Reifeprüfung

20. Juli 2015

Inzwischen lässt sich auch OB Krone bei den Lingener Informationsveranstaltungen sehen und übernimmt sogar die Moderation. Natürlich liegt dies nicht daran, dass ich ihn in diesem kleinen Blog kritisiert habe sondern daran, dass…. es kommt halt einfach besser an, wenn man selbst vorn steht und nicht nur die Verwaltungsleute vorschickt. Der OB zeigt sich unerwartet lernfähig.

In dieser Woche finden am Mittwoch und am Donnerstag noch zwei weitere Informationsveranstaltungen statt. Im Stadtteil Bramsche soll „Am Bloomholt“, also westlich der B70, ebenso ein Containergebäude für 30 Flüchtlinge entstehen wie in Holthausen-Biene, wo man sich für ein Areal am Ludwig-Windthorst-Haus entschieden hat.

Eigentlich alle bisherigen Informationsveranstaltungen sind ausgesprochen sachlich abgelaufen und waren regelmäßig nach einer Stunde beendet. Bei allen standen -nach der rund 30minütigen Einführung- im Vordergrund, wie wir in unserer Stadt mit den Flüchtlingen umgehen, die zu uns kommen. Ganz anders als in den 1990er Jahren als Ängste und Sorgen zu emotionalen Debatten um die damals aufgestellten Behelfshäuser prägten, sind es diesmal Ängste und Sorgen um die Flüchtlinge, die Mittelpunkt stehen. Beispielsweise in Altenlingen, broschuere_willkommen-301wo deutlich mehr als 200 (!) Einwohner sachliche Fragen stellten. Altenlingen war insoweit etwas Besonderes, als dort von Anfang an offen und öffentlich diskutiert wurde,. In den anderen Lingener Ortsteilen wurde das verhindert entsprechende Geschäftsordnungsanträge der BürgerNahen wurden in den Ortsräten abgelehnt. Natürlich gab es in Altenlingen auch Vorbehalte gegen die Container für 30 Flüchtlinge betroffener Anwohner in der Gierenbergstraße, aber ganz wenige Ansätze polemischer oder ausländerfeindlicher Art wurden vom Publikum (!) sofort unterbunden.

Höhe- und Schlusspunkt der Informationsveranstaltung war ein emotionaler Wortbeitrag von Frau Nasari (nach eigenen Worten Perserin, nicht Iranerin), die natürlich für die Aufnahme und Unterstützung der Flüchtlinge warb. Sie bekam tosenden Beifall, was OB Krone als hervorragende Schlusswort wertete und zur Beendigung der Veranstaltung nutzte.

Es sieht ganz so aus, als ob die Lingener weiter sind als ihre Verwaltung. Sie zeigen nicht nur Empathie und Engagement sondern heißen die Flüchtlingen wirklich willkommen. Eine gelungene Reifeprüfung.

Übrigens: Wenn Sie mitwirken wollen, können Sie sich beim SKM melden oder auch bei einem der neun Lingener Ortsbürgermeister und sie können hier lesen, was alles machbar ist und wie man es am besten macht, das mit der Willkommenskultur. Die Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung und von PRO ASYL gibt ermutigende Beispiele und Hinweise für Engagierte, Vereine, Sport, Schule, Politik und Verwaltung zur Integration von Geflüchteten und versucht, Initiativen zum Engagement für den Schutz von Flüchtlingen vor rechten Angriffen anzuregen.

