MRSA & Co

13. Mai 2014

Bildschirmfoto 2014-05-13 um 23.48.24Der Verdacht wiegt schwer: Milchkühe, Zuchtschweine oder Pferde, aber auch Wildtiere wie Rehe, Wildschweine oder Hasen könnten sich seit Jahren mit hochinfektiösen Bakterien angesteckt haben, schreibt heute Silvia von der Weiden in der WELT.

Der Vorwurf ist gravierend, wird allerdings bislang durch nur wenige Daten gestützt. Es gibt kaum Untersuchungen, die zeigen, welche Erreger sich im Gärsubstrat überhaupt nachweisen lassen und in welcher Konzentration. Doch aus Unsicherheit laufen Anwohner Sturm gegen den Ausbau von Biogasanlagen. Die Umweltorganisation Greenpeace spricht von einer „Zeitbombe“, und auch besorgte Tierärzte und Wissenschaftler fordern die Aufklärung von Sicherheitslücken.

Die Agrarwirtschaft hat nun gehandelt. Unter dem eher harmlos klingenden Titel „rreste im Ackerbau effizient nutzen“ hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) eine neue Informationsschrift herausgegeben. Sie…“

[weiter in der WELT]

Eigentlich…

17. Mai 2011

…eine gute Idee. Biogasanlagen:

Vermaisung

7. April 2011

Mit einem geänderten Subventionssystem und schärferen Vorgaben für Landwirte sollte nach Ansicht von Naturschützern der rapide gewachsene Mais-Anbau in Schleswig-Holstein korrigiert werden, so forderte es gestern der  Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) in Kiel. Bereits in diesem Jahr werde auf mehr als 30 Prozent der Ackerfläche Mais  für den Betrieb von Biogasanlagen angebaut, kritisierten die Umweltschützer.  Solche Monokulturen laugten den Boden aus und belasteten das Grundwasser mit viel Dünger. Deshalb sollte das Land per Ordnungsrecht den Landwirten einen dreigliedrigen Fruchtwechsel mit maximal einem Drittel Mais vorgeben.

Derlei ist auch in Niedersachsen längst überfällig. Hier sind die Folgen der Vermaisung und de exzessiven Fäkaldüngung der Ackerflächen noch viel gravierender – oder weshalb  gibt es immer weniger Vögel und Bienen? In Weser-Ems beispielsweise wird auf deutlich mehr als der Hälfte aller Ackerflächen inzwischen Mais angebaut. Für den Hektar Maisacker werden bis zu 2.000 Euro Pacht gezahlt, für den Hektar Weide gibt es nur ein Sechstel dieses Betrages.  Gegen die zentrale Fehlentwicklung steuert die schwarz-gelbe Politik nur langsam um. Eine Möglichkeit für Änderungen bietet die anstehende Novellierung des Gesetzes für erneuerbare Energien. Der BUND möchte unter anderem, dass künftig nur Anlagen mit guter Wärmenutzung gefördert werden.

Welchen Beitrag können wir leisten? Zum Beispiel dies: Die Stadt Lingen (Ems) sollte alle Pachtverträge zum Ende des Landwirtschaftsjahres  kündigen und künftig keinen Maisanbau auf den städtischen Flächen mehr zulassen, also in neuen Pachtverträgen den Maisanbau strikt ausschließen.

 

Torf

13. März 2011

Umweltbewusste Mitmenschen wissen: Torf gehört ins Moor und nicht in den Garten. Zu Beginn der Gartensaison hat der Bundesverband Bürgerinitiatinven Umweltschutz empfohlen, im Garten auf den Einsatz von Torf zu verzichten: „Auch in der Bundesrepublik werden noch immer Tier- und Pflanzenarten durch den Torfabbau in Moorgebieten bedroht. Torf sollte im Gartenbereich nicht mehr zum Einsatz kommen“, verlangt Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Experten sagen, dass allein die Gartenbesitzer 20 Prozent des abgebauten Torfes verbrauchen. Ungefähr 90 Prozent der in Bau- und Gartenmärkten  angebotenen Blumenerde besteht aus Torf. Davon  wird viel importiert, vor allem aus dem Baltikum.  Hamburgs BUND-Sprecher Paul Schmidt fordert, keine Torferde zu kaufen: „Weil der Torfabbau die Moorflächen zerstört. Es werden Unmengen an CO2 freigesetzt und die Lebenswelt vieler Tiere und Pflanzen gefährdet, beispielsweise die der Torfmoose oder Moorfrösche (Foto re.). Dennoch greifen die Leute“, so Schmidt, „wenn sie im Frühjahr ihre Balkone bepflanzen, zu den billigeren Torfprodukten.“

Aber auch hierzulande – nicht nur in Wiesmoor – wird Hand an die letzten Hochmoore gelegt. Die schwarz-gelbe Landesregierung will -je nach Lesart – zusätzlich weitere 33 Quadratkilometer (so die Landesregierung) oder 90 Quadratkilometer Hochmoore (Naturschutzverbände) industriell abbauen. Dabei gibt es Streit um den Torfabbau. Nach Medienberichten soll sich Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) für den Schutz der Moore ausgesprochen und vom CDU-geführten niedersächsischen Agrarressort eine Korrektur des neuen Landesraumordnungsprogramms (LROP) gefordert. Der Umweltminister hält es nach Presseberichten für „wünschenswert“, alle neuen Vorrangflächen aus der LROP-Fortschreibung wieder herauszunehmen, über die  der Niedersächsische Landtag in diesem Jahr entscheiden soll. In dem Entwurf sind zusätzliche 9000 Hektar Vorranggebiete für die Torfgewinnung in Niedersachsen ausgewiesen – vor allem im Elbe-Weser-Raum, aber auch in den Kreisen Leer, Cloppenburg und Emsland. Rund 23 000 Hektar sind bereits im gültigen LROP des Jahres 2008 ausgewiesen.

Der Torfabbau kann selbst nach Einschätzung von CDU-Politikern wie CDU-Generalsekretär Ulf Thiele (Remels) auch die ohnehin schwierige Situation der Milchbauern verschlechtern – „weil den Bauern dringend benötigte Flächen verloren gehen. Schon jetzt sind landwirtschaftliche Flächen knapp wegen des zunehmenden Anbaus von Energiemais für Biogasanlagen.“

Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer hat den inzwischen trotz Sanders Position von der Landesregierung beschlossenen Entwurf für ein neues Landesraumordnungsprogramm als „schwere Sünde gegen den Klima- und Umweltschutz“ bezeichnet. Erstmals seit langem würden in dem Programm wieder tausende Hektar neue Torfabbauflächen zur Ausbeutung ausgewiesen, sagte der Grünen-Politiker am Freitag. „95 Prozent aller Moore in Niedersachsen sind bereits unwiderruflich zerstört. Jetzt die letzten Flächen abzutorfen ist ökologischer und klimapolitischer Irrsinn!“

Moore seien heutzutage nicht nur für den Naturschutz, sondern auch als CO2-Speicher für den Klimaschutz unverzichtbar, sagte Meyer. Die Grünen halten die massive Bevorratungsplanung der CDU-FDP-Landesregierung für ein „einseitiges Erfüllungsprogramm der Wunschlisten der Rohstoffindustrie“ zu Lasten von Tourismus, Natur und Bevölkerung. Mit einem entsprechenden Entschließungsantrag fordern  die Grünen eine Umkehr. „Wir wollen, dass die Moorzerstörung vollständig beendet wird „, sagte Meyer.

(Foto: Moorfrosch juergen.mangelsdorf CC)