Kinderbuchfest

2. November 2016

kinderbuchwochen_2016_plakat_webMit einem großen und bunten Kinderbuchfest rund um den Universitätsplatz endet am nächsten Sonntag die 11. Lingener Kinderbuchwoche, die gestern begonnen hat. Die sonntäglichen Programmpunkte im Überblick:

11 Uhr – 12 Uhr „Kiki & Pupps“ im Professorenhaus: „Ritter Rost und das mutige Burgfräulein Bo“
(für Kinder ab 4 Jahren, 50 Min, Eintritt 5 Euro)

Tief im Fabelwald, da ist was los! Reitende Ritter, feuerspeiende Drachen und leicht dümmliche Damenhüte. Wenn Ritter Rost zu seinen Abenteuern aufbricht, müssen er und das Burgfräulein Bö die gefährlichsten Situationen meistern. Und manchmal zeigt es sich, dass die, von denen wir es am wenigsten erwarten, die Mutigsten sind, wenn es darauf ankommt!

13 Uhr Mitmachtheater im Professorenhaus: „Der kleine Ritter Trenk“ – nach den Büchern von Kirsten Boie
(für Kinder ab 4 Jahren, kein Eintritt)

Oh je – Ferkelchen ist weg! Natürlich macht sich der kleine Ritter Trenk sofort auf die Suche nach seinem besten Freund. Aber irgendwie ist der kleine Ritter Trenk wohl vom Weg abgekommen, denn er landet – potz Blitz – in der Zukunft. Gemeinsam mit den Kindern versucht er, sein Ferkelchen wiederzufinden, um mit ihm wieder ins Mittelalter zurückzukehren.

14:30 Uhr Mitmachtheater im Professorenhaus: „Der kleine Ritter Trenk“ – nach den Büchern von Kirsten Boie
(für Kinder ab 4 Jahren, kein Eintritt)

Oh je – Ferkelchen ist weg! Natürlich macht sich der kleine Ritter Trenk sofort auf die Suche nach seinem besten Freund. Aber irgendwie ist der kleine Ritter Trenk wohl vom Weg abgekommen, denn er landet – potz Blitz – in der Zukunft. Gemeinsam mit den Kindern versucht er, sein Ferkelchen wiederzufinden, um mit ihm wieder ins Mittelalter zurückzukehren.

15 Uhr – 16 Uhr „Kiki & Pupps“ im Professorenhaus: „Fiete Anders“
(für Kinder ab 3 Jahren, 45 Min, Eintritt 5 Euro)

Fiete Anders ist ein Schaf. Er fühlt sich einsam, weil er anders ist als andere Schafe. Doch tief im Herzen spürt er, dass es irgendwo einen Ort geben muss, wo anders richtig ist. Eine wunderbare Liebeserklärung an das Meer und eine große Ermutigung für alle, die sich ein wenig anders fühlen.

16 Uhr Mitmachtheater in der Buchhandlung Holzberg (Clubstr. 2): „Der kleine Ritter Trenk“
(für Kinder ab 4 Jahrenkein Eintritt)

Oh je – Ferkelchen ist weg! Natürlich macht sich der kleine Ritter Trenk sofort auf die Suche nach seinem besten Freund. Aber irgendwie ist der kleine Ritter Trenk wohl vom Weg abgekommen, denn er landet – potz Blitz – in der Zukunft. Gemeinsam mit den Kindern versucht er, sein Ferkelchen wiederzufinden, um mit ihm wieder ins Mittelalter zurückzukehren.

16:45 Uhr Mitmachkonzert in der Stadtbibliothek:
Duo Karibuni – WELTmusik für Kinder
(kein Eintritt)

Das Duo Karibuni (Josephine Kronfil und Pit Budde) nimmt seine kleinen und großen Zuhörer mit auf eine musikalische Weltreise. Im Programm wird ein Bogen geschlagen von Afrika zu den Indianern, von Europa nach Lateinamerika, vom Orient nach Australien. Die Kinder lernen Spiellieder aus Afrika, tanzen wie in Lateinamerika, singen indianische Lieder, hüpfen wie die Känguruhs in Australien.
Das Karibuni-Mitmachkonzert passt natürlich wunderbar zum Motto der Kinderbuchwoche! Der Eintritt ist kostenlos.

Das Professorenhaus (Erlebnishaus TPZ) und auch das Cafè Augusto im Professorenhaus sind durchgehend von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Mittags gibt es kleine Snacks. Und natürlich gibt es selbstgebackenen Kuchen!

