Schadsoftware

10. Juni 2016

BSI2Der Neid der Freunde und Kollegen ist ihnen gewiss: Den Glücklichen, die der begehrten Eintrittskarten für ein Spiel in einem französischen EM-Stadion ergattert haben. Zudem können sie die Atmosphäre eines Public-Viewing-Events am Austragungsort genießen. Bevor sich die Fans auf die Reise nach Frankreich begeben, sollten sie nicht nur für eine vollständige Ausrüstung mit Trikot und Schal sorgen. Denn um die Daheimgebliebenen jederzeit mit Eindrücken der Reise zu versorgen, setzen viele auf das mobile Internet. Für den ungetrübten Spaß an der Kommunikation sollte man diese Tipps vom „Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik“ (kurz BSI)  beachten:

  • Verschlüsseln Sie sensible Daten auf Ihrem Gerät und machen zusätzlich eine Sicherungskopie auf einem externen Datenträger, den Sie zuhause sicher verwahren. Im Falle eines Datenverlusts durch Schadsoftware oder Diebstahl des mobilen Geräts sind zumindest Ihre Daten gerettet.
  • Verschicken Sie keine sensiblen und vertraulichen Daten (z.B. Kreditkarten- oder Bankdaten), wenn Sie in einem öffentlichen WLAN eingeloggt sind, da die Daten dort in den allermeisten Fällen unverschlüsselt übertragen werden und so leicht in falsche Hände geraten können.
  • Aktivieren Sie drahtlose Schnittstellen wie Bluetooth, WLAN oder NFC nur dann, wenn Sie sie tatsächlich nutzen, denn auch auf diesem Wege kann ein Schadcode in Ihr Gerät geschleust werden.
  • Besuchen Sie mit Ihrem Gerät möglichst nur Ihnen bekannte Webseiten. Am besten setzen Sie noch zuhause Lesezeichen für jede Seite, dann vermeiden Sie auch, durch einen Tippfehler auf einer schadhaften Seite zu landen.
  • Falls Sie im Ausland ein Spiel über Ihr mobiles Gerät via Livestream verfolgen wollen, sollten Sie auf seriöse Anbieter achten wie beispielsweise die offiziellen TV- und Rundfunkanbieter. Denn auch hinter vermeintlichen Links zu Livestreams verbergen sich leider häufig Fallen von Cyber-Kriminellen, die zu einer Infektion des Geräts mit Schadcode führen.

Das BSI hat eine Reihe umfassender Tipps für die sichere Computer- und Internetnutzung auf Reisen zusammengestellt – übrigens auch für die, die nicht in Frankreich Fußball gucken, und die, die einen neuen Fernsehapparat erstehen.

SiBa

26. November 2015

SicherimNetzDie Verbraucher-App Sicherheitsbarometer (SiBa) informiert Bürger und  Kleinunternehmen über aktuelle Risiken im Internet und stellt dazu passende Sicherheitstipps bereit. Die Risikostufen aktueller Meldungen  sind durch Ampelfarben kenntlich gemacht.

Über außerordentliche Gefahren informiert das Sicherheitsbarometer durch Push-Nachrichten direkt aufs Smartphone. Die App wurde im Rahmen der Plattform „Sicherheit, Schutz und Vertrauen für Gesellschaft und Wirtschaft“ des IT-Gipfels der Bundesregierung 2015 entwickelt und soll dabei unterstützen, die Ziele der Digitalen Agenda der Bundesregierung zu erreichen. Das BSI ist einer der Partner für das Angebot.

Das SiBa in jedem gängigen App-Store sowie auf der Seite „Deutschland sicher im Netz“ [https://www.sicher-im-netz.de/siba] kostenlos für Android, iOS  und Windows Mobile heruntergeladen werden.

Menschenrecht

26. Januar 2012

Menschenrechte: Die englische "Bill of rights" 1689 - Quelle wikipedia

Der Datenschützer Patrick Breyer und der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wieland (Sprecher für Innere Sicherheit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) haben bei dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde gegen ein Gesetz zur Vorratsspeicherung der Internetnutzung eingereicht[1](Beschwerde Nr. Po77066/11). Die Entscheidung des Gerichtshofs könnte der umstrittenen verdachtslosen Vorratsdatenspeicherung in Europa ein Ende setzen.

