ab Montag verbaut

17. Dezember 2017

Seit fast fünf Monaten ist der Aufzug am Gleis 2 des Lingener Bahnhofs kaputt (Foto lks, ©NOZ, Sven Lampe). Damals ging ein, nicht mal sonderlich schwerer Sturzregen über Lingen nieder, und reichlich Regenwasser floss in die Elektronik des vor rund 10 Jahren von Thyssen Krupp gelieferten Fahrstuhls. Da war es um ihn geschehen. Seither behauptet die DB Netze AG, sie wolle dann Fahrstuhl wieder flott bekommen. Mit dem bekannten Ergebnis: Er ist weiterhin defekt. Seit nunmehr fast fünf Monaten. Das ist eine Zumutung für alle Bahnreisenden, die auf den Aufzug angewiesen sind.

Die verantwortliche DB Netze AG ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Deutschen Bahn (DB). Das Unternehmen entstand im Zuge der zweiten Stufe der sog. Bahnreform. Sie betreibt als Eisenbahninfrastrukturunternehmen etwa 87,5 % des deutschen Schienennetzes. Der Bahnhof Lingen zählt dazu.

Nach vielen salbungsvollen, aber falschen Ankündigungen, dass der Aufzug wieder funktioniere und wann und dann doch etwas später und noch ein Monat usw. usw. – habe ich am vergangenen Dienstag den Aufzughersteller angeschrieben, um Klarheit zu bekommen. Lesen Sie hier meinen E-Maildialog mit der freundlichen Jasmin Fischer (thyssenkrupp) im Original:

Datum: 12. Dezember 2017 um 17:01:48 MEZ
An: XXXX@thyssenkrupp.com
Betreff: Aufzugdefekt im Bahnhof Lingen(Ems)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich betreibe ein lokales Internetblog in Lingen (Ems) und bereite für den kommenden Samstag einen Beitrag über ein Ärgernis vor, das mit Ihrem Unternehmen zusammenhängt. Seit Ende Juli des Jahres ist nämlich der von Ihnen installierte Aufzug im Bahnhof Lingen (Ems) am Gleis 2 (Strecke Richtung Emden) nach einem Starkregen außer Betrieb. Die DB Netz teilt seither kontinuierlich mit, der Lieferant könne die notwendigen Ersatzteile nicht liefern, sie müssten speziell angefertigt werden. Lieferant sind Sie.

Bitte teilen Sie mir mit, ob dies zutreffend ist und worauf sich die Nichtlieferung ggf  gründet, durch die täglich viele Menschen betroffen sind.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Koop
robertkoop.wordpress.com


 

Datum: 13. Dezember 2017 um 15:55:01 MEZ
An: „kooprobert@xxxx
Betreff: Ihre Anfrage

Sehr geehrter Herr Koop,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Wir prüfen derzeit genau, ob wir einen Wartungsauftrag für das Objekt haben und wie der ausgestaltet ist (und was das Problem sein könnte). Morgen gegen Mittag kann ich Ihnen Belastbares mitteilen. Bis dahin würde ich sie gern noch um Geduld bitten.

Herzliche Grüße,
Jasmin Fischer


 

Datum: 14. Dezember 2017 um 11:59:00 MEZ
An: „kooprobert@xxxx“
Betreff: Aufzugdefekt im Bahnhof Lingen

Lieber Herr Koop,

wir haben Ihren Fall nun recherchiert und die Lage gestaltet sich wie folgt:

thyssenkrupp hat keinen Wartungsauftrag für diesen speziellen Auftrag im Bahnhof Lingen; zuständig ist per Vertrag seit 2014 einer unserer Wettbewerber.

Wir wurden allerdings gebeten, den Wettbewerber zu unterstützen. Dieser Bitte kommen wir natürlich gerne nach – schon weil uns sehr daran gelegen ist, dass die DB für die Zukunft mit uns einen Wartungsvertrag schließt.

In der zweiten Augusthälfte sind unsere Servicetechniker zur Schadensfeststellung ausgerückt, am 1. September wurde ein Angebot an die DB versandt. Am 14. September wurde um Änderung des Angebots gebeten, was noch am gleichen Tag erledigt wurde. Erst am 26. Oktober wurde uns der Auftrag erteilt. Am 27. Oktober haben wir ihn an unser Werk Neuhausen weitergeleitet.

