Leben hinter Wall und Graben
Aussstellung(seröffnung)
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 28b
Heute – 16 Uhr
Freier Eintritt zur heutigen Veranstaltung

Lingen als Festungsstadt behandelt die neue Sonderausstellung „Leben hinter Wall und Graben“, die am heute um 16 Uhr im Emslandmuseum eröffnet wird. Sie geht der Frage nach, wie bis heute Traditionen aus den Zeiten der Festung Lingen Geschichte, Stadtbild, Brauchtum und Leben in Lingen (Ems) formen. Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsproduktion der Museen in Lingen und Coevorden unter dem Dach des niederländisch-deutschen Projektes „Grenzkultur“ der Emsländischen Landschaft und der Ems-Dollart-Region.
Alte Stadtansichten und Festungsgrundrisse zeigen nachvollziehbar das enge Nebeneinander von Zivilbevölkerung und Militär in einer mit Wall und Graben befestigten Garnisonsstadt. Kupferstiche dokumentieren nicht nur die militärischen Ereignisse, sondern auch die fatalen Folgen für die Bewohner einer Festungsstadt. Authentische Zeugnisse aus der Festungszeit sind die zahlreichen Bodenfunde aus der Lingener Innenstadt. Sie stammen größtenteils aus dem Nachlass des Lingener Archäologen Hartmut Oosthuys und werden hier erstmals in ihrer ganzen thematischen Breite gezeigt. Kanonen- und Musketenkugeln erinnern an die Kämpfe um die Festung Lingen. Fragmente von Weinkrügen, Bierhumpen und Tabakpfeifen spiegeln das Alltagsleben der Soldaten. Aus den Bürgerhaushalten stammen Küchengeschirre und Alltagsgegenstände. Ofenkacheln und Reste bemalter Fensterschreiben dokumentieren, wie die Menschen in den spanischen und niederländischen Zeiten in Lingen wohnten.
Die Ausstellung zeigt auch, wo bis heute Spuren der Festungszeit sichtbar sind und welche Traditionen in Lingen auf die Festungszeit zurückgehen – von alten Straßennamen  bis zum Kivelingsfest. Zwei kurz Dokufilme über die Belagerungen 1597 und 1605 sowie eine Stadtführung auf den Spuren der Oranier runden das Angebot ab.
Zur Ausstellungseröffnung heute um 16.00 Uhr lädt das Museum herzlich ein. Das Café im Kutscherhaus mit selbstgebackenem Kuchen ist ab 14.00 geöffnet.
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Der Kupferstich von  Johan Orlers (Leiden, NL) zeigt die Belagerung Lingens durch Moritz von Oranien für die Utrechter Union im Jahr 1597. Textquelle

Die vorläufigen Ergebnisse der niederländischen Kommunalwahlen, die am ervergangeen Mittwoch 21.03.2018 stattfanden, sind jetzt veröffentlicht worden. Sie zeigen, dass die großen, traditionellen Parteien zugunsten der kleineren, lokalen Parteien  immer stärker in die Ecke gedrängt werden und unter Druck stehen. Ungefähr jede dritte Stimme ging an einen Politiker ohne Verbindung zu einer landesweiten Partei. Dabei schnitten die lokalen Parteien nicht nur in kleinen Gemeinden, sondern auch in den großen Städten der Niederlande sehr gut ab.

Die diesjährigen Kommunalwahlen zeigen also eine deutliche Trendwende: Obwohl die Regierungsparteien bislang immer stabile Ergebnisse bei Regionalwahlen erzielten, sind dieses Jahr die lokalen, kommunalen Parteien die deutlichen Gewinner. Damit fanden bei dieser Wahl mehr Parteien ihren Weg in die Gemeinderäte als jemals zuvor.

Positiv war der Wahlausgang für GroenLinks. Die Partei von Jesse Klaver legte im Vergleich zur  letzten Wahl um 3 Prozent zu und erhielt somit 8,4 Prozent der Wählerstimmen. Sie ist außerdem die größte Partei in Städten wie Amsterdam, Utrecht, Delft, Haarlem, Nimwegen, Arnheim, Wageningen und Culemborg geworden. Damit hat GroenLinks in vielen dieser Städte die D66 überholt, die von 12 auf 9 Prozent abstürzte. Eine mögliche Ursache hierfür könnte die momentan starke Kritik gegenüber der D66 als Regierungspartei sein.

