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28. März 2011

Die Atomkraft-Konzerne RWE und Eon wollen nach Darstellung des Magazins „Der Spiegel“ die Leistung von deutschen Atomreaktoren steigern. Dies gilt auch für das Lingener „Kernkraftwerk Emsland“. Einen entsprechender Antrag hat die Betreibergesellschaft bei den Aufsichtsbehörden eingereicht.

Die Leistungserhöhung wäre nicht die erste. Bei Inbetriebnahme 1988 betrug die Leistung 1.316 MWe. Die derzeitige Reaktorleistung von 1.400 MWe ergibt sich aufgrund einer thermischen und mehrerer elektrischen Leistungserhöhungen, die nachträglich beantragt und genehmigt wurden.

Dem „Spiegel“ zufolge sollen aus vier jüngeren Kraftwerken Emsland, Grohnde, (beide Niedersachsen) Gundremmingen und Grafenrheinfeld (beide Bayern) künftig (noch) mehr heraus geholt werden. Alle vier sind im Rahmen des sog. Atommoratoriums nicht abgeschaltet worden.

Über den Antrag der Betreibergesellschaft für das AKW Emsland hat das niedersächsische Umweltministerium unter seinem Minister Hans-Herinrich Sanders (FDP) schon im vergangenen Jahr positiv entschieden. Das Bundesumweltministerium forderte im Februar allerdings weitere Unterlagen des Antragstellers für die Entscheidung. Denn mehr Leistung birgt Sicherheitsrisiken. „Es ist ein bisschen wie bei aufgemotzten Autos, die schneller kaputtgehen“, sagte Wolfgang Renneberg, Ex-Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Ministerium, zum „Spiegel“. Bei dem Lingener Druckwasserreaktor etwa wird die Temperatur im Reaktor ansteigen. Versagt dann das Kühlsystem, bleibt den Technikern deutlich weniger Zeit, die Anlage zu stabilisieren.

 

Nachtrag: Bündnis’90/Die Grünen kritisieren den niedersächsischen Umweltminister. Der weist die Kritik zurück. Mehr…

(Foto KKE: © dendroaspis2008 flickr)