bisher nicht erkennbar

24. August 2016

Bildschirmfoto 2016-08-23 um 23.09.54Sie lebt, agiert und handelt, weil man sie nach ihrem Eindruck gerade veräppelt: die Bürgerinitiative pro Altenlingener Forst. Ihre Webseite ist inzwischen zu wordpress.com umgezogen und die LingenerInnen können dort Erstaunliches lesen, nachdem doch verkündet worden war, dass jetzt alles Friede, Freude, Eierkuchen sei:

„Nachdem alle Gespräche und Bemühungen zur nachhaltigen Sicherung des Restwaldes zwischen Waldstraße, Hohenpfortenweg, Bahn und Straße Im Brooke“ – wie im vorherigen Blogbeitrag dargelegt -fruchtlos verlaufen sind,  hat die BI Pro Altenlingener Forst e.V. der Stadt Lingen durch ihren Fachanwalt eine offizielle Rüge übermittelt.

[im Wortlaut…

Sinn dieser Rüge ist es, die Ernsthaftigkeit der BI zu unterstreichen, im Zweifelsfalle erneut den Weg einer Normenkontrollklage zu beschreiten, da eine nachhaltige Sicherung des Waldes gemäß Protokoll des Treffens zwischen Vertretern der Stadt Lingen, BP Raffinerie und der BI  am 21.Dez. 2015 bisher nicht erkennbar ist.

Die Aussagen der CDU hierzu entsprechen nicht der juristischen Realität.

[Zitat aus diesem Blogbeitrag: „Im Kommunalwahlkampf rühmt sich die CDU (LT 18.Aug. 2016): „Wir haben unser Wort gehalten, als wir 2011 gesagt haben, dass mehr Wald nicht wegkommt, …..“.

Warum dann nicht diese Flächen in den relevanten Planungen als „Wald“ festlegen??Vertrauen ist eine Sache, Planungssicherheit erreicht man aber nur durch planerische Festlegungen. So ist das…“]

Vor einer eventuellen Klage soll so der Stadt Lingen und den maßgeblichen politischen Akteuren noch einmal die Gelegenheit gegeben werden, die in Frage stehenden Gebiete endgültig planerisch als Wald festzulegen und die Streichung des Güterverkehrszentrum (GVZ) aus allen relevanten Planungen zeitnah in die Wege zu leiten.“

Gestern gab es ein Pressegespräch, in dem Vertreter der Bürgerinitiative ihre Kritik noch einmal unterstrichen haben. Ich bin gespannt, was darüber zu lesen sein wird.

Bäumchen

30. November 2012

Grundsätzlich halte ich eher nicht viel davon, politische Fragen vor Gericht auszutragen. Obwohl mich niemand festnageln soll, wenn ich es dann irgendwann doch einmal mache. Gestern nun durfte sich aber entgegen aller grundsätzlicher Skepsis die BI „pro Altenlingenerforst“ riesig freuen und das haben die Protagonisten gestern Abend auch ausgiebig im Bürgerhaus Heukampstannen getan. Denn das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen in Lüneburg hat den heiß umkämpften Lingener Bebauungsplan („B-Plan“) Nr. 20 kassiert. Unwirksam ist er, hat das Gericht festgestellt. B-Plan 20 hatte zum Ziel, 34 Hektar Altenlingener Forst für ein Gewerbegebiet abzuholzen. Knapp 7 Hektar sind inzwischen gefällt und gerodet und einige Meter sinnfreie Kanalisation sind verlegt. Alles reichlich früh, vor allem viel zu früh.