📌 Emslandkalender 2017

28. Oktober 2016

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Abifestival ’16

15. Februar 2016

Was gibt’s beim Abifestival 2016? Heute sind es noch genau 130 Tage bis zum „#AF16“, das „umsonst & draußen“ am 24./25. Juni in Lingen (Ems) am alten AKW wieder Tausende anlocken wird. Die Bandbooker vom Abifestival seit 1981 eV waren vor vier Wochen  beim Eurosonic Noorderslag in Groningen und treffen in diesen Wochen die Entscheidungen über die auftretenden Bands.

OpenAirDoch, seien wir ehrlich, die eigentliche Frage ist: Was kommt auf den Campingtisch? Und dafür gibt es seit heute, weiß Marc Ehrichs Blog testspiel.de, eine ausgesprochen gute Antwort: „„Open Air“ heißt das neue Festival und Camping-Kochbuch für unterwegs von dem Hamburger Koch Stevan Paul und der Berliner Fotografin Daniela Haug. Im Sommer 2015 waren die beiden mit Bulli, Campingkocher und Grill in Europa unterwegs und haben das Roskilde Festival in Dänemark, das Summer Jam und das Melt! Festival in Deutschland sowie das Sziget und Dimensions Festival in Kroatien besucht.

Dabei haben sie in die Töpfe der Festivalköche und Zeltnachbarn geblickt, ließen sich Rezepte verraten und Lebensgeschichten erzählen. Entstanden ist dabei kein gewöhnliches Kochbuch mit über 100 Rezepten, sondern vielmehr ein Handbuch für draußen und unterwegs für jede Ausstattung und Gelegenheit beim Campen entstanden. Um die Reisevorbereitungen, die Planung und das Kochen unterwegs so einfach wie möglich zu machen, gibt es zu jedem Rezept die entsprechenden Hinweise und Tipps zu Transport, Lagerung und Haltbarkeit, denn natürlich will die Festivalküche wie jede andere Küche auch gut vorbereitet sein.

Sehr nützlich und hilfreich sind auch die sechs Kapitel Open-Air-Wissen wie z.B. „Richtig packen, besser packen“ oder „Kaffee kochen – fünf Methoden für unterwegs“. Ein Pro-Tipp von Stevan Paul sind die trinkbaren Kühlelemente, die aus gefrorenen Tetrapacks mit Wasser bestehen. Die simple und einfache Variante zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen hatte ich auch noch nicht in Betracht gezogen.

Wie es sich für ein gutes Kochbuch gehört, sind die vielen Rezepte wie z.B. der „Dr. Green Thumb’s Salad“ oder der „Nudelsalat Alte Schule (Don’t Call It A Comeback)“ illustriert mit Bildern von den Gerichten aber auch vom bunten Treiben auf den Festivals.

„Open Air“ erscheint heutebei Brandstätter und kostet 29,90 Euro (ISBN-13: 978-3850339285). Beim Amazon (Affiliate Link) könnt ihr einen Blick in das wirklich sehr, sehr schöne Buch werfen, das nicht nur inhaltlich sondern auch optisch und haptisch ein Genuss ist.“

Gekauft wird es dann im lokalen Buchhandel, also zB bei der Buchhandlung Holzberg in Lingen (Ems).

 

(Quelle und Text:Marc Ehrich testspiel.de,)

Schepers-Lesung bei Holzberg

17. September 2015

MoucheDiese feine, kleine Lesung mit Heiner Schepers in der traditionsreichen Lingener Buchhandlung Holzberg, Clubstraße 2, hat es leider nicht einmal in den städtischen Veranstaltungskalender geschafft, obwohl sie den Aufgalopp zum 17. Internationalen Fest der Puppen darstellt, dessen künstlerischer Leiter Heiner Schepers (Foto) seit dem letzten Jahrtausend war.

Heiner Schepers liest aus der im vergangenen Jahr erstmals in deutscher Übersetzung erschienenen Erzählung „Die Liebe der kleinen Mouche“ von Paul Gallico.

