Gräber, Gruften, Grün

10. Juni 2019

Gräber, Gruften, Grün
Eiyncks Führung über den Alten Friedhof
Lingen (Ems) – Alter Friedhof, Am Gasthausdamm,
Donnerstag, 13. Juni – 17.00 Uhr
Kosten: 4 €
Der Lingener Alte Friedhof (Foto: @milanpaui via flickr) ist nicht nur eine Jahrhunderte alte Begräbnisstätte, sondern auch ein besonderer historischer Ort. Einst stand hier eine Kapelle auf einem Hügel an der Ems, deren mittelalterlicher Kirchhof später zu einem Friedhof aller christlichen Gemeinden in Lingen ausgebaut wurde. Uralte Grabsteine mit Wappen und Inschriften, markante Erinnerungsstelen sowie Denkmäler aus jüngerer Zeit verleihen diesem Friedhof mit seinen Grünanlagen und seinem Baumbestand einen parkartigen, ja fast romantischen Charakter. Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck berichtet bei einem Spaziergang über die Geschichte des Friedhofs und erläutert ausgewählte Grabdenkmäler. Der Rundgang schließt ab mit einem Blick auf den benachbarten Jüdischen Friedhof.
Eintrittskarten können vorab in der Tourist Information im Rathaus oder auch direkt vor Ort erworben werden.

TdoD ’18

9. September 2018

Zum 25. Mal findet heute  der Tag des offenen Denkmals statt. „Entdecken, was uns verbindet“ – lautet das Motto der diesjährigen Aktion. In ganz Deutschland werden rund 7.500 Denkmale geöffnet sein. Auch in  Lingen (Ems) gibt es drei Baudenkmale, die zu besichtigen sind und erläutert werden. Neben dem Koke-Mausoleum am Alten Friedhof sind die Leinpfadbrücke an der Wasserzufahrt zum Alten Hafens und der Wasserturm zu erfahren und zu entdecken.

Das Mausoleum der Familie Koke auf dem Alten Friedhof in Lingen entstand 1930. 2015 konnte die Friedhofskommission das im neoklassizistischen Stil der griechischen Antike erbaute Gebäude erwerben, und sanierte es umfassend. Die Särge der Familie Koke wurden, wie mit den in Südamerika lebenden Nachfahren der Lingener Kaufmannsfamilie vereinbart, in den Keller umgebettet. Das Mausoleum selbst dient künftig als Kolumbarium. Es kann heute zwischen 11 und 17 Uhr besichtigt werden; auch die Friedhofskapelle ist geöffnet. Führungen bietet die Friedhofskommission um 12, 14 und 16 Uhr an.

Frisch restauriert präsentiert sich seit Mai 2017 die denkmalgeschützte Leinpfad-Brücke über den Kanal am Alten Hafen. In einer spektakulären Aktion war sie Ende 2016 „aus den Angeln gehoben“ und über den Wasserweg im Ganzen in eine Werkstatt ins nordemsländische Fresenburg transportiert worden und nach Sanierung auch wieder über den Wasserweg zurück nach Lingen. Stadtbaurat Lothar Schreinemacher lässt um 11 und 15 Uhr die Aktion anhand von Bildern noch einmal Revue passieren und gibt getreu dem TdoD-Motto „Entdecken, was uns verbindet“ auch darüber hinaus Informationen zu dieser Brücke, den Wasserwegen in Lingen und zum Alten Hafen. 

Ob Schreinemacher sich dabei auch zu den die Plänen der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung Meppen äußert? Die will nämlich  im nächsten Jahr an der Ostseite des Dortmund-Ems-Kanals von den Bootshäusern am Neuen Hafen bis zur 120 Jahre alten Leinpfad-Brücke einen kompletten Kahlschlag durchführen. Dann wird auch dieser Bereich so kahl und kühl geräumt aussehen, wie bereits das südlich anschließende Stück des Leinpfads zwischen der zu besichtigenden Brücke und der Lindenstraße. Das Vorhaben ist schon deshalb umstritten, weil der Kanaldamm schon mit der geplanten Spundwand gesichert wird.

Zwischen 11 und 15 Uhr haben interessierte Bürgerinnen und Bürger auch Zeit, den historischen Wasserturm an der Kaiserstraße zu besichtigen, wo man hoch über den Dächern der Stadt auch heiraten kann. Um 12 Uhr und um 13.30 Uhr findet zusätzlich eine kostenlose Führung durch das zum Turm gehörende Wasserwerk und die Technik statt. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, hatten die Stadtwerke im Vorfeld um Anmeldung per E-Mail gebeten. Doch man kann sicherlich „auch so“ vorbeischauen.