Dasselbe hätte es womöglich auch für den B-Plan 19 gegeben, der die ominöse „Entlastungsstraße“ für die BP-Raffinerie durch den Altenlingener Forst planungsrechtlich schlägt, die BP angeblich bezahlen wollte, aber jetzt irgendwie nicht mehr. Aber der Kläger gegen diesen B-Plan sei von der Straße nicht betroffen. Er wohnt 750m entfernt am Pölkerskamp in Altenlingen. Das war zu weit entfernt und deshalb prüften die Lüneburger Richter den B-Plan nicht in der Sache. Hätten sie es getan, wäre von ihnen festgestellt worden, dass „die wegen des planbedingten Eingriffs in die Natur erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen nicht hinreichend lang gesichert“ sind. Wie bei B-Plan 20.

Und jetzt? Die Abholzungsaktion vor vier Jahren geschah nicht nur völlig übereilt, wie mittlerweile alle wissen, sie erfolgte auch auf der Grundlage eines handwerklich schlecht gemachten, nun höchstrichterlich aus formellen und sachlichen Gründen für unwirksam erklärten Bebauungsplan. Ein Fiasko für die, die das zu verantworten haben. Aber leider auch für die geschundene Natur.

Stadtbaurat L. ruderte gestern in der Ratssitzung herum. OB Dieter Krone hatte ihn als in der Verwaltung Verantwortlichen auserkoren, um den versammelten Rat über die eigene Stadtbaurat-Niederlage aufzuklären. Krone saß drei Sitze und schweigend daneben. Erster Stadtrat Ralf Büring lächelte gequält, als Herr L. auf meine Frage betonte, die Abholzung und Rodung sei „nicht zu früh“ sondern rechtlich völlig korrekt gewesen. Ein besonderer „Ich-hab-immer-noch-recht“-Standpunkt, den ich als exotisch bezeichne(t habe). Stadtrat Büring lächelte weiter gequält und antwortete nicht, als ich ihn fragte, ob er die Meinung des Stadtbaurats teile. Auch ’ne Antwort, wie BN-Kollege Marc Riße neben mir meinte.

Was jetzt? Wenn das Gebiet doch noch Gewerbegebiet werden soll, muss ein völlig neues Aufstellungsverfahren her. Denn das Oberverwaltungsgericht hat die Reset-Taste gedrückt: Alles auf Null. Doch wer will ein solches Verfahren? Will die CDU tatsächlich noch einmal von vorne anfangen und damit als unbelehrbar in die Lokalgeschichte eingehen? Wenn sie darauf verzichtet, haben wir in Altenlingen unbeplante Fläche, also rechtlich auf 7 Hektar und tatsächlich auf weiteren 27 Hektar Wald. Das find ich gut!

Und wollen wir nicht lieber alle gemeinsam einige Tausend Bäumchen pflanzen, damit jedenfalls unsere Kinder wieder da waldspazieren gehen können, wo heute gerodete Fläche ist? Auch wenn Peter Musekamp im ev1.tv-Gartentalk (hier ab 9’35 Min) entschlossen sagt: „Je weniger man drin rumwurstet, umso besser wird das!“ – ich wär‘ trotzdem beim Bäumchenpflanzen dabei. Sie auch?

Aktuell

20. Mai 2012

Zusätzliche Abstellgleise für Eisenbahn-Kesselwagen benötigt die BP-Erdölraffinerie in Lingen, „um das Rohöl besser verarbeiten zu können“. Das sagte Peter Brömse (BP) im Interview mit der Lingener Tagespost. Auf dem Raffineriegelände, so der Diplom-Ingenieur, gebe es allerdings „keine Möglichkeiten zur Erweiterung der Gleiskapazitäten“. Steht ein neuerlicher Eingriff in den Rand des Altenlingener Forstes bevor?  Entschieden sei noch nichts, sagt Brömse und ergänzt: „Wie die Lösung aussehen wird, kann ich heute noch nicht sagen.“ Die BP sei „aber für alle Lösungen offen“, so Brömse, Vorsitzender der lokalen Geschäftsführung der Raffinerie.

