausgenommen. Da freute sich die Tochter des Lingener OB, die ihren Erstwohnsitz in Hannover und den Zweitwohnsitz im elterlichen Lingen hat. Sie hätte ohne die Korrektur gen Hannover abreisen müssen. Nun darf sie bleiben. Bloß steht in der unterkomplexen Allgemeinverfügung etwas anderes...

Corona Diary

21. März 2020

Corona Diary (Corona-Tagebuch) ist ein aktuelles Projekt des Medienprojekt Wuppertal.

Während der Einschränkungen und den Veränderungen des Lebens aufgrund der Corona-Krise sollen viele junge Menschen aus Wuppertal und Umgebung mit der Kamera die Ereignisse in ihrem eigenen Leben, in ihrer Familie und in ihrem Umfeld dokumentieren und ihre Gefühle und Gedanken reflektieren. So entsteht ein digitales Tagebuch der Krise aus junger Perspektive mit den Fragen: Welche Geschichten ereignen sich unter diesen außergewöhnlichen Umständen? Was macht das mit ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung? Welche Probleme entstehen und was sind die positiven Seiten der Krise, wie z. B. solidarisches Verhalten, neue Freundschaften, Besinnung auf andere Werte oder gänzlich unerwartete Geschichten?

Die Filmaufnahmen können mit dem eigenen Handy oder mit Videotagebuchkameras vom Medienprojekt Wuppertal gemacht werden, die das Medienprojekt jetzt für den nächsten Monat verleiht. Die Aufnahmen sollen ohne großen Kontakt zu anderen Menschen gemacht werden und werden online an das Medienprojekt übermittelt. Das Material wird in kurzen Abständen auf YouTube und Instagram veröffentlicht. Darüber hinaus soll eine größere Doku entstehen, die die Ereignisse aus der Sicht junger Menschen reflektiert.
Die filmische Aufgabe für die Teilnehmer*innen des Projektes ist:

  • Tägliche Aufnahmen, Bildmaterial vom Drumherum machen (Orte, aus dem Fenster, interessante Sachen)
  • Menschen in der Umgebung filmen und interviewen
  • Selbstinterview mit Reden in die Kamera: Was war heute wichtig? Was war dein persönliches Highlight, Was war dein Downer? Welche Probleme hast du gerade? Wie geht es anderen und wie gehen die mit der Situation um? Was ist heute bei dir passiert? Was sind deine Empfindungen zu den Nachrichten, die du hörst? Was vermisst du? Worauf freust du dich?

Jede*r Teilnehmer*in soll möglichst täglich 3-5 Minuten produzieren und nach Absprache ans Medienprojekt zum Download schicken. Kleine Handkameras werden kurzfristig nach Anmeldung vom Medienprojekt übergeben, Teilnehmer*innen können aber auch mit dem eigenen Handy mitmachen. Minderjährige benötigen für die Teilnahme das Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten.

Das Filmprojekt soll ein Mittel gegen die Ohnmacht sein, eine positive künstlerische Selbstbeschäftigung, um jungen Menschen in ihrer Verschiedenheit eine Stimme zu geben, damit wir alle Oberwasser behalten in schwierigen Zeiten. Filme können bewegen!

Meldet euch schnell an:
Medienprojekt Wuppertal
E-Mail: info@medienprojekt-wuppertal.de
Insta: instagram.com/medienprojektwuppertal
Facebook: facebook.com/medienprojekt.wuppertal
WhatsApp: 0177-7391 405

Kantine

16. März 2020

Stand gestern, 15. März, 14.25 Uhr gab es im Landkreis Emsland kreisweit 22 mit COVID-19 infizierte  Personen, mehr als doppelt so viele (!) wie vorgestern am 14.03., und weitere Ergebnisse von Abstrichen stehen noch aus. Über 370 Personen befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne. „Angesichts der weiter steigenden Zahl von bestätigten Erkrankungen, sind zunehmend präventive Regelungen notwendig“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf.

