Kokenmühle

24. März 2012

„Immer dann, wenn Die BürgerNahen das Gefühl haben, dass an ihnen vorbeigetrickst werden soll, werden sie besonders hellhörig:
Jetzt sind sie auf Baupläne gestoßen, die sich mit dem Gebiet der Kokenmühle und der alten Tankstelle an der Bernd-Rosemeyer-Straße beschäftigen. Ein Areal, welches durch sehr alten Baumbestand und historisch wertvolle Gebäude Aufmerksamkeit verdient: Diesbezügliche  Nachfragen (Top 10.3.)  verliefen im Sande: Es gebe keine bekannten Pläne.

Das stimmt aber nicht, belegen unsere Bilder: Plant in Lingen an dieser Stelle jemand gerade große Bauvorhaben und legt Wert darauf, dass noch niemand davon wissen soll?…“

(mehr Fotos und weiter auf der Webseite der BürgerNahen…)

Projektbezogen

25. Januar 2012

„Projektbezogen“ – so ein städtischer Bediensteter, soll der Bebauungsplan (Fachjargon: „B-Plan“) für das Grundstück entwickelt werden, das unsere Kommune jetzt zu Bargeld machen will. Es liegt „Am Wall-Ost“ neben dem Konrad-Adenauer-Ring und ist bislang Teil der „Stadtgrabenpromenade“, die vor gefühlt 20 Jahren in einem Wahlkampf proklamiert wurde und alles ist, bloß keine Promenade. Die Verkaufsfläche ist Reststück der historischen Lingener Wallanlage (Stich re.), die seit 1970 aber so etwas von konsequent vernichtet worden ist, dass in Kürze nichts mehr übrig bleiben wird – nur noch die Schilder „Stadtgrabenpromenade“. Das zum Fremdschämen geeignete Resultat sieht dann so aus wie auf dem in der Zeitung veröffentlichten Foto.

Immerhin soll nun ein Bebauungsplan her, wenn dieses Grundstück -losgelöst von der Stadtgeschichte-  verkauft und bebaut wird. Das ist nicht selbstverständlich; denn ein Bebauungsplan macht dem Baudezernat Arbeit und beteiligt den gewählten Stadtrat. Also lässt unser Stadtbaurat aus Oldenburg es lieber und behauptet, es sei bebaubarer Innenbereich (Fachjargon: „34-er Gebiet“) und daher könne man auch ohne Bebauungsplan. Letzte Beispiele: Die Bebauung das Hafenareals mit drei Investitions-Zweckbauten, das Medicus-Wesken-Zentrum oder das Hotel an der Bernd-Rosmeyer-Straße. Angekündigte 34er-Neubauten: neue Pflegezentren an der Burgstraße und an der Mühlentorstraße/Konrad-Adenauer-Ring. Da bleiben dann notwendige Abwägungsprozesse privater und öffentlicher Belange aus und das Gemeinwohl zugunsten privater Finanzinteressen regelmäßig auf der Strecke. Besonders eindrucksvoll wird dies beim Nachweis der notwendigen Parkplätze. Die Häuser am Alten Hafen haben zwar Wohnungen mit allem Schnickschnack, doch ebenso wenig eine Tiefgarage wie die anderen genannten 34er-Objekte. Bei Medicus-Wesken stimmte die CDU dem Verzicht auf eine Tiefgarage zu, weil die „sechs Wochen längere Bauzeit dem Bauherrn nicht zuzumuten“ war, beim Hotelvorhaben legt der Bauherr die Parkplätze mit Zustimmung der CDU gar in das Erdgeschoss (!!).