nicht-öffentlich

6. Juli 2015

Heute lädt der Oberbürgermeister oder besser „die Stadt“ in Schepsdorf zu einer weiteren Informationsveranstaltung zur „Unterbringung von Flüchtlingen in modularen Wohngebäuden“ ein. Es geht, kurz gesagt, um Containerunterkünfte, die nach meiner Meinung nicht notwendig aber vor knapp fünf Monaten beschlossen worden sind. Immerhin sehen sie nach den Planzeichnungen leidlich aus; die Pflanzen und das Grün muss man sich allerdings aus der Ansichtsskizze (lks) wegdenken. Zunächst sollen diese Container für rund 190 Flüchtlinge an Bildschirmfoto 2015-07-05 um 18.49.19insgesamt acht Standorten im Stadtgebiet entstehen: Am Schwarzen Weg/Waldstraße in Heukamps Tannen, an der Wilhelm-Berning-Straße, in Laxten an der Lengericher Straße, in Bramsche an der westlich der B70 gelegenen Straße Am Bloomholt, nahe des Waldstadion in Darme (auf dem Grundstück an der Bahnstrecke, wo das Haus gekauft wurde aber dann verfiel, weil man es sich anderes überlegt hatte), in Altenlingen an der Gierenbergstraße (wo sich der Ortsrat in öffentlicher Sitzung und einstimmig für den Bereich am Heuesch ausgesprochen hatte) und in Holthausen-Biene, wo der Ort noch nicht ausgewählt ist. Und in Schepsdorf.

Oberbürgermeister Krone steht nicht selbst bei den Informationsveranstaltungen vorne. Jedenfalls war dies bei den ersten beiden Veranstaltungen am vergangenen Dienstag im Bürgerhaus Heukamps-Tannen und am letzten Mittwoch im Rathaus so. Das irritiert, weil man auf die Lingener richtig stolz sein durfte: In beiden Veranstaltungen ging es bei sämtlichen Fragen um Integration, Solidarität, Hilfe und Chancen – gänzlich anders als vor 20 Jahren, als bei den Bürgerversammlungen Befürchtungen und Ängste vor dem und den Fremden den Ablauf prägten. Nun, gestehen wir dem OB zu, dass es bei solchen Veranstaltungen wenig pressewirksame Lächelfotos gibt. Wohl deshalb schickt er seinen Ersten Stadtrat samt Entourage und auch der alte Fahrensmann Hermann-Josef Schmeinck musste ran; er ist inzwischen SKM-Chef geworden und seine Organisation betreut in unserem Städtchen seit rund 30 Jahren die Flüchtlinge und das ausgesprochen engagiert und gut.

Inakzeptabel ist es, dass die Standortfragen grundsätzlich hinter verschlossenen Türen besprochen werden. Das nämlich widerspricht den Regeln der Geschäftsordnung des Rates. Sie sieht keine nicht-öffentliche Beratung dieser Fragen vor. Im Auftrag unserer Fraktion Die BürgerNahen (BN) habe ich OB Krone deshalb vor acht Tagen angeschrieben, dafür zu sorgen, dass die Beratungen in den Ortsräten öffentlich stattfindet, also entsprechend der Geschäftsordnung. Geantwortet hat er mir nicht; diskutiert wird jedenfalls nicht-öffentlich (Ausnahme Altenlingen, wo öffentlich und dann auch noch nicht-öffentlich beraten wird). Da haben die Verwaltungsleute wohl Angst vor besorgten Anwohnern. Die Furcht öffentlich Bediensteter ist aber kein Grund, Geschäftsordnungen außer Kraft zu setzen.

Bildschirmfoto 2015-07-05 um 18.32.39Und dann stört, dass die Container im Ortsteil Schepsdorf weit außerhalb im Gewerbegebiet Pöttkerdiek aufgestellt werden. Mit anderen Worten, die 30 Flüchtlinge werden in die hinterste Ecke abgeschoben; die Straße heißt Radberg, und wenn Sie noch 70m weiterlaufen, stehen Sie auf der B213-Umgehungsstraße und werden umgefahren.  Anderer Meinung ist da OB Krone, der den Standort als „mitten im Ortsteil“ bezeichnete, und für die sozialdemokratischen Ratsvertreter war wichtig, dass „da eine Lili-Bus-Haltestelle“ ist, was Krone bejahte. Die LiLi-Anbindung gibt es tatsächlich, allerdings nicht beim Flüchtlingsheim, sondern rund 1,2 km entfernt an der Nordhorner Straße.  Wir von der BN haben daher im Verwaltungsausschuss beantragt, den Standort als ungeeignet zu verwerfen („erschwert die Integration“) und die Schepsdorfer zu bitten, einen besseren Platz auszusuchen. Davon nämlich gibt es mehrere, darunter die alte Wiese des Pfarrer Borgel direkt gegenüber der Alexander-Kirche, den Platz, wo an der Nordlohner Straße bis vor einigen Jahren die Jugendherberge stand, und ein Grundstück am Beginn der Herzforder Straße gegenüber der Kochlöffelzentrale. Der BN-Antrag wurde abgelehnt und heute beschließt nun der Ortsrat Schepsdorf nicht-öffentlich drei Stunden vor der Bürgerinformation den Standort hinten in der Ecke; die SPD wird loben, dass alles zwar nicht optimal aber dort eine Lili-Haltestelle ist, obwohl sie nicht existiert (Guckst Du) und dann wird so beschlossen.

