Borkum

18. Juli 2015

Borkum

BorWin2

5. Februar 2015

Neues von der Energiewende:

„Mit einer mehrjährigen Verspätung konnte am vergangenen Montag die Anbindung des Windparks „BorWin2“ vor der Nordseeinsel Borkum an das Stromnetz abgeschlossen werden. Der staatliche niederländische Netzbetreiber TenneT, der seit 2010 einen großen Teil des deutschen Höchstspannungsnetz betreibt, konnte in dieser Woche vermelden, dass die 200 Kilometer lange Gleichstromanbindung für den 45 Kilometer vor Borkum errichteten Offshore-Windpark des Betreibers Trianel fertig gestellt wurde.

„TenneT realisiert damit einen Meilenstein im Hinblick auf die Offshore-Ausbauziele der Bundesregierung, denn mit BorWin2 sind nunmehr bereits vier Anbindungen mit einer Gesamtkapazität von rund 1.400 Megawatt fertiggestellt“, teilte der Stromnetzbetreiber Ende Januar stolz mit. Tatsächlich sind aber noch nicht alle 40 Anlagen des Windparks an das Seekabel angeschlossen – dies soll in den kommenden Wochen bis Anfang Mai nach und nach erfolgen. Erst dann soll der Windpark in der Lage sein, die volle Gesamtleistung von 200 Megawatt Leistung zu produzieren und so rund 200.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Mit der Fertigstellung des Netzanschlusses können mehr als 30 Stadtwerke und Regionalversorger aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz aufatmen. Sie betreiben gemeinsam die im Frühsommer 2014 fertiggestellten Anlagen des ersten „rein kommunalen Offshore-Windparks in Europa“ und warteten seitdem auf die Inbetriebnahme von Seekabeln und Konverterstationen der Firma TenneT. Dementsprechend erbost äußerte sich Ende 2014 auch ein Mitglied des Betreiberkonsortiums, Bochums Stadtwerke-Chef Bernd Wilmert gegenüber der WAZ: „TenneT schafft es einfach nicht, die Netzanbindung zustande zu bringen. Das Geld bekommen wir derzeit über die Offshore-Haftungsumlage, also indirekt von den deutschen Stromkunden. Das ist eine unbefriedigende Situation.“

Auch die Zeitung Energie & Management stellte TenneT Anfang dieser Woche kein gutes Zeugnis aus: „Borkum West ist für TenneT wirklich kein Ruhmesblatt. Seit vergangenem Frühjahr sind alle 40 Propeller vom Hersteller Areva Wind errichtet, was fehlt, ist der seeseitige Netzanschluss.“ Sollten im Mai wie geplant alle 40 Turbinen verkabelt sein, hat sich die ursprüngliche Inbetriebnahme des Offshore-Parks um gut drei Jahre verzögert. TenneThatte den Anschlusstermin zwischenzeitlich zehnmal verschoben und musste bislang eine Haftungsumlage in Höhe von 220 Millionen Euro an den Betreiber des Windparks bezahlen, berichtet die WAZ.

Es ist nicht das erste Mal, dass TenneT mit seinem Stromnetz in der Kritik steht. Auch bei den Offshore-Projekten „Bard Offshore 1“ und „Riffgat“ hatte TenneT große Probleme mit dem Anschluss der Windanlagen an das Netz. Dabei fehlte dem niederländischen Staatsunternehmen zum Teil Geld für die Verwirklichung der Projekte. Hinzu kamen aber auch immer wieder Lieferprobleme, die die Projekte und damit auch die Realisierung der deutschen Energiewende beeinträchtigten und verzögerten. Die niederländische und die deutsche Seite hatten sich dabei immer wieder gegenseitig den Schwarzen Peter zugeschoben (NiederlandeNet berichtete).

[Quelle NiederlandeNet]

Hier das TenneT-Werbevideo.

Klaasohm

6. Dezember 2013

KlaasohmIch fand’s als Borkum-Dauerurlauber immer sehr geheimnisvoll und prickelnd, wenn darüber flüsternd erzählt wurde: Der Klaasohm-Abend am 6. Dezember auf dem größten Sandhaufen der Welt. Klaasohm heißt das derb-wilde Fest dort am Nikolaustag.  Denn Nikolaus auf Borkum ist kein gütiger Alter. Er heißt Klaasohm, er ist jung, er ist wild, er jagt Frauen. Das archaische Ritual, das in keinem Reiseführer erwähnt wird, schweißt die Insulanergemeinschaft für eine wilde Nacht eng zusammen.

