Lingen-Resolution

3. März 2016

Pressemitteilung des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU):
5 Jahre nach Fukushima – Sofortige Stilllegung der Atomanlagen in Lingen
Knapp 200 Organisationen unterstützen die Lingen-Resolution

Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände haben gestern vor der Landespressekonferenz in Hannover anlässlich des fünften Jahrestages der Fukushima-Katastrophe (11. März) ihre Forderung nach der sofortigen Stilllegung aller Atomkraftwerke und Atomanlagen bekräftigt. Auch hier in Deutschland und in Europa ist die Gefahr einer Atomkatastrophe gegenwärtig, denn viele der Atomreaktoren sind schon 30 Jahre und länger am Netz. Konkret sprachen sich die Organisationen auch für die Stilllegung des AKW Emsland und der Brennelementefabrik in Lingen (Emsland / Niedersachsen) aus. Zur Unterstützung ihrer Forderungen wurde der Text der Lingen-Resolution, in der die Stilllegung des AKW Lingen 2 und der Brennelementefabrik gefordert wird, im niedersächsischen Umweltministerium eingereicht. Unterzeichnet wurde die Resolution bereits von knapp 200 Organisationen aus ganz Niedersachsen und angrenzenden Bundesländern. Die Landesregierung in Hannover ist aufgefordert, für den Schutz der Bevölkerung aktiv zu werden!

Foto Demo in Lingen 31.01.2016Das AKW Emsland (Atomkraftwerk Lingen 2) darf noch bis 2022 weiterlaufen und neuen Atommüll produzieren, für den es keine sichere Entsorgung gibt. Die benachbarte Lingener Brennelementefabrik ist durch eine zeitlich nicht limitierte Betriebsgenehmigung vom Atomausstieg sogar komplett ausgenommen. Sie beliefert u. a. gefährliche Pannenreaktoren in Belgien und Frankreich.

Die Europavorsitzende der IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialerVerantwortung), Dr. Angelika Claußen, berichtete bei der Pressekonferenz über die konkreten Folgen der japanischen Atomkatastrophe, die noch lange nicht vorbei ist. Nach Angaben des Betreiberkonzerns TEPCO fließen täglich 300 Tonnen radioaktives Wasser ins Meer. Millionen von Menschen wurden und werden seit Beginn der Katastrophe erhöhten Strahlendosen ausgesetzt, vor allem in den Regionen mit relevantem radioaktivem Niederschlag. Mit 115 Neuerkrankungen an Schilddrüsenkrebs bei Kindern in der Präfektur Fukushima und weiteren 50 Verdachtsfällen sind die ersten gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe deutlich sichtbar. Nach Einschätzung der IPPNW sind schwere Atomkatastrophen wie in Japan auch in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa wahrscheinlich, insbesondere wenn man die aktuell drohende Laufzeitverlängerung der französischen AKW’s von 40 auf 50 Jahre in Betracht zieht.

„Das Land Niedersachsen ist kürzlich der „Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg“ beigetreten. Umweltminister Wenzel hat sich gegen eine Finanzierung des geplanten AKW Hinkley Point ausgesprochen, mit dem ein weiterer bankrotter französischer Atomkonzern, hier EDF, subventioniert werden soll. Minister Wenzels Worte sind ein guter Anfang, aber was wir viel mehr brauchen, sind Taten. Der Atomausstieg für Deutschland und ganz Europa fängt hier bei uns vor Ort an: Das bedeutet: Der Atomstandort Lingen muss geschlossen werden“, so die Forderung von Dr. Angelika Claußen.

 

Christina Burchert vom Elternverein Restrisiko Emsland wohnt nur etwa 20 Kilometer entfernt von den Lingener Atomanlagen. Als betroffene Anwohnerin ist es für sie unverständlich, warum die Lingener Brennelementefabrik trotz des beginnenden Atomausstiegs in der Bundesrepublik noch immer über eine unbegrenzte Betriebsgenehmigung verfügt. Heftig kritisiert sie auch die zahlreichen Atomtransporte, die mit dem Betrieb der Fabrik verbunden sind. Selbst belgische Schrottreaktoren werden von Lingen aus mit frischen Brennelementen versorgt. Christina Burchert betont: „Trotz der vollkommen misslungenen Katastrophenschutzübung 2013 unter dem Namen AKW Moorland und der danach beschlossenen Erweiterung der Evakuierungszonen gibt es in Niedersachsen immer noch keinen aktualisierten Katastrophenschutzplan. Die aktuellen Notfallbroschüren sind im vergangenen Dezember nach 5 Jahren abgelaufen und wurden nicht erneuert. Im Falle eines Unfalls weiß im Moment niemand, wohin er evakuiert würde.“ Ihr Fazit: Beim Atomausstieg wurde Lingen offenbar bewusst vergessen!

