platzte

21. November 2014

Aus dem heutigen Lawblog:

„Vor dem Landgericht Landshut wird gegen die mutmaßlich emsigsten Abofallen-Betreiber aller Zeiten verhandelt. Beziehungsweise wurde verhandelt. Denn der Prozess, in dem auch der frühere Inkassoanwalt Olaf T[ank aus Osnabrück] angeklagt ist, platzte nun nach 12 Verhandlungstagen.

Das Gericht hält die Anklage derzeit wohl nicht für sonderlich tragfähig. Es gebe erheblichen Nachermittlungsbedarf, sagte der Vorsitzende Richter laut Presseberichten. Insbesondere ist wohl bislang nur schlampig dokumentiert, wie die vermeintlichen Abofallen optisch gestaltet waren. Obwohl es mehr als 100 Landingpages gegeben habe, seien nur vier in der Ermittlungsakte dokumentiert.

Den früheren Verantwortlichen der Antassia GmbH sowie dem Juristen wird vorgeworfen, insgesamt 3,5 Millionen Euro ergaunert zu haben. Vor allem über die Seite “top-of-software.de”. Wann der Prozess neu aufgerollt wird, ist unklar. Auch in Darmstadt soll ein Verfahren wegen anderer Abzockseiten gegen die Verantwortlichen laufen.“

Grenzweg 39

5. Januar 2011

Neues aus der Reggion, genauer aus dem Oberzentrum Osnabrück:  Dort schließt Rechtsanwalt Olaf Tank seine „Kanzlei für Forderungseinzug & Forderungsmanagement“ (Logo re.). Jahrelang betrieb Tank ein einträgliches Inkasso für dubios-betrügerische Internetfirmen, die durch einfachen Mausklick  Besuchern ihrer Seiten überteuerte Online-Abonnements andrehten. Wurde nicht gezahlt, trat Inkassoanwalt Tank auf den Plan, schickte anwaltliche  Mahnschreiben und drohte: Mit gerichtlicher Durchsetzung und anschließender Zwangsvollstreckung. In zehntausenden von Fällen reichte das, um mühelos das Geld beizutreiben. So erreichte Tank die „Champions League der Abzock-Anwälte“, wie Internet-Anwaltikone Udo Vetter ihn titulierte.

Schon seit Mitte Dezember informiert Tank per automatisch generierter E-Mail, „dass wir unsere Mandate für die Redcio OHG, die Content Services Ltd. und die Antassia GmbH niedergelegt haben.“ Die genannten Unternehmen sind die Hauptabzocker, denen sich Tank als Inkassoanwalt verschrieben hatte. Deshalb sieht er sich inzwischen mit mehr als 4000 Strafanzeigen wegen gewerbsmäßigen Betruges und Beihilfe dazu konfrontiert. Allein bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück am Kollegienwall liegen rund 3000 Anzeigen gegen den Rechtsanwalt vor.

Das Konvolut führte unlängst zu einer Durchsuchung von Tanks Kanzlei und Wohnung und die strafrechtliche Verfolgung ist -vermute ich- wohl auch die Ursache für den Tank’schen Entschluss, jetzt seine Inkassokanzlei im Osnabrücker im Gewerbegebiet Hellern zu schließen, wie die Neue OZ am Mittwoch meldete.

Ich frag Sie einfach mal. Was meinen Sie?
Sind etwa die von einer Sprecherin Tanks bemühten „sehr privaten Gründe“ für die Kanzleischließung letztlich nur Ausdruck , sich mit ganz persönlichem  „Forderungsmanagement“ von den Einrichtungen Grenzweg 39 oder Kaiserstraße 5 in unserem Städtchen fernzuhalten?