Anklam

27. August 2016

Flagge

22. Dezember 2012

jumuensterWenn man sich wie die CDU rüber nach rechts rummelt, gibt es bisweilen arg rechte Probleme. Gerade noch im vorpommerschen Anklam und jetzt bei der Jungen Union im benachbarten Münster, die Flagge zeigt. Und zwar gleich zweimal. Die eine hat’s in sich. Die Ruhrbarone wissen dazu:

„Die Junge Union Münster ist in Erklärungsnot. Stein des Anstoßes sind Fotos, die der Jugendverband der CDU von seiner letzten Weihnachtsfeier im Internet veröffentlicht hat. Darauf ist zu sehen, wie die Jungunionisten vor einer Schwarz-Weiß-Roten Flagge posieren. Diese ist vor allem bei Neonazis sehr beliebt. Ab 1867 war sie die Flagge des Norddeutschen Bundes. Von 1871 bis 1919, sowie ab 1933 in Nazideutschland waren Schwarz, Weiß und Rot die Reichsfarben des Deutschen Reiches. Nach der „Machtergreifung” der Nationalsozialisten verfügte Reichspräsident Paul von Hindenburg in einem Erlass:

„Am heutigen Tage, an dem in ganz Deutschland die alten schwarz-weiß-roten Fahnen zu Ehren unserer Gefallenen auf Halbmast wehen, bestimme ich, daß vom morgigen Tage bis zur endgültigen Regelung der Reichsfarben die schwarz-weiß-rote Fahne und die Hakenkreuzflagge gemeinsam zu hissen sind.“

Heute tragen Neonazis diese Flagge wieder, da das Tragen der ebenfalls Schwarz-Weiß-Roten Hakenkreuzflagge verboten ist.

Die Junge Union Münster rechtfertigt sich…“ weiterlesen… →

Nachtrag (polemisch!) vom 22.12.

Bildschirmfoto 2012-12-22 um 22.57.51

Anklam

8. Oktober 2010

Die Wochenzeitschrift DIE ZEIT enthielt in der letzten Woche ein spannendes Dossier über den Bürgermeister von Anklam. Michael Galander (Wahlplakat, re.) ist in Schüttorf geboren, wuchs in Suddendorf auf und war vor 20 Jahren in Lingen und war jahrelang Verkäufer des inzwischen geschlossenen Lingener Fotolabors colibri. 1992 ging er in die neuen Bundesländer, arbeitete dort zwei Jahre für die Fa Middendorp (Emsbüren) bevor er sich mit dem Hoch- und Tiefbauunternehmen  T & N Bau selbständig machte.

Vor acht Jahren wurde er, gerade 32 Jahre alt,  mit rund 57 % der Stimmen zum Bürgermeister Anklams gewählt, dem Tor zur Ferieninsel Usedom. 2008 wurde er dann suspendiert, weil man ihm Unregelmäßigkeiten vorwarf. Galander muss wegen der Vorwürfe, die zur Suspendierung führten, jetzt entgegen einer früheren Entscheidung des Landgerichts doch noch vor Gericht. Dies hat das (übrigens 2010 immer noch internetseitenfreie) Oberlandesgericht Rostock auf eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft beschlossen (mehr…). Ende April dieses Jahres wählten ihn die Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt des Landkreises Ostvorpommern trotzdem erneut zu ihrem Bürgermeister. Diesmal gleich mit Zweidrittel der abgegebenen Stimmen. Bei der denkwürdigen 2009 vorhergehenden Kommunalwahl holte aber auch die NPD acht Stimmen mehr als die SPD – für beide Parteien gab es zwei Sitze im Rat, in dem die Wählergemeinschaft „Initiativen für Anklam“, der auch Galander angehört, mit ihm 10 von 27 Sitzen einnimmt.

Galander bekämpft zwar die die NPD, aber er benimmt sich zugleich in Anklam, schreibt DIE ZEIT,  wie ein Alleinherrscher, „verschenkt Einkaufsgutscheine, beschimpft die lokale Politik und verehrt Wladimir Putin“. Mehr über die Eigenheiten dieses Bürgermeisters, den es aus dem Emsland in den Osten zog, finden Sie  hier.

(Foto re: Michael Gallander © lfA, M. Hauptmann)