Um an die Folgen von Fukushima und auch an die laufenden Atomanlagen in Lingen zu erinnern, ruft der Elternverein Restrisiko Emsland für den 11. März zur Teilnahme an einer Mahnwache in Lingen vor dem Alten Rathaus auf (18 Uhr).

 

Kerstin Rudek von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg und Vertreterin des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) zitierte bei der Pressekonferenz den niedersächsischen Umweltminister Wenzel: „Die Nutzung der Atomenergie birgt unkalkulierbare Risiken.“

5 Jahre nach Beginn der Reaktorkatastrophe von Fukushima und rund 30 Jahre nach Beginn der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl widmete sich Kerstin Rudek ebenfalls den unkalkulierbaren Risiken: „Auch in der Bundesrepublik Deutschland leiden Menschen unter den Auswirkungen der Strahlung, die durch den Betrieb der Atomanlagen freigesetzt werden. Die Kinderkrebsstudie belegt, dass je näher ein Kind an einem Atomkraftwerk lebt, seine Gefahr umso größer ist, an Krebs zu erkranken.“

Zum Standort Lingen führte Kerstin Rudek aus, dass die Brennelementefabrik 1979 den Betrieb aufgenommen hat, das AKW Emsland 1988. Die Atomkraftgegnerin aus dem Wendland informierte über die zahlreichen Pannen im AKW Emsland und in der Lingener Brennelementefabrik. Hier einige Beispiele:

Pannen des AKW Emsland:

  • 2009: Schnellabschaltung wegen Problemen an einer Überwachungseinrichtung eines Maschinentrafos
  • 2012: „Tropfleckage“ an einer Rohrleitung des nuklearen Abwasseraufbereitungssystems
  • Oktober 2013: Abschaltung wegen einer Panne an einer Hauptkühlmittelpumpe und einem „kleinen“ Ölbrand
  • April 2015: Abschaltung wegen einer Gehäuseleckage am Primärkreislauf

Pannen der Brennelementefabrik:

  • Januar 2014: „Zwischenfall“ bei dem Transport eines Uranhexafluorid-Behälters
  • Oktober 2014: Teilweise Stilllegung nach einem Riss an einem Trocknungsofen.
  • Februar 2016: Undichte Prozessgasleitung, deshalb Stilllegung der betroffenen Prozesslinie

Es gibt gegen die Atomanlagen in Lingen regelmäßig Protest in Form von Demonstrationen und Blockaden, zuletzt im Februar dieses Jahres. Wenn die Politik es nicht zu regeln vermag, dann wird mit den Füßen abgestimmt. Die Umweltverbände und Anti-Atomkraft-Initiativen rufen alle potentiell von einer Atomkatastrophe Betroffenen auf, sich jetzt zu engagieren und an weiteren Protestaktionen teil zu nehmen.

„Wir sind nicht einen Tag länger bereit, diese Risiken zu tragen und fordern Umweltminister Stefan Wenzel auf, als Atomaufsicht einzuschreiten und den Atomstandort Lingen zu schließen – jetzt“, so die grundlegende Forderung von Kerstin Rudek und ihren Mitstreiterinnen.

Link zur Lingen-Resolution

(Foto: BBU)

Evaluierung

18. September 2014

Die taz informiert über den Versuch eines Ministers, seine Verwaltung in den Griff zu bekommen:

„Im Streit um jahrelange Verzögerungen beim Abriss des Atomkraftwerks Stade zieht Niedersachsens grüner Umwelt- und Energieminister Stefan Wenzel jetzt „personelle Konsequenzen“. Die „gesamte Atomabteilung“ seines Ministeriums müsse sich einer „Evaluierung“ unterziehen, sagte Wenzel am Mittwoch in Hannover vor JournalistInnen der Landespressekonferenz – schließlich stehe die „Glaubwürdigkeit“ seines Hauses in Frage.

