Lebenszeichen

13. Juli 2020

Ein Lebenszeichen der Wilhelmshavener Musikszene und ein fettes Stück Weser-Ems Kultur hab‘ ich da gestern gefunden.

Seit nunmehr fast vier Monaten steht natürlich auch in Wilhelmshaven der gesamte Kulturbetrieb still, die Bühnen bleiben unbespielt und die Veranstaltungsabsagen brachten wie überall die Kulturschaffenden in ernsthafte finanzielle Probleme. Abgesehen von den finanziellen Einbußen hat die Coronakrise aber auch zur Folge, daß die Konzertbesucher und Musikfans  seit Monaten zuhause sitzen und auf Live Musik verzichten müssen, auch wenn es -wie bei uns in Lingen- kleine Sommerneustarts gibt. An der Küste entstand jedenfalls der Plan, ein Lebenszeichen der Wilhelmshavener Musikszene in die Welt zu schicken. Am Ende haben sich über 40 Künstler an dem Video des Lennon / McCartney Klassikers „With a little help from my friends“ beteiligt.

Unter Wahrung der Abstandsregeln spielte man also den Lennon/McCartney-Hit ein – und rein technisch ist das Wilhelmshavener „With A Little Help From My Friends“ sehr viel ambitionierter als das prominente Weltstar-Vorbild „Imagine“ vom März: Die hier beteiligten WHV-Leute wissen, was sie tun, sei’s an einer der bemerkenswert vielen stilsicheren E-Gitarren, die da ihren Auftritt haben; sei’s an der Säge, beinahe meditativ auf einsamem Deich zum Singen gebracht.

Beworben wird mit dem nun präsentierten viralen Video deshalb auch ein 2tägiges Benefizkonzert zu Ostern 2021 im örtlichen „Pumpwerk“. Ich finde, das könnte doch auch eine Idee für unsere lokalen Musiker und die EmslandArena sein.

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endlich eine Position

14. Januar 2020

Am vergangenen Samstag fand das 7. Benefiz-Konzert der regionalen Musikbands in der Emslandarena statt. Es war ein wirklich grandioser Musikabend mit  Acoustic Steel, Hörbar, Revoice, Dirty Fingers und NOBC. Veranstalter war zum siebten Mal der Round Table, einer parteipolitisch und konfessionell neutralen Vereinigung junger Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren, wie  wikipedia erklärt. 2018 waren rund 60.000 Euro beim 6. Benefizkonzert zugunsten des Meppener und Lingener Kinderschutzbundes zustande gekommen. Dieses Ergebnis dürfte 2020 getoppt werden. Also darf man durchaus kritisch auf den Empfänger des ganzen Geldes schauen:

Vor einigen Tagen beklagte nämlich Stefan Ulrich in der ‚Süddeutsche(n) Zeitung‘ das Schicksal der geschundenen Kinder in den Flüchtlingslagern Griechenlands und in Idlib. Er beklagte, dass es das „Schweigen (ist), dass zivilisatorische Fortschritte zunichte macht.“

Mir fiel zum Kommentar von Stefan Ulrich auf, wie viele auch in unserer Stadt schweigen – trotz der Grausamkeiten, die den Kindern in den EU-Flüchtlingslagern der Ägäis wie in Syrien angetan werden. Es schweigen leider auch die, die den Kinderschutz auf ihre Fahnen geschrieben haben. Der SZ-Zeitungsmann steht mit seiner Argumentation auf Seiten aller, die sagen, dass niemand sich hinter dem anderen verstecken darf, wenn er erst einmal begriffen hat, was da in Syrien und nebenan passiert (ist) – auch nicht, wenn die Katastrophe sich nicht in Lingen (Ems) ereignet. Stefan Ulrich fordert deshalb jede Stimme, auch die eines einzelnen, auch die einer einzelnen Gruppe – selbst wenn sie denn die erste wäre in einem hoffentlich immer mächtiger werdenden Chor.

Warum also schweigt der Deutsche Kinderschutzbund zum brutalen Schicksal der Kinder in Syrien und in den Lagern in Griechenland? Und muss etwa der Kinderschutzbund ebenso zur Jagd getragen werden wie der Lingener Stadtrat, als es um  den „Sicheren Hafen“ der „Aktion Seebrücke“ ging? Ohnehin: Geht es bei all dem nicht auch stets um den Anspruch der Glaubwürdigkeit der eigenen Kinderschutz-Arbeit und um deren Wahrung, vielleicht ja auch um deren Bewährung?

Deutlich gesagt: Das Schicksal der Kinder und Jugendlichen in den schrecklichen Flüchtlingslagern der griechischen Ägäis-Inseln und im noch schrecklicheren Bombenhagel in Syrien muss doch alle Kinderschützer berühren! Daher wünsche ich mir bei allem wunderbaren Benefiz doch und endlich eine klare Position der Kinderschutzbünde in Lingen und Meppen zu den geschundenen Kindern und ihre solidarisch-helfende Hand. Ich wünsche mir also einen Aufschrei und den konsequenten Einsatz für die gequälten Kinder des Nahen Ostens, wenn die starke regionale Musikszene benefizmäßig dem Lingener wie dem Meppener Kinderschutzbund zehntausende Euro „einspielt“.
Ich wünsche mir die klare Antwort der lokalen Kinderschützer im Emsland auf die Frage: Wann und wie unterstützt ihr die Forderungen des Nieders. Innenministers Boris Pistorius (SPD) und des Vorsitzenden von Bündnis’90/Die Grünen Robert Habeck Kinder, Flüchtlinge, minderjährigen Flüchtlingen Zuflucht und menschenwürdige Rettung zu geben?

ps. Die weitere, auch nötige Kritik, dass der lokale Kinderschutzbund an familiären Krisentagen in unserer Stadt wie bspw. vom vergangenen 24.12. bis 3. Januar nicht erreichbar war, schenk‘ ich mir…

Benefiz

8. Januar 2020

7. Benefizkonzert mit
Revoice, Dirty Fingers, NOBC, Hörbar und Acoustic Steel

Lingen (Ems) – EmslandArena
Sa 11. Januar 2020 – 20 Uhr
Karten: ab 14 € ausverkauft

Die von Round Table organisierten Benefizkonzerte zugunsten des Kinderschutzbundes in Lingen und Meppen sind mittlerweile fast schon legendär. Am Samstag, 11. Januar 2020, findet das nunmehr siebte Benefizkonzert in der Lingener Emslandarena statt. Erneut werden dabei fünf regionale Bands auftreten.

Mit dabei sein werden Revoice, die Dirty Fingers, NOBC, Hörbar und Acoustic Steel. Im Foyer der Emslandarena wird zudem DJ Berti auflegen. 2018 waren 3000 Besucher zum Benefizkonzert in die Arena gekommen. Ermöglicht wird die Veranstaltung durch den Einsatz von rund 200 Ehrenamtlichen.

🔥🔥 Update: Das Konzert ist ausverkauft

Tickets für 14 Euro gibt es noch online über www.benefizkonzert-lingen.de und an der Vorverkaufsstelle der EmslandArena. An der Abendkasse kosten sie 17 Euro.

🔥 Update: Das Benefizkonzert am Samstag ist beinahe ausverkauft. Die letzten Karten gibt es aktuell bei Volmer Optik am Markt.

Ob es demnach, wie beim letzten Mal, eine Abendkasse geben wird, ist mehr als unsicher.