Direkt anschließend werden den Schepsdorfern in einer Bürgerversammlung nähere Einzelheiten zum geplanten Standort „am“ Pöttkerdiek in Schepsdorf vorgestellt. Ich bin gespannt, wie die Schepsdorfer reagieren. Eigentlich erwarte ich, dass sie genauso besonnen sind und Willkommenskultur leben wie die Lingener, die in Heukamps Tannen oder an der Wilhelm-Berning-Straße leben. Warum auch anders. [Beginn der Veranstaltung ist um 20 Uhr im Heimathaus Schepsdorf (Alexanderstr. 6)]

(Fotos aus den nichtöffentlichen Ratsvorlage 177/2015 der Stadt Lingen (Ems))

LDK

1. Juli 2012

In Wolfsburg haben die niedersächsischen Grünen am Wochenende auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz, kurz LDK,  ihre Kandidatenliste für die im Januar anstehenden niedersächsischen Landtagswahlen beschlossen. Die taz berichtet darüber und bewertet das Ergebnis der gewählten Landesliste als Absage an Spekulationen über eine „schwarz-grüne“ Regierungskoalition ab 2013 in Hannover und zeichnet dieses Stimmungsbild:

 „Ich denke, die Fraktion ist gut gemischt“, sagt Stefan Wenzel, der bisherige Fraktions-Vorsitzende, am Samstagabend. Als scharfe Absage an Schwarz-Grün will er das linke Profil der Wahlvorschläge nicht werten. „Die Energiewende und die Bildungspolitik“ seien die Themen, mit denen die Grünen im Wahlkampf punkten sollen. „Und natürlich auch den Agrarbereich.“ Dafür spricht, dass Landwirtschaftspolitiker Christian Meyer, einer der Kommunikatoren des linken Flügels, die Rede hält, die den Parteitag rockt. Er erinnert daran, dass infolge ihrer Industrialisierung die Landwirtschaft „über ein Viertel der niedersächsischen Klima-Emissionen verursacht“ – und das Plenum applaudiert.

Der Saal leidet mit, als Meyer die Schändungen niedersächsischer Nutztiere vom Schnäbelstutzen bis zur Ferkelkastration aufblendet. Und Jubel bricht los, als er mit einer „alten Bauernregel“ schließt, die da laute: „Wer die  Umwelt ruiniert und Tiere quält, wird im Januar abgewählt“: 90 Prozent erhält auch er, sogar mehr Ja-Stimmen als Wenzel. Weil er so direkt ins grüne Herz gesprochen hat.“

Agrarpolitker Christian Meyer überzeugt auch mich. Noch mehr allerdings ziehe ich den Hut vor der 33-jährigen Filiz Polat Bramsche. Die Grüne aus Bramsche bei Osnabrück kämpft gegen die unmenschliche, hartherzig-rechte Politik des Innenministers Uwe Schünemann (CDU). Sie wird dem neuen Landtag wohl wieder angehören. Die LDK wählte sie auf Platz 7.