Im Gegensatz zur D66 schnitten die anderen an der Regierung beteiligten Parteien allerdings weniger schlecht ab. Die VVD von Mark Rutte liegt mit 13,2 Prozent knapp hinter der CDA, die 13,5 Prozent der Stimmen erhielt. Damit ist die CDA, obwohl auch sie weniger Stimmen als bei der letzten Wahl erhielt, die stärkste landesweite Partei. Die ChristenUnie erzielte mit circa 4 Prozent der Stimmen ungefähr das gleiche Ergebnis wie vier Jahre zuvor.

Die PvdA und die SP mussten deutliche Verluste verzeichnen. Die PvdA bekam lediglich circa 7 Prozent der Stimmen und verlor somit seit der Kommunalwahl 2006 ganze 23 Prozent ihrer Stimmen. Die SP schaffte es nicht, erneut ihren Rekordwert von 6,6 Prozent der letzten Wahl zu erreichen und wird somit viele Gemeindevorstände, in denen sie die letzten Jahre mitregierte, verlassen müssen.

Die PVV von Geert Wilders stand das erste Mal in 28 Gemeinden zur Wahl und bekam 74 Sitze, vor allem in den zwei Gemeinden, in denen die PVV auch bei der letzten Wahl schon teilnahm: Den Haag und Almere. In Rotterdam und Utrecht wurde die PVV allerdings durch die multikulturelle Partei Denk überholt. Auch in anderen Gemeinden war das Wahlergebnis für die PVV enttäuschend. Vor allem durch die Konkurrenz der lokalen Parteien schnitt die PVV schlechter ab, als bei der Parlamentswahl letztes Jahr. Denk bekam 17 Ratssitze, davon drei in Rotterdam und Amsterdam und zwei in Zaanstad.

Auch die Partij voor de Dieren legte deutlich zu.  Sie stand in mehr Gemeinden als noch vier Jahre zuvor zur Wahl und konnte gute Resultate verbuchen: 15 Sitze bekam sie, darunter einen zusätzlichen Sitz in Amsterdam, Den Haag und Utrecht. In Almere, wo die Partei  noch keine Sitze hatte, erhielt sie gleich drei.

Landesweit gaben 55 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das ist etwas mehr als noch bei der letzten Kommunalwahl vier Jahre zuvor.  Die Wahlbeteiligung auf Schiermonnikoog war am höchsten: Hier gingen 82,5 Prozent der Menschen zur Wahlurne. Dementsprechend stimmten hier  prozentual gesehen  fast doppelt so viele Wahlberechtigte wie in Helmond ab, der Gemeinde mit der niedrigsten Wahlbeteiligung. Dort hatten sich lediglich 42,1 Prozent an der Wahl beteiligt.

Die endgültigen Wahlergebnisse mancher Gemeinden  stand zunächst aber noch aus. So soll das Ergebnis der Gemeinde Amsterdam erst am Freitag veröffentlicht werden. Obwohl die Gemeinde mehr Wahlhelfer pro Wahlbüro einsetzte als bei den Wahlen zuvor, dauerte das Auszählen der Stimmen aufgrund des gleichzeitig stattfinden Referendums länger.

Aber nicht überall in den Niederlanden wurde am letzten Mittwoch abgestimmt. In dreizehn der zwanzig Gemeinden in der Provinz Groningen sowie einigen anderen Gemeinden im Land konnte aufgrund von kommunalen Reformen und Umstrukturierungen noch nicht gewählt werden. Die Wahlen werden hier Ende des Jahres nachgeholt.

Insgesamt haben die Kommunalwahlen 2018 gezeigt, dass die Gemeindevorstände in den nächsten vier Jahren ähnlich zersplittert sein werden wie das niederländische Parlament. Der Großteil der Vorstände wird zukünftig aus mindestens vier Parteien bestehen. Die Wähler haben der Politik somit eine stark heterogene Landschaft beschert, die eine ähnlich komplizierte Politik wie in Den Haag verspricht.

(Quelle: Niederlandenet)

Ergebnisse der Kommunalwahlen 2018 aus der Region Twente und Drente:

Coevorden
Dinkelland
Emmen
Enschede
Hengelo
Losser
Oldenzaal

Veendam
Westerwolde

Wunderland

25. November 2015

SPIEGEL-Online weiß:

„Wunderland hat drei Einwohner. Einer davon ist ein Hund. Es gibt zwei Wohnwagen mit vorgebauten Zelten, einen Gartentisch und einen roten Kleinwagen auf dem Gebiet, das der 194. Staat der Welt werden will. 