Abstellgleise, um besser verarbeiten zu können? Das bedarf besonderer Erläuterung, finde ich. Nach einer Skizze in der LT (oben) soll die neue Gleisanlage den Forst im Bereich der Bahn in Anspruch nehmen. Ich erfahre, dass zwei Hektar Wald gefällt werden sollen. Das sind rd 300m mal 65m; Kollege Joachim Reul korrigiert gerade:“600 mal 35 Meter!“ was auch stimmt. Die LT-Skizze schönt also, tatsächlich ist der Eingriff merklich größer und berührt richtig schönen Mischwald, nicht etwa nur ein paar altersschwache Kiefern.

Heute veranstaltet beispielsweise die BI pro Altenlingener Forst einen Rundgang durch das bedrohte Waldgelände (Treffpunkt 16 Uhr, Hohenpfortenweg/Waldstraße; festes Schuhwerk!). Denn auch der Kahlschlag im nördlichen Altenlingener Forst  ist wohl weiterhin aktuell:  In Gesprächen erzählt man mir, dass der Wald südlich des Tanklagers zwischen heutiger Raffineriegrenze und geplanter Nordtangente fallen soll. Dorthin wolle die Raffinerie ihre Werkstätten verlegen – „schon bald“ formuliert mein Gesprächspartner.

Bei den BürgerNahen (BN) hat angesichts dessen die Diskussion über den BP-Vorstoß begonnen. Der BN-Blog weiß:

Wenn das Lingener „Ölwerk“ mehr Fläche für Bahnanschlüsse braucht, stehen die BürgerNahen dem grundsätzlich nicht im Wege: „Wir haben uns selber bei einer Betriebsbesichtigung davon überzeugen können, dass diese Raffinerie zu einer der effizientesten Anlagen Europas gehört,“ sagt Marc Riße.

Die BürgerNahen vertraten stets, dass im Altenlingener Forst „kein weiterer Baum mehr fallen darf“. Kompromissvorschläge haben sie bisher konsequent abgelehnt. Jetzt kommt nach Ansicht der Wählervereinigung endlich Bewegung ins Spiel. Riße betont: „Wenn die Gleisanlagen betrieblich nötig sind, tragen wir das gerne mit: Dann müssen die Bebauungspläne 19 und 20 sowieso geändert werden und die Nordtrasse ist damit endlich vom Tisch.“

„Wir brauchen aber exakte Informationen, Material von der BP, nicht von der Verwaltung“, sagt Robert Koop dazu. Er sieht das Vorhaben kritischer als Riße und fragt, weshalb nicht bei der Betriebsbesichtigung des Umweltausschusses kürzlich über diese Planungen gesprochen wurde. „Das schafft kein Vertrauen.“

Joachim Reul, Mitglied der BürgerNahen im Ortsrat Altenlingen (Foto re.), fragt, warum die Gleise nicht weiter nördlich angelegt werden können, dort seien nur Wiesen und Felder. Die ideale Lösung sieht nach Meinung der BürgerNahen so aus, dass die BP die Gleise erhält und die Altenlingener den Wald behalten. „Unterm Strich muss also kein Wald den Weichen weichen,“ meint Riße. „Das nenne ich einen tragfähigen Kompromiss für alle Beteiligten.“

Wie sich die BürgerNahen im Falle einer Abstimmung über das Vorhaben verhalten werden, liegt also ganz an den detaillierten Informationen und den Zugeständnissen der anderen Seiten. Bislang gäbe es nach Meinung der BürgerNahen nur Forderungen.

Weiter geht’s mit dem Thema bei der BN morgen Abend um 20 Uhr im Bürgerhaus Heukampstannen.

