Tödden und Hollandgänger

23. Oktober 2018

Tödden und Hollandgänger
Ausstellung über Arbeitsmigration zwischen Deutschland und den Niederlanden
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 28 b
noch bis Sonntag, 3. Februar 2019
Dienstag – Sonntag 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr,
Weihnachten und Neujahr geschlossen

Erwachsene: 4,- €, Kinder: 2,- €
Mit dem 5-Musea-Ticket:  Erwachsene 3,- €  Kinder 1,5 €
Das 5-Musea-Ticket ist an der Museumskasse kostenlos erhältlich.

An das Schicksal der Hollandgänger, die einst als Wanderarbeiter zum Grasmähen und Torfstechen in die Niederlande ziehen mussten, erinnert eine neue Ausstellung im Lingener Emslandmuseum.

Unter dem Dach des „Geschichtsnetzwerks“ der Ems-Dollart-Region haben das Emslandmuseum und das Fries Landbouw-Museum in Leeuwarden gemeinsam eine Ausstellung zur Geschichte der Arbeitsmigration zwischen Deutschland und den Niederlanden produziert, die am vergangenen Sonntag im Lingener Museum eröffnet wurde.

Die Ausstellung zeigt insbesondere die Lebensverhältnisse der Hollandgänger, die als Saisonarbeiter ein kümmerliches Dasein fristen mussten, sowie die Geschäfte der „Tödden“, die als Wanderhändler in die Niederlande zogen und von denen es einige zu sagenhaftem Reichtum brachten.
Die beiden Ausstellungsmacher Dr. Andreas Eiynck aus Lingen (Ems) und Henk Dijkstra aus Leeuwarden erklären aber nicht nur die Ursachen und Hintergründe der einstigen Arbeitsmigration. Sie haben sich in der Heimatregion Emsland und in der Arbeitsregion Friesland auf die historische Spurensuche begeben und schildern die damaligen Geschehnisse am Beispiel konkreter Personen und Familien. Auf einem Bauernhof in Friesland wurden Briefe von emsländischen Hollandgängern aufbewahrt, die auch persönliche Kontakte zwischen den niederländischen Bauern und den deutschen Wanderarbeitern dokumentieren. Solche langjährigen Kontakte in die Niederlande hatten auch die Verwandten des Hollandgängers Knapp Gerd alias Gerd Kruis, die nach seiner Mordtat an einem Kameraden und der anschließenden Hinrichtung ihres Familienmitglieds allesamt in die Niederlande zogen. Bei den Nachfahren der einstigen Wanderhändler sind manchmal noch uralte Geschäftspapiere überliefert, die einen Eindruck vom Umfang der Handelsbeziehungen und dem Ablauf einer Handelssaison vermitteln. Besonders häufig wurden die Forscher dabei im einstigen Töddendorf Schapen fündig, aber auch in Beesten und Freren.
Die Ausstellung zeigt wichtige Reisestationen und authentische Reiseutensilien wie den letzten erhaltenen Wanderstab eines Lingener Hollandgängers, außerdem Andenkenstücke von der Saisonarbeit mit niederländischen Motiven und Inschriften sowie die typischen holländischen Tabaksdosen, die man im Rucksack oder in der Hosentasche leicht transportieren konnte. Bei den Hollandgängern wie bei den Wanderarbeitern war es damals sehr populär, Haus und Wohnung mit solchen Accessoires zu dekorieren und damit auf die weitreichenden Arbeitskontakte hinzuweisen. Sicher boten solche Stücke auch Anlass zu Gesprächen über Reiseerlebnisse und Erfahrungen in Holland, denn gerade für die jüngere Arbeitsmigranten war die Wanderarbeit immer auch ein Stück Abenteuer.
Ein Highlight der Ausstellung bilden die fast 400 Gold- und Silbermünzen, die kurz nach 1684 unter einem Töddenhaus in Schapen vergraben und 1969 bei Bauarbeiten zufällig entdeckt wurden. Im vergangenen Jahr gelang es nun endlich, den damaligen Besitzer des Schatzes zu ermitteln. Es war der unverheiratete und kinderlose Kaufmann Johann von Brandlegt, der damals auf dem Gelände der späteren Hüberts’schen Handelsschule wohnte und bei seinem Tod 1685 das Geheimnis des Schatzes mit in sein Grab nahm.
Die Ausstellung ist bis Anfang Februar 2019 im Emslandmuseum Lingen zu sehen und wird anschließend im Fries Landbouw-Museum in Leeuwarden präsentiert.