Durch den Wasserschaden bzw. die Überflutung der Schachtgrube muss an dem Aufzug die komplette Elektronik ausgetauscht werden, darunter dutzende Teile, die über mehrere Wochen ganz speziell für Bahnanlagen maßgeschneidert und angefertigt werden (also zum Beispiel besondere Notrufsysteme, Schwellenheizungen für Türführungen und vieles mehr). Dieser Aufzug – und Bahnaufzüge im Allgemeinen – sind keine Standardanlagen, für die es im Lager vorrätige Teile gäbe.

Am 8. Dezember sind die ersten, aufwändig neu gefertigten Teile geliefert worden, die zumindest eine Teilfunktion des Aufzuges wieder herstellen. Sie sollen ab Montag, 18. Dezember, verbaut werden. Die Komplettfertigstellung ist für die erste Kalenderwoche 2018 geplant.

Für die Zukunft würden wir uns natürlich freuen, wenn die Bahn uns den Wartungsvertrag für den Aufzug im Bahnhof Lingen erteilen würde, um zumindest die Zeit zwischen Schadensvorfall und Auftragserteilung zu verkürzen.

Herzliche Grüße,
Jasmin Fischer

 


Das Gute zuerst: Keine zwei Tag für die Antwort. Das steht in deutlichem Gegensatz zu den von der DB Netze AG zu verantwortenden fast fünf Monaten Aufzugstillstand. Daher die schlechte Nachricht:  Die DB Netze AG btw. ihre Tochter DB Station&Service AG als Betreibergesellschaft der Verkehrsstationen am Streckennetz kann ihren Job nicht. Konsequenzen für die dort Verantwortlichen hat das Versagen keine. Niemanden in diesem „Unternehmen“ interessieren Gehbehinderte, Menschen mit Kinderwagen oder Radfahrer am Bahnhof in Lingen, Bad Bentheim oder Papenburg; unsere Stadt ist nämlich kein Einzelfall. Googeln Sie mal Bahnhof und Aufzug…

Die zuständige, steuerfinanzierte Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover steht derweil offenbar tatenlos daneben und ist daher keinen Deut besser.

Wir brauchen jedenfalls einen weiteren, barrierefreien Südzugang zu Gleis 2 mit einem Zugang, der nicht bei Regen für Monate den Geist aufgibt. 

 

(Foto: Danke an die NOZ/Sven Lampe)

Brennstoffzelle

12. November 2017

2021 sollen auf nicht-elektrifizierten Strecken in Niedersachsen 14 Brennstoffzellen-Züge verkehren.

Zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude will die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) ab 2021 keine Diesel-Loks mehr einsetzen, sondern Züge mit Brennstoffzellen-Antrieb. Dafür hat die LNVG nun 14 der Züge bei Alstom bestellt, geht aus einer Mitteilung des Herstellers hervor. Zuvor war der Zug dieses Jahr in Niedersachsen getestet worden.

Der Coradia iLint genannte, in Salzgitter entwickelte Zug kann rund 1000 Kilometer mit einer Tankfüllung zurücklegen, bei Höchstgeschwindigkeiten von 140 km/h. Mit Wasserstoff versorgt wird er über eine eigene Tankstelle in Bremervörde, die von der Linde Group geliefert wird. Sie soll 10 Millionen Euro kosten. In einer späteren Projektphase soll der Wasserstoff per Elektrolyse und mithilfe von Windenergie vor Ort produziert werden.

Das niedersächsische Verkehrsministerium unterstützt die Anschaffung der 14 Brennstoffzellen-Züge mit 81,3 Millionen Euro, vom Bundesverkehrsministerium kommen 8,4 Millionen Euro. Wie viel die Züge insgesamt kosten, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Nachtrag:

Während also andernorts die Zukunft eingeläutet wird, steht bei uns die Gegenwart still. Immer noch defekt ist der Aufzug zu Gleis 2 im Bahnhof Lingen (Foto, © milanpaul, flickr). Bekanntlich halten dort alle Züge in Richtung Norden. Für Gehbehinderte und Rollifahrer ist der Bahnteig nicht benutzbar. Und das seit mehr 100 Tagen. Es ist nicht bekannt, dass die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen dies überhaupt bemerkt hätte. Die tzuständige Betriebsgesellschaft DB Netz geht der Defekt am A… vorbei. Sie behauptet tatsächlich, man könne keine Ersatzteile bekommen. Seit Ende Juli. Das ist entweder dreist gelogen oder Ausdruck völliger Inkompetenz.