Längst hat sich die Ratsmehrheit vom Verständnis verantwortlich mitplanender kommunaler Selbstverwaltung verabschiedet und begnügt sich mit den finanziellen Interessen der Investoren. Nahezu in Verzückung gerät die CDU immer, wenn jemand „Geld in die Hand nimmt“. Die Unzulänglichkeiten sind anschließend greifbar; machen Sie einfach mal den Selbsttest und parken  im verunglückten Parkhaus neben dem Medicus-Wesken-Zentrum! Regelmäßig sind auch die baugestalterischen bzw. architektonischen Leistungen der Bauvorhaben der letzten Jahre -sagen wir mal- außerordentlich bescheiden; das wird auch dadurch nicht anders oder gar besser, dass einzelne Ratskollegen anschließend verunglückte Architekturleistungen als „das gelungenste Gebäude überhaupt“ bezeichnen oder der Oldenburger von „so baut man heute“ schwadroniert.

Jetzt soll also das vorletzte Reststück des historischen Walls verkauft und bebaut werden und nun soll ein B-Plan dafür her. Ich glaube das noch nicht. So oder so besteht die Gefahr, dass alles, was dann kommt, dem reinen Finanzinteresse des Investors untergeordnet wird, schon weil man nicht vorher festlegt, was die Bürgerschaft an diesem Platz städtebaulich will sondern weil man auf die Wünsche genannten Forderungen des Investors wartet, also das und nur das, was er will –  eben „projektbezogen“.

(Lingen Historischer Stadtgrundriss – Gesamtansicht Belagerung der Stadt durch Spinola, Kupferstich von Hogenberg bei Frhr. von Aitzing 1606)

Tankstelle

27. November 2011

Die alte Gasolin-Tankstelle verfällt, keine Frage. Aber ekelhaft, wie ein Leser dieses Blogs meint? Nein, da liegt er bei diesem wunderschönen 1950er-Jahre-Gebäude völlig falsch. Zu diesem Ekelhaft habe ich die richtige Antwort bei Hans Einspanier (fotogen) gefunden. Sie sehen hier das Foto des Lingener Fotographen aus dem Juni dieses Jahres. Als großformatiges Original beeindruckt es übrigens ungleich stärker. Einspanier liefert eine grandiose Aufnahme, die das Potential dieses – unter Denkmalschutz stehenden – Gebäudes erkennen lässt.
Ich freue mich, dass ganz aktuell einmal mehr darüber diskutiert wird, was dort passieren soll und muss und wird. Es darf jedenfalls kein Projekt für einen Altenlingener Unternehmer werden! Rettet die Gasolin-Tankstelle!

Langsam

16. August 2011

Am heutigen Dienstag (16. August)  beginnen endlich die Asphaltierungsarbeiten im Abschnitt der Bernd-Rosemeyer-Straße vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) bis zum Kreisverkehr Jakob-Wolff-Platz. Weshalb die 200m-Baustelle fast während der ganze Sommerferien den Verkehr im Stadtzentrum beeinträchtigt hat, weiß der Geier. Insgesamt fünf lange Wochen.

Die Asphaltierungsarbeiten werden Morgen im Baustellenbereich „unter Vollsperrung“ durchgeführt, heißt es jetzt. Eine Zufahrt in die Bernd-Rosemeyer-Straße vom Kreisverkehr Jakob-Wolff-Platz bis zum ZOB ist daher nicht möglich. Der Verkehr aus der entgegengesetzten Richtung wird umgeleitet. Die Vollsperrung endet, so die Stadt in einer Pressemitteilung,  „voraussichtlich am frühen Donnerstagmorgen“. Voraussichtlich? Da bin ich ja gespannt, ob der Schülerverkehr davon noch betroffen wird, der am Donnerstag wieder einsetzt.

Ich weiß nicht, wie Sie dies empfinden. Aber ich finde es ausgesprochen langsam, wie derartige, nicht sonderlich große Baustellen auf viel befahrenen Straßen abgewickelt werden. Dass der Tag 24 Stunden hat, hat sich bis in die Verwaltung noch nicht herumgesprochen. Anders: Warum wird eine solche Baustelle nicht in deutlich weniger Tagen abgewickelt? Es mag sein, dass die Baumaßnahme dann teurer wird. Doch so wie jetzt, wird es für die Betroffenen teurer, die  zeitaufwändige und damit kostenträchtige Umwege fahren müssen.

