Hafenstadtführung

1. August 2014

alterhafenlingen„Lingen war einst eine wichtige Hafenstadt an der Ems und am Dortmund-Ems-Kanal. Zu den alten Kaianlagen, Bootsschuppen und Verladeeinrichtungen führt ein Themenrundgang“  (Ankündigungstext) mit Dr. Andreas Eiynck, dem Leiter des Lingener Emslandmuseums,  am heutigen Freitag.

Treffpunkt ist um 21:00 Uhr am Schiffsanleger am „Neuen Hafen“. Eiynck berichtet über die Schifffahrtsgeschichte der Stadt und erkundet mit den Teilnehmern neben dem „Neuen Hafen“ auch den „Alten Hafen“ an der Lindenstraße (Foto: Alter Hafen in den 1960er Jahren).

Die Führung kostet zwei Euro. Karten sind in der Tourist Information erhältlich. Die Teilnehmer sollen eine Taschenlampe mitbringen. Diese Themen-Stadtführung wird am 24. September noch einmal angeboten.

[Übrigens sind die Lingener Binnenhäfen keineswegs nostalgische Geschichte sondern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Im Februar dieses Jahres beispielsweise konnten die insgesamt sechs Lingener Häfen zusammen genommen die höchsten Umschlagzahlen aller niedersächsischen Binnenhäfen vorweisen. Die heutige Hafenstadt-Führung geht allerdings nicht zu den umschlagstärksten Häfen der Stadt in Holthausen (BP!) und Haneken (Benteler!).]

 

milanpaul c

23. August 2013

schrottinlingen

Schrott am Benteler Stahlwerk in Lingen (Ems). milanpaul via flickr

Benteler

9. Mai 2012

Die Warnstreiks der IG Metaller gehen auch in dieser Woche weiter. In 460 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie  traten gestern  (08.05.2012) in Deutschland zehntausende Beschäftigte in den Ausstand.  Mit ihren Warnstreiks erhöhen Gewerkschaft und  Beschäftigte den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen nochmals, ohne dass dies bislang aber zu einem Tarifabschluss führte.

Auch in der Region gab es weitere Warnstreiks. So beteiligten sich 75 Beschäftigte der Früh- und Tagschicht der Firma Benteler in Lingen für eine Stunde am Warnstreik (Foto lks).  Auch Arbeitnehmer der Firmen Herzog in Osnabrück und Frimo in Lotte legten am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt, um zu protestieren. In Lotte protestierte die gesamte Frühschicht, wie Betriebsratsvorsitzender Dietmar Schoo sagte. In Osnabrück streikten rund 50 Beschäftigte.

Hartmut Riemann (IG Metall Osnabrück) begründete die Forderungen mit der “guten wirtschaftlichen Situation in der Metallindustrie”.

Heute ist  bei VW in Osnabrück  ein einstündiger Warnstreik geplant. Die Gewerkschaft erwartet, dass sich daran bis zu 700 Beschäftigte beteiligen werden. Am Freitag ist beim Automobilzulieferer Lear in Bersenbrück ein Warnstreikfrühstück geplant. Es sei denn, es kommt bei den Tarifverhandlungen am Donnerstag zu einer Einigung. Die Gewerkschaft geht allerdings nicht davon aus. Zwar findet nämlich am 10.Mai  die nächste Tarifverhandlung für den Tarifbezirk Osnabrück-Emsland statt. Ein Tarifabschluss ist traditionell das Ergebnis der Verhandlungen in den kampfstarken Bezirken der IGM, meist im IGM-Bezirk Baden-Württemberg, in dem gestern ebenso wie in Niedersachsen und dem Bereich Küste die bereits vierte Tarifverhandlungsrunde mit den Metallarbeitgebern scheiterte.

 

(Foto: © IG Metall Rheine)

Koalitionsvertrag

24. Oktober 2009

IMG_1291-wespeDen heute vereinbarten schwarz-gelben (Foto lks.) Koalitionsvertrag erst einmal im Wortlaut und zum Nachlesen hier.

Meine erste Feststellung zu dem etwas verschroben formulierten Papier: Dramatische Konsequenzen  könnten die Gedankenspiele auf den Zeilen 269 bis 273 des Koalitionsvertrages zur Gewerbesteuer gleichermaßen für die Stadt Lingen wie ihre Bürger  haben:

„Wir werden eine Kommission zur Erarbeitung von Vorschlägen zur Neuordnung der Gemeindefinanzierung einsetzen. Diese soll auch den Ersatz der Gewerbesteuer durch einen höheren Anteil an der Umsatzsteuer und einen kommunalen Zuschlag auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer mit eigenem Hebesatz prüfen.“

Weg mit der Gewerbesteuer? Dies soll wohl untersucht werden. Soll die Gewerbesteuer, die faktisch längst eine am Ertrag orientierte Steuer für Großbetriebe ist, durch eine Steuer für alle Einkommensteuer- und Körperschaftsteuerzahler ersetzt werden? Um diese Ideen auf den Punkt zu bringen: Lingener Großbetriebe wie z.B. Gaz de France, Benteler-Stahlwerk, Atomkraft-RWE, und andere müssen zwar mit einer etwas höheren Körperschaftsteuer rechnen, sollen aber die Gewerbesteuer komplett sparen.
Nehmen wir an, dass die Großbetriebe keine Gewerbesteuer mehr zahlen, dürfte der verbleibende und auszugleichende Steuerausfall für Lingen bei rund 40 Mio Euro liegen (Einnahmeschätzung 2009). Der gesamte erwartete städtischeAnteil an der Einkommensteuer beträgt 2009 nur 15 Mio Euro. Die Einnahme aus der Einkommensteuer müsste also auf 55 Mio, d.h. fast auf das Vierffache steigen, um den Ausfall der Gewerbesteuer auszugleichen. Einen solchen Ausgleich wird es von Bund und Land nicht geben. Und die Stadt kann keinen eigenen Zuschlag zur Einkommen- und Körperschaftsteuer einführen, um diese 40 Mio zu kompensieren. Das Gegenteil ist undenkbar!

Und jetzt? Nun, für Lingen (Ems) wie alle deutschen Gemeinden stellt die Gewerbesteuer neben der Grundsteuer die einzige wesentliche Einnahmequelle dar, die für sie beeinflussbar ist. Sie steht daher unter dem Schutz der Selbstverwaltungsgarantie aus Art. 28 Abs. 2 Grundgesetz.

Sollte man auch bei schwarz-geldb immer dran denken!

(Foto: © JPW Peters, pixelio.de