Suchfunktion

27. Mai 2011

Martin Koopmann (Foto re.), Druckereibesitzer und auch sonst ganz in Ordnung, ist bei der letzten Kommunalwahl von vielen Wählern im Stadtteil Bramsche  in den Lingener Stadtrat gewählt worden. Inzwischen ist er in seiner Fraktion nach den CDU-Irrungen und -Wirrungen der OB-Wahl 2010 zum stellvertretenden Vorsitzenden aufgestiegen. Bei aller Solidarität mit seiner Ratsmehrheit bürstet er ganz gern einmal gegen den Strich. Und er fragt nach. Zum Beispiel am 26. Januar 2011 in der Ratssitzung, als Martin Koopmann nach dem Verbleib bestimmter E-Mail-Adressen fragte. Zufällig sprachlich verunglückt, heißt es dazu im Protokoll der Ratssitzung:

TOP 12.3 Internetauftritt der Stadt Lingen (Ems)  

Herr Koopmann fragte, ob die Suchfunktion für Mitarbeiter der Stadtverwaltung wieder auf der Internetseite zur Verfügung gestellt werden könne. Herr Krone erklärte, dass derzeit an einem neuen Internetauftritt der Stadt Lingen (Ems) gearbeitet werde. Dabei werde auch diese Anregung mit verwirklicht. Es werden aber zum Schutz der Mitarbeiter in bestimmten Arbeitsbereichen keine personenbezogenen Daten des jeweiligen Mitarbeiters hinterlegt. Es werde versucht, für die Übergangszeit bis zum vollständigen neuen Internetauftritt eine Lösung zu finden. 

An diesem Stand hat sich bis heute -vier Monate später- nichts geändert. Daher hier mein Zwischenruf:

Lieber Dieter Krone,

bislang ist der Internetauftritt der Stadt, der geändert werden soll, immer noch der alte. Was jahrelang unter http://www.lingen.de  selbstverständlich war (und hier beim Landkreis Emsland weiterhin ist) hat die Stadtverwaltung 2010 klammheimlich von der Seite genommen: Das E-Mail-Verzeichnis ihrer Mitarbeiter; die etwas höher besoldeteen Rathaus-Mitarbeiter waren darin sogar mit flottem fotogen-Portrait aufzufinden, das jeweils der Steuerzahler bezahlt hat.  Seit einem Jahr ist dies anders. Weder der Stadtrat noch seine Ausschüsse haben diese Änderung beschlossen. Die Verwaltung hat es einfach gemacht, weil es ihr gefiel. Natürlich hat die Streichung der E-Mail-Datei nichts mit dem Schutz der Mitarbeiter in bestimmten Arbeitsbereichen (welchen?) zu tun  sondern damit, für Bürger erreichbar zu sein (oder eben nicht).

Es offenbart ein seltsames Selbstverständnis dieses öffentlichen Dienstes, nur das mitzuteilen, was man selbst für mitteilenswert  hält und alles andere nicht. Dafür dann noch den Schutz der Mitarbeiter zu bemühen, wirkt auf mich arrogant. Für die Exekutive in einem demokratischen Rechtsstaat ist es nämlich selbstverständliche Dienstpflicht, mit Namen und E-Mail-Adresse im Verzeichnis der eigenen Behörde auffindbar zu sein. Durch eine solche Veröffentlichung wird nichts und niemand gefährdet. Eine öffentlich zugängliches E-Mail-Verzeichnis aller Mitarbeiter des Rathauses und aller kommunalen Gesellschaften ist ein Muss. Für die Meinung, das Gegenteil sei richtig, sollten Sie sich nicht so schnell vereinnahmen lassen.