(Fotos: © Luftaufnahme © Lingener Tagespost; Portrait: © BN Lingen)

Wiederaufforstung II

7. Februar 2012

Gestern Abend haben die Mitglieder der unabhängigen Lingener Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“  freimütig den angeblichen Kompromissvorschlag der CDU zum Altenlingener Forst diskutiert; bekanntlich signalisiert die  57-Prozent-CDU-Ratsmehrheit angebliche Kompromissbereitschaft und will die nicht abgeholzten Flächen östlich der Waldstraße als Wald erhalten. Aber die voreilig gerodeten 9 Hektar sollen noch eben schnell verkauft („vermarktet“) werden. Dieser taktische Plan, mit dem die CDU Ruhe an der Bürgerfront erreichen will, genügt weder SPD noch Bündnis’90/Die Grünen und -nicht erst seit der Mitgliederdiskussion gestern Abend- auch nicht den BürgerNahen.

Das haben die BürgerNahen gestern einstimmig nach einer spannenden Diskussion  im Bürgerhaus Heukampstannen beschlossen. Alle BNler stimmten für die Forderung, beide Abholz-Bebauungspläne Nr. 19 und Nr. 20 in Altenlingen aufzuheben, die gerodeten Flächen wiederaufzuforsten, den Flächennutzungsplan zu ändern und Sperrgrundstücke an Naturschutz-Verbände zu verkaufen. „Denn Bebauungsplan-Beschlüsse kann man jederzeit auch wieder in die andere Richtung ändern“, sagte eine BNlerin. Daher hilft auch nur ein Verkauf von Sperrgrundstücken.

Am kommenden Dienstag trifft sich die „BI pro Altenlingener Forst“ und will den CDU-Vorschlag und die aktuelle Lage diskutieren. Ihren Protagonisten hatte die CDU-Spitze im Wohnzimmer eines juristisch versierten BI-Aktivisten schon im Frühjahr 2011 in Sorge vor der Kommunalwahl denselben Vorschlag unterbreitet, den die Union jetzt als neu der Presse präsentierte. Damals lehnten die BI-Vertreter ab. Und jetzt? Es wird keine Überraschung geben.

Daher bin ich gespannt, ob die CDU zur ehrlichen Konsequenz „Wiederaufforstung!“ bereit ist und so endlich die Kraft hat, die greifbaren Nachteile der eigenen B-Pläne für Stadtentwicklung und Stadtfrieden gleichermaßen ohne Wenn und Aber einzugestehen. Täte sie es, gewänne sie Anerkennung allerorten. Vielleicht aber fühlt sie sich auch durch eine Millionenzahlung der BP an die städtische Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft und die dabei eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen so gebunden, dass sie gar nicht mehr zurück kann und/oder will. Schon um diesen Verdacht zu vermeiden, wäre es aber klug, liebe CDU-Ratsmitglieder, wenn ihr mit uns diese GEG/BP-Vereinbarungen offen legen würdet. Die BP wird sicherlich nichts dagegen haben, weil sie nichts zu verbergen hat; man mag sie fragen.

Würden die drei Vereinbarungen („Geschäftsbesorgungsverträge“) offen gelegt, könnte die Lingener Öffentlichkeit auch beurteilen, ob  bei der Aufstellung der beiden Bebauungspläne 19 und 20 in den Lingener Rats- und Ortsratsgremien überhaupt die gesetzlich vorgeschriebenen Abwägungsprozesse zwischen privaten und öffentlichen Belangen stattgefunden haben. Oder waren die von der CDU-Mehrheit getragenen Bebauungsplanbeschlüsse vielleicht nur die Erfüllung von zuvor eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen mit einem Weltkonzern, die die Stadt alternativlos zu den Aufstellungen der Bebauungspläne 19 und 20 veranlasste? Eine spannende Frage – oder?

Schonungslos

3. September 2011

Eigentlich wollte ich nur ein Foto (das oben) veröffentlichen und dazu den einen „Wir-sind…„-Satz in diesem Blogbeitrag schreiben. Aber dann dachte ich, dass der Vorgang mehr als nur visuell-emotionale Empörung braucht…

Nun, das Foto links zeigt protestierende Bürgerinnen und Bürger und den zerstörten  Altenlingener Forst, die Aufnahme unten  den winterlichen Altenlingener Forst vor den zu schnell durchgedrückten „Stadtentwicklungsmaßnahmen“ der Stadt. Die Bebauungspläne Nr. 20 und 19, das Abholzen und Roden des Waldstücks östlich der Waldstraße  haben CDU, mehrheitlich die SPD und grundsätzlich die FDP („nur das Nötigste“) beschlossen. Inzwischen steht die FDP fest an der Seite der CDU, die SPD hat sich korrigiert und ist in das Wiederaufforstungslager umgeschwenkt.

