wächst weiter

16. August 2019

Der niederländischen Wirtschaft geht es viel besser als denen ihrer Nachbarländer . Im zweiten Quartal dieses Jahres ist sie noch einmal um 0,5 Prozent gewachsen. Das Jahreswachstum beläuft sich auf 2 Prozent, so das Statistikamt CBS.

Das Wachstum der niederländischen Wirtschaft sei vor allem diversen Investitionen zu verdanken, vor allem im Wohnungs- und Nutzbau. Diese stiegen im zweiten Quartal um ganze 5 %. Auch im Bereich Konsum stiegen die Ausgaben um 1,7 %. Allerdings hing das Wirtschaftswachstum auch mit Faktoren wie einem überdurchschnittlich kühlen Mai zusammen, im dem der Verkauf bzw. Absatz von Gas zum Beheizen von Wohnungen stieg. Neben bewusst getroffenen Entscheidungen sind also auch nicht beeinflussbare Faktoren für das Konjunkturwachstum verantwortlich.

Dieses Quartal ist somit das 21. Quartal in Folge, in dem die niederländische Wirtschaft wächst. Nur im letzten Quartal von 2015 stagnierte die Wirtschaft.

Auch der niederländische Wiederexport wuchs im letzten Quartal, wohingegen der Export von in den Niederlanden produzierter Güter etwas sank. Die Ursache hierfür sieht das CBS in der deutschen Wirtschaftsleistung, die im Gegensatz zu derjenigen der Niederlande um 0,1 Prozent leicht zurückging. Doch warum steigt die niederländische Wirtschaft stärker als die deutsche? Grund hierfür sei die Tatsache, dass Konsumentenausgaben für die Konjunktur in den Niederlanden wichtiger sind als in Deutschland. Hierzulande bestimmt vor allem die Industrie das Wachstum oder den Rückgang der Wirtschaftsleistung. Das Wirtschaftswachstum lasse sich also auch auf den Optimismus der niederländischen Konsumenten zurückführen.

Laut der Zeitung Volkskrant führe das Wachstum der Wirtschaft aber auch zu einer zunehmenden Spannung auf dem Arbeitsmarkt. Im Durchschnitt gab es für 100 Arbeitslose in den Niederlanden 93 freie Stellen. Bereits seit sechs Jahren wächst somit die Zahl der freien Arbeitsstellen in jedem neuen Quartal. Im ersten Quartal dieses Jahrs waren es noch 88 freie Stellen pro 100 Arbeitslose. Rund 3,3 Prozent der Niederländer waren im zweiten Quartal arbeitslos.

Neben Deutschland, das der wichtigste Handelspartner der Niederlande ist, beeinflusst auch die internationale Wirtschaft die Niederlande stark. Peter Hein van Mulligen, Ökonom des CBS: „Die ganze Unruhe in der Weltwirtschaft, merken wir davon etwas? Für das zweite Quartal lautet die Antwort eindeutig: nein!“ Allerdings drängt sich die Frage auf, wann den Niederlanden der nächste Konjunkturrückgang bevorsteht.

(Quelle: NiederlandeNet)

over de grens

15. Dezember 2018

Zum Wochenende ein wenig trockene Statistik aus dem Nachbarland:

In Europa sind die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden unvergleichlich. 2017 wurden Waren und Dienstleistungen im Wert von 177,3 Milliarden Euro über die deutsch-niederländische Grenze gehandelt. Das allein zeigt, wie eng die Volkswirtschaften beider Länder miteinander verflochten sind. Weltweit wird die deutsch-niederländische Integration nur noch von den USA und Kanada übertroffen. Besonders wichtig für die deutsch-niederländischen Wirtschaftsbeziehungen ist unzweifelhaft das Geschehen entlang der Grenze. Gemeinsam mit den Partnern aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hat das Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) jetzt die Grenzwirtschaft unter die Lupe genommen.

Ausschlaggebend für den Vergleich zweier Wirtschaftsstrukturen ist die Bruttowertschöpfung. Dabei handelt es sich um die Gesamtheit aller Güter und Dienstleistungen, die alle Branchen einer Volkswirtschaft innerhalb eines gewissen Zeitraums produzieren. Der Gesamtbetrag der Bruttowertschöpfung wird schließlich in den jeweils geltenden Marktpreisen ausgedrückt. Für das Jahr 2015 weist die CBS-Studie über die Wirtschaft an der deutsch-niederländischen Grenze aus, dass die Bruttowertschöpfungen in den deutschen Bundesländern höher liegen als in den Niederlanden. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erwirtschafteten an der Grenze gemeinsam rund 815 Milliarden Euro, während die niederländische Grenzregion es auf 615 Milliarden Euro bringt.