Die Geschichte des Buches:
Die Realität ist grausam und Hoffnungen werden schnell enttäuscht, das muss die kleine Mouche schon zu Beginn dieser Erzählung erfahren. Aber manchmal hat man auch Glück. So landet sie nicht in den kalten Fluten der Seine, sondern bei einem kleinen Puppentheater, das dank ihrer sprühenden Fantasie erst richtig lebendig und immer erfolgreicher wird. Die sieben Puppen, mit denen sie sich vor der Bühne unterhält, lieben sie so sehr, wie ihr Spieler, der Kriegsveteran Michel Peyrot alias Capitaine Coq, sie zu verachten scheint.

heiner-schepersEr fühlt sich von ihrer Unschuld angegriffen und so versucht er immer wieder, sie ihr durch sein brutales Verhalten zu nehmen. Doch was immer er ihr auch antut, sie erholt sich davon und die Liebe der Puppen lässt sie „wie ein Phönix“ aus der Asche wiederauferstehen. Als sie einen jungen Akrobaten kennenlernt, der sie heiraten möchte, sieht sie eine Möglichkeit, der Gewalt des Puppenspielers zu entfliehen. Doch die Geschichte nimmt eine überraschende Wendung…

Paul Gallico: Die Liebe der kleinen Mouche, Urachhaus, ISBN: 978-3-8251-7888-8, 17.90 Euro

Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 7 Euro. Es wird um Voranmeldung (Facebook) oder über 0591 3316 gebeten.

 

Hannes

21. August 2015

„Nicht gewollt“ heißt die jetzt erschienene „Autobiografie eines Heimkindes“ von Hannes Duderstadt. Der engagierte Lingener Sozialpädagoge, der sich Jahrzehnte um benachteiligte Jugendliche kümmerte und für sie ein engagiertes Sozialunternehmen aufbaute, schreibt nicht nur über 30 Jahre Berufserfahrung und seine Erfahrungen und Erkenntnisse. Duderstadt, den alle in Lingen nur „Hannes“ rufen, nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und arbeitet gradlinig so manch lokales Lingener Tabu auf. Über das viel gelobte Christophoruswerk, an das er seine Jugendhilfe-Einrichtung verkaufte, liest man dies:

Ich hätte wissen müssen, dass es sein kann, dass auch eine christliche Einrichtung nur knallhart geschäftlich denkt. … traf ich eines Tages die hauswirtschaftoiche Kraft, die vomn ersten Tag meiner Gründung bei mir beschäftigt war. Sie stand vor dem Rathaus, war sehr aufgelöst und erzählte mir, dass sie nicht mehr in der Einrichtung arbeitete. … Sie hatte zwei Hüftoperationen hinter sich, und ich hatte sie wieder voll eingestellt, mit dem Versprechen, sie bis zur Rente zu beschäftigen. Sie erzählte mir, dass man ihr jeden Tag vorhielt und deutlich machte, dass sie keine Leistung mehr bringe und nicht rentabel sei. Dies bekam sie immer wieder vorgehalten. 

Dann konnte sie nicht mehr und stimmte einem Auflösungsvertrag zu. Ich schämte mich und rief die neue Leitung meiner Einrichtung an. Wie kann es sein, dass eine so große Einrichtung, die mit behinderten Menschen arbeitet, dann noch mit christlicher Prägung, so mit einem Menschen mit Behinderung umgeht? Wenn der Behinderte Geld bringt, dann gerne, aber er darf nichts kosten. Und diese Frau war seit über 10 Jahren bei mir beschäftigt gewesen und hatte über 30 Jahr ehrenamtlich für die Gesellschaft gearbeitet. Das wusste auch der Geschäftsführer.

Denn bei den Gesprächen pochte ich darauf, dass diese Frau bis zur Rente meine Zusage hatte, bei mir beschäftigt zu sein. So ein Mensch hätte das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen müssen und nicht rausgemoppt werden dürfen. Ich schäme mich.

Es sind bei weitem nicht die einzigen freimütigen Worte über die lokale Szenerie, die die 120 Seiten des kleinen Buches zu einer so berührenden, eindrucksvollen Lektüre machen. Auch über Professoren, Jugendamtsmitarbeiter und Steuerberater berichtet Hannes Duderstadt ebenso klar wie über sich selbst und seine ganz privaten Schwierigkeiten. Leider weiß ich nicht, zu welchen Konditionen das Buch im Buchhandel erhältlich ist. Also: Bitte in der Buchhandlung Holzberg nachfragen. Und Hannes wegen seines Mutes und seiner Leistung auf die Schulter klopfen, wenn man ihn trifft.