„Mare“-Autor Jan Rübel schreibt:

„Im lichten Dünengras lässt Klaasohm das Meer hinter sich. Ein Jahr lang war er den Grund am Schelf entlanggewandert, hatte Ruhe gesucht in den versunkenen Gehöften. Nun aber ist sein Tag. Er hievt sich aus dem Sandboden, schüttelt seinen gefiederten Kopf, sticht seine ellenlangen Hörner ins Nachmittagsgrau. Westwind kommt überm Großen Kaap auf. Der Klinker des Seezeichens funkelt rot, als Klaasohm eine Unrast packt. Zorn. Dann läuft er los.

Diese Legende erzählen die Borkumer ihren Kindern jedes Jahr, wenn es auf Nikolaus zugeht – wie sie ihn, ihren Klaasohm, am Großen Kaap ausgraben und er über die Insel hereinbricht.

Kaum…“

[weiter bei SPON]

(Bild: Klaasohm – Der Sprung von der Litfaßsäule. CC G.Meyer)

Christian

28. Oktober 2013

Sturmtief Christian wütet heute (nicht nur) auf Borkum. Gemessen wurden auf der Nordseeinsel Böen bis zu 191 km/h. Auf der Borkum-Facebook-Seite lese ich:

„Mehrere Dächer völlig abgedeckt, Bäume gebrochen und das Wasser kommt noch bis 17:20 Uhr. Fähre Emden 16:45 kannste wohl knicken. Die MS „Ostfriesland“ kämpft seit Stunden um von Eemshaven nach Borkum zu kommen, driftet aber immer mehr nach Emden ab. Soviel zu dieser Sch… Lage.“

Da ist die heutige Einstellung der Emslandlinie der Bahn bei gleichzeitiger Bildschirmfoto 2013-10-28 um 22.02.44Schließung des Reisezentrums am Lingener Bahnhof das kleinere Problem, wenn natürlich auch ein großes Ärgernis für alle, die sich hierauf (Sie erinnern sich?) verlassen haben. Ersatzbusse wurden meines Wissens nicht eingesetzt. Oder?

Riffgat

7. Mai 2013

Riffgat1„Seit dem Wochenende ragt die erste von insgesamt 30 Windkraftanlagen für den derzeit von EWE errichteten Offshore-Windpark „Riffgat“ aus der Nordsee: „Weitere sieben Anlagen sind bereits an Bord des Spezialschiffes, so dass Riffgat jetzt sehr zügig weiter wachsen wird“, freut sich Torsten Köhne (EWE-Vorstand). Geplant sei, den Windpark bis Sommer fertig zu errichten. „Wenn alles weiter so gut läuft, wird Riffgat Deutschlands erster vollständig errichteter kommerzieller Windpark in der Nordsee sein“, kündigte Köhne an.

Nach dem Baubeginn im vergangenen Juni hatte das Projektteam zunächst alle Fundamente für die Windkraftanlagen auf See errichtet und die Verkabelung innerhalb des Parks fertiggestellt. Im Februar war dann das Umspannwerk im Herzen des Windparks installiert worden. Nun ist alles für die Windkraftanlagen bereit, die in den vergangenen Monaten von Siemens im dänischen Aalborg und Brande gefertigt wurden. Auf das Errichterschiff „Bold Tern“ der norwegischen Reederei „Fred Olsen Windcarrier“ werden die Turmsegmente, Gondeln und Rotorblätter in Esbjerg verladen, von dort aus geht es dann Richtung Borkum Riffgat. Insgesamt vier Mal wird das Schiff in den kommenden Wochen pendeln, bis alle Anlagen an ihrem Bestimmungsort installiert sind.

Bei den Windkraftanlagen handelt es sich um das Modell SWT-3.6-120 von Siemens. Jede der 30 Windkraftanlagen hat eine Leistung von 3,6 Megawatt bei einem Rotordurchmesser von 120 Metern. Die Nabenhöhe beträgt 90 Meter und entspricht damit der Höhe des Bremer Doms, die Gesamthöhe der Anlage beträgt von der Wasseroberfläche bis zur oberen Rotorblattspitze 150 Meter.