„Park“

20. Juli 2011

Keine Frage: Es ist ein nettes Stückchen Lingener Innenstadt, die Grünfläche zwischen dem Hotel und C & A. In Lingen ist das bereits ein Park und das angrenzende Hotel nennt sich folglich auch das Parkhotel. Dort findet am kommenden Samstag zum dritten Mal Jazz & Blues am Stadtgraben statt. Ab 17 Uhr und ohne Eintritt. Mit dem Duo Soul, Saxophonist Kai Liedtke und Greg Copeland & the Soul Gang mit  Piano Pete.

Im kommenden Jahr wird es  mit der vierten Auflage der Musiziererei schwieriger werden. Der Lingener Stadtrat hat nämlich gerade beschlossen, das südlich an das Park-Hotel angrenzende Fläche an eine GmbH & Co KG abzugeben. Die Looken InnGmbH & Co KG  (heißt tatsächlich so) will dort ein Hotel bauen. Dazu will sie rund 1500 Quadratmeter bebauen, also den Freiraum an der Bernd-Rosemeyer-Straße und auch Teile des „Parks“ . Ihr wird außerdem eine Erweiterung in den „Park“ hinein ermöglicht und zu allem Überfluss kann sie die für den jetzigen Eigentümer des Parkhotels  notwendigen sieben Parkplätze verlegen und im –Sie ahnen es- Park anlegen, direkt neben der neu gestalteten Stadtgrabenparzelle.

Weg muss auch die Eiche, die die SPD aus Anlass der 75-Jahrfeier an diesem, ihrem Gründungsort  gepflanz hatte. Sie tanzte nur 16 Jahre lang;  ob das auch für die Skulptur Blaue Madonna gilt, weiß ich nicht.

Ja, es wirkt alles nicht zu Ende gedacht, zumal über die architektonische Gestaltung des geplanten Hotels nichts festgelegt ist. Es gibt auch weitere, besonders unangenehme Details, die das Rechnungsprüfungsamt der Stadt veranlasst haben, Nein zu sagen. Das „RPA“ ist eine dem Rat unterstellte Einheit, die über die ordnungsgemäße Haushaltswirtschaft wacht.

Der Rat hat sich über das Nein hinweg gesetzt und mehrheitlich trotzdem zugestimmt. Es ist so eines dieser Lingener Projekte, wo leuchtturmmäßig nur noch durchgewunken und nicht mehr in Zusammenhängen nachgedacht und abgewägt wird. Hätte man das getan, hätte man sich auf die Straßenrandbebauung an der Bernd-Rosemeyer-Straße konzentriert (einschließlich des Nachbargrundstücks) und eine Tiefgarage vorgeschrieben.

Nun, der „Park“ wird anschließend wahrscheinlich immer noch Park heißen, obwohl er besser Parkplatz heißen sollte. Aber Parkplatzhotel kommt nicht so gut. Sie können jedenfalls demnächst mit Ihrem/r Liebsten im Auto sitzen und romantisch auf den unlängst umgestalteten Stadtgrabenbereich schauen. Sie brauchen dazu nicht einmal auszusteigen und sich auf eine Bank  zu setzen.

Also, hau am Samstag in die Tasten, Piano Pete (Budden). Der Blues ist -angesichts des Ganzen- der richtige Musikstil.

Katastrophe

17. Februar 2011

Wikipedia weiß: „Denkmalschutz dient dem Schutz von Kultur und Naturdenkmalen. Sein Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Denkmale dauerhaft erhalten und nicht verfälscht, beschädigt, beeinträchtigt oder zerstört und dass Kulturgüter und Naturerbe dauerhaft gesichert werden. Die rechtliche Definition und Rahmenbedingungen für den Denkmalschutz werden durch das Denkmalrecht festgelegt.“

Das, was jenseits dieser sachlichen Aussage in unserer Stadt unter Denkmalschutz verstanden wird, ist  etwas völlig anderes. Nichts wird dauerhaft gesichert. Wir erleben die Nutzbarmachung von Kulturgütern für kommerzielle Interessen. Durch Verfälschen, Beschädigen und Beeinträchtigen. Die SPD schreibt aktuell:

„Wenn allerdings der Vorsitzende des Planungs- und Bauausschusses Reinhold Diekamp (CDU) sich zu der Äußerung versteigt, man sei in der Vergangenheit sehr gut mit dem Denkmalschutz umgegangen, muss er wohl eine andere Stadt als Lingen (Ems) meinen. Sind die beiden vor kurzer Zeit verunstalteten Baudenkmale in der Marienstraße, der Abriss des allseits beliebten „Salut“ in der Burgstraße und der Abriss historischer Gebäude in der Mühlentorstraße schon vergessen?“ fragt die SPD.

