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Die Stadtwerke Lingen suchen für ihren technischen Geschäftsführer einen Nachfolger. Arno Ester geht nämlich im kommenden Jahr nach vielen Jahren an der Spitze des kommunalen Unternehmens in Pension. Gesucht wird mit Hilfe einer renommierten Personalberatung. Das lässt hoffen, dass der Nachfolger „(m/w)“ die Qualität des Stelleninhabers erreichen kann und wird.

Geht’s noch?!

8. Februar 2014

Heute wollen ab 10 Uhr einige Engagierte den seit 15 Jahren gesperrten und entsprechend verwahrlosten Lingener Parkhügel entrümpeln und optisch instand setzen. Das ist eine gute, verdienstvolle Idee, die man nur unterstützen kann. Nicht so die Verwaltung unseres Städtchens. Deren Pressesprecherin erklärte kurz vor íhrem Wochenende, „aus versicherungsrechtlichen Gründen“ dürften die Aktivisten den Parkhügel nicht betreten.

Hallo Leute, geht’s noch? Soll die Aufräumbrigade über den Parkhügel fliegen?

Liebe Stadtverwaltung,
Ihr hattet eine Woche Zeit, die angeblichen „verkehrsicherungsrechtlichen Gründe“ zu klären. Wie das geht, kann Euch jeder lokale Versicherungsmakler in einer Minute sagen. Oder die Leute, die die Landschaftssäuberungsaktion alljährlich durchführen. Warum macht Ihr also Eure Arbeit nicht und setzt jetzt neben den gestreckten Zeigefinger wohlfeil-irritierende Worte in die Welt? Man kann nur hoffen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger nicht irritieren lassen.

Denn mehr zu den „verkehrsicherungsrechtlichen“ oder versicherungsrechtlichen Gründen“ übrigens hier. Und ein Satz des Ex-Ministerpräsidenten Christian Wulff, den sich die besoldeten Bedenkenträger ausdrucken, ausschneiden und auf die wöchentliche Agenda kleben können:

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ps Was überhaupt redet unsere Stadtverwaltung in die Sache rein? Der Stadt gehört der Parkhügel nämlich gar nicht. Er steht im Eigentum der rechtlich selbständigen Wirtschaftsbetriebe Lingen GmbH. Deren Geschäftsführer Arno Ester soll von der Entrümpelungsaktion begeistert sein. Nun, dann wird er auch die „ver(kehrs)sicherungsrechtliche Gründe“ behoben haben. Oder, Arno?

Schön

4. Februar 2014

ParkhügelMitinitiatorin Heike KunterBund schreibt auf Facebook: „Ich habe das vorhin schon in einer anderen Gruppe gepostet und gebe das hier gerne noch mal zum Besten. Das Gerücht, dass der Parkhügel weg soll,  gibt es schon so lange, wie es die Mall gibt. Richtig ist, dass es mal der Kiffer-Hügel war, aber muss er es bleiben?“

Der Zustand des einst als großartiges Zeugnis städtischer Baukultur gefeierten Parkhügels an der Poststraße ist in der Tat heute -sagen wir- ausgesprochen naturbelassen. Das aber soll sich jetzt ändern. Mit Unterstützung des Eigentümers (Wirtschaftsbetriebe Lingen GmbH) wollen Aktivisten aus der Facebook-Gruppe „Du weißt, Du kommst aus Lingen (Ems), wenn…“ am kommenden Samstag (8. Feb) anpacken und aufräumen. Ab 10 Uhr vormittags soll es  Dreck und Gestrüpp des Parkhügels an den Kragen gehen. Für Getränke und Verpflegung ist gesorgt, lese ich und höre, dass Wirtschaftsbetriebe Lingen-Geschäftsführer Arno Ester ganz begeistert sei. Derweil prüft sogar der städtische Bauhof, ob für die Aufräumaktion der Parkhügel von den agilen Lingener Jungtürken betreten werden kann, die ihn in Schuss bringen wollen.

Die Rutsche soll also wieder glänzen und von Jung und Alt genutzt werden.  Der Lingener Parkhügel wird schön – so der Programmsatz der neuen Facebookgruppe, die sich nach dem sonntäglichen Beginn der Diskussion gestern gründete. Knapp 100 Aktivisten sind inzwischen dabei. Das kann tatsächlich was werden.

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Irritierend

23. November 2009

Während Bündnis’90/Die Grünen einen besonders wichtigen (und überfälligen) Antrag in die Beratung des Lingener Rates eingebracht haben (mehr…und zur Erinnerung), hat mich ein Text der Lokalpresse irritiert und ich habe ihn zwei Mal lesen müssen. Zunächst hatte ich den Bericht über ein Interview mit den Stadtwerkechefs Arno Ester und Ulrich Boss so verstanden, dass die Strompreise der Lingener Stadtwerke um 70 Euro steigen, hieß es doch:

70 Euro mehr für Strom

Die Entlastung für unsere Kunden bei den Strompreisen wird im kommenden Jahr geringer ausfallen als erwartet. Die Verbraucher müssen sich ab Januar 2010 mit 2,047 Cent je Kilowattstunde an einer bundeseinheitlichen Umlage für die Förderung sauberer Energien beteiligen. Für einen durchschnittlichen Lingener Haushalt bedeutet das rund 70 Euro netto an Mehrkosten im Jahr.“