Zwischen der deutschen und der niederländischen Grenze bei Coevorden liegt der Streifen, der offiziell weder zur Bundesrepublik noch zu den Niederlanden gehören soll. 485 Meter lang, sechs Meter breit. Das meint zumindest eine Gruppe von Niederländern, die darauf nun Anspruch erhoben und Wunderland ausgerufen hat.

„Das wird das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, sagt Rene van Reenen,…“ [mehr]

Silvester

31. Dezember 2012

aufstandcoevordern1770Auch an Silvester kann noch manches geschehen. Das war auch vor 242 Jahren so. Am 22. Dezember 1770 begann eine deftige bürgerliche Revolte im benachbarten niederländischen Coevorden (Provinz Drenthe). In die niederländische Geschichte ist sie als „Iizerkoekenoproer“ eingegangen, was man am besten mit Neujahrshörnchen-Revolte übersetzen kann. Denn Ursache für den Aufruhr war dieses krosse Neujahrsgebäck, auf niederländisch Ijzerkoeken oder Kniepertjes, bzw. der Umgang damit. Knieperties sind mit dem Waffeleisen gebackene, süße und krosse Plätzchen oder Hörnchen. Sie werden eben nicht nur bei uns sondern auch in den östlichen niederländischen Provinzen Groningen, Drenthe, Overijssel und Gelderland gemocht und gegessen. Ihre niederländische Bezeichnung stammt vom Wort „knijpen“, das auf niederländisch Quetschen bedeutet; denn der Waffelteig wird zwischen die heißen Waffeleisen „gequetscht“, damit sie auch gelingen.

Seit mindestens 500 Jahren (Gemälde unten: Lubin Baugin, Der Nachttisch, Stilleben Mitte des 17. Jhdts; Quelles) gehören Knieperties (hier bei uns auch Rullerkes, Neeijahrskook oder auch Krüllkoken, Klemmkuchen, Eiserkuchen oder Piepkuchen) traditionell dazu, wenn die Menschen das Neue Jahr in der Region diesseits und jenseits der deutsch-niederländischen Grenze feiern. Im Dezember sind die gebackenen Knieperties bei den niederländischen Nachbarn flach als Symbol für das ablaufende Jahr. Doch zum 1. Januar werden die frisch gebackenen Neujahrshörnchen gerollt und symbolisieren damit das neue Jahr, das noch alle Geheimnis verbirgt und sozusagen noch aufgeknuspert werden muss.

220px-Lubin_Baugin_001Zurück zu 1770 und Coevorden, wo damals der strenge, reformierte Kirchenvorstand die lokale Obrigkeit ersuchte, ein Gesetz eben gegen die Kniepertjes und die Menschen zu machen, die zu Silvester und Neujahr den Armen der Gemeinde diese Neujahrshörnchen schenkten. Das nämlich wurde dabei ausgiebig gefeiert; es wurde viel getrunken und es ging hoch her. Zu hoch meinten die Kirchenmännern.

Der Magistrat diskutierte den Antrag des Kirchenvorstandes auf „afschaffing van dat oudt en slegt gebruik, dat op nieuwjaarsdag lange heeft plaatsgehad, met betrekking tot het uitdelen van zo genoemde nieuwjaars- of Ijzerkoeken aan straatlopers en dergelijke“  (frei übersetzt: Verbot des alten und schlechten Brauchs, der seit langem am Neujahrstag stattfindet, betreffend sogenannte Neujahrs- oder Eiserkuchen an Gesindel und ähnliche Personen auszuteilen) und beschloss das neue lokale Verbotsgesetz bei einer Sitzung am 22. Dezember. Wütende Einheimische protestierten vergeblich vor der örtlichen Kirche, doch die Demonstration wurde verboten und das Gesetz verabschiedet. Das hatte aber ganz und gar nicht die erwünschte Wirkung. Die Einheimischen waren weiter empört und sahen in dem Verbot einen Angriff des Magistrats, um den Armen den einzigen fröhlichen Tag im Jahr zu nehmen. Am Silvestertag 1770 marschierten die Hörnchenbäcker deshalb zum Rathaus (Stich oben lks), wo der Magistrat erneut tagte. Unter den Protestierenden waren sehr viele Frauen aus Coevorden und viele mit ihren Waffeleisen in den Händen. Ihre Forderung war klar: Rücknahme des neuen Gesetzes. Zunächst lehnte das Gremium  ab, bekam es dann aber mit der Angst zu tun, als die Protestierenden gewalttätig wurden und der Magistrat das Rathaus nicht mehr verlassen konnte. Schließlich hob er noch am Silvestertag das Gesetz auf. Doch damit war die empörte Menge nicht mehr zu beruhigen, so dass der Magistrat schließlich eine militärische Eskorte der örtlichen Garnison anfordern musste, damit er das Rathaus verlassen konnte. Als die Mitglieder nach draußen kamen,  schlugen die wütenden Protestierenden mit ihren Waffeleisen auf Mänteln und Jacken der Oberen ein. Dabei wurde aber niemand ernsthaft verletzt