Zunächst mag zwar auffallen, dass die Niederlande ungefähr ein Viertel weniger im Untersuchungszeitraum erwirtschaftet haben als die beiden benachbarten Bundesländer. Betrachtet man jedoch den Beitrag, den jeder einzelne Arbeitnehmer zur Bruttowertschöpfung geleitet hat, relativiert sich dieser Eindruck. Die sogenannte Arbeitsproduktivität liegt in den Volkswirtschaften nämlich ähnlich hoch: Während die Niederlande und Niedersachen im Vergleich eine nahezu identische Arbeitsproduktivität aufweisen, können die Niederlande verglichen mit Nordrhein-Westfalen sogar ein Plus herausholen. Insgesamt sind die Arbeitnehmer an der niederländischen Grenze also am produktivsten.

Nimmt man die jeweiligen Branchen in den Blick, die an der Grenze für die Niederlande, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen eine wichtige Rolle spielen, zeigen sich Unterschiede. So dominiert das produzierende Gewerbe (ohne das Baugewerbe) in den meisten Kreisen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens im Grenzgebiet deutlich. Auf niederländischer Seite spielen in der Grenzregion dagegen Dienstleistungen im öffentlichen Sektor, der Erziehung, Gesundheit und in den Privathaushalten eine vordergründige Rolle. Trotz aller Unterschiede weisen die Wirtschaftsstrukturen im Großen und Ganzen aber Ähnlichkeiten auf.

In einer früheren Studie untersuchte das CBS bereits den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt. Demnach pendelten 2016 rund 38.000 Menschen aus Deutschland zur Arbeit in die Niederlande (NiederlandeNet berichtete). Auffällig ist dabei, dass die Arbeitnehmer aus Deutschland oft unterdurchschnittlich verdienen. Eine weitere Arbeitsmarktstudie nahm jetzt die Arbeitsverhältnisse genauer in den Blick. Hierbei zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden, denn: In der niederländischen Grenzregion sind 54 Prozent der Arbeitnehmer in einem Teilzeitarbeitsverhältnis beschäftigt. Das sind fast doppelt so viele wie auf der deutschen Seite, denn dort liegt der Anteil der Teilzeitarbeitnehmer bei 28 Prozent. Was allerdings beide Grenzregionen eint: Die Teilzeitarbeit ist überwiegend weiblich. Sowohl in den Niederlanden (83 Prozent) als auch in Deutschland (52 Prozent) wird Teilzeitarbeit eindeutig häufiger von Frauen verrichtet.


Ein Beitrag auf NiederlandeNet

38.000 aus Deutschland

6. November 2018

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat die Europäische Union einen entscheidenden Vorteil: Wer Arbeit sucht, wird nicht von Nationalgrenzen aufgehalten. Rund 38.000 Arbeitnehmer aus Deutschland machen von dieser Regelung Gebrauch und pendeln zur Arbeit in die Niederlande. Besonders viele Arbeitnehmer aus der Bundesrepublik finden sich in den Grenzprovinzen Limburg (28 Prozent) und Gelderland (22 Prozent), die im Osten des Landes liegen.

Die Studie, die das Zentrale Statistikamt CBS kürzlich veröffentlichte, bezieht sich auf das Jahr 2016. Darin ist die Rede von Arbeitnehmern, die aus Deutschland zur Arbeit einreisen. Unter diese Kategorie fallen deshalb auch Arbeitnehmer, die keinen deutschen Pass haben, aber dennoch in der Bundesrepublik wohnhaft sind. So zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass die meisten aus der Bundesrepublik pendelnden Arbeitnehmer niederländische Staatsangehörige (17.000) sind. Hinzu kommen 14.000 Deutsche und 4.000 Polen, die zwar in Deutschland wohnen, aber im nordwestlichen Nachbarland arbeiten.

Auch zeigt das CBS diejenigen Branchen auf, in denen Arbeitnehmer aus Deutschland besonders oft einer Berufstätigkeit nachgehen: Mit 27 Prozent sind diese am häufigsten in der Vermietungsbranche und dem übrigen Dienstleistungssektor angestellt. Zu diesem Wirtschaftszweig zählen zum Beispiel Leiharbeitsfirmen. Verglichen mit den in den Niederlanden lebenden Arbeitnehmern finden Beschäftigte aus der Bundesrepublik darüber hinaus eine Stelle in der Industrie (D: 17,3 Prozent; NL: 9,3 Prozent) sowie in der Logistikbranche (D: 9 Prozent; NL: 4,6 Prozent).