Jetzt hat die Bürgerinitiative neu Stellung bezogen, hier im Blog hat schon im März der ungewöhnlich gut informierte „otto h“ Wesentliches geschrieben und die CDU Altenlingen hat ein kleinen, in dieser Woche in Altenlingen verteilten Wahlkampf-Flugzettel hergestellt. Ich  lese ich auf diesem,  auf gelbes Papier kopierten, Impressum freien Handzettel der CDU Altenlingen den Abschlusssatz:

Wir sind für einen schonenden Umgang mit der Naturressource Wald.

Die Handlungen der letzten Jahre zeigen, wie schonungslos unehrlich diese CDU-Aussage ist. Der  kleine Handzettel listet denn auch nur die CDU-Argumente gegen das von ihr abgelehnte Wiederaufforsten auf: Sie verteidigt Abholzen und Roden wegen angeblicher „wohnortnaher Arbeitsplätze“. Sie will die Flächen bebauen mit nicht „immissionsträchtigen Betrieben“ (muss wohl emissionsträchtig heißen)  und ist gegen die Sperrung des Forstweg nur für und zum Schutze der Anlieger (Kosten 120 Euro für ein Schild); statt dessen will sie eine rücksichtsloser quer durch den Altenlingener  Forst auf einem Damm  führende, frei geschlagene und aufgeschüttete „Nordtangente“ , die sie auch noch westlich des Kanals durch das Landschaftsschutzgebiet Emstal Richtung A 31 weiterbauen will.

Was ist an diesem „Umgang“ schonend? Sie kennen die Antwort: Nichts! Es ist bloß ein gemeiner, rücksichtsloser Umgang mit der Natur.

Brief I

29. März 2011

Ende letzter Woche habe ich einen Brief an die Herren Helmut Hoeke und Hubert Ungrun, beide  Prokuristen der Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft Lingen (Ems) mbH, geschrieben. Bitte lesen Sie nach:

Sehr geehrte Herren,
im Rahmen der letzten Ratssitzung ist allen Ratsmitgliedern in nicht-öffentlicher Sitzung eine von Ihnen ppa. unterzeichnete Zusammstellung zu den Kosten aufgrund der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 20 in Altenlingen Baugebiet „Logistikzentrum an der Raffinerie -südliche Erweiterung“ ausgehändigt worden. Nach Ansicht des Ersten Stadtrats Dr. Büring sollen die in der Kostenaufstellung zum Grundstückskaufpreis enthaltenen Angaben vertraulich bzw. nicht öffentlich sein. Diese Rechtsauffassung halte ich angesichts der Besonderheiten des Grundstücksgeschäfts innerhalb der öffentlichen Hand (Land verkauft an 100%ige „Tochter“ der Stadt) nicht für überzeugend.
Nun widerlegt das von Ihnen erstellte Papier eindrucksvoll die öffentlich geäußerte Behauptung (http://trimr.de/SYy bzw http://url9.de/asw ), dass bei einer Wiederaufforstung der abgeholzten und gerodeten Fläche unserer Stadt ein Schaden von 1,8 Mio Euro entstehe.
Daher wende ich mich an Sie als Prokuristen der Gundstücks- und Erschließungsgesellschaft Lingen (Ems) mbH. Ich bitte die Gesellschaft um Zustimmung, die auf Seite 2 der Kostenzuordnung  der gefertigten Zusammenstellung vollständig veröffentlich zu können. Jede GmbH kann, sollte entgegen meiner Auffassung überhaupt eine öffentlich-rechtliche Verschwiegenheitspflicht nach der NGO stehen, von dieser Verschwiegenheitspflicht befreien. Gern wüde ich das Papier insgesamt der demokratischen Öffentlichkeit zugänglich machen. Aber mir reicht eben auch die Veröffentlichung der „Kostenzuordnung“ auf Seite 2, zumal sie keine schützenswerten Belange der Gesellschaft tangiert.
Ich stelle anheim, meine dringende Bitte mit den Geschäftsführern der GmbH zu erörtern. Wegen des überragenden Interesses der Öffentlichkeit an einer vollständigen und korrekten Information bitte ich um wohlwollende Prüfung, zumal die Aussagen von Verwaltungs- und Ratsmitgliedern, bei einer Wiederaufforstung entstehe der Stadt ein Schaden von 1,8 Mio Euro, dringend um der Wahrheit willen der Korrektur bedürfen.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Koop

