Kern

16. Juni 2014

Tankstelle

Herrlich

21. April 2013

Grünspecht

Der Grünspecht ist zwar einer der häufigsten Spechtarten in Europa. Aber in den benachbarten Niederlanden hat sich der Bestand zwischen Mitte der 1970er- und Anfang der 1990er-Jahre etwa halbiert.

Grund für negative Entwicklungen ist wohl vor allem der Verlust geeigneter Lebensräume. Der Rückgang von Wiesenameisen, Lieblingsspeise des Grünspechts, durch weiträumige Umwandlung von Grünland in Ackerland und verstärkten Einsatz von Bioziden in der Landwirtschaft ist wohl die wesentliche Ursache. Offene und strukturreiche Gebiete, die der Vogel bevorzugt, werden angesichts agrarindustrieller Strukturen seltener. Eutrophierung und fehlende Mahd von aufgelassenen Wiesen spielen ebenfalls eine Rolle.

Aufgrund der aktuellen Situation und des Bestandsrückgangs über die letzten Jahrzehnte wird der Grünspecht in Deutschland und den Niederlanden in der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Arten geführt.

Gestern Nachmittag war es sonnig und frisch , als vor mir quer über die Bernd-Rosemeyer-Straße ein Grünspecht in den Greiner’schen Garten flog. Mit leuchtend rotem Kopfschmuck und strahlend grünem Federkleid. Er war ein würdiger Vertreter des Picus viridis.

Ich fand’s herrlich.

(Quelle; Foto: Grünspecht (picus viridis). CC Hans-Jörg Hellwig)

TuS – Lingenfoto6

24. Januar 2013

In Zeiten, in denen mit erhobenem Zeigefinger selbstgerechte und sich selbst für rechtschaffend haltende  Kleinbürger über örtliche Sportvereine moralisieren, welche Ärger mit dem Staatsapparat haben, darf man sich an kleinen Fotoaufnahmen erfreuen. Wie an diesem (vom großartigen © milanpaul) in der alten, weiterhin verrottenden Tankstelle an der Bernd-Rosemeyer-Straße in Lingen. Eine schöne Aufnahme.

Wann übrigens kommt der FC Lingen? Aber das nur als ps.

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Foto: Alte Tankstelle in Lingen(Ems), © milanpaul via flickr

Pausenbild 28

23. August 2012

(Alte Tankstelle an der Bernd-Rosemeyer-Straße, Lingen (Ems), © milanpaul via flickr)

Suchspiel

1. Juli 2012

Eigentlich

möchte ich nachher ins Moormuseum nach Groß Hesepe, wo eine herrliche Emslandbilder-Ausstellung eröffnet wird. Aber ich brüte nächtens gerade, fürchte ich, eine fette Sommergrippe aus. Also bedauert mich bitte oder drückt mir die Daumen, dass es nichts wird mit Fieber & Co.

Jedenfalls kann ich heute nur ein kleines Suchspiel präsentieren. Allgemein ist bekannt, dass ich die Stadtgestaltungsversuche unseres oft ratlosen Bauamtes für wenig gelungen halte. Zuletzt die Sanierung eines Denkmals am Markt, das jetzt nur noch  alt aussieht aber nicht mehr alt ist, doch  dafür an die Toskana erinnernde Klinkerschornsteine hat (und nebenbei nicht, wie versprochen, im Februar fertig war oder, wie später versprochen, Mitte Mai, aber dafür 50% teurer geworden ist -„wegen Denkmalschutz“ sind es jetzt 210.000 Euro, statt wie geplant 140.000 Euro).

Hier aber nun die neueste gestalterische Zumutung und zwar für die Leser dieses kleinen Blogs zum Mitsuchen:

Vor dem Bahnhof entstehen nach jahrelanger Untätigkeit nun doch Kurzparkplätze an der Bernd-Rosemeyer-Straße und eine Auffahrt für Radfahrer, die aus der Marienstraße kommend gegenüber auf den Radweg Richtung Unterführung gelangen wollen. Das Projekt ist bekanntlich reichlich verkorkst, wird aber nun realisiert.

Heute nun lade ich meine Leser ein, an Ort und Stelle nachzusehen, was dort entsteht. Für das Suchspiel stellen Sie sich bitte am Ende des Fußgängerüberwegs vor dem Ristorante da Sandro auf den Bahnhofsvorplatz. Dann  zählen sie bitte die Zahl der unterschiedlichen Pflastersteine durch, die dort eingebaut sind. Begrenzen wir die Zählung auf einen Umkreis von ca. 20m. Ein Tipp: Es sind mehr als 6. Dem, der als erster die richtige Zahl dieser steinigen Musterkollektion von Steinresten des lokalen städtischen  Bauhofs hier oder per PM meldet, gebe ich eine da-Sandro-Pizza aus.