Das am 18. Juni 2009 trotz der Proteste vieler Bürger[2] beschlossene „Gesetz zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes“[3] ermächtigt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erstmals, ohne Anlass Informationen über die elektronische Kommunikation jedes Bürgers mit den 500.000 Bundesbediensteten und Bundestagsabgeordneten (z.B. per E-Mail) aufzuzeichnen. Erfasst wird dabei auch jede Nutzung öffentlicher Internetportale von Bundesbehörden, etwa wer sich wann für welche Internetseiten interessiert hat und nach welchen Worten er dort gesucht hat. Dadurch kann beispielsweise ermittelt werden, wer sich auf dem Internetportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über Impotenz informiert hat.[4]

„Durch dieses Gesetz ist das BSI zum Bundesamt für Unsicherheit in der Informationstechnik geworden. Es ermächtigt zu einer grenzenlosen Vorratsdatensammlung. In grotesker Weise wird verkannt, dass der Bürger nicht nur einen Anspruch auf Sicherheit durch den Staat, sondern auch einen Anspruch auf Sicherheit vor dem Staat hat“, erklärte Wolfgang Wieland hierzu.

Nachdem es das Bundesverfassungsgericht abgelehnt hat, über die Beschwerde gegen das Gesetz zu entscheiden,[5] haben die Beschwerdeführer nun den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte angerufen.

„Ich hoffe, der Menschenrechtsgerichtshof wird dem rumänischen Verfassungsgerichtshof folgen und das Prinzip einer verdachtslosen Vorratsdatenspeicherung generell für unvereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention erklären“, erklärt Patrick Breyer. „Damit wäre nicht nur das BSI-Gesetz, sondern auch die fatale EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung vom Tisch. Bis zur Entscheidung des Gerichtshofs appelliere ich an FDP, CDU und CSU, ihre Pläne zur verdachtslosen Vorratsspeicherung aller unserer Internet-Verbindungen[6] aufzugeben. Eine derart wahllose Aufzeichnung von Informationen über unsere Internetnutzung droht die Privatsphäre der 50 Mio. Internetnutzer in Deutschland dem permanenten Risiko von Datenpannen, Datenmissbrauch und falschem Verdacht auszusetzen.“

Hintergrund:

Paragraf 5 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 des BSI-Gesetzes ermächtigt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Informationen über die elektronische Kommunikation von und mit Behörden, Mitarbeitern und Abgeordneten des Bundes aufzuzeichnen und automatisiert auszuwerten. Namentlich wird die Aufzeichnung von Verkehrsdaten über jede computergestützte Kommunikation mit Bundesbehörden (z.B. per E-Mail, Internettelefonie oder Instant Messaging) sowie über jede Nutzung öffentlicher Internetportale von Bundesorganen erlaubt.

Paragraf 5 Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 BSI-Gesetz ermächtigt das BSI, die an den Schnittstellen der Kommunikationstechnik des Bundes anfallenden Daten automatisiert auszuwerten. Dies betrifft nicht nur Verkehrsdaten über die computergestützte Kommunikation mit Bundesbehörden (z.B. per E-Mail) und Daten über die Nutzung öffentlicher Internetportale. Vielmehr dürfen auch der Inhalt computergestützter Kommunikation mit Bundesbehörden (z.B. E-Mails) sowie die von öffentlichen Internetportalen abgerufenen und dorthin übertragenen Inhalte automatisiert überprüft und ausgewertet werden.

Paragraf 5 Absatz 2 BSI-Gesetz ermächtigt das BSI unter minimalen Voraussetzungen, die näheren Umstände jeder elektronischen Kommunikation von und mit Behörden, Mitarbeitern und Abgeordneten des Bundes drei Monate lang auf Vorrat zu speichern. Auf Vorrat gespeichert werden dürfen namentlich Protokolle gewechselter E-Mails sowie Protokolle der Nutzung öffentlicher Internetportale von Bundesorganen und Bundesbehörden.

Dokumente:

  1. Die Beschwerde an das Bundesverfassungsgericht (August 2010)
  2. Die Nichtannahme durch das Bundesverfassungsgericht (Mai 2011)
  3. Die Beschwerde an den Menschenrechtsgerichtshof (Dezember 2011)
Quelle AK Vorratsdatenspeicherung