[NICHT GEWOLLT, Autobiografie eines Heimkindes – 30 Jahre Berufserfahrung, von Hannes Duderstadt, Paul-Druck Biene, 120 Seiten, DIN A 6, Selbstverlag]

Duo Folani

4. Juli 2015

Duo Folani
„Vivaldi trifft Kästner –
Vier Jahreszeiten mit 13 Monaten“
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz
Mi 8. Juli, 20 Uhr
Karten: 18 Euro (Abendkasse), erm. 14 €

02_Duo_Folani_2015Unter dem Titel „Vivaldi trifft Kästner“ treten zwei der ganz Großen der europäischen Kultur in einen faszinierenden Dialog: Antonio Vivaldis berühmte „Die Vier Jahreszeiten“ begegnen Erich Kästners Gedichtzyklus „Die Dreizehn Monate“ aus dem Jahr 1954. Während Vivaldi in unübertroffener Weise die ganz unterschiedlichen Stimmungen des Jahreskreislaufes in Töne gießt, beschreibt Kästner sehr anrührend ein „Jahr auf dem Lande“, erfindet gar einen dreizehnten Monat, der alles Wünschenswerte in sich vereint. Dass er dabei ein sehr deutsches Jahr beschreibt, während Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ natürlich mediteran geprägt sind, erhöht den Reiz dieser Begegnung nochmals…

Wenn sich Vivaldi und Kästner des Themas „Zeit“ kunstvoll annehmen und von zwei Könnern ihres Fachs wie dem Cellisten Suren Anisonyan und dem Geiger und Sprecher Ihno Tjark Folkerts präsentiert werden, ist ein genussreicher Abends zu erwarten- Duo Folani freut sich auf Sie!

Karten gibt es in der Buchhandlung Holzberg, der Touristeninformation Lingen, online unter www.trio-limusin.de sowie an der Konzertkasse ab 19.00 Uhr.

online

17. November 2013

GeheimerKriegSchon Anfang der Woche hatten wir über John Goetz und Christian Fuchs Buch Geheimer Krieg berichtet [mehr…]. Nun ist zu der mehrjährigen Recherche der Reporter von NDR und der Süddeutschen Zeitung eine Website bzw. interaktive Landkarte online. Die Journalisten werden die Website weiterhin mit Daten und Erkenntnissen füttern und so hoffentlich im Laufe der Zeit ein immer besseres Bild der geheimdienstlichen Aktivitäten der USA in Deutschland zeichnen.

Am 28. November wird es außerdem einen Themenabend zum Projekt und dem Buch geben: Beckmann und Panorama werden darüber berichten. Außerdem wird ARD am 29.11. Jeremy Scahills Dokumentarfilm Dirty Wars zeigen – das deutsche Buch ist vor gut einem Monat veröffentlicht worden. Der investigative US-Journalist berichtet in seinem Buch über Amerikas globalen Krieg gegen den Terror und die Mittel, die sie zum Erreichen ihrer Ziele einsetzen – von geheimen Aufklärungs-Drohnen und Stützpunkten bis hin zu Targeted Killings.

Das Buch ist online erhältlich und ihm gut sortierten (Lingener) Buchhandel.

Grundrechte-Report

25. Mai 2011

Zum 15. Mal dokumentiert der jetzt erschienene Grundrechte-Report Eingriffe in die Grund- und Freiheitsrechte in Deutschland.  In diesem Jahr behandelt er  schwerpunktmäßig das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit in Deutschland.  Die Palette der diesjährigen Themen ist dabei breit:  Gilt das Recht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum auch für Flüchtlinge? Bleibt der Bombeneinsatz von Kunduz ohne Konsequenzen? Welche Gefahren gehen vom Zensus 2011 aus? Haben kirchliche Arbeitnehmer keine Rechte? Welche Folgen hat die Abschaffung der Wehrpflicht? Sind unsere Wahlgesetze noch demokratisch?

Der Grundrechte-Report ist ein gemeinsames Projekt von acht deutschen Bürgerrechtsorganisationen: Humanistische Union, Komitee für Grundrechte und Demokratie, Bundesarbeitskreis Kritischer Juragruppen, PRO ASYL, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein, Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen, Internationale Liga für Menschenrechte und Neue Richtervereinigung. Die jährlichen Verfassungsschutzberichte, die aus der entgegengesetzten Perspektive viele Bürgerinnen und Bürger als sogenannte Verfassungsfeinde beargwöhnen und denunzieren, erhalten auf diese Weise ein notwendiges Gegengewicht. Die Ausgabe Grundrechte-Report 2011 wurde der Öffentlichkeit in Karlsruhe an diesem Montag vorgestellt; der  23. Mai  ist der Tag, an dem 1949 das Grundgesetz unterzeichnet und ausgefertigt wurde und in Kraft trat.