Die Kantsteine werden mitgezählt, die hartgummiartig-weißen Gliederungsstreifen am Busbahnhof  nicht mitgerechnet; verhunzen geht auch ohne diese sinnfrei wirkenden weißen Striche.

Quälend

18. Mai 2012

Quälende Langsamkeit titelt Niklas Tewes seinen jüngsten Blogbeitrag (Aufmacherfoto oben). Er schreibt darin über die gemeinsame Sitzung von Planungsausschuss und Verkehrsausschusses vorgestern im Lingener Rathaus und seine Enttäuschung über die Langsamkeit demokratischer Prozesse. Ich kenne das Bohren dicker Bretter und war in der Sitzung nicht sonderlich überrascht. Tatsächlich ist auch weniger die Ausschussarbeit das Problem. Es ist einmal mehr die Stadtverwaltung, die nur das umsetzt, wozu sie Lust und Laune hat. Im Winter Nullneunnullzehn saß ich im Ristorante da Sandro an der Bernd-Rosemeyer-Straße, als draußen vor dem Fenster Baudezernent, Oberbürgermeister und ein weiterer Mitarbeiter der Stadtverwaltung eine halbe Stunde lang hin und hergingen und prüften, wo man auf der Straßenseite des Bahnhofsvorplatzes notwendige Kurzzeitparkplätze anlegen könnte. Ich habe mich gefragt, ob es dafür dieser Runde bedarf. Doch es kam schlimmer: Seither ist nämlich nichts passiert. Die Defizite rund um den Bahnhof sind ungelöst und dies trotz Millionen, die dort verbaut wurden. Offen gefragt: Ob die drei damals Hin- und Her-Schreitenden zu selten den Lingener Bahnhof nutzen und daher keinen erkennbaren mentalen Zugang zu den Problemen von Bahnreisenden haben?

Nun können Mitglieder eines kommunalen Ausschusses notwendige Baumaßnahmen nicht persönlich mit dem Spaten in Angriff nehmen. Vielmehr muss stattdessen die Stadtverwaltung die Aufträge des Rates und seiner Ausschüsse realisieren. Und wenn sie nichts macht, kann ein Ausschussmitglied erinnern, nachfragen, mahnen und Pressemitteilungen (oder gar einen Blog) schreiben. Ein kommunales Gremium gleicht damit mehr dem Aufsichtsrat eines Wirtschaftsunternehmens als dessen agierendem  Vorstand. Der Unterschied: Es gibt im Rat Fraktionen und politische Mehrheiten. Vorgestern beispielsweise war die Diskussion eine völlige Wiederholung der Ausschussberatung vom 2. Dezember 2009. Trotzdem begann die Diskussion  über den immer noch greifbar unausgewogenen, schon damals  im Ausschuss zurückgewiesenen Vorschlag der Verwaltung mit einer zustimmenden CDU-Erklärung. CDU-Mitglied Werner Hartke (Darme) zeigte sich von den greifbaren Mängeln des Vorschlag  unbeeindruckt und lobte im Namen der Christdemokraten den Plan ausdrücklich als gute Lösung. Seine Fraktion unterstütze ihn. Sie stimmte dann in der Folge auch den zweieinhalb neuen Halteplätzen zwischen ZOB-Zu-/Abfahrt und Zebrastreifen zu, obwohl der Leiter des Straßenbauamts Klaus Haberland davor gewarnt hatte, (solche) Parkplätze direkt vor einem Zebrastreifen einzurichten.

Mein Kollege Marc Riße (BN, Foto lks) kritisierte, dass der Busbahnhof Abends nicht benötigt werde und leer stehe. Er fragte auch, weshalb nun zwei getrennte Taxistände angelegt werden sollten. Ich beanstandete u.a., dass Taxis nur in Richtung Burgstraße aufgestellt werden sollten, es aber zahlreiche Fahrgäste gebe, die in die entgegengesetzte Richtung wollten, dass der Parkplatz neben der Tanzgalerie zu klein und deshalb besonders an Wochenenden rund um den Bahnhof ein heilloses Verkehrschaos herrsche. Darüber soll nun die Verwaltung nachdenken und Vorschläge machen. Immerhin setzte der Ausschuss einen Zeitrahmen bis September gesetzt. Das ist nach Verwaltungsmaßstäben geradezu atemberaubend schnell, weshalb einige Verwaltungsleuten auch mit ihren Augen rollten. Marc Riße und ich haben am Ende den schlechten Verwaltungsplan abgelehnt. Dasselbe machte die SPD; weshalb die Grünen zustimmten, habe ich nicht verstanden, vielleicht nur weil auch eine bequeme Auffahrt für Radfahrer gegenüber der Marienstraße auf den Radweg entstehen soll.