Weitere  Informationen zum Tag des offenen Denkmals finden Interessierte auch unter www.tag-des-offenen-denkmals.de. In der Region an Ems und Vechte gibt es zahlreiche Baudenkmale zu entdecken.

 

)Quelle PM; Foto: Mausoleum Koke, © Friedhofskommission Lingen; Leinpfadbrücke © pipp021 Johannes Gieskenvia flickr])

Gräber, Gruften, Grünanlagen
Themen-Stadtführung mit Dr. Andreas Eiynck
Lingen (Ems) – Haupteingang zum Alten Friedhof, Am Gasthausdamm

Mi 18.10.2017 – 15 Uhr

Alter Friedhof LingenDer Lingener Alte Friedhof ist eine Jahrhunderte alte Begräbnisstätte, also ein historischer Ort. Zu mittelalterlicher Zeit befand sich dort eine Kappelle, deren Kirchhof dann zu einem Friedhof aller christlichen Gemeinden ausgebaut wurde. Außerdem verleihen die uralten Grabsteine mit Wappen und Inschriften, die Erinnerungsstelen und Denkmäler sowie die Grünanlagen dem Friedhof einen ganz besonderen Charakter.
Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck unternimmt mit den Interessierten einen Spaziergang über den Friedhof, bei dem ausgewählte Denkmäler noch näher erläutert werden.
Kosten: 2 Euro
(Foto: Stadt Lingen(Ems))

Friedhofsführung

22. August 2015

AlterFriedhofFührung über den Alten und den Jüdischen Friedhof
Lingen (Ems) – Am Gasthausdamm
mit Dr. Andreas Eiynck
Sa 22.08.2015  –  16.30 Uhr
Kein Eintritt

Die Fraktion „Die Bürgernahen“ im Lingener Stadtrat lädt im Rahmen ihrer Sommerveranstaltungen zu einer besonderen, lokalgeschichtlichen Veranstaltung ein: Am Samstag, 22. August, führt der Leiter des Emslandmuseums Lingen, Andreas Eyinck, über den Alten und an den Jüdischen Friedhof. Die Führung beginnt um 16.30 Uhr und dauert etwa 90 Minuten. Treffpunkt ist die Brücke über den Mühlenbach an der Straße Am Gasthausdamm.

(Foto: Alter Friedhof Lingen, Mausoleum Koke © milanpaul)

 

Premiumradweg

16. Juni 2015

Premiumradweg in Lingen (Ems), Am Alten Friedhof, unterhalb der Meckerbrücke. Irgendwie hatte ich mir den Radwegebau anders vorgestellt. Sie auch?

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Chaotisch

14. Mai 2014

AlterFriedhofZeit für Empörung. Denn heute präsentiert die Lokalpresse einmal mehr einen Beitrag, der mit ganz heißer Nadel gestrickt ist. Redakteur Burkhard Müller sprach mit zwei Gewerbetreibenden im direkten Zugangsbereich des Alten Friedhofs und -schwuppdiwupp- fordert er eine Einstellplatzanlage: Es sei dort chaotisch, weil angeblich die durch Parkscheibe freigehaltene Parkstunde 50m weiter nicht ausreiche. Also brauchen wir Parkplätze; denn man muss in der Lingener Provinz mit seinem Auto direkt bis vor den Eingang des Alten Friedhofs fahren. Wegen Stiefmütterchen und Blumenerde. Ach so!

In keinem der Lingener Ortsteile käme irgendjemand auf eine solche Idee, dafür eine Gedenkstätte  beim örtlichen Friedhof umzubauen. Aber die Autofahrer aus den Ortsteilen entscheiden, dass dies in Lingen-Zentrum so sein muss. Dieselben Entscheider lehnen es übrigens auch ab, dass der Lingener Kulturausschuss das Thema diskutiert, wie wir unsere Friedhöfe und Ehrenmäler gestalten wollen, welche Aufgabe sie haben und welche Würde zu wahren ist. Bestattungskultur wird in Lingen stattdessen im Verkehrsausschuss oder im Ausschuss für Wirtschaft und Grundstücke verhandelt. Da wundert es nicht, wenn 150 m entfernt, großformatige Telekomschränke in ein über 100 Jahre altes Bismarck-Denkmal hineingebaut werden. Irgendwie ist das Bild der lokalen Gedanken- und Kulturlosigkeit sogar besonders stimmig.