ps Ich werde mir erlauben, diesen Brief in geeigneter Weise zu veröffentlichen.

Ich bin sehr gespannt, wie viel Offenheit es für Sie, liebe Leserinnen und Leser,  geben wird. Ich befürchte, Sie hören nur ein „Pssst! Unser Geheimnis“ und das ist dann keine Kinderbuchserie für Mädchen, sondern wirft die Frage auf, wer hier warum etwas zu verbergen hat.

BN

12. Februar 2011

Presseerklärung der Wählervereinigung „Die BürgerNahen“ zum Altenlingener Forst

»Unbefriedigend sind die aktuellen Erklärungen der Lingener CDU zum Altenlingener Forst. Der Vorsitzende der Wählervereinigung „Die BürgerNahen“, Dr. Reinhard Rauscher, bezeichnete die CDU-Forderung nach einem „Schutzwald“ als vordergründig. Rauscher: „Wir BürgerNahen fragen, welche Flächen  als Schutzwald genutzt werden sollen. Wie groß und wo sind diese Flächen? Wem gehören sie? Wie teuer ist die Aufforstung? Auf keine dieser Fragen gibt es bisher eine Antwort.“

„Wir finden es bedenklich, wenn die CDU die Abholzung weiterer 24 Hektar hochwertigen Mischwaldes will und sogar Verträge über alle 33 Hektar des Bebaungsplans Nr. 20 zulässt. Immer noch will die CDU alle Flächen nördlich der Verbindung von Waldstraße und Umgehungsstraße vermarkten und weitere Abholzungen möglicherweise nur zeitlich aufschieben. Ferner könnte man ohne umgehende Beantwortung obiger Fragen vermuten, dass der angekündigte Kompromiss sich als reines Lippenbekenntnis ohne konkrete Folgen herausstellt, was dann nach dem 11. September einfach in Vergessenheit geraten könnte ?

Reinhard Rauscher: „Die BürgerNahen treten ohne Wenn und Aber  für die Wiederaufforstung des gerodeten  Teiles des Altenlingener Forstes ein. Die Menschen in Heukampstannen und Altenlingen wissen, dass der Altenlingener Forst seit Jahrzehnten  ihr Schutzwald  ist. Sie sagen: Wir brauchen keinen anderen; denn unser Wald schützt unsere Luft und unser Klima. Wir müssen ihn vor unbedachter und möglicherweise unnötiger Vernichtung schützen.“«
 

Blase

9. Februar 2011

Jetzt verkauft uns die Lingener CDU schon das zweite Mal binnen einer Woche ihre Abholzungspläne in Altenlingen als „Kompromiss“ mit dem Sprechblasenspruch „Wir wollen damit ein deutliches Signal setzen, um einen möglichst breiten Konsens zu diesem Thema herbeizuführen“. Können Sie diesen Politsprech eigentlich noch hören? Er klingt schon unehrlich. Inhaltlich ist er  reiner Wahlkampf: Die Lingener CDU will damit ihre veraltete Politik verschleiern und trickreich Vertrauen zurückgewinnen. Garniert mit positiv klingenden Begriffen wie Schutzwald, Unterpflanzen, Ökologie lenkt sie vom künftigen und überflüssigen Abholzen ab. Denn 9 Hektar „Schutzwald“ sind weg, 24 weitere sollen noch kommen. Ganz unverhohlen heißt es hier:

