Leer ist eine wirklich schmucke Stadt in Weser-Ems. Meiner Meinung nach einer der schönsten in Deutschlands Nordwesten. Aber hinter den Mauern gibt es (auch) dort Diskriminierung und Probleme.

Charmaine Wagner aus Ostfriesland ist alleinerziehende Mutter und Sinteza. Die Minderheit der Sinti ist seit 600 Jahren hier heimisch – doch viele Sinti fühlen sich noch immer ausgegrenzt. Wagner will das ändern. Nur wie? fragt der SPIEGEL in einem Sittengemälde über Leer und seine Menschen.
„Leer ist eine Kleinstadt. Hier kennt man sich – und wer einmal einen schlechten Ruf hat, wird den nur schwer wieder los. Der Judolehrer von Charmaine Wagners Tochter lebte jahrelang im 25 Kilometer entfernten Aurich. Er berichtet, dass er dort weniger Probleme bei der Job- und Wohnungssuche gehabt habe, weil sein Nachname bei Auricher Vermietern und Arbeitgebern nicht dieselben Assoziationen ausgelöst habe. Ein Sinto aus Nienburg erzählt, dass es dort mit den Nachnamen Claasen und Schmidt schwer sei. Aus Celle ist zu hören, es sei der Name Dettmer.“
Was die beiden SPIEGEL-Journalistinnen zusammengetragen haben und schildern, berührt  und nicht nur wegen der Zeilen zu Nienburg und Celle ist sofort klar, dass es in anderen kleinen deutschen Städten genauso oder zumindest sehr ähnlich ist.
Also: Das ist mein herzlicher, sonntäglicher Lesebefehl.

Foto: Leer, Altstadt pixabay