(Quelle: Heise.de)

Abgeschlossen

21. Dezember 2010

Ja, da haben wir doch alle (oder jedenfalls manche) dies gelesen:

Lingens Erster Stadtrat Dr. Ralf Büring ist zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr der Mittelbahnsteig am Bahnhof auf einer Länge von etwa 106 Metern um zwei Meter verbreitert wird. (25.09.2010)   (schon vorher mehr… 09.09.2010)

und

Die Arbeiten für den Ausbau des Mittelbahnsteiges im Lingener Bahnhof werden am 6. Dezember beginnen und sollen am 20. Dezember abgeschlossen sein. Das teilte Stadtbaurat Georg L…Mitgliedern der Lingener Schüler-Union (SU) mit. (12.11.2010)

und

Auf die Frage, wann denn mit der Fertigstellung zu rechnen sei, antwortete der Stadtbaurat, dass zurzeit der Regenwasserkanal eingebaut werde: „Sollte das Wetter mitspielen, hoffen wir, dass noch vor Weihnachten die Arbeiten am Mittelbahnsteig abgeschlossen sind – so hat es die Bahn jedenfalls versprochen.“ (09.12.2010)

denn wie jubelt der wissende LT-Kommentator:

Der Bahnsteig am Lingener Bahnhof wird verbreitert. Damit ist dieses leidige Thema endlich abgeschlossen. Neben Rat und Verwaltung kann sich insbesondere die Lingener Schüler-Union diesen Erfolg auf ihre Fahne schreiben – eine tolle Sache. (09.12.2010)

Jaja – endlich abgeschlossen. Ich glaube, irgendwann im letzten Spätsommer habe ich mit unserem Ersten Stadtrat Ralf Büring gewettet, dass sie nicht fertig wird, die Nachrüstung des von Stadtbaurat L. sehenden Auges zugelassene Murks-Mittelbahnsteigs, der jedem Dorf zur Ehre gereicht.  Gestern war der 20. Dezember, da sollte -so L.- der Umbau fertig sein. Nun, ich war nachmittags auf dem Mittelbahnsteig, um seiner vollmundig vom Oldenburger L. angekündigten, neuerlichen Fertigstellung beizuwohnen. Die fand aber nicht statt. Is ja klar, lag nicht an der jahrelangen Mistplanung sondern am Mistwetter: „Schneechaos“ (- früher hieß das bekanntlich bloß Winter). Aber immerhin taten die rotweißen Flatterbänder am Bahnsteig das, was sie tun sollten: Sie flatterten im Winde. Guckst du auf Foto: Da wo Lampe leuchtet, flattert unten Rotweiß-Band.

Und jetzt erwarte ich – bitte sofort!- die Wetterkommentare von JU und SU, also dass es am Wetter liege, von dem alle reden, bloß die Bahn nicht ( hier mehr…)und nicht an einem verkorkst-schlechten Gesamtplan, den diejenigen  zu verantworten haben, die sich jetzt feiern und belobigen lassen. Und sie lassen sich feiern für eine typische Emslandlösung: Es wird nicht etwa der ganze Bahnsteig ausgebaut sondern es werden nur 102m dran geflickt. Längere („IC“-)Züge halten weiterhin zu einem Großteil am Dorfbahnsteig. Wahrlich ein großartiger Erfolg von Rat und Verwaltung und Schülerunion.

(Foto re: CC-BY-NC Roberts Blog, kleines Foto lks: Werbeplakat Deutsche Bundesbahn 1966 © DB )

Mittelbahnsteig 4

12. März 2010

Ohne viele Worte. Begrüßungsambiente am „Mittelbahnsteig“ des Bahnhofs Lingen. 11.03.2010.

Mittelbahnsteig II

19. November 2009

Neue Fragereien zum Mittelbahnsteig:
Es geht das ernst zu nehmende Gerücht, dass in Sachen Mittelbahnsteig im Rathaus ein Modell aus Balsaholz stehen soll – mit einem echten Mittelbahnsteig. Einer, der in Wahrheit 5,86m breit wäre. Ein Modell, das Ausgangspunkte der Dskussionen und Beschlüsse im Rathaus war. Angeblich soll Stadtbaurat Georg Lisiecki auf der Suche nach dem Balsa-Exemplar in seinem Hause sein. Wetten, dass er es nicht findet?