Bis das E-Mail-Verzeichnis wieder zu finden ist, hier mein Tipp des Tages:
Weiterhin ist (offenbar ganz ohne Sicherheitsbedenken!) das Telefonverzeichnis der Lingener Stadtverwaltung auf http://www.lingen.de vorhanden und zwar als pdf-Datei hier. Klicken Sie es an, suchen und nehmen dann den ersten Buchstaben des Vornamens des Mitarbeiters, dann einen Punkt und den Familiennamen, danach das @-Symbol; schließen Sie mit lingen.de ab. Dann haben Sie die geheime E-Mail-Adresse des Mitarbeiters der Stadt Lingen (Ems), dem Sie eine E-Mail schreiben wollen. Hier ein Beispiel: Doris Baar Durchwahl -160, Raum 331 ist per E-Mail so zu erreichen „d“ plus „.“ plus „baar“ „@lingen.de“. Warum ich bei diesem Thema jetzt auf Fachbereichsleiterin Baar gekommen bin… es wird wohl reiner Zufall sein.

Martin Koopmann jedenfalls danke ich für seine Nachfrage und der CDU Lingen für die unterstellte und kurz vor der Veröffentlichung erfragte (folglich noch nicht erteilte) Erlaubnis, das Foto des nachfragenden Ratsmitglieds aus Bramsche veröffentlichen zu dürfen.

Übrigens: Martin Koopmann wird heute 50 Jahre alt. Da ist es ohnehin Zeit für eine lobende Erwähnung in diesem kleinen Blog und einen herzlichen Glückwunsch. Wenn Sie sich den Glückwünschen anschließen möchten:  info@koopmann-lingen.de 🙂

(Foto: (c) CDU Lingen)

Museumstag

14. Mai 2011

„Wer entscheidet heute, an was wir uns morgen erinnern werden?“ fragt seit 1992 die UNESCO in ihrem Programm „Memory of the World“ – „Gedächtnis der Menschheit“. Der 34. Internationale Museumstag greift 2011 diese Frage auf. Zahlreiche  Museen in der Region beteiligen sich am heutigen Sonntag (15. Mai) mit Aktionen zum Motto „Museen, unser Gedächtnis!“ zu beteiligen. Der vom Internationalen Museumsrat (ICOM) jährlich im Mai ausgerufene Tag will auf die Bedeutung und Vielfalt der Museen weltweit aufmerksam machen.

Die niederländischen und die Grafschafter Museen sowie auch die Museen in Lingen beteiligen sich leider nicht, wenn ich dies richtig hier und die Internetseiten aus den Niederlanden ausgewertet habe. Enttäuschend ist auch die Beteiligung von lediglich neun Museen im benachbarten Münsterland.

In Osnabrück hingegen öffnen mustergültig  alle sieben Museen – das wiedereröffnete Kulturgeschichtliche Museum/Felix-Nußbaum-Haus (!), das Museum am Schölerberg – Natur und Umwelt, die Kunsthalle Dominikanerkirche, das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, das Museum Industriekultur und das Diözesanmuseum – ihre Türen bei freiem (!) Eintritt und bieten Themenführungen vor und hinter den Kulissen, Aktionen für Kinder, neue Präsentationen und den traditionellen Handwerkermarkt des Museum Industriekultur.

  • Drei Museen des Landkreises Emsland veranstalten einige kleinere Aktionen. Das Archäologiemuseum an der Koppelschleuse in Meppen ab 15 Uhr eine öffentliche Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Tiger, Panda & Co. – Flora und Fauna des Waldes“ an.  Im Anschluss an die Führung wird vor dem Museum wie in der Steinzeit Feuer entfacht. Dort dürfen sich Kinder Stockbrot backen. Der Eintritt ist an diesem Sonntag ermäßigt: Familien zahlen 7 Euro, Erwachsene 4 Euro und Kinder ab 6 Jahren 1,50 Euro.
  • Schloss Clemenswerth in Sögel veranstaltet um 15 Uhr ebenfalls eine Führung zum Thema, wie die Geschichte des Schlosses und seines Erbauers Clemens August bis heute bewahrt, ausgestellt und vermittelt wird. Die Führung ist im regulären Museumseintritt von 5 Euro für Erwachsene, 2,50 Euro für Kinder und 12 Euro für Familien inbegriffen. Die Teilnehmerzahl ist allerdings auf magere 25 Personen begrenzt und man sollte sich auch unter der Telefonnummer 05952/932325 anmelden.
  • Fünf Themenführungen a 45 Minuten stehen Emsland-Moormuseum in Groß Hesepe auf dem Programm. Um 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr stehen die zahlreichen Objekte der Sammlung  im Mittelpunkt. Zudem gibt es „eine kleine Überraschung“ für die  Besucher. Die  Teilnahme an den kostenlosen Führungen ist nur in Verbindung mit einer (kostenpflichten) Eintrittskarte möglich.