Mit einer Gesamtleistung von 108 Megawatt wird Riffgat genug Strom produzieren, um rund 120.000 Haushalte mit klimafreundlicher Energie zu versorgen.“
(Presseerklärung aus dem Hause EWE; Foto © EWE)

Schwarze Zahlen

24. April 2013

Der regionale Versorger EWE AG macht nach zwei verlustreichen Jahren wieder Gewinn. EWE-Vorstandsvorsitzender Werner Brinker, der am Lingener Georgianum sein Abitur gemacht hat, verkündete gestern in Oldenburg das Konzernergebnis: Der Gewinn 2012 lag bei 138,8 Millionen Euro, nach einem Verlust von 281,9 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 9,5 Prozent auf knapp 8,16 Milliarden Euro. Neben Einsparungen in Höhe von rund 53 Millionen Euro habe der Wegfall von Sondereffekten wegen Wertberichtigungen auf Beteiligungen und Rückzahlungen an Gaskunden wegen unrechtmäßiger Gaspreiserhöhungen zur Rückkehr in die Gewinnzone geführt. Auf sinkende Preise dürfen EWE-Kunden allerdings nicht hoffen.

Wo in der EWE-Bilanz 2011 noch ein Minus von 281,9 Millionen Euro stand, weist die Bilanz für 2012 einen Gewinn von 138,8 Millionen Euro aus. Auch der Umsatz des Energieversorgers stieg um 9,5 Prozent auf knapp 8,16 Milliarden Euro. Grund für die schwarzen Zahlen sind vor allem wegfallende Sondereffekte wie die hohen der vergangenen Jahre. Außerdem zeigt ein Sparprogramm erste Wirkungen.

Wermutstropfen dürfte allerdings die Herabstufung durch die Ratingagentur Moody’s sein. Die Finanzanalysten hatten Ende März die Kreditwürdigkeit der EWE wegen der schwierigen Marktbedingungen im Energiesektor durch die Energiewende herabgestuft.

Bei seinen Investitionen will EWE andere Schwerpunkte setzen und sich bei Windenergieprojekten künftig „stärker auf das Festland konzentrieren“. 2012 flossen noch 25 Prozent der Gesamtinvestitionen des Unternehmens in den Offshore-Windpark Riffgat, der zurzeit mit 30 Anlagen in der Nordsee vor Borkum gebaut wird und bei dem in diesem Herbst der Probebetrieb beginnen soll. Insgesamt werden dort rund 450 Millionen Euro verbaut. Künftig rücken bei EWE, laut Vorstandschef Werner Brinker, „kleinere Windkraftprojekte an Land“ in den Fokus.

ja bitte?

7. Februar 2011

 Dass in den Niederlanden in der Folge der kruden Regierungsbildung von Geert Widers Populistengnaden plötzlich auch die Atomenergie fröhliche Urstände feiert, war bereits Gegenstand in diesem kleinen Blog. Jetzt gibt es im Westen noch mehr Neues: Der führende Benelux-Energiedienstleister Electrabel SA (Sitz Brüssel) will angeblich im friesischen Eemshaven ein Atomkraftwerk bauen. Das nordöstlich von Groningen gegenüber der Insel Borkum gelegene Eemshaven ist nur 26 Kilometer westlich von Emden entfernt; der 120km von Lingen entfernte Industriehafen  wäre der dritte Standort, den die jetzige niederländische Regierung für neue Atomkraftwerke ins Auge gefasst hat – nach Borssele und  Maasvlakte bei Rotterdam. Die AKW-Pläne machte William Moorlag in der letzten Woche nach einem Gespräch mit den möglichen Investoren bekannt. Moorlag führt die Liste der sozialdemokratischen PvdA  für die Provinzwahlen in Groningen an. Er bezieht in Sachen AKW klar Position: „Die Möglichkeit eines Unfalls ist nicht ausgeschlossen. Dann würden große Gebiete unbewohnbar sein. Technik ist nicht unfehlbar, was noch im vergangenen Jahr die große Ölpest im Golf von Mexiko erneut gezeigt hat Außerdem gibt es das Problem mit dem radioaktiven Abfall, der tausende Jahre gefährlich bleibt, Die PvdA lehnt den unterirdische Lagerung von Atomabfällen ab.“