Für Niklas Tewes sind die Schritte unzureichend, was ich verstehen kann. Ihn quält die Langsamkeit kommunalpolitischen Handelns. Dies betrifft auch das abendliche Durcheinander im Vergnügungsbezirk Schlachter-, Sturm und Elisabethstraße und den gefährlichen Palacio-Ausgang  direkt vor die Haube vorbeifahrender Kfz auf der Elisabethstraße; Niklas Tewes hatte diese Zustände nachdrücklich kritisiert. Marc Riße und ich haben dem engagierten Mann am Mittwoch versprochen, auf eine zügige Beschlussfassung zu drängen, damit nicht auch hier alles wieder auf die lange Bank geschoben wird. Denn Tewes‘ Kritik hat ebenso Hand und Fuß wie seine Sorge, dass etwas passiert. Liest Du hier!

(Foto Münsteraner Hafen © Niklas Tewes;  Foto Marc Riße : © BN/Stadt Lingen (Ems))

Kokenmühle

24. März 2012

„Immer dann, wenn Die BürgerNahen das Gefühl haben, dass an ihnen vorbeigetrickst werden soll, werden sie besonders hellhörig:
Jetzt sind sie auf Baupläne gestoßen, die sich mit dem Gebiet der Kokenmühle und der alten Tankstelle an der Bernd-Rosemeyer-Straße beschäftigen. Ein Areal, welches durch sehr alten Baumbestand und historisch wertvolle Gebäude Aufmerksamkeit verdient: Diesbezügliche  Nachfragen (Top 10.3.)  verliefen im Sande: Es gebe keine bekannten Pläne.

Das stimmt aber nicht, belegen unsere Bilder: Plant in Lingen an dieser Stelle jemand gerade große Bauvorhaben und legt Wert darauf, dass noch niemand davon wissen soll?…“

(mehr Fotos und weiter auf der Webseite der BürgerNahen…)

Projektbezogen

25. Januar 2012

„Projektbezogen“ – so ein städtischer Bediensteter, soll der Bebauungsplan (Fachjargon: „B-Plan“) für das Grundstück entwickelt werden, das unsere Kommune jetzt zu Bargeld machen will. Es liegt „Am Wall-Ost“ neben dem Konrad-Adenauer-Ring und ist bislang Teil der „Stadtgrabenpromenade“, die vor gefühlt 20 Jahren in einem Wahlkampf proklamiert wurde und alles ist, bloß keine Promenade. Die Verkaufsfläche ist Reststück der historischen Lingener Wallanlage (Stich re.), die seit 1970 aber so etwas von konsequent vernichtet worden ist, dass in Kürze nichts mehr übrig bleiben wird – nur noch die Schilder „Stadtgrabenpromenade“. Das zum Fremdschämen geeignete Resultat sieht dann so aus wie auf dem in der Zeitung veröffentlichten Foto.

Immerhin soll nun ein Bebauungsplan her, wenn dieses Grundstück -losgelöst von der Stadtgeschichte-  verkauft und bebaut wird. Das ist nicht selbstverständlich; denn ein Bebauungsplan macht dem Baudezernat Arbeit und beteiligt den gewählten Stadtrat. Also lässt unser Stadtbaurat aus Oldenburg es lieber und behauptet, es sei bebaubarer Innenbereich (Fachjargon: „34-er Gebiet“) und daher könne man auch ohne Bebauungsplan. Letzte Beispiele: Die Bebauung das Hafenareals mit drei Investitions-Zweckbauten, das Medicus-Wesken-Zentrum oder das Hotel an der Bernd-Rosmeyer-Straße. Angekündigte 34er-Neubauten: neue Pflegezentren an der Burgstraße und an der Mühlentorstraße/Konrad-Adenauer-Ring. Da bleiben dann notwendige Abwägungsprozesse privater und öffentlicher Belange aus und das Gemeinwohl zugunsten privater Finanzinteressen regelmäßig auf der Strecke. Besonders eindrucksvoll wird dies beim Nachweis der notwendigen Parkplätze. Die Häuser am Alten Hafen haben zwar Wohnungen mit allem Schnickschnack, doch ebenso wenig eine Tiefgarage wie die anderen genannten 34er-Objekte. Bei Medicus-Wesken stimmte die CDU dem Verzicht auf eine Tiefgarage zu, weil die „sechs Wochen längere Bauzeit dem Bauherrn nicht zuzumuten“ war, beim Hotelvorhaben legt der Bauherr die Parkplätze mit Zustimmung der CDU gar in das Erdgeschoss (!!).