Schwierigkeiten sich auch nur an einen Tag zu erinnern, dürfte Sonntagabend wohl die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Johanna Wanka haben. Peinlich! Ihr überzogen wirkendes Tagesprogramm ist offenbar vor allem der ministeriellen PR-Arbeit bzw. den regionalen Zeitungen geschuldet aber nicht dem ehrlichen Interesse an erfolgreicher, interessanter Museumsarbeit:
Um 11 Uhr eröffnet sie nämlich in Emden im Rahmen eines Festaktes in der Johannes a Lasco-Bibliothek (1) den Internationalen Museumstag für Niedersachsen. Anschließend besucht die Ministerin die Kunsthalle Emden (2) und das Ostfriesische Landesmuseum (3). Dann fährt die CDU-Politikerin nach Oldenburg in das Stadtmuseum / Horst Janssen-Museum (4) und das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (5). Weitere Stationen der Ministerin werden das Industriemuseum Lohne (6) und das Tuchmachermuseum Bramsche (7) sein. Da fragt man sich, warum sie so übertreiben muss und erinnert sich an japanische Reiseprogramme aus dem 20. Jahrhundert: „Europa in 96 Stunden.“ London-Paris-München-Venedig-und-tschüss  Und man empfiehlt ihr ein herzliches „Weniger ist mehr!.“

Explosion

28. März 2011

Drei schwere Explosionen haben am späten Montagabend die Menschen um die zum BP Konzern gehörende Erdölraffinerie Emsland (ERE) in Angst und Schrecken versetzt.  Wie die Ems-Vechte-Welle berichtet, war um 22.40 Uhr ein mit 900.000 Liter Superbenzin beladenes Tankschiff im Hafen der am Dortmund-Ems-Kanal gelegenen Raffinerie explodiert.  Eine Sprecherin der ERE sprach in diesem Zusammenhang von einer „Verpuffung“.

Die Ems-Vechte-Welle informierte am frühen Dienstag zunächst, dass keine Menschen zu Schaden gekommen seien. Gegen 1.00 Uhr meldete der Sender dann, bei dem Unglück könnte es doch Verletzte gegeben haben. Andreas Mohr, kaufmännischer Leiter der Raffinerie, habe auf einer Pressekonferenz gesagt, dass es keine Schwerverletzten gegeben habe. Rettungswagen hatten allerdings mit Blaulicht das ERE-Gelände verlassen. Kurz nach Beginn des Unglücks habe es noch fünf Vermisste gegeben, so Mohr. Die Mitarbeiter konnten aber alle gefunden werden. Mindestens einer von ihnen  erlitt Verbrennungen.

Für die Lingener Feuerwehren wurde Vollalarm ausgegeben. Die Anwohner in den Lingener Stadtteilen Altenlingen, Holthausen-Biene und Heukamps-Tannen waren zunächst aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten, nachdem erst unklar war, was das Tankschiff geladen hatte. Die Bundesstraße 70 war zunächst zwischen den Anschlussstellen Lingen-Damaschke und Osterbrock ebenso wegen der Rauchentwicklung vollständig gesperrt (unten ein Ausriss von der NDR-Verkehrsinfo-Seite) wie die Meppener Straße im Bereich Holthausen-Biene. Dasselbe gilt für den Dortmund-Ems-Kanal.

Der große Feuerschein beleuchtete noch den 5 km entfernten Marktplatz (Foto oben). Die Werksfeuerwehr der ERE und Feuerwehren aus dem Umland versuchten, den Brand zu bekämpfen. Nach etwa zwei Stunden meldete die lokale Tageszeitung, die Wehren hätten ihn unter Kontrolle. Dann wurden allerdings die Ortsfeuerwehren Baccum, Bramsche und Brögbern zusätzlich alarmiert.