Vielleicht kann man dann auch einmal die Frage beantworten, weshalb die Stadt Lingen eigentlich 180.000 Euro Unterhaltungskosten für den Aufzug am neuen  Mittelschmalbahnsteig für 15 Jahre im Voraus gezahlt hat, wo doch die Deutsche Bahn für jeden haltenden Reisezug von der Landesverkehrsgesellschaft (LNVG) 7,20 Euro erhält. Ein Aufzug ist im Regelfall Sache der Bahn, natürlich auch seine Unterhaltung. Dafür bekommt die Bahn einen Stationspreis, im Falle Lingen(Ems) netto 7,20 Euro pro Reisezughalt. Davon werden Kosten für Instandhaltung, Unterhaltung, Reinigung, Winterdienst, Beleuchtung, Zugzielanzeiger, Ansagen, Aufzüge, Sitzgelegenheiten, Überdachung … bezahlt. Was die DB von der LNVG für diesen Service pro Jahr kassiert, können Sie selber leicht ausrechnen; die InterCity-Züge bitte  nicht mitrechnen, das zahlt DB Reise & Touristik, dient gleichwohl den selben Zwecken. Warum hat die Stadt Lingen (Ems) Betriebskosten für den Aufzug vorweg in einer Summe gezahlt? Hat sie ihn finanziert, aber den Betrieb an die DB abgegeben? Oder eine Sondervereinbarung mit der DB geschlossen, weil sie den Aufzug unbedingt wollte, die DB aber die geforderte Barrierefreiheit billiger herstellen wollte ?

Also: Wofür hat die Stadt 180.000.00 Euro zusätzlich gezahlt? Wer weiß es?

(Foto: © Dieter Schütz, pixelio.de)

Japan

1. November 2009

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Links sieht man den ganz normalen aktuellen Wahnsinn auf dem Lingener Bahnhof  am vergangenen Freitag nachmittag. Mich erinnert das mehr an eine U-Bahn in Japan.

Natürlich trifft auch die Bauleute in der Stadtverwaltung Mitverantwortung für den völlig missglückten „Mittelbahnsteig“ und die dramatische Situation im Lingener Bahnhof. Sie haben es nämlich versäumt, sofort Alarm zu schlagen, als sie die lebensgefährliche „Breite“ der technischen Meisterleistung deutscher Bahningenieure erkannten. Sie wussten auch, dass die Bauarbeiten nicht fertiggestellt waren, als der „Hausbahnsteig“ vor dem Bahnhofsgebäude weggerissen wurde und seither Gehbehinderte den Bahnhof Lingen nicht mehr benutzen können.
Wegen der unhaltbaren Zustände und der arroganten und ignoranten Reaktion der Bahntechnokraten habe ich vor ein paar Wochen an die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung geschrieben. Offensichtlich prüft sie meine Eingabe sehr genau; denn bisher habe ich nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten. Allerdings wäre es sicherlich einfacher, wenn sich auch andere massiv beschwerten, zum Beispiel der mitgliederstarke SoVD, der VCD oder der Fahrgastverband proBahn. Sie schweigen bisher aus Gründen, die ich nicht kenne.
Nachdem am Samstag in der LT berichtete wurde, die Bahntechnokraten wollten nichts ändern, habe ich das Eisenbahnbundesamt angeschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in großer Sorge wende ich mich an Sie. Im Bahnhof von Lingen(Ems) ist in den letzten Monaten ein „Mittelbahnsteig“ errichtet worden. Dieser ist allerdings so schmal, dass seine Benutzung lebensgefährlich ist. Der jetzige „Mittelbahnsteig“ ist nicht nur kundenfreundlich; er ist nicht betriebssicher. Offenbar gilt der Mittelbahnsteig eisenbahntechnisch als Außenbahnsteig. Er hat lediglich eine Breite von 2,50m. Jährlich nutzen mehr als 1  Mio Fahrgäste den Lingener Bahnhof. Einzelheiten des Problems werden hier und hier und hier geschildert.

Ich bitte Sie sehr dringend, sich umgehend des Problems anzunehmen. Die verantwortlichen Mitarbeiter der DB lehnen eine Planänderung ab. Damit nehmen sie Gefahren für Leib und Leben in Kauf. Dem sollten Sie sofort  Einhalt gebieten.

