ohne den Westen

7. Juli 2020

Ab sofort ist der OMNIBUS für Direkte Demokratie in Niedersachsen unterwegs und sammelt Unterschriften für das Volksbegehren Artenvielfalt.  Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay unterschreibt heute  um 11.45 Uhr.

Nach dem großen Volksbegehren in Bayern, den Volksbegehren Artenvielfalt in Brandenburg und Baden-Württemberg 2019 unterstützt die bundesweite Initiative OMNIBUS für Direkte Demokratie jetzt auch das Volksbegehren Artenvielfalt in Niedersachsen. Schließlich ist das Volksbegehren auch der Weg, wie Bürger*innen selber Gesetze ins Parlament bringen können. Vom 7. bis 31. Juli 2020 fährt der OMNIBUS durch Niedersachsen und sammelt vor Ort Unterschriften für das Volksbegehren – heute ist er in Hannover gestartet.

„Die wachsende Zahl der Volksbegehren auf Landesebene zum Klimaschutz und zur Artenvielfalt zeigt, dass die Menschen in diesen Fragen viel weiter sind als die Regierungen, die von starken Lobbyisten der Agraindustrie unter Druck gesetzt werden“, sagt Werner Küppers vom OMNIBUS für Direkte Demokratie. „Der OMNIBUS unterstützt regionale Volksbegehren und setzt sich für die Einführung der Volksabstimmung auch auf Bundesebene ein. Wichtige Fragen wie zu Klimaschutz, Artenvielfalt, Landwirtschaft, Freihandelsabkommen werden auf Bundes- und EU-Ebene getroffen. Mit der bundesweiten Volksabstimmung können wir über diese Fragen selbst entscheiden sowie die Bundesregierung beauftragen, sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen.“

„Die Menschen im Land wollen etwas tun, das zeigen uns die täglichen Rückmeldungen und zahlreichen Anfragen nach Unterschriftenbögen“, sagt Volksbegehren-Initiator Hanso Janßen. „Nur mit dem Volksbegehren erhalten wir die für mehr Artenvielfalt erforderlichen gesetzlichen Regelungen. An die müssen sich alle halten und sie sichern die Ausgleichszahlungen für Landwirte. Deshalb freuen wir uns über die Unterstützung des OMNIBUS auf seinem Weg durch Niedersachsen.“

„Ich habe in den letzten Wochen mit vielen Menschen über das Volksbegehren gesprochen, dabei ist mir deutlich geworden, dass wenige Menschen die Möglichkeit kennen, mit der Volksgesetzgebung Gesetze mitbeschließen zu können. Mögen viele Menschen diese historische Chance nutzen und von ihrem Grundrecht auf Abstimmung auch zum Wohle der Tiere und Pflanzen Gebrauch machen: als Unterzeichnende oder als Sammelnde!“, sagt Annette Fuhrmann vom Hannoverschen Aktionsbündnis des Volksbegehrens. „So wie die Bienen sich in der Landschaft mit den Pflanzen verbinden, so ist jetzt jede Bürgerin und jeder Bürger gefragt, auf den Straßen Niedersachsens über dieses Volksbegehren zum Artenschutz mit anderen ins Gespräch zu kommen.“

Das Volksbegehren benötigt 610.000 Unterschriften, damit der Landtag über das Gesetz für mehr Tier- und Pflanzenschutz in Niedersachsen entscheiden muss. Lehnt der Landtag die Forderungen ab, kommt es zu einem Volksentscheid.

Auch Belit Onay, Oberbürgermeister von Hannover, will das Volksbegehren am Mittwoch, den 8. Juli, unterschreiben. Er wird um 11.45 Uhr am Stand erwartet. Nach dem Oberbürgermeister von Goslar unterschreibt damit ein weiterer Oberbürgermeister für mehr Artenschutz in Niedersachsen

In folgenden Städten ist der OMNIBUS jeweils von 9.30 bis 18 Uhr vor Ort:

7./8. Juli: Hannover, Platz der Weltausstellung
9./10. Juli: Braunschweig, Altmarkt (Do) und Kohlmarkt (Fr)
13./14. Juli: Delmenhorst, Rathausplatz

15./16. Juli: Rotenburg, Neuer Markt
17./18. Juli: Verden, Johannisplatz
20./21./22. Juli: Oldenburg, Schlossplatz

23./24. Juli: Wilhelmshaven, Valoisplatz
27./28. Juli: Vechta, Europaplatz (Pferd)
29./30./31. Juli: Osnabrück, Theatervorplatz

Weitere Informationen zum OMNIBUS gibt es online unter www.omnibus.org/

Was fällt auf? Der (Nord-)Westen wird nicht angesteuert. Ostfriesland, das Emsland, die Grafschaft Bentheim liegen offenbar zu weit abseits…

