re:publica ’19

28. April 2019

Europas größte Konferenz rund um Digitalisierung und Internet findet vom 6. bis 8. Mai 2019 in Berlin statt und wir können uns auf ein umfangreiches und vielfältiges Programm freuen. Für alle netzpolitisch Interessierten möchten wir hier noch einmal einen strukturierten Überblick über das Programm rund um unsere Themen geben.

Die re:publica, schreibt Markus Beckedahl auf netzpolitik.org, „ist mal 2007 als eine Art Nebenprojekt zu diesem Blog gestartet und seitdem gestalte ich jedes Jahr das Programm mit. Insgesamt erwartet die re:publica 2019 über 1000 Sprecher:innen in über 600 Sessions auf 500 Stunden Gesamtprogrammzeit. Und ein großer Teil davon behandelt Themen, die hier auch stattfinden oder stattfinden könnten. Deswegen geben wir hier noch einmal einen gesonderten Programmüberblick rund um netzpolitische Themen.“ Das Besondere in diesem Jahr ist zweifellos die Eröffnung der Digitalkonferenz. Kein Geringerer als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet die viertägige Zusammenkunft. Wow!

Hier ist eine kleine Auswahl der Höhepunkte dieser re:publica 2019:

Mit netzpolitischen Beiträgen sind dieses Jahr unter anderem dabei: Frank-Walter Steinmeier, Sibylle Berg, Cory Doctorow, Francesca Bria, Frank Rieger, Kirsten Fiedler, Alexis Hope, Eben Moglen, Jeanette Hofmann, Mark Surman, Sarah Spiekermann, Andreas Mundt, Katarzyna Szymielewicz, Ulf Buermeyer, Alex Rosenblat, Audrey Tang, Sascha Lobo, Katharina Nocun, Peter Parycek, Julia Kloiber, Alexander Gerst und Frederike Kaltheuner.

Es gibt noch Tickets, alternativ kann man auch als „helping hand“ mitmachen und dafür kostenlosen Eintritt erhalten. Das Programm auf den meisten Bühnen wird aufgezeichnet und im Anschluss online gestellt.

Wenn Euch interessiert, an welchen Talks und Diskussionen das erweiterte Redaktionsteam von netzpolitik.org teilnimmt: Dazu kommt noch ein eigener Artikel in den kommenden Tagen.

Markus Beckedahl: „Wir haben die netzpolitischen Talks und Debatten grob sortiert. Uns ist bewusst, dass die Einordnung in verschiedene Themenfelder in einigen Fällen zu Überschneidungen führen könnte. Auch haben wir sicherlich einzelne Talks übersehen, das Programm ist insgesamt viel umfangreicher.“

„Allgemeine Netzpolitik“: Hier gibt es einen Überblick über Sessions zu recht allgemeinen Themen der Netzpolitik und denjenigen, die nicht in die anderen Kategorien passten.

„Digitale Öffentlichkeit“: Hier sind Talks und Diskussionen rund um Medienwandel, Öffentlichkeit und und Plattformen zusammengefasst. Das Highlight ist hier definitiv das Gespräch unseres EU-Korrespondenten Alexander Fanta mit der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

„Künstliche Intelligenz“ gibt einen Überblick über das Programm zu Künstlicher Intelligenz und Algorithmischen Entscheidungssystemen.

„Urheberrecht“: Natürlich ist auf der re:publica auch die EU-Urheberrechtsreform und einer Wissenspolitik traditionell ein Thema. Hier gibt es u.a. ein Gespräch zwischen dem EU-Abgeordneten Axel Voss und mir zur Urheberrechtsreform.

„Datenschutz und Datennutzung“: Gibt einen Überblick zu den Talks und Diskussionen, die sich etwa mit den Datenschutz, Privatsphäre, aber auch Datennutzen beschäftigen.

Mehr und weiter…

„unproblematisch“

8. April 2016

NOZ

Keine Einwände hat das Bundeskartellamt gegen die Übernahme der in Flensburg ansässigen medienholding: Nord-Gruppe durch die NOZ Mediengruppe aus Osnabrück. Da es keine Überschneidungen der Tätigkeitsgebiete der beiden Zeitungsgruppen gebe, sei der Zusammenschluss unproblematisch. Damit übernimmt das CDU-nahe Blatt unter anderem das „Flensburger Tageblatt“ sowie die „Schweriner Volkszeitung“ und steigt so in den Kreis der zehn größten Zeitungsverlage in Deutschland auf. Die tägliche Auflage aller Zeitungen der NOZ Mediengruppe erhöht sich von 175.000 auf mehr als 450.000 Exemplare.

