„Civis, Civis, Civibus“ – den entschlossenen Festruf der Kivelinge wird es wohl erst 2024 geben, wenn es um das gewohnten 5-tägige Fest  geht. Der Bürgersöhne-Aufzug hat jetzt nämlich „entschieden“, sein zunächst für Pfingsten 2020, dann für dieses Jahr geplantes, internes Fest erst einmal auf den Herbst des Jahres zu verschieben. Im Vertrauen: Ihm blieb auch nichts anderes übrig als diese „Entscheidung“; denn jede Festivität scheitert aktuell an den Corona-Einschränkungen.

Aber dann, vier Monate später im Herbst 2021,  soll am sonntäglichen „Tag der deutschen Einheit“ ein „Bürgersöhne-Aufzug“ stattfinden. Intern, aber mit (fast) allem historisierenden Tamtam: Königsfrühstück, Königs- und Königinkrönung im hist. Rathaus, Kaffeekonzert, vielleicht auch ein Festball aber vor allem das Ausschießen des neuen Königs im Rahmen eines Frühschoppens. Voraussetzung: Corona und ihre Mutanten haben nichts dagegen…

Allerdings gibt es dann wohl keinen Festumzug und auch das Volksfest fällt aus. Das soll erst zu Pfingsten 2022 folgen  – doch dann, welch‘ Überraschung – mit dem alten König, wiewohl „Majestät“ Johannes Kruse schon seit dem Sommer 2020 verehelicht ist – und das nicht einmal mit seiner „liebreizenden“ (Kivelingssprech) Königin Julia Duscha. Qua Kivelingssatzung ist Johannes damit längst aus dem Kivelingsverein ausgeschieden. Aber es gibt eine „Lex Johannes“, die das gestoppt hat.

Wo während all der Volksfestaktivität an Pfingsten 2022 der sieben Monate zuvor neu ausgeschossene und proklamierte Kivelingskönig dann  bleibt, weiß der Hugo. Ehrenmitglied Friedrich-Wilhelm Gelshorn, der Hüter des ehrwürdigen Satzungsgrals der Kivelinge, verstand bei der samstäglichen Online-Konferenz der Kivelinge auch deshalb die Welt nicht mehr. Nun, die nicht satzungskonforme, von „Vorstand und des Offizierscorps“ fast einstimmig beschlossene Idee wurde mit 90%  durchgewunken, und sie ist vor allem eins – pragmatisch.

Bei all diesem Intern-Extern-Aufzug-Volksfest-Durcheinander verlieren bisweilen die selbst Kivelinge den notwendigen Überblick. Nur so kann ich es mir erklären, dass für den bevor stehenden Herbst 2021 auf der Facebookseite des, zum immateriellen Kulturerbe zählenden ältesten Bürgersöhnevereins Deutschland, nun doch ein Volksfest-Foto (s.o.) zu sehen ist, das aber erst in einem Jahr stattfindet…

Egal: Feiert schön geteilt, Jungs, auch ich schau mal vorbei.

nur

25. Januar 2016

Wenn es der Finanzverwaltung zu wohl ist, geht auch sie auf’s Eis:

Der WDR informierte nämlich vergangene Woche, dass die Finanzämter in Westfalen und im Rheinland jetzt das Schützenwesen ins Visier genommen haben. Die Schützenvereine und Bruderschaften sollen ihre Gemeinnützigkeit verlieren, wenn sie nur Männer und keine Frauen aufnehmen. Für Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) ist die Abschaffung der Gemeinnützigkeit von Schützenvereinen schon kurz nach Aufkommen der Diskussion am Dienstag (19.01.2016) kein Thema mehr, wie er tags darauf dem WDR mitteilte. CDU-Politiker hatten Druck auf den Finanzminister gemacht, und auch unter den Schützen gab es hitzige Debatten.

Traditionsvereine wirken im Regelfall weit über ihre Mitgliedschaft hinaus. Deshalb dienen sie der Allgemeinheit“, teilte der NRW-Finanzminister am letzten Mittwoch mit. „Dass es nach Auffassung vieler nicht mehr in eine aufgeklärte Zeit passt, wenn Frauen in einem Verein zur Förderung und Pflege von Kultur und Tradition die Mitgliedschaft verwehrt wird, steht auf einem anderen Blatt.“ Über einen „wünschenswerten Sinneswandel“ solle eine offene Debatte, nicht der Fiskus entscheiden.

In einem Brief hatte das Finanzamt Meschede zuvor dem übergeordneten Sauerländer Schützenbund (SBB) angekündigt, dass den Schützen steuerliche Vorteile entzogen werden, wenn sie nur Männer akzeptieren.

„Ich war fassungslos, als ich den Brief gesehen habe, weil für mich das ehrenamtliche Engagement der Schützenbrüder außer Frage steht“, sagt Bundesgeschäftsführer Wolfram Schmitz aus Balve (Märkischer Kreis) dem WDR. „Die Schützen leisten nicht nur etwas für ihre Mitglieder, sondern auch für Frauen und Kinder“, ergänzt er.

Der Sauerländer Schützenbund lebe ohnehin von Vielfalt. In dem Dachverband seien auch gemischte Schützenvereine organisiert. Über die Hälfte der Vereine und Bruderschaften akzeptiere allerdings ausschließlich männliche Mitglieder, so Schmitz. „Wir wären allerdings auch für einen reinen Frauen-Schützenverein offen…

[weiter beim WDR]

Soweit ich weiß, hält sich die niedersächsische Finanzverwaltung in dieser steuerbürokratischen Meisterfrage noch ausgesprochen bedeckt und die seit einiger Zeit (aktuell: 644 Jahre) männerexklusiven Lingener Kivelinge beispielsweise sollen immer schon gar nicht und nie gemeinnützig (gewesen) sein, ausgenommen -nehme ich an- die Zeiten, als AD 1372 oder so die Jünglinge zur löwenhaften  Verteidigung auf den lokalen Festungswällen standen.

Also: Montägliche Entwarnung und auch Birgit K., unser aller „Ratsdame“ (gendermäßige Wortschöpfung des Jahrzehnts durch die LT!), braucht sich nicht mediengerecht und eigens in dieser Frage zu engagieren. Cives, Cives, Civibus!