Denn das AKW Stade beschert Wenzel seit Wochen miese Schlagzeilen: Schließlich hat die ihm unterstellte Atomaufsicht monatelang verschwiegen, dass aus dem Primärkreislauf des seit 2003 stillgelegten Reaktors radioaktiv verstrahltes Wasser ausgetreten ist. Zwar hat der Atomstromkonzern Eon…“

[weiter auf der taz-Internetseits]

Schweigekreis

11. März 2014

atomkraftneindankeZum Gedenken an die Opfer der Atomkatastrophe in Fukushima und an das Leid, das den Menschen dort zugefügt wurde und sie über Jahrzehnte belasten wird, sowie  um auf die Gefahren hinzuweisen, die vor unserer eigenen Haustür schlummern, veranstalten an diesem dritten Jahrestag von Fukushima der Elternverein Restrisiko Emsland eV , der BUND und andere am Dienstagabend einen Schweigekreis auf dem Marktplatz in Lingen (Ems).


Dienstag 11.03.2014  – 
18:00 – 18:30 Uhr
49808 Lingen (Ems)  – Altes Rathaus

Zukunftsoption

17. Dezember 2013

120px-atomkraft_nein_dankesvgIrgendein netter Gesprächspartner sagte mir an diesem Wochenende, Strom aus regenerativen Energiequellen wie Sonne, Wasser, Wind und Erdwärme „hierzulande“ könne eben nur  „Nischenenergie“ sein. Da las ich dann heute dies:

„In England wurde unlängst das erste Atomkraftwerk (AKW) seit 1996 genehmigt: Hinkley Point. Das Kraftwerk bekommt über 35 Jahre eine Vergütung von 11 Cent je Kilowattstunde garantiert. Und der Staat bürgt für einen Großteil der Investitionen. Zusätzlich gibt es einen Inflationsausgleich.

In Deutschland erhalten große Photovoltaik-Anlagen eine Vergütung von 9,88 Cent für 20 Jahre garantiert. Der Strom aus Windkraft wird hierzulande vergütet mit sechs bis neun Cent. Unter europäischen Sicherheitsstandards rechnet sich die Atomkraft nur mithilfe von Subventionen, die deutlich höher sein müssen als die Beihilfen für Erneuerbare.

Vor etwa drei Jahren hatte die konservative britische Regierung noch angekündigt, zehn neue AKW bauen zu wollen. Davon sind jetzt noch zwei übrig geblieben.

Vor 20 Jahren waren weltweit noch 440 AKW in Betrieb, jetzt noch 390. In der EU wurden seit dem Jahr 2000 43 AKW stillgelegt und nur drei neue gebaut. Weltweit müssen in den nächsten 20 Jahren mehr als die Hälfte aller AKW stillgelegt werden – aus Alters- und Sicherheitsgründen.

Atomstrom wird immer teurer, Solar- und Windstrom immer preiswerter. Schon aus ökonomischen Gründen ist heute, zweieinhalb Jahre nach Fukushima, die Atomkraft in den meisten Ländern Europas keine Zukunftsoption mehr. „

Quod erat demonstrandum.

(Quelle)

geen gevolg

22. Januar 2012

Gerade gefunden bei fefe:

„Aus der beliebten Reihe „bei UNS ist die Atomenergie SICHER“, heute: Beim belgischen AKW Tihange 1 springen die Diesel-Generatoren nicht an. Aber selbstverständlich gilt auch in Belgien:

Deze afwijking heeft geen enkele gevolg op de werknemers, noch de bevolking, noch het leefmilieu gehad noch op de goede werking van de installatie.“

Dank u wel!

 

Strukturen

20. November 2011

Der französische Atomkonzern Areva betreibt in Lingen (Ems), Karlstein (Main) und Duisburg das Unternehmen Advanced Nuclear Fuels, kurz ANF. Nach Angaben des „Spiegel“ will Areva in Deutschland 1300 Stellen streichen. Einzelheiten werde die Unternehmensführung in Paris am 13. Dezember bekanntgeben, meldete das Magazin gestern, ohne Nennung von Quellen, und setzte hinzu: Mit dem Plan reagiere der „Weltmarktführer für Nukleartechnik“ auf die Stilllegung von acht deutschen Atomkraftwerken und bis zum Jahr 2022 ganz aus der Atomenergie auszusteigen, berichtete der „Spiegel“ weiter. Der Bedarf an Brennstäben sei drastisch zurückgegangen.