 „Ungeachtet der wirtschaftlichen Bedeutung und der Höhe der betroffenen Auflage war der Zusammenschluss wettbewerblich unproblematisch“, erläuterte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, die Entscheidung der Berliner Wettbewerbshüter. „Unsere Ermittlungen haben ergeben, dass es keine Überschneidungen zwischen den Tätigkeitsgebieten beider Verlagsgruppen gibt. Während sich die NOZ Mediengruppe auf Niedersachsen beschränkt, ist die MHN-Gruppe in Schleswig-Holstein und Mecklenburg Vorpommern aktiv. Dementsprechend war der Zusammenschluss freizugeben.“

In der Medienholding:Nord-Gruppe erscheinen 33 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 285.000 Exemplaren und mehr als 40 Anzeigenblätter mit einer Auflage von 3,4 Millionen. Zur Holding gehören unter anderem der SHZ Verlag in Flensburg, der A. Beig-Verlag in Pinneberg und der Zeitungsverlag Schwerin.

Der Verkauf sichere die Zukunft der Medienholding:Nord-Gruppe und die Fortführung aller Titel, hatte die NOZ-Mediengruppe unlängst bei der Ankündigung der Übernahme mitgeteilt. Weil es zwischen beiden Verbreitungsgebieten keine geografischen Überschneidungen gebe, würden die Verlags- und Druckstandorte weitergeführt. (Quelle)

Reaktionsverbundenheit

28. Februar 2012

Das ADAC Motorwelt Blog-Team widmet sich dem teuer Tanken im Lande. Am Montagmorgen bedankte es sich herzlich für die Meldungen der Kraftstoffpreisbeobachter am Wochenende. Es wusste: Das teuerste von ihnen gemeldete Super E10 gab es am Sonntag an der Aral-Tankstelle in der Georgstraße 48 in 49809 Lingen. Es kostete 1,659 Euro/Liter. Da war nicht nur ich dann auch herzlich bedankt. 5 km von der BP Raffinerie, die auch den ARAL-Konzern beliefert, der zu BP gehört, den teuersten E10-Sprit der Republik. Das hat schon was Ärgerlich-Pikantes!

Übrigens bittet der ADAC seine Kraftstoffpreisbeobachter, nur die Preise für Super E10 und Diesel zu melden. Alles weitere hier. Unser Bundeskartellamt übt sich derweil in oscarverdächtiger Flachanalyse: „Der Markt wird von fünf großen Mineralölkonzernen gemeinsam beherrscht, die sich gegenseitig wenig Wettbewerb machen“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt vor ein paar Tagen zur „Rheinische Post“. In diesem Oligopol seien die Konzerne in der Lage, Preissteigerungen im Großhandel an die Benzinverbraucher weiterzugeben. Das Kartellamt könne jedoch keine verbotenen Preisabsprachen nachweisen. Aber die Konzerne seien allein durch ihre „Reaktionsverbundenheit“ (das ist zweifellos das Unwort des Quartals) in der Lage, den Preiswettbewerb auszuschalten. Finden Sie nicht auch, dass diese Analyse der obersten deutschen Kartellbehörde ganz großes Kino ist?

Ähnlich kleinformatig wie die „Wettbewerbshüter“ denkt auch eine Initiative, deren Aktivisten „am 1. März nicht tanken“ wollen.  Rund 1,3 Mio Facebook-Nutzer sind angeblich dabei (bis jedenfalls die entsprechende facebook-Seite am letzten Freitag gelöscht wurde) und sie alle müssen jetzt entweder am 29. Februar oder am 02. März ihre Tanke ansteuern. Welch ein Mut zeichnet also diesen Boykottaufruf aus! Wir erkennen in ihm eine unheimlich konsequente, tiefgängige Aktion sozialen Ungehorsams, weshalb es auch schon gleich den nächsten Protestaufruf bei facebook gibt: Am 01.07.12 in ganz Deutschland kein Eis essen!

Findet ihr auch, dass der Eis-Preis alle Rekorde bricht? Dann macht mit und kauft diesen einen Tag kein Eis. Dieser eine Tag soll der Eis-Mafia die Macht der Konsumenten – nämlich unsere zeigen!

Also ärgert Euch mit mir spritmäßig weiter, Freunde! Ich muss dazu auch noch den ADAC  lobend erwähnen – harte Zeiten für kleine Blogger.