Und welche Regelungen sind das? „Die Kantine des Kreishauses in Meppen wird ab Montag, 16. März, bis auf weiteres für externe Besucher geschlossen bleiben. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung wird es Einschränkungen geben: Die Ausgabe eines warmen Mittagessens soll nicht mehr stattfinden, damit keine Ansammlungen von Menschen erfolgen.“

Der Landkreis zögert im Gegensatz zu den Kreisen im nördlichen NRW mit weiteren, notwendigen Einschränkungen des Freizeitbereichs, aber er beschränkt den Zugang zu seiner Kreisverwaltung und bezeichnet dies als präventive Maßnahme. Da fällt es wirklich schwer, sachlich zu bleiben.  (Quelle 15.03.2020, 14.25 Uhr)


Weitere Informationen auf  LIN-Update: COVID-19

Foto: Coronavirus via pixabay

ooch alle

14. März 2020

Ooch alle: Grüße nach Berlin!

📌 LIN-Update: COVID-19

12. März 2020

🔗Aktuelle Informationen aus Lingen (Ems) und dem Umland zu COVID-19-Krise auf meiner Spezial-Unterseite.

Corona-Visualisierungen

12. März 2020

Datenjournalist:innen brechen die Komplexität des Corona-Virus und seiner Folgen in Grafiken und Karten herunter. Wir haben uns im Netz umgeschaut und präsentieren die spannendsten und hilfreichsten Visualisierungen.

Illustration mit Arzt und Virus vor einer Weltkarte
Das neuartige Coronavirus eilt um die Welt – und Journalist:innen versuchen es zu erklären. Vereinfachte Pixabay Lizenz Mohamed Hassan

Das Corona-Virus COVID-19 stellt auch die journalistische Arbeit vor eine Vielzahl an Herausforderungen. Autor:innen wollen Informationen über die Ausbreitung des Virus vermitteln, ohne dabei Panik zu schüren. Komplexe Sachverhalte wollen einfach erklärt werden – und doch möglichst vollständig abgehandelt sein.

In vielen Redaktionen arbeiten daran derzeit Datenjournalismus-Teams. Mit Grafiken und interaktiven Schaubildern versuchen sie, das neuartige Corona-Virus verständlicher und greifbarer zu machen. Wir haben uns umgeschaut und präsentieren euch die spannendsten und hilfreichsten Visualisierungen.

Zeit Online: Wie das Coronavirus nach Deutschland kam

Die Entwicklung des Virus in Deutschland. Alle Rechte vorbehalten Screenshot

Zeit Online versucht sichtbar zu machen, wie sich das Virus in Deutschland verbreitet hat. Im Vordergrund stehen nicht absolute Fallzahlen, sondern die geographische Ausbreitung und die Entwicklung regionaler Hotspots – die Karte ist in eine Spurensuche nach dem Ursprung des Virus in Deutschland eingebettet. Die Autor:innen erkunden, wieso die ersten Fälle in Bayern gut eingedämmt werden konnten, während im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen die Suche nach dem oder der Patient:in Null auf Hochtouren läuft. Die Karte wird nicht laufend aktualisiert – und stellt somit eher eine Momentaufnahme dar.

Berliner Morgenpost: Coronavirus-Monitor

Interaktive Karte, die Verbreitung des Corona-Virus zeit.
Infizierte, Tote und Genesene, nach Daten der Johns Hopkins Universität. Alle Rechte vorbehalten Screenshot.

Die Berliner Morgenpost wartet mit einer laufend aktualisierten globalen Übersicht auf. Die Ansicht unterscheidet zwischen infizierten, genesenen und gestorbenen Patient:innen und ist kumulativ, führt also alle bekannten Fälle zusammen. Dies erlaubt zwar den internationalen Vergleich, der hochdynamische Charakter einer Pandemie kann aber ins Hintertreffen geraten – denn diese ist auch bei einer geringen Zahl Infizierter gefährlich. Zudem sind die Daten für Deutschland nur auf Länderebene aufgeschlüsselt.

Die Daten für die Karte stammen aus einem Projekt der Johns Hopkins Universität, die seit Ende Januar einen Übersicht über aktuelle Fallzahlen öffentlich zur Verfügung stellt. Datengrundlage dieses semi-automatisierten Dashboards sind die Weltgesundheitsorganisation, nationale Behörden zur Seuchenprävention sowie Einrichtungen auf Landes-, städtischer und kommunaler Ebene.

