BahnhofsWCEingebürgert hat es sich, auch wichtige Dinge im Verwaltungsausschuss (VA) unserer Stadt beschließen zu lassen, ohne dies zuvor mitzuteilen. Mit Ausnahme der CDU, deren Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling allwöchentlich freitags mit OB Krone die aktuellen Entscheidungen bespricht und auch -wie behauptet wird- trifft. Die Unsitte solch undemokratischen Hopplahopp-Entscheidungen hat vor einigen Tagen auch das Bahnhofs-WC getroffen. Das ist nämlich kaputt, sieht jämmerlich aus und ist nicht benutzbar.

Ältere Lingener erinnern sich, dass die fehlenden öffentlichen Toilettenanlagen ein großes Ärgernis in unserem Städtchen waren, als Krones Amtsvorgänger Pott vor 15 Jahren in Amt und Würden kam und untersuchen ließ, wo der Schuh drückte. Vor allem drückte die Lingener aber noch etwas anderes und die Lingener Tagespost berichtete:

„Die unzureichenden und oft in einem desolaten Zustand befindlichen öffentlichen Toilettenanlagen scheinen das größte Ärgernis für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lingen zu sein und deswegen werden wir in diesem Jahr noch Abhilfe schaffen“, versprach Oberbürgermeister Heiner Pott.“2016-05-29 13.44.38

Er hielt Wort: Eine öffentliche WC-Anlage entstand am Bahnhof. Doch die ist seit Monaten nach einem Einbruchsversuch im Dezember 2015 defekt. Überraschenderweise war dies für OB Krone und seine Verwaltung kein Grund, die WC-Anlage instand zu setzen,  sondern ernsthaft deren Schließung vorzuschlagen, weil doch deshalb „keine einzige Beschwerde bei der Verwaltung“ eingetroffen sei. Er schlug vor, vorsorglich den Vertrag zu kündigen und zu prüfen, welche WC-Anlagen an der Stelle „mit vertretbarem Aufwand“ angeboten werden könnten. Ich hab dem widersprochen, da binnen sechs Monaten Kündigungsfrist nicht geklärt werde, was mit dem Bahnhofsgebäude geschehe; außerdem war, als die WC-Anlage noch im Bahnhofsgebäude war, sie in einem jämmerlichen, stinkenden Zustand. Sie wurde dann deshalb in die Bahnhofs-Gastwirtschaft eingegliedert. Dann war es ok, aber Nicht-Gäste konnten sie nicht mehr benutzen.

Cordula Süßmann (Liberale Fraktion) prophezeite jedenfalls im VA -bevor das Thema vertagt wurde-, dass die Schließung der Anlage Beschwerden nach sich ziehen werde. Was soll ich sagen? Die Kollegin Süßmann hat 100 Punkte! Denn gestern traf diese E-Mail von Wolf-Dieter Thal bei mir ein:

Am 28.05.2016 gab es eine Sonderzugfahrt nach Amsterdam. Zur vorgesehenen Abfahrtszeit fanden sich mehrere hundert Fahrgäste/Besucher ein. Man musste feststellen, dass sich im gesamten Bahnhofbereich keine verfügbare Sanitäreinrichtung befand:
– nicht im Bahnhofsgebäude
– nicht im Busbahnhof, verschlossen, und gibt es ueberhaupt welche?
– nicht die im Bahnhofsbereich aufgestellte Toilettenanlage – nicht zugänglich!!!
Diese Situation besteht nicht erst seit dem 28.05.2016, und so stellt sich die Frage, wann die Verwaltung/Politiker der Stadt beabsichtigen, diese aeußerst mangelhafte Situation abzustellen?.
Ich wünsche ja keinem etwas Schlechtes, doch für all jene, die fuer diese Situation verantwortlich sind, dass sie mal mit Durchfall am Lingener Bahnhof konfrontiert sind.
Übrigens, dies ist generell ein unhaltbarer Zustand, da er alle Reisenden trifft, und dies schon seit langer Zeit! Welch ein positives Image für Lingen!
Also schreibe ich dem OB diesen offenen Brief:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
es gibt seit Dezember keine funktionierende WC-Anlage am Lingener Bahnhof. Doch nebenan ist der Busbahnhof, der ist zwar technisch leider nur auf dem vordigitalen Stand der 1970er Jahre; aber er hat ein öffentliches WC. Das hat der Steuerzahler bezahlt – extra nachfinanziert mit zehntausenden Euro. Allerdings ist es eben auch geschlossen.
Wie wär’s denn, wenn Sie dem Busbetreiber VGE Emsland-Süd gleichermaßen höflich wie gehörig auf die Füße treten, damit das ZOB-WC wie vereinbart und gefördert für Reisende und Bedürftige geöffnet ist und wenn Sie b) dasselbe mit dem machen, der das Bahnhof-WC so vergammeln lässt ?
Herzlichen Dank für die Erledigung!
Ihr Robert Koop
(Fotos: W.-D Thal)