Einer der Aufrührer des Aufstandes war Harmen Slingenberg. Er wurde vor dem Gerichtshof  Drenthe angeklagt, doch über den Ausgang des Prozesses ist nichts bekannt.  Sein Sohn Berend Slingenberg war später der erste Bürgermeister Coevordens im 19. Jahrhundert.

Bis heute ist das Ereignis in den Niederlanden als “Ijzerkoekenoproer” bekannt und bis jetzt hat es nie wieder jemand gewagt, das Kniepertiesfest zu Silvester in Coevordern oder anerswo in Frage zu stellen.

Das Rezept für 50 bis 60 Knieperties á la Coevordens Iizerkoekenoproer

Neujahrshoernchen500 gr gewöhnliches Mehl
275 gr Zucker
225 gr Butter
3 Eier
10 gr Zimt

Zubereitung:
1. Die Butter schmelzen, ohne sie heiß werden zu lassen oder gar zu kochen.
2. Den Zucker zur geschmolzenen Butter hinzugeben.
3. Die Eier nacheinander vorsichtig hineinrühren
4. Das Mehl dazugeben und so lange miteinander verrühren bis ein Teig entstanden ist, den man zu Kugeln formen kann.
5. Stell‘ aus dem Teig 50 bis 60 Kugeln her und lasse sie über Nacht im Kühlschrank ruhen
6. Bestreiche das Waffeleisen mit Fett und lege eine kleine Teigkugel mittendrauf. Drücke das Waffeleisen zusammen, bis die Waffel fertig ist. Sie soll hellbraun und sehr dünn sein und ca. 13 cm Durchmesser haben..

Auch ohne Waffeleisen kann man Neujahrshörnchen herstellen. Dazu muss eine Teigkugel zu einem dünnen, runden Teigplätzchen von ca 13 cm Durchmesser ausgerollt werden. Wer will, kann mit einem Schälmesser Muster hineinritzen. You can make a pattern with a skimmer if you like. Etwas Butter in die Pfanne und wenn die heiß ist, kann man die Hörnchen backen, bis sie auf beiden Seiten hellbraun geworden sind.

7. Die Waffeln abkühlen lassen; erst dann werden sie schön knusprig.
8. Gerollte Hörnchen bekommt man, indem man sie um das Ende eines Löffels wickelt, solange sie noch warm und biegsam ist. Anschließend abkühlen lassen.
9. Früchte, Eiscreme oder Sahne runden den Genuss ab.

Guten Appetit!

weiterhin

29. Dezember 2012

Noch zum Jahresende eine erfreuliche Nachricht für deutsche Kiffer (und ihre Anwälte) durch taz-Blogger Falk Madeja:

„Ausländer dürfen weiterhin in den Niederlanden kiffen. Diverse Gemeinden können einfach nicht auf die Einnahmen verzichten, so Amsterdam, Rotterdam und Enschede. Es gab den Versuch, Coffeehop-Besucher nur noch lokal mit Hilfe einer Anwesenheitspflicht in der jeweiligen Gemeinden zuzulassen. Gecancelt.
Das Staatsfernsehen NOS befragte 100 Gemeinden mit einem oder mehr Coffeeshops, es reagierten 55. Dvon gaben 26 an, dass Ausländer weiter kiffen dürfen.“

Also werden weiterhin in Coevorden, Emmen, Winschoten, Groningen, Hengelo, Enschede  und anderswo nebenan niederländische Polizeibeamte nahe den einschlägigen Coffeeshops in ihren Autos sitzen und bei ihren deutschen Kollegen anrufen, dass jetzt gleich der und der Coffeeshop-Besucher mit dem und dem NOH-, LER- oder EL-Kennzeichen angerauscht kommt und man ihn doch erwarten möge.