Nun ist es zunächst kein Wunder, dass bei einem Ausstieg aus der Atomenergie keine Brennstäbe und damit auch keine Brennstäbefabrik mehr gebraucht werden. Andererseits produziert ANF Brennstäbe für den weltweiten Einsatz, so dass die Begründung, der Bedarf an ihnen sei bei aktuell rund 440 AKWs „drastisch zurückgegangen“ dann nicht stimmen kann, wenn -glaubt man den Protagonisten der Atomenergie- diese Form der Energieerzeugung weltweit auf dem Vormarsch sei. Die Areva-Pläne  belegen also indirekt, wieviel bloße Propaganda die Kernenergielobby betreibt…

Auch ANF Lingen ist von den Areva-Kürzungsplänen betroffen. Das ist an diesem Wochenende nicht wirklich neu: Am 18.10. hatte zunächst die französische Zeitung L’Express über Areva-Stellenkürzungen berichtet. In Deutschland seien 800 Arbeitsplätze betroffen. Tags darauf informierte die Lingener Lokalzeitung, dass auch die 340 Jobs bei ANF im Industriepark Süd nicht ungeschoren bleiben; genaueres sei bei ANF aber nicht bekannt. Es folgte ein Proteststreik im  belgischen Areva-Werk in Dessel („FBFC„), dessen Schließung im März kommenden Jahres beschlossene Sache ist (mehr…).

Ende Oktober kündigte dann der deutsche Areva Technikvorstand Ulrich Gräber (Erlangen) aus Protest gegen die Stellenkürzungen seinen Rücktritt an (O-Ton des Unternehmenssprechers damals: „Rücktritt, um Kontinuität und Stabilität bei der Umsetzung der neuen Strategie zu gewährleisten“ – oha!) ; ihm folgt zum 1. Januar  Stefan vom Scheidt. Gleichzeitig wechselt auch die kaufmännische Leitung. (mehr…)

Der angekündigte Rücktritt Gräbers zwei Wochen nach Bekanntwerden der ersten Areva-Pläne drängt die Frage auf: Hängt dieser Schritt mit der Spiegel-Meldung zusammen, dass nicht mehr 800 Arbeitsplätze sondern deutlich mehr, nämlich 1300,  in Deutschland wegfallen werden, darunter auch zahlreiche Stellen von Ingenieuren? Der Spiegel schreibt auch:  Zwei Standorte sollen komplett geschlossen werden. Erlangen mit seinen Tausenden Mitarbeitern wird dies nicht sein. Also lässt die Spiegel-Meldung kaum schöne Weihnachten für die ANF-Familien erwarten.

Der Hintergrund all dessen: Areva ist zu 90% im Besitz des französischen Staates. Den neuen französischen Finanzmister François Baroin stört sehr, dass der Konzern in den letzten beiden Jahren 1 Milliarde Euro Verlust gemacht hat. Das könne nicht so weitergehen, dachte Baroin und forderte in einem Brandbrief eine Umstrukturierung und eine bessere Berücksichtigung der Aktionärsinteressen, also der Interessen der französischen Steuerzahler.

Und jenseits des Geldes? „LT-Nachbar“ Hans-Joachim W. kommentierte vor Monatsfrist rigoros die Stellenstreichungen im Nachbarblog der Lokalzeitung so:

„Wer den Ausstieg aus der Atomenergie wirklich ernsthaft voran bringen will, darf nicht weiterhin mit der Herstellung von Brennelementen ermöglichen, dass diese Technologie betrieben wird. Wenn Atomkraftwerke in Deutschland, zugegebener Maßen auf hohen technischen Standard, abgeschaltet werden, dürfen weniger sichere AKW’s in anderen Ländern nicht weiter betrieben werden. Es ist unmoralisch, mit der Lieferung von Brennelementen an solche AKW’s viel Geld zu verdienen.
Aber bei Geld, besonders bei viel Geld, hört die Moral auf.“

Was noch?
Neue Mitarbeiter sucht derweil Areva Wind (mehr…). Auch ein Zeichen. Die Strukturen ändern sich.

Zwischenfazit

13. März 2011

ja bitte?