Zehn Jahre nach dem 11. September 2001 und der daraufhin erfolgten Antiterrorpolitik zeigten sich die Herausgeber des Grundrechte-Reports besorgt darüber, dass auch im Jahr 2010/11 unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung die lückenlose Überwachung der Bevölkerung vorangetrieben werde. Angesichts der Warnungen der „Dienste“ vor Terroranschlägen müssten endlich alle „Sicherheitslücken“ geschlossen werden – hieß es am Montag. Die Herausgeber des Grundrechte-Reports warnten davor, dass sog. Sicherheitslücken mit überwachungsbedürftigen Lebensbereichen gleichgesetzt würden. „Wer jede Kommunikation zwischen Menschen, jede Lebensäußerung überwachen und registrieren will, um mögliche Straftaten bereits weit im Vorfeld vereiteln zu können, greift den Kerngehalt der Grundrechte an,“ sagte Martin Kutscha, Staatsrechtslehrer und Mitherausgeber des Grundrechte-Reports.

Ob sie auch an Osnabrück gedacht haben, wo man nicht einmal das Landgericht betreten kann, ohne perfekt durch ein auf  dem Neumarkt installiertes, polizeiliches  Videosystem überwacht und aufgezeichnet zu werden? Ein rechtsstaatswidriger Vorgang, an den ich denken musste, als ich die Berichte aus Karlsruhe las.

Renate Jaeger, bis Ende 2010  Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) und ab 1994 zehn Jahre lang Bundesverfassungsrichterin lenkte vorgestern bei der Vorstellung des ‚Grundrechte-Reports 2011 die Aufmerksamkeit auch auf die Flüchtlinge in Deutschland. Bisher sei deren Schutz in Deutschland zu sehr auf das politische Asyl verengt. Dabei könne das Armutsgefälle in der Welt ebenso wichtige Gründe für Migration liefern. Dasselbe gelte für das Leben in einem tyrannisch regierten Staat, auch wenn noch keine konkrete Verfolgung drohe. Jaeger sagte: „Die Fixierung der Garantien unserer Verfassung nur auf die politische Verfolgung  schwäche die anderen Argumente“,  und plädierte für eine großzügigere Praxis beim Bleiberecht von Flüchtlingen aus andere Fluchtursachen. Diese seien stärker in die Entscheidung über eine Abschiebung einzubeziehen: „Jemanden in den Hungertod zurückzuschicken, ist nicht weniger schlimm, als jemanden in den Kerker zurückzuschicken.“ sagte Renate Jaeger.

Anlässlich der Vorstellung  berichtete auch eine betroffene Studentin darüber, wie  die Polizei einen verdeckten Ermittler (im Klartext: Spitzel) in die linke Szene an der Universität Heidelberg einschleuste, um sich ein Lagebild über Personen und Aktivitäten zu verschaffen. Rechtsanwalt Martin Heiming, Vorsitzender des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins (RAV), Mitherausgeber des Grundrechte-Report: „Welcher Student, welche Studentin wird noch Lust verspüren, sich politisch zu engagieren, wenn man damit rechnen muss, dass immer einer dabei ist, der sozusagen eine Handy-Standleitung zur Abteilung Staatsschutz der örtlichen Polizei betreibt?“

Positiv zu vermelden ist, hieß es am Montag, dass der Schutz der Grundrechte heute vermehrt auch von europäischen und internationalen Normen und Institutionen ausgeht. So hat beispielsweise der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im vergangenen Jahr (erneut) die Bundesrepublik Deutschland wegen der Verletzung des  Folterverbots gerügt;  auch über diesen „Fall Daschner“ berichtet der neue Report. Außerdem: Das Recht auf Familie für Migrantinnen und Migranten wird durch das Gemeinschaftsrecht der Europäischen Union geschützt, die UN-Kinderrechtskonvention stärkt die Kinderrechte auch für Flüchtlingskinder in Deutschland.

In Lingen halten die Buchhandlung Holzberg in der Clubstraße 2 und Thalia in der Lookentor-Passage den „Grundrechte-Report 2011“  (Preis: 9,99 Euro ohne Versand) vorrätig. Außerdem kann er online bestellt werden: Grundrechte-Report 2011.

(Quellen: HU, RAV, Grundrechtekomitee, Süddeutsche)

Kruse

25. August 2010

Martin Kruse,  Lingener Ehrenbürger und Altbischof, liest am Samstag, 28. August, 16 Uhr aus seiner Biographie
Es kam immer anders
im Foyer des Lingener Theaters an der Wilhelmshöhe.

Die mitveranstaltende Buchhandlung Holzberg wird einen Büchertisch präsentieren. Der Eintritt ist frei.