HanfDann sehen die Bundesdeutschen kurz oder weit hinter der Grenze überrascht eine Polizeikelle und hören nach dem Stopp aus polizeilichem Mund die Lüge des Jahres: „Allgemeine Verkehrskontrolle!“, dürfen („wegen des intensiven Marihuanageruchs“) aussteigen, damit sodann bundesdeutsche Ordnungshüter oft nicht vorhandene, aber dann -im Gegensatz zum Kollegentipp aus den Niederlanden- allemal aktenkundig gemachte, gerötete Skleren feststellen; alsdann darf „natürlich freiwillig“ am Straßenrand gepinkelt und die Urinprobe sofort positiv getestet werden; der dann fälligen Blutprobe stimmt der überforderte Kiffer wiederum freiwillig mittels Unterschrift auf Formblatt zu, der längst herbeigerufene Arzt zapft Blut ab. Die roten Skleren sind dann zwar nicht selten weg, wenn der Arzt nachschaut, aber es reicht selbst bei Minigehalt von THC im Blut meistens für eine fette Ordnungswidrigkeit mit mindestens 500 Schleifen,  einem Monat Fahrverbot und vier Punkten. Vor allem ist spätestens nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens auch die Fahrerlaubnis futsch, weil man zwar (grundsätzlich und in Grenzen) unter Alkohol fahren darf, sofern man kein Führerscheinneuling ist, aber nicht einmal minimalst angekifft, wobei unter Umständen sogar Dabeisitzen, also passiver Konsum reicht. Dann ist der Lappen weg; das praktiziert die Straßenverkehrsbehörde. Gnadenlos.

Also Freunde des auf Gottes Erde wachsenden Hanfes (Foto), wenn ihr schon in den Niederlanden kifft, nutzt Bus und Bahn, fahrt frühestens nach Tagen wieder und denkt daran, dass der Erwerb zwar im Nachbarland nicht bestraft wird aber hierzulande auch dann strafbar ist, wenn ihr -sofern Deutsche/r- in Holland die Zubereitungen der indischen Hanfsorte Cannabis sativa kauft und sie dort konsumiert. Dies ergibt sich aus § 7  Abs. 2 StGB und dem Umstand, dass der Kauf von Cannabis auch in den Niederlanden strafbar ist (allerdings dort nicht verfolgt wird). Deshalb sollte man strikt schweigenund nichts sagen, falls man  polizeilich kontrolliert und befragt wird und außerdem überhaupt nichts unterschreiben. Immer!  Und nach dem Verlassen der Polizeiwache einen nicht im Miet- oder Erbrecht sondern in BtM-Sachen erfahrenen Anwalt aufsuchen oder anrufen.

(Foto. Hanf  (C) Bart Pogoda / www.bartpogoda.com)

Eisenbahn

16. Juni 2011

Niedersachsen will mehr als bisher die mögliche Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken prüfen. Die niedersächsische  Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) kündigte jetzt an, dafür  geeignete Strecken zu ermitteln. Geprüft wird allerdings erst in zwei bis drei Jahren: 2013 – 2014. Ich frage mich stets, warum die öffentliche Hand für derlei Naheliegendes so unendlich lange Zeit benötigt. Eine mögliche Verbindung soll übrigens die von Bad Bentheim nach Nordhorn sein, wodurch die benachbarte Kreisstadt wieder an die Personenbeförderung mit der Eisenbahn angeschlossen wird. Im Norden von Weser-Ems wird die Verbindung von Esens nach Bensersiel untersucht. Auch Dannenberg – Salzwedel (Sachsen-Anhalt), Bremervörde – Osterholz-Scharmbeck und die Strecken Rinteln-Stadthagen sowie Einbeck-Salzderhelden könnten untersucht werden.
Voraussetzung für einen Neustart alter Linien sei eine positive Kosten-Nutzen-Rechnung und eine gesicherte Finanzierung, sagte der Sprecher der LNVG. Bislang hatte die Gesellschaft auf Wünsche zur Wiedereröffnung von Haltestellen und Bahnstrecken ignoriert. Seit einiger Zeit entwickelt sich aber zunehmend politischer Druck, für bestimmte Verbindungen einen Neustart zu prüfen. An einer Verbesserung des Bahnverkehrs Richtung Nordhorn etwa besteht Interesse auch in den Niederlanden, die im weiteren Verlauf der alten Strecke der Bentheimer Eisenbahn auch die niederländische Grenzstadt Coevorden .
Ein Grund für den aktuellen Kurswechsel ist offenbar die 2014 anstehende Überprüfung der Bundeszuschüsse für den regionalen Bahnverkehr. Erwogen wird, die Höhe der Zuschüsse an die tatsächlich anfallenden Kosten anzupassen. Nachteilig wäre dies für Niedersachsen, das Kosten gesenkt hat, indem sie Strecken an günstigere private Wettbewerber vergeben haben.
Vor der Diskussion über eine Wiederinbetriebnahme muss geprüft werden, ob die Gleise noch vorhanden sind – bei der Nordhornstrecke etwa ist das der Fall. Außerdem werde das derzeitige Pontenzial an Busreisenden geprüft.