Also veröffentlicht die Lokalzeitung heute einen ausgesprochen oberflächlichen Beitrag von Redakteur Müller, der sich um Blumenerdesäcke schleppende, gehbehinderte Mütterlein zu sorgen vorgibt. Aber er wählt in seinem beflissenen Kommentar dafür ein töricht-absurdes Beispiel. Denn es fährt niemand mit einem Sack Blumenerde und einer Bildschirmfoto 2014-05-05 um 20.56.33Palette Stiefmütterchen mit dem Bus vom Lingener Bahnhof zum Alten Friedhof. Das hat es noch nie gegeben. Doch mit den Parkplatzplänen nimmt das Areal des Ehrenmals für die Opfer der Kriege und Gewalt Schaden, beschneidet man seinen Freiraum durch „eine Einstellplatzanlage mit sechs bis acht Parkplätzen“ (Verwaltungssprache). In Wahrheit ist es bloß würdelos und ungehörig, dafür die grüne, Jahrzehnte alte Hecke wegzuschlagen sowie auf und an den Weg der Trauernden und Trauergäste von der Trauerhalle zum Friedhof eine metertiefe Einstellplatzanlage für Blumenerdefahrzeuge (s. Skizze mit den blauumrandeten geplanten Parkplätzen) zu bauen.

Bis vor 25 Jahren gab es übrigens schon einmal Parkmöglichkeiten direkt vor dem Eingang des Alten Friedhofs. Sie sind damals auf einstimmiges Votum verschwunden, weil es mit der Würde dieses Bereichs nicht in Einklang zu bringen war. Die Autos störten über die Maßen. Wenn die egoistisch-kurzsichtige Einstellplatzidee der Gewerbetreibenden Platz greift, die Uhren zurückzudrehen, gehen künftig die Trauernden von der Trauerhalle hinter dem Sarg ihrer Verstorbenen wieder durch parkende oder an- und abfahrende Autos oder gar über die neue Einstellplatzanlage auf den Alten Friedhof. Eine schwer erträgliche Vorstellung.

Ich ahne es schon: Die nächste Forderung wird dann sein,  in Zeiten des demographischen Wandels um der Grabpflege willen mit dem eigenen Auto, eigenem Sack Blumenerde und eigener Palette Stiefmütterchen auf den Friedhof und direkt vor das jeweilige Grab zu fahren, das gepflegt und neu bepflanzt werden muss. Burkhard Müller ist dann bestimmt ganz vorn dabei. Chaotisch.

(Foto Mausoleum Koke auf dem Alten Friedhof Lingen, ©milanpaul via flickr)

 

Kolumbarium

21. November 2012

Gestern berichtete die Neue Osnabrücker Zeitung über die neue Osnabrücker Kolumbariumskirche und erfuhr:

„Die Rundkirche „Heilige Familie“, 1960 am [Osnabrücker] Schölerberg erbaut, erwies sich für die schwindende Zahl der Gläubigen als zu groß. Das Bistum Osnabrück aber wollte das Gotteshaus nicht aufgeben, sondern für Messfeiern erhalten. So fiel die Entscheidung für den Umbau zur Kolumbariumskirche. Doch was ist überhaupt ein Kolumbarium? Das fragt sich fast jeder, der erstmals das Wort hört. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen; ursprünglich bedeutete er Taubenschlag. Denn wie Taubenschläge sahen römische Grabkammern aus mit reihenweise übereinander angebrachten Nischen für Urnen nach Feuerbestattungen; daher heißen sie seit etwa 50 vor Christus ebenfalls Kolumbarium.“

Abends dann las ich, dass dieses Kirchenprojekt der Architekten Tobias Klodwig & Partner (Münster) im Rahmen des Niedersächsischen Staatspreises für Architektur augezeichnet worden war und machte mich im Internet auf die Suche nach mehr. Schnell fand ich Aufschlussreiches über die Entstehungsgeschichte und dann die Internetseite, die das Projekt so beschreibt:

„Ein Platz zum Bleiben.

Die Gesellschaft verändert sich. Schnell und unwiderruflich. Diese Umbrüche betreffen auch die Bestattungsformen. Früher beerdigten Angehörige die Verstorbenen häufig in Familiengräbern bei ihren Verwandten. Heute ist das nicht mehr selbstverständlich. Deshalb fragen sich viele Menschen: Wie und auf welche Weise und wo soll meine letzte Ruhestätte sein? Bleibt mein Name in Erinnerung?

