Der durchschnittliche Mietpreis steigt in den Niederlanden überall, aber vor allem in mittelgroßen Städten ‒ außerhalb des Ballungsgebietes der Randstad ‒ wird ein Rekordhoch erreicht. Das ergibt sich aus Zahlen von Pararius, der laut eigener Aussage größten Website für Mietwohnungen in den Niederlanden. Die Website veröffentlichte Zahlen über das erste Quartal des Jahres 2018, in dem im Schnitt ein Anstieg des Mietpreises um 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr  zu verzeichnen war.

Die Mietpreise stiegen vor allem in Apeldoorn, Almere, Amersfoort und Tilburg. Auch in Leiden, Nimwegen und Enschede war die Miete mindestens 8 Prozent teurer als zuvor. Pararius beruft sich dabei auf 10.671 Wohnungen, die im letzten Quartal über ihre Website vermietet wurden. Der höchste Anstieg wurde in Zoetermeer (Provinz Südholland) festgestellt, wo der Mietpreis um 20,8 Prozent auf 11,50 Euro pro Quadratmeter stieg. Laut Pararius sei die zentrale Lage der Gemeinde hierfür verantwortlich, da viele Pendler aus Leiden, Den Haag und Rotterdam hierhin ziehen.

Insgesamt  ist es aber immer noch teurer, in der Randstad zu wohnen, als außerhalb dieses Ballungsgebietes. Die Preise in Gemeinden außerhalb der Randstad steigen aber deutlich schneller. In Amsterdam stiegen die durchschnittlichen Mietpreise beispielsweise um 2,2 Prozent auf 22,48 Euro. In Utrecht, der zweitteuersten Stadt, bezahlen Mieter etwas mehr als 16 Euro pro Quadratmeter. Rotterdam und Den Haag haben vergleichbare Preise.

Der Geschäftsführer von Pararius, Jasper de Groot, glaubt aber nicht, dass in den mittelgroßen Städten dasselbe Preisniveau erreicht werden wird, wie in der Randstad, da die Nachfrage in den großen Städten höher ist. Die Mietpreise werden ihm zufolge in den kommenden Monaten aber weiter steigen, bis sie eine Höchstgrenze erreichen: „Es gibt einen begrenzten Betrag, den Mieter bezahlen können. Wenn die Preise in die Nähe dieser Grenze kommen, ebbt die Preissteigerung automatisch ab. In den mittelgroßen Städten ist eine solche Mietgrenze noch lange nicht erreicht.“

Mieter, die wegen der hohen Mieten aus der Randstad wegziehen, treiben somit die Mieten im Rest des Landes hoch, so De Groot. Das sei zum Beispiel der Grund für den hohen Mietpreisanstieg in Almere, da viele Niederländer aus Amsterdam hierhin ziehen.

Die steigenden Preise zeigen laut Pararius, dass der Wohnungsmarkt immer noch unter Druck steht. Schätzungen ergeben, dass bis zum Jahr 2020 die Wohnungsknappheit weiter zunimmt und circa 83.000 Wohnungen fehlen werden. In der Theorie ist der Bau neuer Wohnungen zwar die Lösung, in der Praxis gestaltet sich das allerdings komplizierter, so De Groot. So würden einerseits Baugenehmigungen noch deutlich zu langsam erteilt werden, andererseits würden Bauunternehmer mit hohen Personalkosten und einem Mangel an Baumaterial kämpfen. Die Wohnungsknappheit konzentriert sich darüber hinaus auf den Ballungsraum der großen Städte und der Randstadsregion, wo aufgrund von fehlendem Baugrund Neubauten schlichtweg nicht möglich sind.

(ein Bericht von Niederlandenet)

Oranier-Fahrradroute

30. April 2013

Bildschirmfoto 2013-04-29 um 23.49.13Seit der letzten Woche können Touristen im Grenzgebiet die Geschichte des Hauses Oranje-Nassau auf dem Fahrrad erleben. Am vergangenen Donnerstag eröffnete die  Prinzessin Margriet der Niederlande auf dem Landgut Warmelo in Diepenheim bei Enschede die Fahrradroute.  Dabei überreichten  u.a. zwei Kivelinge das erste Tourenbuch  der niederländischen Prinzessin. Die Oranier-Fahrradroute knüpft ein 230 Kilometer langes Band, das die vier Städte Lingen, Bad Bentheim, Diepenheim und Apeldoorn miteinander verbindet.

Auch Lingen  („cultureel centrum van het Emsland“) erinnert an das niederländische Königshaus Oranje-Nassau. Noch immer spiegelt sich diese Blütezeit in Gebäuden und  Architektur der Innenstadt wieder. Im Jahr 1697 sorgte Willem III.  dafür, dass Lingen eine Hochschule mit vier Fakultäten erhielt, liest man in den Veröffentlichungen. Dass die Autoren dann etwas übertreiben und unserm Städtchen gleich ein „internationaal gerenommeerde theater“ zusprechen und das Altstadtfest im September gar als jährlichen Höhepunkt preisen – geschenkt.

Der Radweg nach Apeldoorn beginnt jedenfalls am Rathaus in Lingen, dem eine Fahrradstation gut täte, bei dem Radfahrer Luft auf die Reifen pumpen können. Dann führt er  durch die Elberger Slipse und entlang des Ems-Vechte-Kanals bis nach Nordhorn. Die folgende Station ist Bad Bentheim. Hat man danach die deutsch-niederländische Grenze überschritten, gelangt man nach Diepenheim mit seinem  Schloss Warmelo. Das letzte Stück führt nach Apeldoorn, wo die Route endet.

An der Radstrecke befinden sich „reichlich Informationsschilder“, die auf die historische Verbindung der Städte zum Königshaus der Niederlande hinweisen.  „Hör-Säulen“ bieten Audio-Informationen und Smartphone-Benutzer können speziell entwickelte Apps herunterladen.

Finanziert wird das Projekt zur Hälfte durch Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. Weitere Zuschüsse kamen von der Provinz Overijssel, den Gemeinden Apeldoorn, Brummen, Hof van Twente und der Stadt Bad Bentheim. Der Verein Lingen Wirtschaft und Touristik (LWT) und die Emsländische wie die Grafschafter  Sparkassenstiftung zahlten ebenfalls. Das Projektmanagement der Euregio in Gronau begleitet das Projekt.

Der neu vorgestellte Fahrradweg bildet übrigens nur einen kleinen Teil der Oranierroute. Diese ist eine ca. 2.600 Kilometer lange Autoroute, die von Amsterdam aus durch die Niederlande und Nord- und Mitteldeutschland führt. In den Niederlanden und in neun deutschen Bundesländern kann man von Westfalen bis nach Berlin und Dillenburg die Geschichte des Hauses Oranje-Nassau verfolgen.

 

(Quelle)