Von der Schwierigkeit, exponentielles Wachstum zu verstehen

Neben Karten, die die globale Ausbreitung des Virus aufzeigen, widmen sich Datenjournalist:innen verstärkt dem Thema der Infektionsraten und dem exponentiellen Wachstum. Denn selbst wenn in Deutschland noch vergleichsweise wenige Corona-Infektionen nachgewiesen sind, gibt es doch Anlass zur Beunruhigung – auch wenn einige das nicht glauben möchten.

Süddeutsche Zeitung: Die Wucht der großen Zahl

Mögliche Infektionen in Deutschland ohne angemessene Vorsorgemaßnahmen. Alle Rechte vorbehalten Screenshot

Die Süddeutsche Zeitung erläutert, dass die zentrale Kennziffer für die Ausbreitung des Virus die Zeitspanne ist, innerhalb derer sich die Fallzahlen verdoppeln. Nach konservativen Schätzungen liegt diese beim Corona-Virus bei etwa sieben Tagen. Die nebenstehende Grafik zeigt das Wachstum der Fallzahlen in Zwei-Wochen-Schritten auf: Würden in Deutschland keine effektiven Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen, wäre schon Mitte Mai mit mehr als einer Millionen Fälle zu rechnen.

Flattening the Curve — Die Ausbreitung des Virus verlangsamen

Zwei Ausbreitungsszenarien im Vergleich. CC-BY-SA 4.0 Siouxsie Wiles and Toby Morris

Das Ziel effektiver Eindämmungsstrategien liegt demnach weniger darin, die Zahl absoluter Fälle zu reduzieren, als vielmehr den Zeitrahmen zu strecken, innerhalb dessen sie auftreten. Die jeweils blau und orange eingefärbten Flächen repräsentieren eine ähnliche Menge an Fallzahlen – jedoch mit unterschiedlichen Infektionsraten. Im ‚blauen‘ Szenario werden keine Schutzmaßnahmen ergriffen, das Virus greift schnell um sich und sprengt die Kapazitäten des Gesundheitssystems. Im ‚orangenen‘ Szenario treten die Fälle über einen langen Zeitraum auf, bewegen sich aber innerhalb des Kapazitätsrahmens der Gesundheitsversorgung. Übrigens: Dass Infektionen nicht in der klassischen Warnfarbe rot dargestellt sind, ist kein Zufall und soll allzu ausgeprägtem Alarmismus vorbeugen.

New York Times: How Bad Will the Coronavirus Outbreak Get?

Ein weiterer Indikator für Übertragungsraten liegt in der durchschnittlichen Zahl an Personen, die ein:e Infizierte:r ansteckt. Die New York Times weist darauf hin, dass diese Zahl für das Corona-Virus nach aktuellen Schätzungen bei zwischen zwei und vier Personen liegt. Aus fünf Infizierten können so innerhalb von fünf Ansteckungszyklen (von jeweils sieben Tagen, nach konservativen Schätzungen) 368 werden.

Grafik, die Ausbreitung des corona-Virus veranschaulicht.
Ausbreitung des Corona-Virus. Alle Rechte vorbehalten Screenshot

Die Eindämmung der SARS-Pandemie 2002/2003 gelang nur, erklären die Autor:innen, indem die durchschnittliche Anzahl angesteckter Personen pro Fall auf 0.4 gesenkt werden konnte. Doch auch wenn die Anzahl angesteckter Personen nur halbiert wird, sind die Ergebnisse enorm. Bei 1.3 angesteckten Personen, dem Wert für die saisonale Grippe, pro fünf Infizierter ergeben sich nach fünf Zyklen nur 45 Gesamtfälle.

Grafik, die Ausbreitung des corona-Virus veranschaulicht.
Ausbreitung der saisonalen Grippe. Alle Rechte vorbehalten Screenshot

Positive Tests sind nur die Spitze des Eisberges

Ein riesiges Problem, vor dem Wissenschaftler:innen, Journalist:innen und Entscheidungsträger:innen stehen, ist die unklare Datenlage zu Coronafällen. Alle grafischen Darstellungen über die Ausbreitung des Virus basieren auf Zahlen über positiv getestete Menschen. Doch diese sind nur die Spitze des Eisberges. Es gibt vermutlich eine große Dunkelziffer an Infizierten, die (noch) nicht getestet sind – zum Beispiel, weil sie keine oder nur sehr milde Symptome zeigen.