Der Gedanke an den eigenen Tod konfrontiert uns mit unseren tiefsten Ängsten und wirft viele Fragen auf. Das Kolumbarium bietet Ihnen die Möglichkeit auch schon zu Lebzeiten Urnenplätze zu erwerben.
Die Kolumbariumskirche Heilige Familie Osnabrück mit ihren 1200 Urnenplätzen ist ein Ort, an dem die Verstorbenen ihren Platz finden. Inmitten der Lebenden. Ein Raum, an dem Menschen ihrer gedenken und der mit ihrem Namen verknüpft ist.“

Nicht allein Katholiken können sich in der Osnabrücker Kirche beisetzen lassen, erfuhr ich, sondern „Mitglieder der Kirche oder einer christlichen Konfession“ – also auch Lutheraner, Reformierte oder Orthodoxe. „Für andere Religionen kommt die Beisetzung vom Selbstverständnis her nicht in Frage“, erklärt der Diakon. Tatsächlich finden in der katholische Kirche weiterhin Gottesdienste statt und damit kollidiert nach kirchlichem Selbstverständnis die Bestattung nicht-christlicher Verstorbener.

Auch haben Kirchenoffizielle inzwischen erklärt, die Osnabrücker Kolumbariumskirche sei kein Modell für den „ländlichen Raum“. Aber es ist sicherlich mehr als ein Fingerzeig, mit welcher Würde man Bestattungskultur „leben“ kann. Denn:

„Leben und Tod sind in der „Kolumbariumskirche Heilige Familie“ über die Architektur sinnbildlich miteinander verknüpft. Im Zentrum der Rundkirche liegt der Feierraum. Ihn umgibt ein zum Eingang hin offener Halbkreis aus Urnengängen. Die Wände zum Kolumbarium sind durchbrochen. Es gibt also keine Barriere im Übergang von Feierraum und Trauerraum. Direkt am Eingang, dem Altar gegenüber, steht das Taufbecken. Es erinnert daran, dass die Taufe den Eintritt in die Kirche markiert. So verbindet die Architektur der Kirche die Pole Taufe und Tod – und sie lässt dazwischen viel Raum, das Leben im Glauben zu feiern.“

Doch bei all dem denke ich doch wieder an unser Lingen und unsern Umgang mit dem Sterben. Sicherlich sind es nur Puzzlesteine, doch sofort fallen mir die unsäglichen Aussagen in der so peinlich-oberflächlichen Debatte um ein Krematorium in Lingen-Darme ein und eine ähnliche Einrichtung, die die Christdemokraten in Lohne gar in ein Gewerbegebiet platzierten – bis ein Gericht sie an Grundlegendes im Umgang mit dem Tod erinnerte. Und ich denke auch an den Alten Friedhof am Gasthausdamm in Lingen, wo vor  15 Jahren die Parkplätze aus dem Eingangsbereich entfernt wurde, jetzt aber wieder von Verkehrsstrategen zurückverlegt werden sollen, damit Bequemlinge läppische 50 Meter weniger zu Fuß gehen; die Parkplätze werden auch befahren und angefahren, wenn Trauernde ihre Verstorbenen über den Zufahrtsweg zur letzten Ruhestätte geleiten. Und ein Teil des ohnehin nicht sonderlich großen Geländes am Ehrenmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wird gleich mit geopfert. Sollte der, der so mit Tod und Gedenken umgeht, nicht einmal innehalten? Vielleicht erkennt er dann, dass 50 Meter eben manchmal ein sehr langer Weg sind.

 

(Foto: Kolumbariumkirche  Heilige Familie in Osnabrück; (C)  Gem. Heilige Familie Harald Niermann)

 

Alten Neuen

16. Januar 2012

Dann lasst uns in Zeiten, in denen die Lokalzeitung erhitzt  ihre eigene Facebookseite zum Aufmachernach einem nachrichtenarmen Wochenende macht, nicht über die Pläne von Hermann Klaas am Ende der Burgstraße ein Altenheim für betreutes Wohnen und die Pläne des DRK mitten am Langschmidtsweg ein Heim für Demenzkranke zu bauen. Über beides wird noch ausgiebig zu reden sein. Bei den BürgerNahen haben wir heute Abend damit angefangen.  Lasst uns heute über die Neuen schreiben und die Alten, den Bindestrich und die Texter von Friedhofschildern. Guckst Du hier unten und antwortest auf Frage: „Was bitte ist mit die deutsch-Sprache?“ Und was ist mit diese Unfug-Kinder-Satz über die haftbaren Erziehungsberechtigten?