„Sofern sich herausstellen sollte („wovon wir derzeit nicht ausgehen“), dass nach vollständiger Vermarktung der gerodeten Fläche tatsächlich weiterer Bedarf für die Nutzung der Flächen vorliege und dies durch entsprechende Verträge nachgewiesen werde, wolle die CDU dann nach intensiver Beratung auch in der Öffentlichkeit darüber entscheiden, ob noch weitere Flächen gerodet werden.“

Aaaaah ja: Verträge über nicht abgeholzte Flächen, Nachweis und dann entscheiden, ob… Da glaubt doch nicht einmal Vater Frilling, dass „nach Diskussion auch in der Öffentlichkeit“  „weitere Bäume nicht fallen“, wie es in der Überschrift steht. Also ist jetzt Klarheit: Mit der Union wird  weiter abgeholzt, wenn sie es für richtig hält. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Klopfen wir den „Kompromiss“ weiter ab, hat sich innerhalb von zwei Jahren überhaupt nichts an der Baum-ab-Haltung der Lingener CDU geändert, die dieser Blog auch an anderer Stelle kritisiert hat. Denn:

a) Die abgeholzte Fläche von 9 Hektar bleibt abgeholzt.

b) Der restliche Bebauungsplan bleibt auch und damit droht die Abholzung weiterer 24 Hektar.

c) Der geforderte „Schutzwald“ ist so teuer, dass er nicht kommen kann. Die Flächen sind nicht im Eigentum der Stadt, müssten also teuer gekauft oder auf Jahrzehnte genauso teuer gepachtet werden. Ein Hektar in diesem Bereich wird eine Viertel Million kosten. Mindestens. Wie teuer sind dann 9 Hektar? Wie teuer 33 Hektar Schutzwald, der 33 Hektar abgeholzten Wald direkt nebenan ersetzen soll?

Wie kann man nur so einen Unsinn ernsthaft vertreten: 33 Hektar weg und dafür direkt nebenan 33 Hektar aufforsten? Hier werden die empörten Lingener schlicht auf den Arm genommen, um nicht ein anderes unappetitliches A-Wort zu verwenden. Deshalb haben die Protagonisten der Bürgerinitiative pro-Altenlingener Forst vor einigen Wochen im Wohnzimmer von Aktivist Georg Klein auch nur staunend den Kopf geschüttelt, als sie die CDU-Spitze mit ihrem „Kompromiss“ umgarnen wollte, und Gerda Siebert, die Vorsitzende des Bürgervereins Heukampstannen, winkt ab: „Olle Kamellen!“.

Nebenbei: Stören Sie auch diese immer gleichen Verlautbarungs-Sprechblasen: „Konsens“ („breit“!), „alle Seiten wiederfinden“, „Steuergelder in den Sand“  und „Signal“, „tatsächlicher Ausgleich“, „starkmachen“ (auch noch fälschlich in einem Wort  geschrieben, damit es ganz besonders kräftig wirkt)? Alles Blasen. Die CDU-Worte ebenso wie die Inhalte.

Freunde, gehen wir angesichts der unehrlichen Show besser zu den notwendigen Fragen über:

Wie und wo wollen wir Arbeit, Industrie und Gewerbe in Lingen künftig aufstellen und entwickeln? Arbeitsplätze durch Abholzen, auf Kosten der Umwelt? Lassen wir künftig alles zu, oder setzen wir einen Rahmen (welchen?) für eine nachhaltige Stadtentwicklung? Wollen wir unsere Umwelt erhalten oder ist sie nicht so wichtig?
Wo, Dieter Krone, bleibt der runde Tisch, wo die Ratsdiskussion zum Thema? Beides bringt mehr als diese Presseerklärungsoffensive einer Noch-Ratsmehrheit.  Noch mehr bringt der 11. September. Dann sind Kommunalwahlen.

