Bewerben

4. September 2011

Wenn das kein Edelfilz ist: Als einer der Ersten hat der Sohn des Landrats Hermann Bröring (CDU) ein Grundstück im neuen Laxtener Wohngebiet Am Hundesand/Strootbach (Foto re.)  erhalten; andere CDU-Mandatsträger sollen, wird mir zugetragen, noch höflich bis nach der Kommunalwahl warten …

Selbstredend erfüllt der Junior weder über einen „Laxtener Hindergrund“ (Auswahlkriterium) noch über irgendein anderes wesentliches Kriterium der „Vergaberichtlinien“. Aber was kümmern die Granden des Ortsrats Laxten ihre Beschlüsse von gestern? Übrigens war es nicht ganz leicht, bei der Grundstücksvergabe im Ortsrat Laxten beschlussfähig zu bleiben; denn gleich eine Handvoll Laxtener Ortsratsmitglieder mussten der offiziellen Vergabe-Beschlussfassung fernbleiben; sie waren wegen verwandschaftlicher und ähnlicher Bindungen an der Beschlussfassung gehindert. Falsch wäre aber die Annahme, dass nur deshalb das Baugebiet ausgewiesen worden wäre, um Ortsratsmitgliederanverwandten Baumöglichkeiten „bei uns im Ortsteil“ zu ermöglichen…

Denn dann könnte ja der Sohn des Landrats nicht…  Nun, jetzt bekommt also Sohn BB sein Areal an der Töltstraße. Zuvor hatte man ihn aus diesem Grund auf Rang 3 der Ersatzbewerberliste platziert. Damit war klar (und nach den Worten des scheidenden Laxtener Ortsbürgermeisters auch beabsichtigt), dass er zum Zuge kommen werde (Mario Barth würde jetzt sagen: Vastehste?! Vastehste?! Dat issa, der Trick, wa?!) . Tatsächlich sind nämlich die Grundstückspreise mit 139 / 149 Euro pro Quadratmeter so hoch, dass Normalverdiener keine Chance haben. Sie zogen denn auch reihenweise ihre Bewerbungen zurück.

Doch bitte regen Sie sich nicht unnütz auf. Auch Sie haben noch alle Chancen als Bewerber. Gut ein Dutzend der Baugrundstücke im Baugebiet zwischen Frerener Straße, Lengericher Straße, Grünem Zentrum und Laxtener Heimathaus sind noch erhältlich, obwohl ein führender städtischer Vertreter im Rat (war es nicht im März oder April dieses Jahres?) erklärte, alle Grundstücke seien weg. Sind sie nicht und einige sind auch noch in der Warteschleife, weil die Bewerber noch nicht endgültig zugesagt haben. Bewerben Sie sich also einfach.

Den Laxtener Bezug kriegen Sie leicht hin. Zum Beispiel mit dieser Argumentation: „Ich bin mit Laxten gut. Deshalb kaufe ich dort immer für meine Familie bei meinem italienischen Kaufmann am Hundesand ein.“ („Italienischer Kaufmann?„) „Ja, der mit vier Buchstaben und dem Buchstaben i am Ende!“

Oder: „Ich halte mich fast täglich zwei Mal in Laxten auf!“ („Wie das?„) „Ich fahre von Altenlingen/ Holthausen-Biene/Brögbern/ Clusorth -Bramhar/ Bramsche/ Baccum/ Schepsdorf/ Darme *  aus immer über die Umgehungsstraße/B214 * zur Arbeit. Die führt ja kilometerlang durch Laxten.“  

Das reicht immer!

Ganz bestimmt mit dem richtigen Parteibuch von Ihnen/ Papa / Mama / Onkel / Tante * !   Eigentlich könnten Sie dann, ehrlich gesagt, auch Aldi und Arbeitsweg weglassen. 

😉

(* = Nichtzutreffendes bitte streichen)