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Anhörbefehl…

Kampagne

2. Juli 2021

Fehler im Lebenslauf und mögliche Plagiate in ihrem Buch machen Grünen-Kandidatin Baerbock im Wahlkampf zu schaffen. Offenbar wurden Plagiatsjäger gezielt auf sie angesetzt.

Martin Heidingsfelder ist gerade beim Abschlag an Loch sechs eines Golfplatzes, als sein Telefon klingelt. Der Anrufer hat ein Angebot. Der Plagiatsjäger hat sich einen Namen damit gemacht, auch gegen Bezahlung mögliche Ungereimtheiten und Falschangaben in Lebensläufen und wissenschaftlichen Arbeiten von Politikern aufzuspüren. An diesem Tag Anfang Mai ruft ihn ein alter Bekannter an. Das Gespräch, so schildert er es t-online rückblickend, dauert eine Weile. Er sucht sich eine Bank, setzt sich und hört zu.

Der Mann will Heidingsfelder für eine Kampagne gegen die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gewinnen.

Vermeintliche Enthüllungen setzen die Parteivorsitzende und Spitzenkandidatin mittlerweile seit Wochen unter Druck. Nach einem monatelangen Höhenflug der Grünen haben sich die schlechten Schlagzeilen, so scheint es, inzwischen auf die Umfragen ausgewirkt. Die Hoffnungen der Partei, im September stärkste Fraktion im Bundestag zu werden, schwinden zunehmend. Die Parteizentrale wittert „Rufmord“ gegen die einzige Frau unter den aussichtsreichen Bewerbern und hat sogar einen Medienanwalt engagiert.

Bislang hieß es, der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber habe in Eigeninitiative Baerbocks Lebenslauf und Buch untersucht. Recherchen von t-online legen nun etwas anderes nahe: dass eine politisch motivierte Gruppe gezielt der Kandidatin schaden will und dafür auf die Suche nach professionellen Plagiatsjägern ging. Während Heidingsfelder das Angebot nach eigenen Angaben ablehnte, begann Weber offenkundig im etwa gleichen Zeitraum zu recherchieren. Auf eine Anfrage von t-online dazu reagierte er zunächst nicht. Er meldete sich dann nach Erscheinen dieses Textes, er habe die Anfrage übersehen. (mehr…)

Stattdessen gab er am Mittwoch zunächst – wenige Stunden, nachdem er die Anfrage von t-online erhalten hatte – eine Pressemitteilung heraus, in der er neue Vorwürfe zum Buch erhob und betonte: „Im Fall Baerbock prüfe ich aus Eigeninteresse und ohne Bezahlauftrag.“ Die Worte „ohne Bezahlauftrag“ hob er dabei durch Fettung besonders hervor. „Ich habe auch keinen Auftraggeber, mit dem vereinbart worden wäre, genau dies zu behaupten: nämlich, dass es keinen Auftrag gäbe. Das erkläre ich hiermit an Eides statt.“ Genau danach hatte t-online gefragt.

Dass Weber derart betont, nicht für die Arbeit bezahlt zu werden, ohne konkret darauf einzugehen, wie er auf das Thema aufmerksam wurde, ist zumindest bemerkenswert. Denn Plagiatsjäger Heidingsfelder, der als Gründer der Rechercheplattform „VroniPlag“ bekannt wurde, ist in seinen Schilderungen im Gespräch mit t-online bemerkenswert detailreich. Sie betreffen auch Weber.nen“

Es handele sich bei den mutmaßlichen Initiatoren um eine kleine Gruppe. Der Anrufer, dessen Identität er nicht preisgeben will, sei ein früherer Sozialdemokrat, den er seit einigen Jahren kenne. „Nach meinem persönlichen Eindruck kommen die eher aus dem rechten Lager, sind aber nicht parteigebunden.“ Es seien seiner Meinung nach jedenfalls „Leute, die Kampagnen starten können“.

Es gehe dem Anrufer zufolge nicht gegen die Grünen an sich, aber…

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Foto: CC s. CoViD-Archiv v. 19.4.20