 

(Foto: Belut Önay  CC s. 14.05.19)

Bienen

6. Februar 2019

Es geht um die Bienen, denen sich dieses kleine Blog auch bisweilen schon gewidmet hat. gerade macht in Bayern eine Initiative für ein Bürgerbegehren für die Artenvielfalt mobill und hat binnen nur fünf Tagen schon die Hälfte der notwendigen Unterschriften dafür gesammelt.I Lingen schiebt die Kommunalpolitik seit dem 13 Juli 2018 einen entsprechenden Antrag der BürgerNahen vor sich her, wobei die Stadtverwaltung ernsthaft behauptet alles sei gut.

Jetzt, am kommenden Samstag können Interessierte es bei uns in Lingen einen Vortrag hören:

Bienen in Garten, Feld und auf dem Balkon
Kies-Beet oder Bienen?
Lingen (Ems) – Heimathaus, Schepsdorf
Sa 9. Febr. – 15.00 Uhr
kein Eintritt

Wilfried Bollo, Imker und Gartenberater, spricht im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Lingen im Verband Wohneigentum Niedersachsen (VWE) darüber, wie sich die Lebensbedingungen für Bienen und andere Insekten dramatisch verschlechtert haben. Seine Forderung: „In unserem eigenen Interesse sollten wir uns dem Prozess entgegenstellen.“ Der Fachmann stellt praktische Hilfen vor, mit denen das Leben der kleinen Helfer gesichert werden kann. jede/r kann damit für sich selbst Gutes tun.

Nach dem knapp einstündigen Vortrag und einer Kaffeepause beginnt die Jahresmitgliederversammlung der Kreisgruppe Lingen im Verband-Wohneigentum Niedersachsen, zu der alle Mitglieder herzlich eingeladen sind. Der Verband mit dem nicht sehr bekannten, sperrigen Namen hieß früher übrigen Deutscher Siedlerbund. Vor fast genau 100 Jahren wurde er in Dresden als Freie Arbeitergemeinschaft für Kriegersiedlung e. V. und wollte Kriegsteilnehmern, deren Hinterbliebenen und Angehörigen die Möglichkeit des Siedelns und die eigenen vier Wände ermöglichen.

(Foto: André Karwath (Aka) Rote Mauerbiene CC BY-SA 2.5)

Neonicotinoide

19. Mai 2017

Gestern hat Gerhard Hinze, Aktivist des NABU, 5.000 gesammelte Unterschriften aus dem Emsland gegen den Einsatz von Neonicotinoide im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaftin Berlin übergeben. Mit sechs Mitstreitern war in seinem VW-Bulli den Weg nach Berlin gefahren, vollbepackt mit Transparenten, Postern und Collagen sowie den knapp 5.000 Unterschriften.

Neonicotinoide gehören zur Gruppe hochwirksamer Insektizide. Die Stoffklasse der Neonicotinoide wurde erstmals 2008 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Damals löste der Pestizidwirkstoff Clothianidin am Oberrhein ein Bienensterben aus, dem damals rund 12.000 Bienenvölker zum Opfer fielen.

Die Wirkstoffe greifen das zentrale Nervensystem der Insekten an, indem sie die Reizübertragung blockieren. Die Nervengifte werden meistens nicht direkt auf den Acker gespritzt, sondern als Beizmittel und zur Bodenbehandlung eingesetzt. Die Insekten sterben durch das Nervengift nicht sofort, aber sie verlieren ihr Orientierungsvermögen, ihr Gedächtnis ist gestört und ihr Immunsystem wird geschwächt. In der Folge finden die Bienen zum einen nicht mehr zu ihrem Stock zurück, zum anderen werden sie anfälliger für andere Krankheiten, beispielsweise für die Varroa Milbe. Dies kann in der Folge ein gesamtes Bienenvolk auslöschen.

Neue wissenschaftliche Studien belegen zudem, dass die Pestizide für das Vogelsterben in der Agrarlandschaft mitverantwortlich sind. Mit dem Rückgang der Artenvielfalt und vor allem der Anzahl der Individuen fällt natürlich auch die darauf aufbauende Nahrungskette zusammen. Davon sind im nächsten Schritt vor allem die Vögel in der Agrarlandschaft betroffen. Sterben die Insekten, finden die Vögel keine Nahrung mehr.

Neonicotinoide sind wasserlöslich und schwer abbaubar. Das Gift reichert sich auf diese Weise im Boden und in Sedimenten an, wird dort ausgewaschen und gelangt so in die Oberflächengewässer.

(Foto. Bienensterben, © Der Schwalbenhof)