Längst hat sich die Ratsmehrheit vom Verständnis verantwortlich mitplanender kommunaler Selbstverwaltung verabschiedet und begnügt sich mit den finanziellen Interessen der Investoren. Nahezu in Verzückung gerät die CDU immer, wenn jemand „Geld in die Hand nimmt“. Die Unzulänglichkeiten sind anschließend greifbar; machen Sie einfach mal den Selbsttest und parken  im verunglückten Parkhaus neben dem Medicus-Wesken-Zentrum! Regelmäßig sind auch die baugestalterischen bzw. architektonischen Leistungen der Bauvorhaben der letzten Jahre -sagen wir mal- außerordentlich bescheiden; das wird auch dadurch nicht anders oder gar besser, dass einzelne Ratskollegen anschließend verunglückte Architekturleistungen als „das gelungenste Gebäude überhaupt“ bezeichnen oder der Oldenburger von „so baut man heute“ schwadroniert.

Jetzt soll also das vorletzte Reststück des historischen Walls verkauft und bebaut werden und nun soll ein B-Plan dafür her. Ich glaube das noch nicht. So oder so besteht die Gefahr, dass alles, was dann kommt, dem reinen Finanzinteresse des Investors untergeordnet wird, schon weil man nicht vorher festlegt, was die Bürgerschaft an diesem Platz städtebaulich will sondern weil man auf die Wünsche genannten Forderungen des Investors wartet, also das und nur das, was er will –  eben „projektbezogen“.

(Lingen Historischer Stadtgrundriss – Gesamtansicht Belagerung der Stadt durch Spinola, Kupferstich von Hogenberg bei Frhr. von Aitzing 1606)

Tankstelle

27. November 2011

Die alte Gasolin-Tankstelle verfällt, keine Frage. Aber ekelhaft, wie ein Leser dieses Blogs meint? Nein, da liegt er bei diesem wunderschönen 1950er-Jahre-Gebäude völlig falsch. Zu diesem Ekelhaft habe ich die richtige Antwort bei Hans Einspanier (fotogen) gefunden. Sie sehen hier das Foto des Lingener Fotographen aus dem Juni dieses Jahres. Als großformatiges Original beeindruckt es übrigens ungleich stärker. Einspanier liefert eine grandiose Aufnahme, die das Potential dieses – unter Denkmalschutz stehenden – Gebäudes erkennen lässt.
Ich freue mich, dass ganz aktuell einmal mehr darüber diskutiert wird, was dort passieren soll und muss und wird. Es darf jedenfalls kein Projekt für einen Altenlingener Unternehmer werden! Rettet die Gasolin-Tankstelle!

Langsam

16. August 2011

Am heutigen Dienstag (16. August)  beginnen endlich die Asphaltierungsarbeiten im Abschnitt der Bernd-Rosemeyer-Straße vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) bis zum Kreisverkehr Jakob-Wolff-Platz. Weshalb die 200m-Baustelle fast während der ganze Sommerferien den Verkehr im Stadtzentrum beeinträchtigt hat, weiß der Geier. Insgesamt fünf lange Wochen.

Die Asphaltierungsarbeiten werden Morgen im Baustellenbereich „unter Vollsperrung“ durchgeführt, heißt es jetzt. Eine Zufahrt in die Bernd-Rosemeyer-Straße vom Kreisverkehr Jakob-Wolff-Platz bis zum ZOB ist daher nicht möglich. Der Verkehr aus der entgegengesetzten Richtung wird umgeleitet. Die Vollsperrung endet, so die Stadt in einer Pressemitteilung,  „voraussichtlich am frühen Donnerstagmorgen“. Voraussichtlich? Da bin ich ja gespannt, ob der Schülerverkehr davon noch betroffen wird, der am Donnerstag wieder einsetzt.

Ich weiß nicht, wie Sie dies empfinden. Aber ich finde es ausgesprochen langsam, wie derartige, nicht sonderlich große Baustellen auf viel befahrenen Straßen abgewickelt werden. Dass der Tag 24 Stunden hat, hat sich bis in die Verwaltung noch nicht herumgesprochen. Anders: Warum wird eine solche Baustelle nicht in deutlich weniger Tagen abgewickelt? Es mag sein, dass die Baumaßnahme dann teurer wird. Doch so wie jetzt, wird es für die Betroffenen teurer, die  zeitaufwändige und damit kostenträchtige Umwege fahren müssen.