Inszenierung

18. Juni 2018

Die private Initiative von Heinrich Liesen, ein Rosemeyer-Museum und damit eine Gedenkstätte für ein SS-Mitglied, in Lingen zu eröffnen, gehört in den öffentlichen Diskurs – nicht hinter irgendwelche „Mauschelmauern“. Die aber errichtet gerade das Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) aus Motiven, die ich nicht kenne.

Heute findet nämlich ein erstes, ganz vertrauliches Treffen in den aufgeklärt-katholischen Hallen des Holthausener LWH statt. Das soll wohl dazu dienen, den vom Museumspaten Heinrich Liesen beauftragten und vergüteten  Professor Dr. Bernd Walter mit dem LWH-Akademiedirektor Dr. Michael Reitemeyer bekannt zu machen. Ebenfalls, so höre ich, seien dort der Initiator Heinrich Liesen und der Münchener Arzt und Rosemeyer-Sohn Bernd Rosemeyer jr. dabei – sowie -ganz sicher sind sich meine Quellen nicht-  auch der ehemalige Lingener Stadtarchivar Dr. Ludwig Remling, der bei dem nächsten, bereits für den 22. 6. anberaumten Treffen verhindert sei.  Von Anfang an ist auch LT-Mann Carsten von Bevern mit im Boot, wird sich aber zunächst zurückhalten. Das Ziel heute ist offenbar: Gemeinsam soll das Szenario für die größere Veranstaltung festgelegt werden.

Das heutige Treffen bereitet also eine freitägliche Zusammenkunft vor, die dann in knappen zwei Stunden den Rosemeyer-Museumsplan behandeln soll. Das Treffen am kommenden Freitag ist als nicht-öffentliches „Fachgespräch“ deklariert, und es wird anschließend einen großen Bericht in der LT-Lokalzeitung geben. Er soll jetzt bereits zwischen LT-Mann Carsten von Bevern und Museumsinitiator Heinrich Liesen abgestimmt sein. Tenor des Artikels: Liesens Museumskurator Professor Dr. Bernd Walter hat – sehr demokratisch – einen Entwurf für die Konzeption des Museums einem Kreis von ausgewiesenen Fachleuten sowie dem Forum Juden Christen vorgestellt. Mit diesen wurde Walters Entwurf eingehend erörtert. Die Hinweise, die Prof. Walter erhielt, werden sehr ernst genommen und  werden sich auch in der endgültigen Fassung der Konzeption niederschlagen  So ähnlich wird das der Zeitungsmacher mit dem Kürzel CvB schreiben und die LT es bringen.

Klar ist: Die -mit einer Ausnahme männlichen- Teilnehmer des  Fachgesprächs am 22.06. sind längst nicht alle auf Liesens Linie. Ich denke da an den Osnabrücker Prof. Dr. Christoph Rass, an den Lingener Stadtarchivar Dr. Mirco Crabus und Museumschef Dr. Andreas Eiynck. Bei den beiden letzteren stellt sich mir aber schon die Frage, mit welchem Mandat und in wessen Auftrag sie dort auftreten. Unsere Stadt hat doch eine verbindliche Beschlusslage dazu, dass es keine Zusammenarbeit geben wird. Ist die nicht zumindest für Dr. Crabus bindend?

Bei Teilnehmer Professor Dr. Hans-Ulrich Thamer (Münster) kann man sich der Position nicht sicher ein. Er hat sich zwar nicht geringe Verdienste bei der durchgeführten Umbenennung des Münsteraner Hindenburgplatzes in Schlossplatz erworben, ist aber andererseits langjähriger Wissenschaftsfreund von Liesens Aufragnehmer Prof. Walter. Der  Oldenburger Juniorprofessor Dr. Malte Thiessen (Oldenburg) müsste eigentlich auf Seiten der Gegner des Museums stehen; jedenfalls entsteht dieser Eindruck aufgrund einiger seiner Veröffentlichungen. Andererseits ist er der direkte Nachfolger von Prof. Walter beim LWL in Münster, und wer weiß schon, ob er diesem vielleicht wegen dieses schönen und lukrativen Jobs zu Dank verpflichtet ist? Die emsländische Museumschefin Dr. Andrea Kaltofen, einzige Frau in der Männer-Expertenrunde, ist eine Loyale, vor allem gegenüber dem Landkreis Emsland, ihrem Arbeitgeber. Sie wird sich im Zweifel vermutlich zurückhalten. Eingeladen ist auch Dr. Heribert Lange, der Sprecher des Forums Juden Christen im Altkreis Lingen. Das Forum lehnt die Rosemeyer-Gedenkstätte bekanntlich strikt ab.