Grensland-Express

13. Dezember 2010

Für Berufspendler, Schüler und Besucher im Grenzgebiet zwischen den Niederlanden und Deutschland gibt es seit gestern eine direkte Verbindung zwischen Bad Bentheim und Hengelo. Die  haben gemeinschaftlich  die niederländische Provinz Overijssel, die Region Twente und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) – verantwortlich für das öffentliche Verkehrsangebot – realisiert. Das niederländische Nahverkehrsunternehmen Syntus und der deutsche Nahverkehrsbetrieb Bentheimer Eisenbahn werden die neue regionale Zugverbindung zwischen dem deutschen Westen und dem ostniederländischen Twente  im Namen der Provinz, der Region und der LNVG umsetzen. Diese neue regionale Zugverbindung wird unter dem Namen Grensland Express fahren. Dieser niederländische Name symbolisiert die Zusammenarbeit im Grenzraum und die historische Überwindung von Grenzen.

Der Grensland Express wird zunächst probeweise für drei Jahre unterwegs sein. In diesem Zeitraum wird dann auch untersucht, ob es genug Reisende gibt, damit diese Zugverbindung auch auf längerer Sicht angeboten werden kann. Das wären 600 am Tag. Wenn sie erfolgreich ist, soll die neue Bahnverbindung  voraussichtlich bis nach Nordhorn verlängert werden, das seit 1974 nicht mehr von Personenzügen angefahren wird. Aber wenn Sie mich fragen, wäre auch Lingen ein ebenso guter, alternativer Endpunkt der Strecke wie Enschede oder Coevorden auf niederländischer Seite.

Die Züge fahren ab Hengelo um 6.35 (Sa: 7.35, So: 8.35), ab Bad Bentheim geht es jeweils um 10 Minuten nach der vollen Stunde zurück. In und nach Bad Bentheim gibt es nach eintreffen des Grensland-Express jeweils drei Minuten vor der vollen Stunde einen direkten Anschluss mit der Westfalenbahn in Richtung Rheine und darüber hinaus.

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De nieuwe treinverbinding tussen Hengelo en Bad Benthheim – met Oldenzaal als tussenstop – werd zondagmorgen officieel in gebruik genomen. Ze verbindt het moderne, zakelijke centrum van Hengelo met de sprookjesachtige wereld van het kuuroord Bad Bentheim.

Het So ein tag, so wunderschön wie heute klonk al bij het uitrijden van het station Hengelo. Een trein vol genodigden, spoorwegliefhebbers en dagjesmensen maakte de eerste feestelijke rit van de Grensland Express mee.

De lijn is in korte tijd met veel geld van Europa, de provincie Overijssel, de Regio Twente en de betrokken gemeenten tot stand gekomen. Om bestaansrecht te bewijzen moet de verbinding, die door Syntus en de Bentheimer Eisenbahn wordt geëxploiteerd, de komende drie jaar gemiddeld 600 passagiers per dag vervoeren. Zowel Nederlandse als Duitse instanties zijn optimistisch dat dat lukt. Al benadrukte Overijsselse gedeputeerde Job Klaassen, dat het van alle betrokkenen een permanente en creatieve inspanning zal vergen om genoeg toeristen, ‚fun-shoppers‘, scholieren, werknemers en werkgevers de trein te laten nemen.

Als de lijn bij de evaluatie in 2013 een succes blijkt te zijn, overwegen de Duitsers de verbinding door te trekken naar Nordhorn en vandaar mogelijk zelfs naar Coevorden.

(entnommen von der Tubantia)

(Foto:  copyright Grensland-Express)