Das Schiff ist inzwischen untergegangen. Im Hafenbecken brennt es nach Polizeiangaben jedoch weiter, da sich Wasser und Benzin vermischt haben. Die alarmierten sechs Feuerwehren setzten Löschschaum ein und konnten so verhindern, dass sich das Feuer auf der Wasseroberfläche ausbreitete. Das Gemisch entzündete sich aber immer wieder und ist noch nicht unter Kontrolle.

Hoffen wir, dass bei dem Unglück keine Menschen zu Schaden kommen bzw gekommen sind. Weitere Informationen und eine Pressekonferenz der Polizei soll es am Dienstagmorgen geben. Auch die Ergebnisse der durchgeführten Schadstoffmessungen werden dann bekannt sein. Die Ems-Vechte-Welle berichtet auf 95,6 MHz.

update: Mehr und Bilder von NordwestMediaTV

Ein „Erfahrungsbericht“ bei den BürgerNahen

 

 

Preisrätsel

21. März 2010

Auf vielfachen Wunsch hier ein aktuelles Preisrätsel.

Sie kennen sicherlich die VGE-Süd – unabgekürzt: Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd. Das ist der örtliche Träger des öffentlichen Personennahverkehrs (Politkürzel: Öh-peh-en-Vau). Er bewirbt sich -diese vertrauliche Information muss sein- gerade europaweit für die Auszeichnung „Schlechteste Öh-peh-en-Vau-Internetseite der EU“. Guckst Du hier.

Also zum Preisrätsel:

SPD-Fraktionschef Hajo Wiedorn erholt sich gerade von seiner Fraktion im Türkeiurlaub. Bei seiner Rückkehr am morgigen Montag um 17 Uhr wollen er und seine liebe Frau Inge vom Lingener Bahnhof mit dem Öh-peh-en-Vau zu ihrer Wohnung nach Holthausen-Biene am Binsenweg fahren. Das gelingt. Dort muss Hajo dann aber feststellen, dass sein Pkw nicht mehr anspringt, und er entschließt sich, mit dem Öh-peh-en-Vau zur Ulanenstraße nach Damaschke zu fahren, wo schon sein Fraktionskollege Heinz Willigmann wartet. Beide wollen die 500m Ausbaustrecke der Ulanenstraße in Augenschein nehmen. Anschließend wollen die beiden Sozialdemokraten mit dem Öh-peh-en-Vau zur wöchentlichen SPD-Fraktionssitzung zum Falkenheim, Ludwigstraße 42 gelangen; Hajo Wiedorn lädt Heinz Willigmann ein: „Ich zahle die Busfahrkarte!“. Um 21 Uhr will Hajo Wiedorn danach zurück zum Binsenweg, wo Inge ein schmackhaftes Abendessen bereitet hat, auf das er sich nach zehn Tagen türkischer Küche besonders freut.

Die Rätselfragen:

a) Erreicht Hajo Wiedorn überhaupt seine Ziele mit dem Öh-peh-en-Vau der VG Emsland-Süd?
b) Wann fahren seine Busse?
b) Wie teuer sind die Fahrkarten, die Hajo Wiedorn für die Öh-peh-en-Vau-Fahrten bezahlen muss?
d)  Wie lange muss Inge Wiedorn mit dem Abendessen auf ihren Hajo warten?