LWH-Chef Dr. Michael Reitemeyer ist der „Moderator“ des Fachgesprächs. Er hatte ursprünglich vorgeschlagen, auch den Lingener Kommunikationswissenschaftler und Autor Christoph Frilling einzuladen. Dies haben jedoch die Herren Rosemeyer jr. und Liesen sinngemäß mit den  Worten abgelehnt: „Wenn der kommt, nehmen wir nicht teil.“

Alle genannten Fachleute sind bisher übrigens nur eingeladen. Ob sie tatsächlich am Freitag in’s LWH kommen, weiß ich nicht. Aber falls nicht, hat Museumsmacher Heinrich Liesen ja zumindest seinen guten Willen gezeigt. 😉

Heute stellt sich mir in erster Linie die Frage, ob Gegner des Museums überhaupt gut daran tun, an dieser Inszenierung teilzunehmen. Oder tappen sie da in eine aufgestellte PR-Falle und werden als Alibi eingesetzt. Jedenfalls sollten sie ernsthaft ihre Teilnahme auf den Prüfstand stellen, zumal wenn es im Vorfeld des 22. Juni ein erstes Treffen gibt, zu dem sie gar nicht eingeladen sind. Dasjenige heute zum Beispiel.

Gastgeber Michael Reitemeyer hat in seinem Einladungsschreiben für den 22. geschrieben, das LWH lade ein, weil es sich als „Plattform für die Diskussion aktueller gesellschaftspolitischer Fragestellungen verstehe. In diesem Sinne sei das LWH „neutraler Boden.“ Das ist ein ausgesprochen schräger Terminus, wie ich finde. Wenn es dann noch heißt, dass „gerade dieses Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden (sollte)– weil es ausgesprochen vielschichtig ist“, frage ich mich, was an einem von der NS-Propaganda instrumentalisiserten Sportler vielschichtig ist. Seine freiwillige SS-Mitgliedschaft kann es nicht sein.

Gerade in diesem Semester hält Professor Dr. Klaus Kocks eine Vorlesung zu dem Thema an der Hochschule Osabrück auf dem Campus Lingen. Bezeichnend ist es daher, dass auch dieser Mann als Teilnehmer von Initiator Heinrich Liesen abgelehnt wurde. Daneben stört aber vor allem eins: Es wird kein öffentlicher LWH-Akademieabend, sondern eine interne, eingemauerte Veranstaltung. Auf dieses interne „Experten“-Spektakel kann man daher gern verzichten.

Die aufgeklärte Bürgergesellschaft braucht keine solche Expertenrunde. Sie braucht in „Fliegenschiss“-Zeiten mehr denn je den öffentlichen Diskurs, damit die Initiatoren erkennen, was sie da mit ihrer Gedenkstätte anrichten. 

Nachtführung

2. Juni 2018

Nachtführung
Museumschef Andreas Eiynck zeigt Lingen bei Nacht
Lingen (Ems) – Treffpunkt Emslandmuseum
Mi, 6. Juni 2018 – 21:ßß Uhr

Eintritt: 2 €

„Lingen ist nicht nur eine Stadt voller Geschichte, sondern bot und bietet auch viel Unterhaltsames. Der Rundgang unter der Führung von Museumschef Andreas Eiynck (Foto) führt zu den Standorten einstiger Spelunken und Barbetriebe. Es werden Geschichten von Lichtspielhäusern und Theatersälen erzählt und es gibt Erinnerungen an frühere Kneipen und Diskotheken. Natürlich erfahren die Teilnehmer auch Geheimnisvolles und Spekatkuläres aus der Lingener Sagenwelt und von Lingener Originalen von anno dazumal.“

Schepsdorf – ein geschichtsträchtiges Pflaster
Eine Führung durch Lingens westlichsten Stadtteil
mit Andreas Eiynck
Lingen (Ems) – Dorfbrunnen am Heimathaus hinter der Alexanderkirche
Sa, 26.06.  – 16 Uhr
Kosten: 2 Euro; eine Voranmeldung ist nicht notwendig
Dauer ca 90 Minuten