Vermessen

1. März 2009

Beim heutigen Spaziergang durch den in den letzten Tagen vernichteten Teil des Altenlingener Forstes haben die engagierten und bestürzten Männer und Frauen der Bürgerinitiative pro-Altenlingenerforst die Größe der abgeholzten und zerstörten Waldfläche vermessen. Sie kamen auf geschätzte 11 Hektar Wald, die gerodet wurden und wohl unwiederbringlich zerstört sind. Wieder waren mehrere Hundert betroffene Lingener dabei. Sie hatten bisher diesen Wald gesehen:


vorher1
vorher2

 

 Und jetzt sahen sie dies:

nachher1nachher2

 

 

 

 

 

 

 

 

Angeblich sollten nur 6 Hektar Wald  abgeholzt werden, tatsächlich sind es wohl mindestens 10, vielleicht mehr. Es habe „schnell, schnell, schnell“ gehen müssen, wurde aus Gesprächen mit Waldarbeitern berichtet, deren Gerätschaften heiß liefen und deshalb zeitweise ausfielen. Täglich hätten sie neue Anweisungen erhalten, was „schnell, schnell, schnell“ abzuholzen sei. Jedenfalls liegt der Wald jetzt fertig zum Abtransport am Wegesrand:

nachher52

Die CDU-Spitze im Rathaus hofft offenbar darauf, dass alles bald in Vergessenheit gerät. Ich bin gespannt, ob Freie Bürger und Wähler wirklich nur ein kurzes Gedächtnis haben…

Rücksicht

22. Februar 2009

buergerAuf der Internetseite der Stadt Lingen (Ems) finde ich diese Aufforderung:

Boßeln mit Rücksicht auf die Natur

Boßelspaß ja – aber bitte mit Rücksicht auf Natur und Umwelt! Diesen Hinweis richtet die Stadt Lingen an alle, die in der aktuellen Boßelsaison zu dem geselligen Vergnügen durch die Landschaft ziehen. Ob Alt oder Jung, für alle sollte es selbstverständlich sein, auf den Strecken keinen Müll zu hinterlassen sowie Pflanzen und Tiere zu schonen.

Am Sonntagabend war ich zusammen mit mehr als 300 betroffenen Bürgerinnen und Bürger bei einem Waldspaziergang unterwegs im Abholzungsgebiet im Altenlingener Forst, und wir haben gesehen, wie es die Stadt Lingen selbst mit der Rücksicht auf Natur und Umwelt hält, ohne zu boßeln übrigens.

Der Spaziergang erinnerte mich trotz allen Mutes und Einsatzes der Frauen und Männer der Initiative an eine Trauerfeier. Wir gingen und nahmen Abschied von einem einzigartigen Stück Natur.altenlingenerforst1

Ich habe die Wette abgeschlossen, dass kein einziger der Ja-Sager zu diesem Bebauungsplan Nr. 20, der mehr als 30 Hektar hochwertigen Wald vernichtet, diesen Forst jemals gesehen hat. Die Wette kann ich nicht verlieren, weil niemand für diesen Frevel sein kann, der den Wald erlebt hat und an seine Kinder denkt.  Obwohl es bis heute keine Betriebe gibt, die vom Abholzen profitieren und sich im künftigen Gewerbe- und Industriebetrieb ansiedeln wollen, werden Montag früh ab 7 Uhr vollendete Tatsachen geschaffen. Rücksichtslos.

Wer mehr wissen möchte, kann sich auf der Internetseite der Altenlingener Bürgerinitiative pro-Altenlingener Forst informieren oder einfach vorbeischauen.