7. Februar 2011

 Dass in den Niederlanden in der Folge der kruden Regierungsbildung von Geert Widers Populistengnaden plötzlich auch die Atomenergie fröhliche Urstände feiert, war bereits Gegenstand in diesem kleinen Blog. Jetzt gibt es im Westen noch mehr Neues: Der führende Benelux-Energiedienstleister Electrabel SA (Sitz Brüssel) will angeblich im friesischen Eemshaven ein Atomkraftwerk bauen. Das nordöstlich von Groningen gegenüber der Insel Borkum gelegene Eemshaven ist nur 26 Kilometer westlich von Emden entfernt; der 120km von Lingen entfernte Industriehafen  wäre der dritte Standort, den die jetzige niederländische Regierung für neue Atomkraftwerke ins Auge gefasst hat – nach Borssele und  Maasvlakte bei Rotterdam. Die AKW-Pläne machte William Moorlag in der letzten Woche nach einem Gespräch mit den möglichen Investoren bekannt. Moorlag führt die Liste der sozialdemokratischen PvdA  für die Provinzwahlen in Groningen an. Er bezieht in Sachen AKW klar Position: „Die Möglichkeit eines Unfalls ist nicht ausgeschlossen. Dann würden große Gebiete unbewohnbar sein. Technik ist nicht unfehlbar, was noch im vergangenen Jahr die große Ölpest im Golf von Mexiko erneut gezeigt hat Außerdem gibt es das Problem mit dem radioaktiven Abfall, der tausende Jahre gefährlich bleibt, Die PvdA lehnt den unterirdische Lagerung von Atomabfällen ab.“

Die Niederlande bauen den konventionellen Kraftwerksstandort in Eemshaven gerade massiv aus. Auch ohne ein AKW des Electrabel-Konzerns sind ein Gaskraftwerk von Eemsmond Energie geplant, ein Gas- und Mehrbrennstoffkraftwerk von Nuon, außerdem zwei Kohlekraftwerke von Nuon und Essent. Gegen ein Kohlekraftwerk der RWE-Tochter Essent, das zurzeit in Eemshaven trotz europäischer Probleme gebaut wird, konnten Proteste auch aus Deutschland bislang nichts ausrichten. Electrabel ist will offenbar ebenfalls in Eemshaven dabei sejin; denn schon in fünf Jahren soll dort ein Drittel des gesamten Strombedarfs der Niederlande erzeugt werden. Electrabel  mit einem aktuellen Umsatz von mehr als 15 Milliarden Euro war übrigens bis 2005 börsennotiert, ist aber seither eine 100%ige Tochter des französischen Energiekonzerns GDF Suez. Wikipedia weiß darüber: „Electrabel verfügt über einen ausgewogenen Erzeugungspark mit einer installierten Leistung von 31.200 Megawatt (MW), davon 18.000 MW in den Benelux-Staaten.“

Das Unternehmen dementiert die bekannt gewordenen AKW-Pläne eher zögerlich. Gegenwärtig gebe es „keine konkreten Pläne für ein AKW in Eemshaven“, sagte Sprecher Menno de Boer. Ein Nein vermied der Electrabel-Mann aber und sagte lediglich, Electrabel sei weit von einem solchen Vorhaben entfernt. Nach Angaben von William Moorlag (Foto lks.) will das Unternehmen aber in Kürze über seine AKW-Pläne mit der Provinzregierung in Groningen sprechen. Da beruhigt der sonntägliche Beitrag des FDP-Fraktionschefs im Emdener Stadtrat, Erich Bolinius, überhaupt nicht. Er sagte am Sonntag, die Pläne im Nachbarland sei nun, anstelle von Eemshaven (Provinz Groningen) einen Standort in der südwestlichen Provinz Zeeland. Damit dürfte der ostfriesische Liberale aber schwerlich auf der Höhe der Zeit sein.

Aufruf!

21. Oktober 2010

In wenigen Stunden läuft die Mitzeichnungsfrist der „Petition: Nukleare Ver- und Entsorgung – Einhaltung der Verträge zur Abschaltung der Atomkraftwerke bis zum Jahr 2023 vom 17.08.2010“ auf dem offiziellen Portal des Bundestages aus.

Jetzt um 21:40 Uhr fehlen aktuell nur noch 3500 Unterschriften, um die 50.000 Mitzeichner Stufe zu erreichen, bei der sich der Ausschuss des Bundestages mit der Petition auseinandersetzen wird.

Immerhin sind in den letzten drei Tagen 30.000 (!) Unterschriften hinzu gekommen. Ich hoffe , dass ich durch meinen kleinen Blog noch einige weitere beitragen kann.

Jetzt mitzeichnen!

(Foto: CC baracoder)

Tagesthema

27. August 2010