Auf der Führung durch Lingens westlichsten und ältesten Stadtteil geht es zur St Alexander Pfarrkirche, die historische und zeitgenössische Kunst bietet, sowie zum Kanucamp* an der Emsbrücke, die im kommenden Jahr durch einen Neubau ersetzt werden muss und an die Zeit erinnert, als man hier noch mit der Fähre übersetzen musste. Weitere Stationen sind die Schepsdorfer Alpen, das Anfang des 20. Jahrhunderts entstandene Chemiewerk Hagedorn und das Heimathaus in der Straße der vielen Dächer. Hier entführt die Hollandgänger-Ausstellung in eine Zeit, als alljährlich Tausende von Wanderarbeitern Schepsdorf auf ihrem Weg zur Arbeit in die Niederlande passierten.
Leider reicht die Zeit nicht für einen Abstecher in das 4 km entfernte, bald 300 Jahre alte Schloss Herzford. Aber auch so verspricht die kleine Führung einen kurzweiligen Nachmittag.

 

*ps Das Kanucamp (Tel 0591/831214) sucht übrigens „eine kleine Wohnung „ür unsere superliebe Köchin Lisa“. Vielleicht hilft ja jemand, der dieses kleine Blog liest.

(Foto: Fabrik der Hagedorn AG, © milanpaul via flickr)

Bei den Nachfahren

4. März 2018

Mittwochs im Museum:
Bei den Nachfahren emsländischer Amerika-Auswanderer
Ein Reisebericht von Dr. Andreas Eiynck
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 30a
Mi 07.03.18 – 16 Uhr und 19.30 Uhr

Kosten: 5 € (erm. für Mitglieder des Heimatvereins 3€)

Zu Gast bei den Nachfahren der Amerika-Auswanderer aus dem Emsland ist am 7.3. (Mi., 16 und 19.30 Uhr) die Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“. Dr. Andreas Eiynck hat im vergangenen Jahr die Familien Strodt, Kues und Rakers im Bundesstaat Illinois (USA) besucht. Er berichtet, was dort – zwischen emsländischen Traditionen und dem „american way of life“ – heute den Lebnsstil der Einwanderer ausmacht.

Viele emsländische Auswanderer träumten im 19. Jahrhundert von einer eigenen Farm. Doch erste Anlaufpunkte waren amerikanische Großstädte wie New York, Baltimore, Chicago und nicht zuletzt Cincinnati, dem wichtigsten Sammelpunkt für die Neuankömmlinge aus dem Lingener Raum. Nicht wenige stellten hier fest, dass es sich auch in den amerikanischen Städten gut leben ließ und bauten sich hier als Handwerker, Geschäftsleute oder Unternehmer eine neue Existenz auf.

Wem das großstädtische Leben nicht behagte, zog weiter Richtung Westen, etwa in die ländliche Industriestadt Quincy am Mississippi. Hier war die deutsche Bevölkerungsgruppe gespalten in evangelische Einwanderer aus dem Raum Herford, von der deutschen Großbrauerei Gebrüder Dick angeworben wurden, und katholische Familien aus dem Emsland und dem Münsterland, die in den zahlreichen Mühlenbetrieben ihr Auskommen fanden. Bis heute ist Quincy sehr stark durch deutsche Einwanderer geprägt, die ihre Traditionen auch bewusst pflegen.

Gutes Einkommen und sparsame Lebensweise ließen bei manchen Einwanderern nach ein paar Jahren den Traum von der eigenen Farm Wirklichkeit werden. Gerne knüpfte man dabei an Kontakte aus der alten Heimat an und so bildeten sich regelrechte deutsche Dörfer, in denen mit meisten Familien aus den gleichen Orten in Heimat stammten. Dies offenbart schon ein flüchtiger Blick in das örtliche Telefonbuch, die Annoncen in der Lokalzeitung oder die Grabsteine auf dem Dorffriedhof.

Noch über Generationen wurde hier vorwiegend deutsch gesprochen, es gab deutschsprachige Kirchengemeinden und Zeitungen. Am Beispiel der Gemeinde Aviston in Clinton County im Süden Illinois zeigt der Referent, wie die Nachfahren der Einwanderer aus dem Emsland dort heute leben und welchen Anteil die deutsche Herkunft an ihrer Identität bis heute hat.

Die mit zahlreichen aktuellen und historischen Fotos illustrierte Präsentation beginnt am kommenden Mittwoch um 16 und um 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 €, für Heimatvereinsmitglieder 3 €.