Stabil bleibt der Strompreis für die Lingener im kommenden Jahr, obwohl die Preise für Strom durch eine Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) um etwa 75 Prozent geklettert sind. Das erklärten Arno Ester und Ulrich Boss, beide Geschäftsführer der Stadtwerke Lingen, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. (mehr…)

Was ist also los? Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt die Vergütung für Strom aus regenerativen Quellen. Die Mehrkosten für Strom aus Sonnenenergie, Windkraft, Bioenergie, kleinen Wasserkraftwerken und Erdwärme werden mittels einer Umlage von allen Stromkunden bezahlt. Die so genannte EEG-Umlage ist die Differenz zwischen den Vergütungskosten für EEG-Strom und dem Börsenpreis für herkömmlichen Strom. Sie wird nach einer Prognose der großen Energieversorgungsunternehmen von ca. 1,1 Cent pro Kilowattstunde in diesem Jahr auf rund 2 Cent im Jahr 2010 ansteigen.

Dieser Anstieg hat nach Angaben des Verbandes Erneuerbarer Energien im Wesentlichen drei Gründe:

1.) Aufgrund der Wirtschaftskrise ist 2009 die Stromnachfrage und damit der Strompreis an der Börse gesunken. Die Differenzkosten zwischen herkömmlich erzeugtem Strom einerseits und nach EEG vergütetem Strom andererseits wurden dadurch größer. Außerdem verteilt sich die EEG-Umlage auf einen geringeren Gesamtstromabsatz. Sobald jedoch die Wirtschaft wieder Tritt fasst und Strom wieder stärker nachgefragt wird, reduzieren sich die Differenzkosten und die EEG-Umlage sinkt.

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2.) Durch eine neue Ausgleichsmechanismusverordnung, die ab 2010 in Kraft tritt, werden Bestandteile des Strompreises schlicht umgeschichtet: Waren bislang mit dem EEG-Strom verbundene Netzdienstleistungen Teil der Netzentgelte, so werden diese Kosten künftig über die EEG-Umlage abgerechnet. Diese wird auf der Stromrechnung der „nichtprivilegierten Letztverbraucher“, das sind v. a. Haushalte und mittelständische Unternehmen, gesondert ausgewiesen. Durch die Entlastung der Netzentgelte müsste auch der Strompreis entsprechend sinken. Bislang hat jedoch kein Stromversorger erklärt, diese reduzierten Netzentgelte an seine Kunden weitergeben zu wollen.

3.) Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird auch im Jahr 2010 dynamisch weitergehen. Obgleich die garantierte Vergütung je eingespeister Kilowattstunde EEG-Strom für neue Anlagen Jahr für Jahr sinkt („Degression“), wird sich die EEG-Umlage noch ca. bis ins Jahr 2014 leicht nach oben entwickeln, bevor sie anschließend deutlich abnimmt. Dies prognostiziert z. B. die Studie „Stromversorgung 2020“ der Agentur für Erneuerbare Energien und des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE).

„Aus volkswirtschaftlicher und klimaschutzpolitischer Sicht ist das Wachstum der Erneuerbaren Energien sehr zu begrüßen“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Schließlich überwiegen die Kosteneinsparungen für vermiedene Brennstoffimporte sowie Umwelt- und Klimaschäden die EEG-Umlagekosten bei weitem.“

Mayer kritisiert in diesem Zusammenhang die Strompreiserhöhungen mehrerer Energieversorger, die sich auf die gestiegene EEG-Umlage berufen: „Die Erneuerbaren Energien taugen nicht als Sündenbock für Strompreiserhöhungen. Was bei der EEG-Umlage steigt, sinkt gleichzeitig bei den Netzentgelten. Wer unter Verweis auf die EEG-Umlage die Strompreise massiv erhöht, gleichzeitig aber günstigere Beschaffungskosten an der Strombörse und sinkende Netzentgelte nicht an die Kunden weitergibt, spielt mit falschen Karten.“

Soweit die Information der EEG-Vertreter. Also mein vorläufiges Fazit:
Die Stadtwerke erhöhen die Preise nicht. Warum sie sie trotz deutlich günstigerer Beschaffungs- und Netzkosten nicht senken, weiß ich nicht; das wird nur in den Gremien der Stadtwerke hinter verschlossenen Türen dargestellt. Aber ich weiß, dass zB die Kosten der atomaren Endlagerung für den „herkömmlichen Strom“ -wie es Arno Ester und Ulrich Boss im Interview (nur) für die Erneuerbaren Energien erklärt haben- tatsächlich „von allen bezahlt“ werden – dauerhaft, also in dieser Generation und der nächsten und der nächsten und der nächsten und der nächsten und der nächsten und der nächsten und …. Da zahle ich gern für erneuerbare Energien und ertrage auch nicht ganz vollständige Interviews.

Übrigens, liebe Stadtwerke-Geschäftsführung, so ein ganz großer PR-Knaller war Euer Interview über die Preiserhöhung, die nur eine indirekte ist, wirklich nicht. Da wäre es besser, wenn meine Stadtwerke mehr für erneuerbare Energien täten. Gab es nicht einmal den Plan, in Hanekenfähr ein Wasserkraftwerk zu bauen? Damit könnte man doch nach 15 Jahren endlich mal loslegen. Oder anlässlich der Renovierung Sonnenenergiemodule auf die Eisenbahnhalle I/II zu setzen, wäre doch auch eine Idee.

Und ansonsten: Axel Hingst, übernehmen Sie!

(Foto © Tim-Heinrich Noll, pixelio)