Mit freundlichen Grüßen

Robert KoopIMAG0010

Übrigens soll es ja einen Bereitschaftsdienst für Gehbehinderte am Bahnhof geben. Diese müssen dazu ein Mobiltelefon haben und bei der Bahn in Osnabrück anrufen. Von dort wird dann der Bereitschaftsdienst alarmiert, der sich im Bahnhofsbereich aufhalten soll. Der kommt dann angeblich.
Schlecht ist es allerdings, wenn Sie im Rollstuhl sitzen. Der beige-gelbe Zettel mit dem Hinweis und der Osnabrücker Rufnummer ist nämlich in etwa 1,60m Höhe angebracht (Foto re.). Um ihn zu lesen, müssten Sie  mal eben aufstehen…

Meine Meinung zu den Verantwortlichen bei Bahn und Stadtverwaltung habe ich schon in diesem Beitrag formuliert. Ich will sie nicht wiederholen. Aber eines weiß ich sicher: Wenn hier an diesem Mittelbahnsteig ein Mensch zu schaden kommt, ist dies auf die Ignoranz der Bahntechnokraten zurückzuführen und dafür werden Sie zur Rechenschaft gezogen werden. Jeder einzelne ganz persönlich.


Mittelbahnsteig 3

18. Oktober 2009

mittelbahnsteig1mittelbahnsteig2ittelbahnsteig3Es ist ja alles noch viel schlimmer, als ich bisher berichtet habe. Heute Nachmittag habe ich mir dieses seltsame Bauwerk am Lingener Bahnhof (bitte anklicken und  die offizielle Beschreibung genießen!) angesehen, das sich „Mittelbahnsteig“ nennt. Den älteren Herrn, der sein Hollandrad auf den Bahnsteig gewuchtet hatte, habe ich bewundert. Der versprochene Servicemitarbeiter der Deutsche Bahn AG war nicht zu sehen; war ja auch Sonntag. Ebenfalls nicht zu sehen, war ein Fahrkartenautomat, weshalb ich mich gefragt habe, weshalb Johannes Krieger in der  Lingener Volkshochschule überhaupt einen Kurs veranstaltet, wie derartige Apparaturen besonderer Kundenfreundlichkeit zu bedienen sind; denn es gibt sie nicht da, wo sie gebraucht werden – also am neuen „Mittelbahnsteig“, wo nur ein Pappschild hängt, dass die Fahrkarten am Automaten am gesperrten Gleis 1 erhältlich sind -mit handschriftlich nachgetragenem Zusatz- „und im Bahnhof“ (Mo-Fr 8.30 -18.00; Sa 8.30 -13.00; So nix) – d.h. 100-150m entfernt, sozusagen zur Abrundung der Kundenfreundlichkeit.

Niedlich auch diese kleinen Mülltonnen neben den beiden Kleinstunterständen gegen Witterungseinflüsse. Außerdem Aber vor allem frage ich mich, weshalb so viel Platz zum östlichen Gleis verblieben ist. Schauen Sie sich bitte die drei nach Nord (lks) und Süd aufgenommenen Fotos an. Den Mittelbahnsteig selbst konnte ich nicht fotografieren; er war zu schmal. Also habe ich die Freiräume an der Ostseite aufgenommen. Haben Sie etwa eine Erklärung dafür, weshalb der Bahnsteig so schmal ist und unten nebendran im Gleisbett  offenbar so etwas wie ein Flachwasser-Biotop angelegt wird? Ich nicht.

Was wir in Lingen haben, ist ein Behelfs-SB-Bahn-Bahnsteig a la  Hamburg-Wilhelmsburg oder Berlin-Marzahn, kein Bahnsteig auf dem Reisende sicher auf einen Zug warten und z.B. trocken bleiben, wenn es regnet. Mit Kindern geht ein Aufenthalt gar nicht, jede Mutter mit zwei Kindern wird einen Herzinfarkt bekommen, falls sie die Kleinen nicht ankettet. Der Mittelbahnsteig im Lingener Bahnhof ist einfach ein einziger, mit viel Steuergeld gebauter  Baumangel.

Mein Vorschlag:
Gebt den Leuten, die das zu verantworten haben, einen Spaten in die Hand. Sie sollen die Deiche an Unterems, Unterweser und Unterelbe um 50 cm erhöhen. Dann machen die jedenfalls etwas Sinnvolles. Und den Bauleuten im Rathaus schenken Sie am besten ein Kissen, damit sie in ihrer argumentativen Unzuständigkeitsnische bequem weiterschlafen.

 

Nachtrag: LT-Bericht vom 30.10.