Erster Anlass für die neuerliche und dringend notwendige Debatte ist der geplante Umbau des Baudenkmales Am Markt 13 – der ehemalige Ratskeller, der zum Piano und zeitweise zum QStall wurde. Was von diesem eingeschossigen Haus aus dem 18. Jahrhundert  bleiben wird, ist schwerlich noch ein Baudenkmal. Es ist das, was ein investierender Lingener darunter versteht: Alte Bauteile raus, Grundrisse verändern, dann mit Neu auf Alt machen, historisierend aufhübschen – mit neuen Fenstern, Dachpfannen und Kunststoffschindeln seitlich an unbekannten Gauben. Was ist der Ausgangspunkt:

„Die beiden Häuser m Markt 12 + 13 sind, obwohl sie im Alter vrmutlich ein Jahrhundert auseinanderliegen, in ihrer glücklichen Stellung zum Historischen Rathaus heute mit diesem als eine einheit anzusehen“,

schreibt Baldur Köster in seinem Werk (Ausriss oben re.) über die Lingener Architektur und den aktuellen Investoren und ihren Genehmigern im Rathaus ins Stammbuch:

„Bilden die Häuser Nr. 9 – 12 zunächst eine zusammenhängende Front, so schafft das Haus Nr. 13, das rechts und links nicht angebunden ist und völlig freisteht, einen Auftakt zum ebenfalls freistehenden Rathaus. es lässt diesem aber eindeutig den Vorrang, einmal durch seine geringe Größe, dann aber auch durch sein Zurückweichen von der Straßenfront. … typisch für den mittelalterlichen Städtebau … ein weiterer Beweis für die frühe Datierung von Rathaus und Platz.
Das niedrige, eingeschossige Haus ist im Übrigen beispielhaft für die Mehrzahl der Lingener Häuser bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein.“

Die beiden bei der Renovierung 1933 entstandenen kleinen Dachgauben des „Ratskeller“ beiderseits des schmalen Mittelflurs sind das Äußerste, was dieses Baudenkmal ertragen konnte. Aber jetzt ein halbes Dutzend prollig-emsländische Dachausbauten auf die Ostseite zu flanschen, ist eine Katastrophe. Längst ist übrigens auch die Linde vor dem Haus  zu groß geworden und stört zunehmend die von Köster so gelobte „fein ausgewogene Ecklösung“. Nein, nicht absägen! Pflanzt ihn um!

Zweiter Anlass der jetzigen Debatte ist der architektonisch-brutale Umgang mit dem Ensemble des Universitätsplatzes, wo die GmbH des Bruders unseres bereits erwähnten Ausschussvorsitzenden dabei ist, die allerletzten Lingener Altstadtreste sich unterzuordnen – mit einem Parkhäusl und obendrauf einem dreieckigen Balkon  vor ein paar Luxuswohnungen; dafür hat die Stadt mit den Stimmen der CDU schon vor Jahren still und heimlich auch noch Flächen des historischen Professorenhaus-Grundstücks verkauft, ohne sich irgendein wirkliches Mitspracherecht zu sichern.

