Guten Morgen!

6. Dezember 2016

Correc!v, die Rechercheplattform in NRW begrüßt uns an diesem kalten Nikolausmorgen mit klaren und klugen Worten von Bastian Schlange, die meine Seelenlage gut treffen. Ich lese:

„Schwere Kost zu so früher Stunde: die getötete Studentin aus Freiburg, der vermeintliche Täter ein 17-jähriger Flüchtling und eine Debatte, die sich durch Deutschland frisst. Die Tagesschau wird als Propaganda-Instrument des Kanzleramtes verschrien, weil die 19-Jährige nur eine von zehntausend deutschen Opfern war, die die Mainstream-Medien konsequent verschweigen. Lücken- und Lügenpresse-Rufe lösen einander ab. Die AfD instrumentalisiert den Vorfall nicht nur, um an den Pfeilern unseres Dualen Rundfunksystems zu sägen, sondern gleich noch die Zuordnung von DNA-Proben und Ethnie zu fordern. Und GdP-Chef Wendt krakeelt: „Dieses und viele andere Opfer würde es nicht geben, wäre unser Land auf die Gefahren vorbereitet gewesen, die mit massenhafter Zuwanderung verbunden sind.“

Kurz innehalten. Und durchatmen. Hier ist eine junge Frau vergewaltigt und ermordet worden. Das ist schrecklich. Punkt. Und dennoch war es ein Mord von vielen. Nichts rechtfertigt, ihren Tod für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Das Arschloch-Gen bewegt sich jenseits der Rassenlehre. Nicht alles was interessiert, muss auch für jeden relevant sein. Denn: Wer Gleichschaltung anprangert, sollte sie nicht fordern. Unsere Gesellschaft funktioniert nur durch Vielfalt. In allen Bereichen. Wenn der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft argumentiert wie jeder zweite Rechtspopulist im Twitter-Kosmos, dann sehe ich die Gefahren weniger in den Reihen der Flüchtlinge oder unserer Medienvertreter.

So. Ich bin wach. Ich hoffe, Du auch. Es soll doch trotz allem ein schöner Tag werden. Schließlich ist der 6. Dezember. Ich hoffe, Du kommst gut rein. Unsere Themen:…“