(Foto: Birgit Eiynck aus Lingen und Steve Wavering aus Quincy entziffern auf einem alten Friedhof in Illinois die Namen ihrer gemeinsamen Verwandten. √ Emslandmuseum)

Das Emsland literarisch

7. Januar 2018

Das Emsland literarisch
Lesung mit Manfred Rockel & Co.
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 30a
Mi 10.01.18 – 16 Uhr
Eintritt 5 €, erm.: 3 €

Eine ausgesprochen vergnügliche Lesung kündigt sich an – nicht nur für Literaturfreunde! Manfred Rockel (Foto lks, © Emslandmuseum) trägt aus seinem Gedichtband „Emsiges Land“  vor. Die Geschichte stellen ein lyrisches Panorama unseres Landstrichs dar. Sie thematisieren die Merkmale von Regionen, Städten und Dörfern. Wortspiele laden zu genauem und vergnüglichem Zuhören ein. Begleitet werden die Gedichte durch Bilder des Fotografen Bernhard Kües.

Museumschef Dr. Andreas Eiynck stellt bei einem virtuellen Streifzug durch die Stadt Lingen Prosa und Poesie aus dem literarischen Fundus des tausendjährigen Lingen vor.

 

Jahresausklang im Emslandmuseum
Bebilderter Vortrag „Zwischen Burgtor und Pferdemarkt“

Lingen (Ems)  –  Burgstraße 30a
So 31.12.17 – von 13.30 bis 17.00 Uhr
Eintritt frei

Auch 2017 laden das Emslandmuseum und der Heimatverein Lingen (Ems) Silvester zu ihrer gemeinsamen Jahresausklang-Veranstaltung ins Emslandmuseum und ins benachbarte Sylvester-Dankelmann-Kutscherhaus ein. In der gemütlichen Atmosphäre des alten Kutscherhauses bewirtet der Heimatverein  die Gäste mit Kaffee und Glühwein, Kuchen und frisch gebackenen Neujahrshörnchen. Die Veranstaltung beginnt mit einem musikalischen Auftakt um 13.30 Uhr. Jeweils um 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr hält Dr. Andreas Eiynck, Museumsleiter des Emslandmuseums, seinen Vortrag „Zwischen Burgtor und Pferdemarkt“.
Alle sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Gräber, Gruften, Grünanlagen
Themen-Stadtführung mit Dr. Andreas Eiynck
Lingen (Ems) – Haupteingang zum Alten Friedhof, Am Gasthausdamm

Mi 18.10.2017 – 15 Uhr

Alter Friedhof LingenDer Lingener Alte Friedhof ist eine Jahrhunderte alte Begräbnisstätte, also ein historischer Ort. Zu mittelalterlicher Zeit befand sich dort eine Kappelle, deren Kirchhof dann zu einem Friedhof aller christlichen Gemeinden ausgebaut wurde. Außerdem verleihen die uralten Grabsteine mit Wappen und Inschriften, die Erinnerungsstelen und Denkmäler sowie die Grünanlagen dem Friedhof einen ganz besonderen Charakter.
Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck unternimmt mit den Interessierten einen Spaziergang über den Friedhof, bei dem ausgewählte Denkmäler noch näher erläutert werden.
Kosten: 2 Euro
(Foto: Stadt Lingen(Ems))

15.000 mal haben Bernd Robben und Hartmut Lensing seit dem Herbst vor drei Jahren ihr Buch Wenn der Bauer pfeift, müssen die Heuerleute kommen!“ verkauft – eine einzigartige Hommage an die amen und ausgebeuteten Heuerleute im deutschen Nordwesten. Es sind -glaube ich- insgesamt sechs Auflagen verkauft. Jetzt präsentieren die beiden ihre nächstes Werk: „Heuerhäuser im Wandel – Vom ärmlichen Kotten zum individuellen Traumhaus“. Regional gegliedert berichtet es vom Leben in den Wohnstätten der Heuerleute und was aus ihren Häusern heute geworden ist, wenn etwas aus ihnen geworden ist.

Bernd Robben: „Ich ein wenig stolz darauf, dass es gelungen ist, eine Reihe besonders fähiger Volkskundler und Historiker Nordwestdeutschlands dafür zu gewinnen, jeweils ein Fachthema zum Heuerhaus in möglichst nur einer Doppelseite wirklich verdichtet vorzustellen.“ Das darf der ehemalige Lehrer auch sein. Denn der neue Bildband über das Leben auf dem Land wird mit Beiträgen zum Thema „Heuerhäuser“ und „Leben im Heuerhaus“ bereichert, geschrieben von über die Rehion hinaus namhaften Autoren wie Dr. Andreas Eiynck, Christiane Cantauw, Dr. Heinrich Stiewe, Dr. Lutz Volmer, Dr. Timothy Sodmann, Dr. Christof Spannhoff, Niels Juister, Ralf Weber, Dr. Helmut Lensing, Dr. Bernd H. Schulte, Timo Friedhoff und Dr. Christian Westerhoff.