Neben der gerade realisierten Zerstörung der Baudenkmale in der Marienstraße gibt es weitere aktuelle Beispiele für den geschichtslosen Umgang mit historischen Kulturgütern in unserer Stadt. So verkauft die Stadt gerade historische Baudenkmale – wie das historische Schleusenwärterhaus in Hanekenfähr oder  das 120 Jahre alte Wohnhaus Bernd-Rosemeyer-Straße 5 – beides wohl eine gesetzwidrige Handlung, haben doch niedersächsische Kommunen die besondere Pflicht, die ihnen gehörenden und die von ihnen genutzten Kulturdenkmale zu pflegen und sie im Rahmen des Möglichen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wie soll das gehen, wenn man sie verramscht verkauft?

  • Ganz im Verborgenen und doch vor aller Augen leidet  auch der Lingener  Stadtgrundriss, den man als das “Lesebuch” unserer Stadt bezeichnen darf. Dessen Zerstörung wird durch durch rührend-naive Schilda-Aktionen wie „Stadtgrabenpromende“ garniert mit „Gedankenstrichen“  verschleiert.

Solange in Lingen nicht Eigentum verpflichtet, findet kein Denkmalschutz statt. Immer wieder neu müsste sich unsere Bürgerschaft  fragen, was sie zum Kern ihres kulturellen Erbes zählt, was ihr wesentlich genug ist, um es zu bewahren und dafür auch finanzielle Anstrengungen in Kauf zu nehmen. Angesichts der Armut in früheren Zeiten war nie viel und inzwischen ist fast nichts mehr an Baudenkmalen da. Die Kirchen, das Rathaus, der Universitätsplatz, das Bild des Marktplatzes und einiger Ensemble, Haus Hellmann und ein paar andere Bauwerke im Stadtkern. Übrigens: Auch die ehemalige Gasolin-Tankstelle an der Rosemeyer-Straße. Sie ist aber durch einen überforderten Eigentümer und die Untätigkeit der Verwaltung gleichermaßen so vergammelt, dass 98 % der Lingener diesen „Schandfleck“ sofort abreißen würden, wenn sie könnten. Dabei ist gerade dieses Technikgebäude ein einzigartiges Zeugnis des 20. Jahrhunderts. Erhaltet es endlich!

Über Denkmalschutz entscheiden bekanntermaßen nicht nur Denkmalpfleger (in Niedersachsen mit seinem nahezu zahnlos-beliebigen Denkmalschutzgesetz schon gar nicht).  Über Denkmalschutz entscheiden auch Ratsmitglieder. Deren Lingener Spezies hat jede (!) so genannte Modernisierung von Baudenkmalen in den letzten zehn Jahren abgenickt. Jede! Es hat nie irgendeinen Einwand gegeben, wenn die nach dem Dienstende des Stadtbaurats Nikolaus Neumann tätigen Nachfolger mit den angeblich unvermeidlichen Modernisierungsplänen im Ausschuss erschienen. Die CDU war immer für eine Modernisierung nach Eigentümerart („Geld in die Hand nehmen“). Mittendrin statt nur dabei immer auch FDP-Mann Jens Beeck, der wie der noch amtierende Stadtbaurat aus Oldenburg die ökonomische Nutzbarmachung historischer Kulturgüter stets dem Denkmalschutz unterordnet.

Denkmalschutz ist etwas ganz anderes als ein „Sieht-doch-gut-aus!“ mit dem immer wieder gern gehörten und so herrlich von Bausünden ablenkenden Zusatz „Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten!“ .  Aber auf das Siehtgutaus und Lassdeneigentümermachen reduzieren sich seit langem die sog. Modernisierungen von Baudenkmalen im Planungs- und Bauausschuss – auch das ein Zeichen. Als ich vor langen Jahren einmal Vorsitzender des Kulturausschusses war, habe ich dort durchgesetzt, dass über Baudenkmale beraten wurde.  Das hat nicht lange vorgehalten, vielleicht weil die  Bauleute im Rathaus mit hartnäckiger Beratung „in der Kultur“ so ihre Schwierigkeiten hatten. Aber ist Denkmalschutz nicht eine zutiefst kulturelle Aufgabe und weniger eine Frage von Bauen, Planen und Finanzieren? Und was heißt das dann für die Arbeit im Lingener Stadtrat?

(Fotos und Skizzen aus © Lingen -Architektur im Wandel, Baldur Köster)