Bielawa

20. Juni 2011

Da entwickelt sich mitten im Strukturwandel Mutiges in Lingens polnischer Partnerstadt Bielawa, dem früheren Langenbielau. Das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Textilfabrik „Bielbaw“  wird jetzt mit einem Aufwand von knapp 5 Mio Euro zu einem kreativen Ort für Künstler, Grafiker, Fotografen und Filmemacher umgebaut: „Inkubatora Art-Przedsiębiorczośc“. Ich glaube, dass die Textilfabrik bis 1945 zur Chr. Dierig AG gehört hat, also zur geschichtsträchtigen (mehr…) größten Textilfabrik im damaligen Deutschland (Foto re: © Pudelek (Marcin Szala) CC)

Auch die neue Waldschule in Bielawa („Szkoła Leśna„) ist ein weiteres Vorzeigeprojekt der schlesischen 30.000-Einwohner-Stadt, mit der Lingen seit dem 19. März 1993 eine Städtepartnerschaft verbindet. Diese gehört natürlich in den größeren Kontext  der deutsch-polnischen Beziehungen.

Deren Bedeutung für die Entwicklung der Europäischen Union betonte jetzt Polens Staatspräsident Bronislaw Komorowski  in Berlin. In seiner ‚Berliner Rede‚ bezeichnete er den Nachbarschaftsvertrag, den Polen und Deutschland vor 20 Jahren am 17. Juni 1991 geschlossen hatten, als ‚Fundament für das neue Europa‘, das sich nach dem politischen Umbruch in Osteuropa entwickelt habe. Komorowski verwies auf die historischen Erfahrungen der beiden Nachbarländer und stellte mit Blick auf den europäischen Einigungsprozess fest: ‚Es gibt keine europäische Integration ohne Aussöhnung.‘ Recht hat er und ich frage mich, ob wir dafür -ungeachtet aller ritualisiserten Besuche- eigentlich genug tun.