Medium: Coronavirus — Why we must act now (Warum wir jetzt handeln müssen)

Der letzte Artikel dieser Übersicht ist sehr dicht und spürt der Dunkelziffer nach. Der Autor blickt hier auf die Entwicklungen aus dem Januar in Hubei, dem Epidemieherd des Virus, zurück und vergleicht offizielle Krankheitszahlen – also positiv getestete Personen – mit einer rückblickenden Schätzung tatsächlicher Krankheitsfälle – also Personen, die zwar infiziert waren, aber noch keinen offiziellen Kontakt zu den Gesundheitsbehörden hatten. Das Fazit dieser komplexen Analyse? Die offiziellen Krankheitszahlen, in der Grafik durch die gelben Balken repräsentiert, hinken den tatsächlichen Erkrankungen hinterher, in der Grafik durch die blauen Balken dargestellt.

Grafik, die Unterschied zwischen tatsächlichen und bekannten Fallzahlen aufzeigt.
Der Unterschied zwischen tatsächlichen Erkrankungen und bekannten Fällen. Alle Rechte vorbehalten Screenshot.

Die hier versammelten Quellen machen eines deutlich: Eine gewisse Portion Vorsicht scheint im Falle des Corona-Virus durchaus angebracht. Wenn vorhandene gesundheitliche Daten der Realität einen Schritt hinterher hinken, müssen politische Entscheidungsträger:innen dies berücksichtigen. Gut verständliche Visualisierungen der Problematik können sicher einen Teil dazu beitragen, die Debatte um das Virus zu versachlichen.


Ein Beitrag von  auf Netzüolitik.org Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

There you have it

11. März 2020

There you have it. Es ist Schluss mit lustig:

Das Land Niedersachsen hat heute wegen des Coronavirus einen Erlass veröffentliht, alle Veranstaltungen im Land mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. Das hat Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) heute Morgen in Hannover in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. „Wir haben es mit einem Infektionsgeschehen zu tun, das eine sehr hohe Dynamik hat, und wir haben den Höhepunkt noch nicht erreicht“, sagte die SPD-Politikerin. „In Niedersachsen gilt: Sicherheit und Gesundheit gehen vor.“ Es dürfe auch nicht der Eindruck entstehen, dass Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern per se bedenkenlos seien. „Jede Veranstaltung in Niedersachsen steht auf dem Prüfstand“, sagte Reimann. (mehr...)

In Lingen sind von dem Erlass in diesem Monat die folgenden Veranstaltungen in der EmslandArena (Foto) betroffen und müssen irgendwann später, also in den Zeiten nach COVID19 nachgeholt werden:

12. März Johannes Oerding
13. März James Blunt
14. März Stahlzeit

26. März Eckhard von Hirschhausen
27. März Lord of The Dance
28. März The Australian Pink Floyd Show


Die EmslandArena informiert heute auf ihrer Webseite:

NEWS

+++ UPDATE +++  VERANSTALTUNGSVERLEGUNG +++ UPDATE

Coronavirus: Verlegung von Veranstaltungen in der EmslandArena


Am heutigen Mittwoch, den 11. März 2020, hat die Sozial- und Gesundheitsministerin des Landes Niedersachsen, Carola Reimann, in der Landeshauptstadt Hannover einen Erlass gemäß Infektionsschutzgesetz herausgegeben, nach dem bis auf weiteres Großveranstaltungen mit über 1000 zu erwartenden Besuchern in Niedersachsen nicht stattfinden dürfen.

Die Gesundheit unserer Besucher*innen, Mitarbeiter*innen und Künstler*innen hat oberste Priorität, daher können wir die Entscheidung der Politik und der Behörden natürlich nachvollziehen. Dennoch ist diese Nachricht umso bedauerlicher für all unsere Gäste, die sich seit Monaten auf die Konzerte, Shows und einzigartigen Momente gefreut haben. Über unsere Kanäle informieren wir schnellstmöglich, welche neuen Termine gefunden werden konnten.

Die Koordination von Ersatzterminen hat für uns, die EmslandArena und Emslandhallen, höchste Priorität, weshalb wir zuversichtlich sind, dass die betroffenen Veranstaltungen nachgeholt werden können. Aufgrund von eventuellen Terminkonflikten im weltweiten Tournee-Geschäft ist dies jedoch nicht einfach und benötigt etwas Zeit.

 

(Foto: EmslandArena Lingen, (c) milanpaul via flickr)