Baden

20. Mai 2013

Mit den ersten warmen Tagen des Jahres steigt die Lust aufs Baden im Freien. Einem ungetrübten Badespaß an Niedersachsens Nordseeküste, den Flüssen und Binnenseen steht auch in dieser Badesaison nichts im Wege. Die bisherigen Messergebnisse zeigen, dass die 274 niedersächsischen Badegewässer die Anforderungen der Niedersächsischen Badegewässerverordnung und der EU-Badegewässerrichtlinie in hohem Maße erfüllen. Noch vor Beginn der Saison wird die hygienische Qualität aller Badegewässer untersucht. Seit Ende April liegen schon über 250 Messdatensätze aus über 200 Gewässern im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt vor. Dabei zeigten sich keinerlei Auffälligkeiten.

Die hygienische Güte der Badegewässer unterliegt gewissen Schwankungen und die Messungen stellen Momentaufnahmen dar. Aus der Bewertung des Ergebnisses einer einzelnen Probe bzw. Untersuchung kann daher nicht auf die generelle hygienische Güte der Wasserqualität an einer Badestelle geschlossen werden. Eine Gesamtbewertung und Einstufung in Qualitätskategorien von „ausgezeichnet“ bis „mangelhaft“ werden für jede Badestelle auf der Basis der Untersuchungsergebnisse von 4 Jahren vorgenommen. Lediglich zwei der niedersächsischen Badegewässer (0,8 %) mussten aufgrund stark schwankender Überwachungsergebnisse in die Kategorie „mangelhaft“ eingestuft werden. Dabei handelt es sich um die Badestelle an der Bohrinsel Dyksterhusen im Dollart sowie das Freibad an der Ems in Jemgum, beide im Landkreis Leer. Grenzwertüberschreitungen, die zu Badeverboten hätten führen müssen, gab es dort allerdings nicht. An beiden Badestellen laufen Ermittlungen zur Aufklärung der Ursachen der Verschmutzungen.

Ziel der Bewirtschaftung jedes Badegewässers ist die weitere und nachhaltige Verbesserung der Badegewässerqualität. Dies erfolgt auf der Grundlage des für jedes Badegewässer zu erstellenden Badegewässerprofils. Dieses Profil dokumentiert unter anderem die möglichen Einflussfaktoren und dient den Gesundheitsbehörden dazu, negative Auswirkungen auf die Badegewässerqualität vorausschauend beurteilen und ihnen entgegentreten zu können. Die Badegewässerprofile werden regelmäßig aktualisiert und sind an gut sichtbarer Stelle am Badegewässer aufgestellt. Sie geben den Badegästen einen Überblick über alle wissenswerten Daten zum Badegewässer.

Seit Ende April bis zum Ende der Badesaison am 15. September entnehmen die örtlichen Gesundheitsbehörden mindestens alle vier Wochen Wasserproben und prüfen diese auf bakterielle Belastungen. Umfassende Informationen zu den niedersächsischen Badegewässern mit aktuellen Untersuchungsergebnissen gibt es im Internet auf den Seiten des Niedersächsischen Badegewässeratlas unter der Adresse www.badegewaesseratlas.niedersachsen.de.

Auf der Website der Europäischen Kommission unter dieser Adresse kann man sich über die Gewässerqualität in den Mitgliedsstaaten der EU informieren.

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Persönlicher Nachtrag: Bei den nicht getesteten Gewässern kann die Qualität natürlich völlig anders aussehen [Überraschung!]. Im Niedersächsischen Badegewässeratlas fehlen [heute] für Lingen u.a. der Dieksee, der Biener See, der See am Telgenkamp sowie die Moorseen und der See am Naturschutzgebiet in Wachendorf.

(Quelle PM MS Hannover)

Dieksee

19. Mai 2012

Idyllisch zeigt sich der Laxtener Dieksee auf der Aufnahme von dendroaspis2008. Aber der Eindruck täuscht. Das Gewässer hat leider keine sonderlich gute Wasserqualität. Dies hat jetzt wieder das Niedersächsische Landesgesundheitsamt ermittelt. Den meisten der anderen, mehr als 20 Badeseen bescheinigte die Behörde eine deutlich bessere Wasserqualität;  darunter sind der Lohner See, der Lünner See, der Blaue See Lünne, der Biener See, das Speicherbecken Geeste, der Baggersee in Salzbergen-Holsterfeld oder auch die Badeseen in Schüttorf-Quendorf und in Wilsum. Sie alle erhielten  drei Sterne für „ausgezeichnete Badewasserqualität“.

Beim Dieksee reichte es aber nur für einen einzigen Stern – nur „ausreichende“ Qualität. Grund hierfür sind vor allem wie in den Vorjahren E.coli-Keine. Allerdings wusste die Stadt schon grundlegende Abhilfe: Laut Internetauftritt Badegewässer-Atlas Niedersachsen ist unser Dieksee ab diesem Jahr gar nicht mehr als Badegewässer gemeldet. Der Grund hierfür lt. Badegewässer-Atlas: „Starke Abnahme der Badenden durch Errichtung des Linus-Erlebnis-Bades in Lingen“ und war bis in den Herbst des letzten Jahres im Außenbereich wegen des Saunaumbaus nicht nutzbar. Außerdem ist unser Linus  ist schon 1996 eröffnet worden. Man erkennt also, wie wenig überzeugend dieses Argument ist. Und ich meine es zwar schon einmal gehört zu haben, finde aber nichts darüber (gucken Sie doch mal bitte selbst ), wo und wann in en Ratsgremien beschlossen wurde, den Dieksee nicht mehr als Badegewässer zu melden. Aber das Abmelden ist natürlich auch eine Lösung…

Tatsächlich ist die Ursache für die lediglich ausreichende  Wasserqualität klar: Die massiven Nährstoffeinträge aus mit Gülle überdüngten Ackerflächen im Einzugsbereich des Dieksees. Doch diesem Phänomen rückt die Stadtverwaltung jetzt zu Leibe, schon 17 Jahre, nachdem das Problem erkannt war. Erst einmal geschieht dies, in dem ungewöhnlich hohe Grundstückspreise gezahlt werden. Man will einen Morgen Land erwerben, den man für die Verlegung des Schallenbaches um den Dieksee herum braucht; dieser Bach leitet die Schadstoffe tonnenweise direkt in das Gewässer und überdüngt ihn. Mit der lang geplanten Umlegung werden drei Viertel der Schadstoffe aus dem See herausgehalten, errechneten Fachleute vor einigen Jahren. So weit, so gut. Doch gleichzeitig werden städtische Flächen im Einzugsbereich veräußert, um künftig intensiv landwirtschaftlich bewirtschaftet zu werden. Nachhaltigkeit hatte ich mir allerdings immer anders vorgestellt.

(Foto: Dieksee im Juli, © dendroaspis2008 flickr)