Die Niederlande bauen den konventionellen Kraftwerksstandort in Eemshaven gerade massiv aus. Auch ohne ein AKW des Electrabel-Konzerns sind ein Gaskraftwerk von Eemsmond Energie geplant, ein Gas- und Mehrbrennstoffkraftwerk von Nuon, außerdem zwei Kohlekraftwerke von Nuon und Essent. Gegen ein Kohlekraftwerk der RWE-Tochter Essent, das zurzeit in Eemshaven trotz europäischer Probleme gebaut wird, konnten Proteste auch aus Deutschland bislang nichts ausrichten. Electrabel ist will offenbar ebenfalls in Eemshaven dabei sejin; denn schon in fünf Jahren soll dort ein Drittel des gesamten Strombedarfs der Niederlande erzeugt werden. Electrabel  mit einem aktuellen Umsatz von mehr als 15 Milliarden Euro war übrigens bis 2005 börsennotiert, ist aber seither eine 100%ige Tochter des französischen Energiekonzerns GDF Suez. Wikipedia weiß darüber: „Electrabel verfügt über einen ausgewogenen Erzeugungspark mit einer installierten Leistung von 31.200 Megawatt (MW), davon 18.000 MW in den Benelux-Staaten.“

Das Unternehmen dementiert die bekannt gewordenen AKW-Pläne eher zögerlich. Gegenwärtig gebe es „keine konkreten Pläne für ein AKW in Eemshaven“, sagte Sprecher Menno de Boer. Ein Nein vermied der Electrabel-Mann aber und sagte lediglich, Electrabel sei weit von einem solchen Vorhaben entfernt. Nach Angaben von William Moorlag (Foto lks.) will das Unternehmen aber in Kürze über seine AKW-Pläne mit der Provinzregierung in Groningen sprechen. Da beruhigt der sonntägliche Beitrag des FDP-Fraktionschefs im Emdener Stadtrat, Erich Bolinius, überhaupt nicht. Er sagte am Sonntag, die Pläne im Nachbarland sei nun, anstelle von Eemshaven (Provinz Groningen) einen Standort in der südwestlichen Provinz Zeeland. Damit dürfte der ostfriesische Liberale aber schwerlich auf der Höhe der Zeit sein.

Trianel

29. Dezember 2010

Nach fast dreijähriger Projektentwicklung steht dem Bau des Trianel Windkraftwerks Borkum (TWB) wohl nichts mehr im Weg. Die 34 durchweg kommunalen Gesellschafter aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz haben auf der TWB Gesellschafterversammlung den Bau für den ersten Bauabschnitt des Offshore-Windparks beschlossen; in Frankfurt wurden vor Weihnachten außerdem die Finanzierungsvereinbarungen mit einem internationalen Konsortium aus 11 Großbanken unterzeichnet. Auch bislang nicht geklärte Probleme des Grenzverlaufs zu den Niederlanden sollen offenbar pragmatisch gelöst werden.

Der 56 Quadratkilometer große neue Windpark liegt rund 45 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum und ist von dort nicht zu sehen. Er grenzt unmittelbar an Alpha Ventus, den ersten deutschen Offshore-Windpark.  Ab kommenden Sommer wird  in 30 Meter Wassertiefe zunächst die Gründung für die ersten 40 Areva Wind M5000-Windräder gebaut, die mit einer Gesamtleistung von 200 MW rund 200.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen sollen. Die fast 150 Meter hohen Windräder, die bis Windstärke 9 Strom produzieren sollen, werden ein Jahr später zunächst probeweise und zur Jahreswende 2012/2013 im „Regelbetrieb“ ans Netz gehen. Erledigt werden alle Bauarbeiten von Errichterschiffen aus. Die eigentlichen Windräder werden Stück für Stück an Land im niederländischen Eemshaven südlich von Borkum zusammengefügt, dann per Barge zum Einsatzort gebracht und dort mittels Kran auf hoher See zusammengefügt.

Weitere 40 Anlagen, so die Planung, werden im anschließenden zweiten Bauabschnitt realisiert. Die Investitionssumme für den ersten Bauabschnitt beträgt über 700 Mio. Euro. Mehr als 40 Mio Euro steuert die Europäische Union bei.

Trianel Borkum West II ist einstweilen das größte Windprojekt in der deutschen Nordsee und der erste rein kommunale Offshore-Windpark Europas, der vollständig projektfinanziert ist. Beteiligt sind aus Deutschland  u.a. die Stadtwerke Georgsmarienhütte (mit 2 MW) und die Stadtwerke Detmold, Bochum, Borken, Dachau, Flensburg, Fröndenberg, Hamm, Herne, Jena-Pößneck, Lengerich,  Lünen, Soest, Uelzen, Unna und  Witten.

(Foto: obrien26382 CC)