Obwohl die Pendlerströme zunächst erfreulich sind, weist das CBS allerdings auf ein Problem hin: Wer aus Deutschland zur Arbeit ins Nachbarland fährt, verdient oft unterdurchschnittlich. In der Tat ist mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer aus der Bundesrepublik im Niedriglohnsegment beschäftigt und verdienen nur zwischen 10 und 20 Euro pro Stunde. Der Grund: Gerade im Bereich Vermietung und sonstige Dienstleistungen, also dort, wo Berufspendler aus Deutschland zahlenmäßig überwiegen, kommt Leiharbeit häufiger vor. Daneben verdienten 2016 im selben Sektor besonders viele Arbeitnehmer, nämlich 14 Prozent, nur den gesetzlichen Mindestlohn. Zum Vergleich: Arbeitnehmer aus Belgien, die mit 40.000 Grenzpendlern größte Gruppe, verdienen deutlich besser und sind im Hochlohnbereich sogar überrepräsentiert. Bei den Spitzenstundenlöhnen ab 70 Euro übertreffen die Pendler aus Belgien (3,5 Prozent) beispielsweise sowohl die Niederländer (weniger als 1 Prozent) als auch die Arbeitnehmer aus Deutschland (1,6 Prozent) eindeutig.

Des Weiteren weist das CBS auf eine weitere Auffälligkeit hin: Die meisten Pendler aus Deutschland sind Männer. Während sich bei der niederländischen Berufsbevölkerung ein relativ ausgeglichenes Bild zeigt (52 Prozent männliche, 48 Prozent weibliche Beschäftigte), haben die deutschen Grenzpendler mit 68 Prozent einen deutlichen Männerüberschuss.

 

(Quelle/gefunden bei: NIederlandeNet)

schrumpft

17. August 2013

Bildschirmfoto 2013-08-15 um 22.08.10Die niederländische Wirtschaft schrumpft mittlerweile im vierten Quartal in Folge. Wie die nationale Statistikbehörde CBS jetzt bekannt gab, verzeichnete das Land von Anfang April bis Ende Juni erneut ein Minus von 0,2 Prozent im Vergleich zum zum vorhergehenden Quartal in seiner Wirtschaftsleistung. Damit verläuft der Trend in der fünftgrößten Volkswirtschaft der Eurozone entgegen dem der restlichen Euro-Staaten. Nach Angaben von Eurostat stieg die Wirtschaftsleistung in der Eurozone im zweiten Quartal dieses Jahres erstmals wieder an und ließ die Eurozone die Rezession erstmals wieder hinter sich.

Trotz der erneut schlechten Zahlen ist aber auch für die Niederlande Hoffnung in Sicht – der Sinkflug bremst ab: Noch zu Jahresbeginn hatte das Minus 0,4 Prozent betragen, im letzten Quartal 2012 sogar 0,6 Prozent. Und im kommenden Jahr, so die Erwartung der Regierungsbehörde Centraal Planbureau (Link oben), wird das Land die Rezession verlassen. Allerdings wird das Wachstum mit 0,75 Prozent zunächst noch sehr bescheiden sein, so die Prognose.

Das CBS geht davon aus, dass sich das niederländische Haushaltsdefizit 2014 auf 3,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einpendeln wird. Hingegen der früheren Regierungspolitik akzeptiert das Kabinett nun erstmals öffentlich, dass die Niederlande die EU-Konvergenznorm von 3,0 Prozent nicht erreichen werden. Mehr als die zuletzt angedachten 6 Milliarden Euro an zusätzlichen Einsparungen soll es nach Ansicht von Finanzminister Jeroen Dijsselbloem (PvdA) so auch nicht geben.

Als ursächlich für den erneuten Rückgang des Wirtschaftswachstums im vergangenen Quartal nennt das CBS hauptsächlich die geringere Konsumbereitschaft der niederländischen Bevölkerung. Vor allem Produkte wie Autos, Möbel und Bekleidung, aber auch Nahrungs- und Genussmittel wurden deutlich weniger verkauft. Auch Investitionen in Computer, Maschinen oder den Bausektor fielen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich schlechter aus. (Quelle)