Zusatzfrage für Absolventen der Sekundarstufe II:
OB Heiner Pott ist in das alte Pfarrhaus nach Bramsche gezogen. Auch er möchte den Öh-peh-en-Vau nutzen, um am Montag, also in den Osterferien morgens zur Arbeit, abends zur SPD-Fraktionssitzung und anschließend wieder zurück nach Bramsche zu kommen.

a) Erreicht der OB  überhaupt seine Ziele mit dem Öh-peh-en-Vau der VG Emsland-Süd?
b) Wann fahren seine Busse?
b) Wie teuer sind die Fahrkarten, die Heiner Pott für seine Öh-peh-en-Vau-Fahrten bezahlen muss?
d)  Wie lange wartet OB-Gattin Traute Pott auf ihren Heiner?
Damit es nicht gar zu schwierig ist, hier die notwendige Tariftabelle der Verkehrsfachleute der VGE-Süd:

Extraaufgabe:
An welchen Haltestellen finden Hajo, Heinz und Heiner lesbare Fahr- und Tarifpläne und Hinweise, wann der nächste Bus kommt, wie lange sie noch auf ihren Bus warten müssen und ob der vielleicht schon durchgefahren ist?

Zusatzfrage an die geneigte Leserschaft:
Weshalb leisten wir uns diesen VGE-Süd-Öh-peh-en-Vau  und finanzieren ihn mit Steuergeldern?

Zuschriften mit den richtigen Lösungen werden ausgezeichnet. Hier die ausgelobten Preise:

1. ein Bier im Qurt
2. eine LT vom 20.3.2010, von mir handsigniert
3. ein Besuch in der nächsten Ratssitzung

Prozent

2. Januar 2010

Frohes Neues, liebe Leser. Fast hätte ich es vergessen. Dabei haben wir jetzt schon ein Prozent des dritten Jahrtausend durchlebt. Ich nehme allerdings schwer an, dass wir alle das Ende des zweiten Prozentchens nicht mehr mitfeiern werden.
Den Silvesterabend habe ich übrigens engagiert -Sie haben es erwartet!- zuhause verbracht und ausgiebig „Coq au vin“ gekocht. War spaßig und lecker, sagte auch meine Liebste.
Was soll ich sonst berichten an der Schwelle zum Jahr 2010? Es gibt Neues aus der Gerüchteküche: Die allesamt stark besuchten Silvesterfeten in Lingen sollen, berichtet mein Nachwuchs, ausnahmslos  „gut“ gewesen sein: Vorneweg die von Michael Berning organisierte Fete („haben von den Fehlern der letzten Jahre gelernt“) im PLUS an der Georgstraße, das demnächst abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird.; dies wird gerade zwischen Rathaus und Investor am B-Plan vorbei geregelt, wie ich höre – aber das nur nebenbei. Im Dorfgemeinschaftshaus in Biene, der unterhaltungsteuren Morgengabe der ehemaligen Gemeinde Holthausen-Biene anlässlich ihrer Eingemeindung in die Stadt Lingen (Ems) 1974, war schwer was los, und es „gab gutes Essen“. In der Halle IV soll’s „richtig rund, hab ich gehört“ gewesen sein und im Extrablatt am Markt auch, wenn sich auch der DJ dort als ausbaufähig erwiesen habe. Im Koschinski wars taff und im Maxim sowieso.
Überhaupt die Szene: Ebbi Sadeghi hat das Piano (Ratskeller) geschlossen. Gerüchte sagen, er übernähme wohl Hutmachers Deele und dessen Holger Laschet wandere auf den Spuren von Lingens Ex-Sternekoch Lothar Beck in das Alte Forsthaus an der Georgstraße. Das  ehemalige Mamba ist durch das N8-Café ersetzt und wird vom Ex-Baba Can-Inhaber hoffentlich zu neuem Ruhm geführt wie der Grüne Jäger sicherlich durch die zurückgekehrte Retroinhaberin Bernhild Schoo. Nebenbei: Obergastgeber Heiner Pott zieht aus der Innenstadt nach Bramsche in das alte Pfarrhaus; sein trautes Haus am Wall weicht einem Investor, der also ein Grundstück und Geld in die Hand nimmt. Anschließend zieht der OB mit Familie  zurück in die Etage an gleicher Stelle.
Das muss erst mal reichen, um Sie kurz auf den aktuellen Stand Lingener Kneipendiskussionen zu bringen. Vielleicht raff ich mich am Wochenende noch zu einem Rückblick „Lingen 2000-2010“ auf.  Ich denke, das sollte  sein.