10 Jahre

14. April 2012

Was zur Zeit „offshore“ passiert, ist beeindruckend. Riesige Windkraftanlagen vor der Küste sollen in Zukunft die EnergieStromversorgung sichern. Die Küstenstädte und Inseln bereiten sich darauf vor und profitieren von den Bauarbeiten. Norderney beispielsweise hat der Ausbau der Windenergie neue Straßen in den Inselosten beschert, die örtliche Reederei hat für sich einen neuen Geschäftszweig entdeckt, Hafenflächen in Norddeich werden an Windunternehmen verkauft.

Hotel AtollAuch die Insel Helgoland übernimmt eine Schlüsselstellung. Sie kämpft nicht erst seit gestern mit schwächelnden Tourismuseinkünften. Der Ausbau der Windenergie wird jetzt als Chance gesehen. Der Strukturwandel ist für viele offensichtlich: Denn das beste Hotel der Insel ist nur noch bis zum 4. Januar kommenden Jahres buchbar. Vom 5. Januar 2013 bis zum 5. Januar 2023 ist das komplette Atoll Hotel vom Bremerhavener Energiekonzern “Wind MW” für seine Mitarbeiter und Gäste gebucht worden. 10 Jahre! Das Unternehmen setzt ab September 2013 Kilometer nördlich der Insel einen Offshore Windpark in die Nordsee.

Das Atoll war mit seiner Eröffnung 1999 eine Hoffnung für den Tourismus auf der einzigen deutschen Hochseeinsel. Das Design-Luxushotel sollte neue Gäste auf die Insel ziehen. Aber es blieb das einzige Hotel im Luxussegment und hatte mit seinen 50 Zimmern eine eher schwache Auslastung, die kaum über 50% kam. Nun kann sich das Hotel über eine 100 %tige Auslastung an 365 Tagen freuen.  10 Jahre!

Helgolands Bürgermeister Jörg Singer sieht, dass in Sachen Tourismus künftig eine echte Perle fehlt: „Für unseren Tourismus ist das eine kalte Dusche, denn das Atoll Hotel hat höchste Maßstäbe auf Helgoland gesetzt“, stellt er fest. Tatsächlich läutet der Langzeitmietvertrag, von dem Weber glaubt, dass er nach zehn Jahren verlängert wird, eine neue Ära auf der Insel ein. Fusel-Touris waren gestern. Offshore-Menschen sind die Zukunft. Denn neben der „Wind MW GmbH“ nutzen künftig zwei weitere Betreiber von Offshoren Windanlagen die Insel als Stützpunkt. Im Südhafen entstehen dafür drei Hallen mit jeweils 2.000 Quadratmeter Fläche. Ein neuer Hubschrauberlandeplatz ist geplant. Firmeneigene Versorgungsschiffe werden im Hafen liegen. Es sind nicht nur Arbeiter die kommen werden. Auch auf Geschäftspartner und Gäste der Firmen  richtet sich die Insel ein.

Viel Finanzkraft steckt hinter den Unternehmen: Allein die Wind MW GmbH will rund 1,2 Milliarden Euro für den Windpark bei Helgoland investieren. Ende 2013 sollen die dann 80 Windkraftanlagen der 3,6 Megawatt-Klasse  288 Megawatt ins Stromnetz speisen. Damit kann man dann 360.000 Haushalte versorgen.

(Foto: © Norderney-Blog)