Verpasst

2. Juni 2014

Alle wieder da vom Brückentag-Ausflug? Hier mein Service, was Ihr in den vier Tagen verpasst habt:

30 Stunden Telefonausfall in der östlichen Innenstadt, weil ein Telekomschacht abgesoffen war. Fing am Christi Himmelfahrtstag um 6.30 an und fiel so früh nur den Alarmanlagenbetreibern auf. Erst spät am (nächsten) Freitagnachmittag war’s dann repariert. Fazit: Ein Tag ohne Telefon im Büro war fast wie ein Brückentag ohne Büro.

Am Feiertag präsentierten die Kivelinge ihr traditionelles Geschenk an die BürgerInnen der Stadt. 19 Infotafeln mit QR-Code, ganz pfiffig. Das erzürnte die Lingener Sozialdemokratie, weil sie dieselbe Idee schon im November 2012 hatte. Dabei sollte sie sich eigentlich freuen; immerhin haben ausgerechnet die Kivelinge eine SPD-Idee verwirklicht.

Samstagnachmittag feierten die Fußballer des TuS Lingen ausgelassen die Meisterschaft in der Bezirksliga nach einem 7:2 Erfolg und den Aufstieg in die Landesliga. Tatsächlich: Ein Aufstieg des TuS. „Der erste nach gefühlt 20 Jahren“, wie sich Stadionsprecher Männe Feldmann über die Stadionlautsprecher erinnerte. Für die bislang auch in derselben Bezirksliga kickenden Fußballer von Olympia Laxten ist es hingegen seit Samstag, den 30. Mai endgültig ganz schwierig; denn einen Spieltag vor Saisonende liegt die Mannschaft mit drei Punkten weniger plus einem 9 Tore schlechteren Torverhältnis gegenüber der Konkurrenz aus Meppen auf einem Abstiegsplatz. Dahin hat es am letzten Spieltag auch den SC Baccum verschlagen, der aus der Kreisliga in die linienrichterlose Kreisklasse-Süd zurück muss.

Die Jusos präsentierten am Wochenende Vorschläge zum LiLi-Bus, wie zB einen einheitlichen Faltplan mit allen Linien, den Fahrplan in die Lingen-App zu integrieren, an den Haltestellen QR-Codes zur Orientierung auszuhängen (Guckst Du oben: das nächste Kivelingsfest ist 2017!) und die Überdachung am Busbahhof zu verbessern (seit wann hat der eine Überdachung; der hat doch nur Design?!).

Gossip gab’s dann am Sonntagmorgen, als sich der ins Emsland geflüchtete Rapper Kay One, auch Prince Kay One genannt, mit einem Zwerg [pol korr.: einem kleinwüchsigen Menschen] und anderen einen handfesten Raufhändel im Lingener Extrablatt leistete [kein Scheiß, Freunde!]. Verletzt wurde Kay One (O-Ton: Bald kommt Nizar sein Sommerhit. Alles vorbei !] bei der Keilerei wohl nicht, sondern vor allem das rechte Handgelenk der ins Getümmel geratenen Kellnerin, die das Tablett mit Gläsern noch rettete und später mit einem guten Trinkgeld entschädigt wurde. Die mit zwei Mann angerückte Lingener Polizei (oder waren es gar vier?) zog unverrichteter Dinge wieder ab. Man hatte sich inzwischen geeinigt.

