so lange

24. Juni 2013

„Wieso dauert das eigentlich so lange mit der Wiederaufnahme von dem Mollath-Verfahren? Na klar, damit die übelsten Dinger erst nach der Wahl rauskommen.“

[fefe]

ps Das hier ist schon rausgekommen und es ist gleichermaßen hinterhältig wie eine gemeine Straftat: Das  Abhören von Telefonaten zwischen Klientem und Verteidiger. Und die bayerische Justiz? Ich sehe nicht, dass sie etwas dagegen unternähme.

Gescheitert

11. Oktober 2012

„Und nun das. Nicht einmal die Hälfte der benötigten 50.000 Unterschriften wurde erreicht, trotz zahlloser Aufrufe und Bitten von bekannten BlogsClubsAktivisten und Follower-starken Twitterern. Woran lag’s? Es lag, glaube ich, nicht an der schlechten Formulierung der Petition oder am zu diffusen Thema.“ (Wolfgang Michal)

Worum geht’s? Nun, „die Online-Petition an die Adresse des Deutschen Bundestages gegen das umstrittene Leistungsschutzrecht für Presseverlage im Internet ist deutlich gescheitert. Bei der Aktion wurden nur 21.366 Unterschriften im Netz gesammelt. Erforderlich wären 50.000 Unterschriften gewesen.

Bruno Kramm, der politische Geschäftsführer der Piratenpartei in Bayern, hatte die Petition gestartet. Darin wurde der Bundestag aufgefordert, ein Leistungsschutzrecht grundsätzlich abzulehnen (kress.de vom 29. August 2012). Mit 50.000 Unterstützern hätten die Piraten eine öffentliche Beratung im Petitionsausschuss des Bundestages erreicht.

In der Petition wird bemängelt, dass das Leistungsschutzrecht vor allem Verlage begünstige und nicht die Urheber von Texten. Weil nicht klar definiert sei, für wen das Leistungsschutzrecht gelten soll, fürchten die Unterzeichner Abmahnungen an Blogger und andere Internetnutzer.

Bei Carta, dem Autorenblog für digitale Öffentlichkeit, Politik und Ökonomie, findet Wolfgang Michal deutliche Worte für das Scheitern der Petition: Das sei eine Zäsur für das netzpolitische Engagement der alten Kämpen. Auch Superman Sascha Lobo (Foto lks., CC wikipedia) habe die Sache nicht mehr herumreißen können. Michal spricht von einer „herben Niederlage für die ganze Netzgemeinde„. Denn kein Thema habe das „historische Subjekt Netzgemeinde“ so „zuverlässig konstituiert“ wie das Thema Leistungsschutzrecht.

Eine Konsequenz dieser Niederlage muss sein, dass jetzt das Binnen-Verhältnis der Netzpolitik zu ihrem selbsternannten ‚politischen Arm‘, der Piratenpartei, offen zur Sprache kommt. Der Ausgang dieser Debatte könnte die Piratenpartei empfindlich treffen“, fordert und prophezeit Wolfgang Michal im Carta-Blog.“

(Übernommen von/Quelle kress.de, Text von Marc Bartl)

Mittelbahnsteig

13. September 2009

Heute wollte ich eigentlich über den neuen Mittelbahnsteig im Lingener Bahnhof ein paar Worte verlieren. Aber ich stelle meine Frage zurück, wie ankommende und abfahrende Zugreisende eigentlich auf ihm aus- und einsteigen wollen – also gleichzeitig, meine ich. Zwei Wochen vor der Bundestagswahl bin ich nämlich eben auf bzw. in dem Carta-Blog von Robin Meyer-Lucht (RML) hängen geblieben, der die Medienauftritte der Parteien im Internet aufarbeitet. Das ist außergewöhnlich spannende Lektüre, nicht nur für jemanden wie mich, der 30 Jahre lokale SPD-Wahlkämpfe organisiert hat.

Beispielsweise hat RML dieses SPD-Unterstützer-Video bei youtube gefunden, das einem alten Sozi wie mir natürlich gefällt.

Nebenbei an die Adresse jener, die es schon immer wussten:
Merke(l): Auch gestern hat schwarz-gelb gegen rot verloren. Deutlich!

Besonders beeindruckt RMLs Auseinandersetzung mit der CDU-Wahlwerbung, für die die Werbeagentur Kolle Rebbe verantwortlich zeichnet. Robin Meyer-Lucht schreibt: „Der jüngste Wahlwerbespot der CDU ist: Einlullen auf allerhöchstem Niveau. Der “TV-Spot II Angela Merkel“, wie ihn die CDU nennt, ist der bislang professionellste Werbespot in diesem Wahlkampf. Er ist ein Bravourstück der politischen Überredungskommunikation. Intellektuell mag solch ein Film als Beleidigung erscheinen, sein kommunikatives Ziel aber erreicht dieser Spot sehr effizient.“

Seine Kritik seziert das Video geradezu mit neurochirurgischer Genauigkeit – ebenso präzise wie anerkennend und RML öffnet den Blick für die subtil verwendeten Metaphern. Bündnis ’90/Die Grünen haben derweil auf ihre Weise das Merkel-Video aufgewertet:

Alles in Allem müssen andere noch lernen. So verzichtete die Lingener SPD auf eine Aufzeichnung ihrer 90-Jahre-SPD-Lingen-Feier, weshalb nur die 75 Anwesenden die wirklich gute Rede von Kandidat Dieter Steinecke erleben durften. Mit youtube wäre das nicht passiert!

Und Michael Fuest (Bündnis ’90/Die Grünen) hätte sich natürlich nach links ins abgeholzte Altenlingen-Bild stellen oder (besser!) gleich die ganze Aufnahme spiegeln müssen; denn das ist -weiß ich jetzt dank RML- ein bewährter optischer Trick, damit die Bilder den gewünschten Eindruck vermitteln. RML: „Da hierzulande Bilder wie Schrift von links nach rechts gelesen werden, entstünde (andernfalls) der Eindruck: Nach Merkel kommt wenig, sie hat wenig Zukunft. Es ist grundsätzlich unvorteilhaft, auf der rechten Bildhälfte gezeigt zu werden.“ Siehste, Michael!