Um was geht es? Ältere Bewohner unserer Region erinnern sich noch. Überall im ländlichen Außenbereich fand man aufgegebene Heuerlingskotten, die Wind und Wetter überlassen langsam verfielen. Aufgrund ihrer einfachen, möglichst kostengünstigen Bauweise galten sie oft als dörfliche „Schandflecken“. Vielfach gab es sogar Abbruchprämien, um sie schnell verschwinden zu lassen.

Wer heute durch den Nordwesten fährt, erkennt die verbliebenen Heuerlingskotten nicht wieder. Meist abseits vielbefahrener Wege haben kreative Menschen mit viel Liebe zum Detail eine Reihe dieser Kotten für die Gegenwart bewahrt und daraus jeweils ihr ganz individuelles Traumhaus  geschaffen. Das Buch belegt mit vielen, geradezu opulenten Fotos, wie sich die ehemals einfachen Behausungen der damaligen ländlichen Unterschicht zu traumhaft schönen Landhäusern gewandelt haben.

Man braucht kein Prophet zu sein, um dem neuen, 335-seitigen Buch einen ähnlich großen Erfolg vorher zu sagen wie dem Erstlingswerk der beiden Heuerlingsforschern.

So kann das Buch schon jetzt vorbestellt werden:
„Heuerhäuser im Wandel – Vom ärmlichen Kotten zum individuellen Traumhaus“ von Bernd Robben und Helmut Lensing ist eine gemeinsame Arbeit mit dem Fotografen Martin Skibicki und dem Maler Georg Strodt. Es erscheint im „Verlag der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte“ und kann zum Buchhandelspreis von 29,90 Euro zuzüglich 4,- Euro Versandkosten innerhalb Deutschlands vorbestellt werden.

Das Buch (ISBN 978-3-9818393-2-6) ist ab dem 16. Oktober im Handel. Vor(-Bestellungen) sind zu richten an: shop(at)emslandgeschichte.de

Lingen literarisch

27. Juni 2017

Lingen literarisch
Ein Rundgang über 10 Stationen
mit Elisabeth Köck und Dr. Andreas Eiynck
Treffpunkt: Emslandmuseum, Burgstr. 28b – Lingen (Ems)
Mittwoch, 28.06. – 19 Uhr
Kosten 2 €
Zu einer literarischen Stadtführung lädt die LWT Lingen am 28.6. (Mi., 19 Uhr) alle Interessierten ein. Elisabeth Köck und Dr. Andreas Eiynck vom Emslandmuseum haben in Reiseberichten und Chroniken gestöbert, klassische und moderne Gedichte auf Lingen zusammengetragen sowie manchen literarischen Leckerbissen entdeckt und aufbereitet.
Die Ergebnisse werden nun bei einer öffentlichen Stadtführung präsentiert.
Bei dem rund 90-minütigen Rundgang durch die Innenstadt präsentieren die beiden Literaturbegeistern an zehn Stationen Ernstes und Heiteres, Historisches wie Aktuelles aus dem literarischen Fundus der tausendjährigen Stadt an der Ems.
Rezitierte Autoren sind dabei z.B. Emsland-Klassiker wie Emmy von Dincklage und Theo Lingen, aber auch die jüdische Buchhändlerin Helga Hanauer, die in den 70er Jahren zahlreiche eindringliche Gedichte veröffentlichte. Als Autor ganz neu entdeckt wurde der frühere lingener Beatmusiker und spätere Konzeptkünstler Peter Fjodoroff, alias Peter Newmerschyzky (Foto). Auch der zeitgenössische Schriftsteller Manfred Rockel darf mit seinen wortspielerischen Gedichten auf Lingen und das Emsland natürlich nicht fehlen.
Der Rundgang berührt viele Aspekte der Stadt und bietet eine Bandbreite von Reiseberichten sowie historischen Beschreibungen bis zu aktuellen Begegnungen in Prosa und Poesie, ausgewählt nicht nur für Literaturkenner.
(Quelle)