Nachtrag. Am Samstag gab es ein Softopening in Der Posthalterei. Im „Postillion“, wo früher die Kutschen parkten, feierte man Geburtstag [ Nein, nicht den von Markus Quadts zweitem Sprössling. Das war erst gestern Abend].

Zweites Fazit: Ihr wisst jetzt um alles Wesentliche der letzten Tage, das Ihr wirklich verpasst habt; die Arbeitswoche kann kommen.

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(Meisterschaftsfeier des TuS Lingen am 30. Mai; © KEI-TV)

Verschlimmbesserung

14. November 2011

Der von den Architekten Droste, Droste-Urban ersonnene Lingener Busbahnhof „VGE-ZOB“ passt sich in seiner Disfunktionalität nahtlos dem missglückten „Mittelbahnsteig“ des angrenzenden Bahnhofs an. Blogleser S. schickt mir dazu das aktuelle Foto und schreibt: „Verschlimmbesserung! Ein neues Wartehäuschen der Stadt Lingen – erbaut , weil die Busdächer nicht vor Regen schützen. Man beachte den gegen Westen hoch öffnenden Zugang dieses Stadtobjektes. Schade, dass es keine Amtshaftung gibt.“

Für Fans der politischen Mehrheit habe ich auch noch echt Schönes vom Busbahnhof, weil man ja „nicht immer nur das Negative…“. Wir verstehen uns? Guckst Du hier.

Verschiebungen

21. März 2009

...da! - Logo der VG Emsland-Süd

...da! - Logo der VG Emsland-Süd

Ich habe mich gerade geärgert!

Denn heute meldet sich die „Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd“ zu Wort und teilt diese „Informationen“ mit:

Neubau des zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) in Lingen

Aufgrund des Neubaus wird der zentrale Omnibusbahnhof in Lingen mit Beginn der Osterferien zum „Alten Hafen“ verlegt. Alle Stadt- und Regionallinien treffen sich hier zum Umstieg
Statt der Haltestellen „Lingen, Bahnhof“ und „Lingen, Burgstraße“ benutzen Fahrgäste der Linien 101, 111, 121, 131, 132, 133 die Haltestelle „Kaiserstraße“ (in Höhe Halle 1/2). Durchgang in die Innenstadt durch die Unterführung
Die Linien 171 und 174 benutzen die Haltestelle „Konrad-Adenauer-Ring“
Die Linien 141, 151, 160, 161, 162, 165 benutzen den Ausweich – ZOB am „Alten Hafen“. Die Haltestelle „Kurt-Schumacher-Brücke“ wird nicht mehr bedient
Die Linien der  NachtEulen treffen sich am „Alten Hafen“ zu den gewohnten Zeiten um den Umstieg sicher zu stellen. Die Fahrgäste  der Linien N2, N3, N7 haben die Möglichkeit an der Haltestelle „Kaiserstraße“ ein- bzw. auszusteigen.
Durch diese Maßnahmen kann es zu zeitlichen Verschiebungen im gesamten Busverkehr kommen
Wir sind für Sie da!

VGE – Süd

Alles klar?!

Zur Erinnerung: Erst wird auf Kosten der Allgemeinheit der Lingener Busbahnhof nur deshalb völlig überdimensioniert gebaut, weil eine zeitgemäße Informationstechnik in den Bussen  den Busunternehmen zu teuer ist. Und dann nimmt sich der quasi-öffentliche Dienst VGE  des dadurch hervorgerufenen Problems an, verteilt munter  den Busbahnhof an vier entgegen gesetzt gelegene Ausweichplätze und krönt seine völlig unverständliche (Des-)Information mit diesem klebrig-abgedroschenen „Wir sind für Sie da!“-Hinweis.

Seid Ihr  nicht!  Sonst würdet Ihr nämlich  merken, was Ihr an Chaos anrichtet,  lesen, was Ihr an Kauderwelsch schreibt, und erkennen, dass nur ein kompletter VHS-Kurs geeignet ist, Eure Technokraten-Meldung zu verstehen.

Fahrschüler und andere Fahrgäste werden viel Vergnügen beim bevor stehenden Durcheinander haben.